Das Vintage-Objektiv Canon FD-50m, 1.8

Die Frage des Artikels stellte sich mir heute, als ich den Verkauf einer alten Kamera (Canon FTb) auf eBay plante. In der Vergangenheit hatte ich schon oft von „Vintage-Objektiven“ gelesen und gehört, also Foto-Linsen, die, jahrzehntealt, recht häufig von Fotografen auf ihren modernen Digital-Kameras genutzt werden.

Diese alten Objektive, die natürlich nicht mehr gebaut werden und somit nur gebraucht erhältlich sind, gelten als robust und nicht selten als günstige und dennoch hochwertige Alternative zu den modernsten Objektiven. Die Ergebnisse von Fotos, die mit Vintage-Linsen belichtet wurden, gelten häufig als sehr gut. Insbesondere das Bokeh finden viele Fotografen attraktiver als das moderner Linsen. Ein weiteres Argument für den Kauf solcher Objektive ist natürlich der günstige(re) Preis.

Nun hatte ich also die alte Kamera hier liegen, spielte ein bisschen an ihr rum und zack…hatte ich das Objektiv, ein Canon FD 50mm, 1.8, in der Hand. Und schon war sie da, die Idee, die mich anschliessend für Recherchen Stunden meiner Lebenszeit kostete und für diesen Blog-Artikel sorgte:

Wäre es sinnvoll, dieses alte FD-Objektiv an meiner Sony @6500 zu adaptieren?

Ich schaute, was so ein Objektiv heute bei eBay kostet/bringt, informierte mich über einen Adapter, mit dem ich das Canon-Objektiv mit dem FD-Mount an den Sony e-Mount anschliessen kann und hielt auch nach möglicherweise günstigen, anderen Vintage-Objektiven von Canon Ausschau. Hier stiess ich auf das FD 80-200mm 1.4 L, ein hochwertiges Zoom-Objektiv, das wirklich hervorragende Kritiken im Netz bekommt. Der Preis dafür liegt bei ca. 350 bis 400 €…gebraucht, allerdings nur für das Glas mit dem „L“! Der für das 50mm liegt übrigens bei ca. 50 € 😉 .

Die alte Canon FTb mit dem Vintage 50mm, 1.8

Nachdem ich mir alles durchgerechnet hatte, konzentrierte ich mich auf das o.g. Zoom-Objektiv. Jetzt wollte ich wissen, wie die Bildquali des FD-Zooms im Vergleich zu modernen Linsen tatsächlich aussieht. Bei Google sind Vergleiche nicht schwer zu finden 🙂 . Allerdings frage ich mich dabei immer, wieviel Qualität die jeweilige Seite aus dem hochgeladenen Foto wohl nehmen mag? So gehe ich mit einer gewissen Vorsicht an Bilder-Vergleiche im Netz heran. Zudem weiss ich ja auch nicht, inwieweit ein Artikel-Schreiber die ein oder andere Sache pushen will und somit mit ein wenig Bearbeitung am Material nachhilft, um SEINE Meinung mit Belegen zu unterstreichen 😛 ! Aber egal.

Ich fand tatsächlich einen Vergleich, den mit dem Sony 55-210mm. Dieses Kit-Zoom gilt als eines mit nicht gerade überzeugender Bildqualität. Somit müssten die Fotos des Canon FD-Objektivs ja eigentlich die Sony-Ergebnisse schlagen können, wo es doch so hoch gelobt wird. Einen sichtbar DEUTLICHEN Unterschied konnte ich aber beim Bilder-Vergleich NICHT erkennen. Weitere Fotos im Internet, die in der digital-analogen Kombi aufgenommen worden sind, können mich ebenfalls nicht überzeugen!

Vielleicht liegt es auch an meinen Ansprüchen. Als ich mir die Sony @6500 zulegte, nahm ich mir vor, NUR mit wirklich guten, hochwertigen Objektiven arbeiten zu wollen oder solch bezahlbaren, die eine überragende Qualität liefern, um die möglichst besten Ergebnisse aus der Kamera ziehen zu können. Alles andere wäre Unsinn, da hätte für meine Zwecke auch eine günstigere Kamera gereicht. Wenn ich nun also die Detailschärfe des so gelobten FD-L-Zooms kritisiere, so ist das für manch einen wohl „Motzen auf hohem Niveau“ 😉 !

Aber genau DAS ist es ja, was mich an hochwertigen, damit auch teuren Linsen, so fasziniert und begeistert:
Brilliante Farben, eine beeindruckende Schärfe und ein unglaublicher Detail-Reichtum!
Ich möchte bei einem hochwertigen, hochgelobten Zoom bei 200mm keine verwaschenen Federspitzen eines fliegenden Vogels sehen, sondern jedes einzelne Detail der Federn erkennen können. Dafür zahlen wir heute zwischen 1250 und 2500 €, ich weiss, aber wenn die Details fehlen, sind mir fast 400 € für eine Vintage-Linse trotzdem noch zuviel!

Desweiteren sollten Nutzer kleiner APS-C-Kameras, wie der @6000er-Reihe bedenken, dass die alten Objektive Gewicht haben und ein 200er oder 300er-Zoom zieht ordentlich am Gehäuse/Objektiv-Anschluss, wenn die Kamera nur am Griff gehalten wird. Und dann? Da gibt`s doch was von Metabones 😉 , einen Adapter, der gleich auch eine Anschlussmöglichkeit für ein Stativ bietet.

Oooops, nochmal ca. 130 € oben drauf!

Und schon sind wir bei 500 €, die das Zoom und der Adapter kosten. Das Sony 70-200mm, F4 kostet gebraucht gerade das Doppelte. Zudem ist es an die Moderne der Fotografie angepasst, hat also einen Autofokus und eine eigene Bild-Stabilisierung. Und…hat direkten Kontakt zur Kamera, ganz ohne Adapter.

Und dennoch möchte ich irgendwann in der Zukunft mal Vintage-Objektive, zu einem überschaubaren Preis, an meiner Sony ausprobieren. Was mir nämlich wirklich gut gefiel, ist der Bildlook, der durch die alten Gläser zu entstehen scheint. Im Net sah ich einige schön bearbeitete Fotos, die diesen Grundstil ausbauten und zu wirklich sehenswerten Aufnahmen bearbeiteten. Natürlich weiss ich, das meine Meinung derzeit nur auf der Basis theoretischer Ergebnisse bei meiner Suche entstand und ein entscheidender, praktischer Beweis fehlt 😉 .

Aber letztendlich kam ich mit der Recherche zum Ergebnis, dass die Vintage-Fotografie für mich eher ein Experiment sein wird, als ein überzeugender, zeitintensiver Teil meiner Arbeit mit der Kamera.

Interessant war für mich, wieviel man in der Theorie lernen kann, wenn das Internet gezielt nach Informationen abgesucht wird und es scheint wirklich zu JEDEM Thema und zu jeder Idee auf Youtube inzwischen ein Video zu geben und in Foren ein Thema, das sich für Recherchezwecke nutzen lässt.

Jetzt interessiert mich Deine Meinung zum Thema „Vintage-Objektive“. Hast Du Erfahrungen gemacht, mit denen Du meine Meinung stützen oder ihr eher widersprechen möchtest? Ich bin gespannt und freue mich über Kommentare 🙂