Good-Bye, N26 - Warum ich mein Konto bei der Bank N26 lösche

Bankgeschäfte über`s Smartphone ausführen?

Traue ich nicht! Aus Sicherheitsgründen!

Und dann kam die Bank N26 !

Als Start-Up hoch gelobt (KLICK), von Investoren/Venture Capitalists (Was ist das?) reichlich ausgestattet (KLICK 1) (KLICK 2) und mit der Werbung für ein sicheres Konto für Selbstständige, das einfach per Smartphone zu bedienen sein soll und zudem völlig kostenlos ist (wenn man sich an manche Regel hält!), entschloss ich mich, meine negative Einstellung über das, meiner Ansicht nach, unsichere und riskante Smartphone-Banking, beiseite zu schieben. Ich eröffnete ein Konto bei der Bank N26 !

Die ersten Schritte waren einfach: Identitäts-Feststellung über die Webcam, Erhalt der schönen, durchsichtigen Bankkarte, die zugleich eine MasterCard ist und eine zeitnahe Kommunikation auf dem Smartphone, sobald Rechnungen bezahlt wurden oder Geld einging.

Wollte ich aber die Tiefen des Systems nutzen, nervte mich das ein oder andere schnell.

Bei einer geplanten Überweisung auf das N26Konto, suchte ich meine IBAN. Auf dem Smartphone wird zwar eine praktische Karte mit meinen Daten angezeigt, allerdings fehlt dort die letzte Ziffer der IBAN weshalb die ersten Überweisungen nur zeitfressende Versuche waren! Also doch wieder in den Print-Unterlagen blättern, denn auch auf der Bankkarte ist die IBAN nicht aufgeduckt.

Bei der Abbuchung des N26-Guthabens auf ein anderes Konto, verzweifelte ich fast, weil ich ganz einfach nicht den Hinweis fand, wie und wo ich eine Überweisung eingeben kann. Schliesslich nutzte ich dazu den LogIn über meinen PC mit Browser (wie modern für ein Smartphone-Banking!) und dort konnte ich die Überweisung, nach einigem Suchen, dann ausführen. Allerdings musste ich die Ausführung zuvor nochmal auf dem Smartphone bestätigen, was auch erst im dritten Anlauf und nach Neustart der App, klappte!

All das sind vielleicht Lernprozesse, die wir alle durchmachen, wenn wir etwas Neues ausprobieren/anwenden, aber als Autodidakt, der sich viele Dinge in seinem Leben selbst beigebracht hat, kann ich nicht sagen, dass das System der Bank N26 auf mich „easy“ wirkt!

Aber der Grund, warum ich dieser Bank nun den Rücken kehre, ist ein ganz anderer!
Der zweite Satz dieses Artikels drückt bereits mein Misstrauen gegenüber der Technik aus, mit deren Hilfe Finanzgeschäfte über das Smartphone getätigt werden. Alles soll sicher sein, so publizieren es die Banken immer wieder. Wenn ich mir aber die Artikel anschaue, in denen davon berichtet wird, dass mal wieder die ein oder andere Verschlüsselung gehackt wurde, wird es mir ganz anders, wenn ich daran denke, dass mein hart verdientes Geld plötzlich einfach so weg sein könnte!

Ja, die meisten werden jetzt argumentieren „Du bist doch viel zu klein/unbedeutend/unwichtig, als dass Du für Hacker ein interessantes Ziel sein könntest…“. Mag sein, aber das waren Andere, über die berichtet wurde, auch. Vertrauen, bei allem, was mit Geld zu tun hat, ist für mich immens wichtig! Angefangen vom Steuerberater, bei dem mir ein zu gelacktes und seriöses Auftreten manchmal schon zu suspekt ist, bis hin zu großspurigen Versprechungen von Banken, bei denen ich schon im Vorfeld das Gefühl habe, dass sie diese Versprechen eh nicht halten können/wollen. Andere werden es anders sehen, aber für mich muss es auch menschlich passen und ich muss einen gewissen „Draht“ zu dem Mitarbeiter haben!

Die erste Nachricht, die ich mitbekam, war ein Bericht im Januar 2019, in dem die Bankenaufsicht Bafin wegen der Anmelde-Praxis alarmiert sei (KLICK). Okay, das betraf mich nicht direkt, aber ich wunderte mich schon, dass diese Praxis bei N26 üblich ist.

Ende März las ich dann einen Artikel des Magazins t3n über ein „leergeräumtes Konto“ und den scheinbar „schlechten Service der Bank“, insbesondere die „fehlende Erreichbarkeit des Supports“! (KLICK)

Damit nicht genug: Einen Tag nach dem obigen Artikel, veröffentlichte t3n ein Interview mit einem der Geschäftsführer und dem Gründer der Bank, Valentin Stalf. Nach dem Lesen dieses Interviews war für mich klar, dass ich dieser Bank nicht mehr vertraue und ich das Konto löschen werde! (KLICK) Ich fand Stalf nicht überzeugend und für mich kam er schlicht ein wenig zu lax rüber.

Anfang April berichtete t3n ausführlicher über den Fall eines leergeräumten Kontos (KLICK). Ich sah meine Entscheidung, das Konto zu löschen, wieder bestätigt!

Und eine Woche später, wieder bei t3n, lese ich davon, dass die Finanzaufsicht Bafin im Rahmen einer Sonderprüfung, zahlreiche Mängel bei der Bank N26 festgestellt hat (KLICK).

Mag sein, dass ich dem ein oder anderen nach, ein zu großer Pingel und Angsthase bin. Aber wer für sein Geld so arbeiten muss, wie ich und wem jeder Cent wichtig ist, der muss sich, denke ich, nicht dafür entschuldigen, dass er für seine Kohle einen (möglichst) sicheren Hort sucht. Auch finde ich es, nach dem Lesen der Nachrichten, für mich nur konsequent, dieser Bank mein Geld eben nicht mehr anzuvertrauen. Die Auswahl an Alternativen ist groß, wenn auch selten kostenlos, aber ich zahle auch gern für mehr Sicherheit und besseren Support.

Wie siehst Du das Ganze? Beunruhigen Dich solche Berichte auch oder ist es Dir egal? Ich freue mich auf Beiträge oder eine Diskussion 😉