#ProjektJust20 - Aufstehen...Aufräumen...Leben!

Mir geht`s nicht gut, ich fühle mich krank! Seit Wochen schon. Es ist aber nicht das typische „Herr Doktor, Herr Doktor, ich hab` da was!“, sondern es ist das Gefühl, das ich habe…welches Gefühl???

Ich habe zur Zeit keine Lust auf Dinge, die ich eigentlich gerne mache, wie ins Kino gehen, fotografieren und…sogar mein Sport/Training! Mir fehlt Power, ich fühle mich

  • leer
  • unkreativ
  • gelangweilt
  • ideenlos
  • unmotiviert.

Gleichzeitig bin ich diesen Zustand leid, bin aggro, habe schlechte Laune und möchte wieder in die Spur kommen, meine Energie zum Abarbeiten und Ausleben zurück! Außerdem vergesse ich einfachste Wörter, wie Namen und Bezeichnungen für Dinge und ich „fresse“, ja, ich FRESSE! Und es ist nicht viel Gesundes dabei! 🙁 Langeweile und übermäßig essen, sind für einen Sportler nie eine gute Kombi und auch diese üble Ernährung, das spüre ich, ist zum Teil schuld an meinem derzeitigen Zustand!

Wenn mich jetzt jemand fragt, warum ich in dieser Situation bin, kann ich zwei Antworten geben:

1.) Wir haben Herbst! Die dunkle Jahreszeit zieht mich immer ein bisschen runter, mal mehr, mal weniger. Letztes Jahr war es weniger, denn wir hatten einen phänomenalen, lichtstarken Sommer, im Vergleich zu diesem Jahr. Dieses Jahr ist das Stimmungstief wieder etwas krasser.

2.) Das Aufräumen in meinem Leben ist noch nicht beendet!

Zum Glück bin ich inzwischen so weit, dass ich eine recht schnelle Selbstanalyse meines Zustands hin bekomme, ganz ohne Seelenklemptner oder rote Couch 😉 . Wenn mir eins so richtig gut getan hat in der letzten Zeit, war es der Beginn und das Ausleben meiner anhaltenden Aufräumwut. Das setzte tatsächlich eine immense Energie bei mir frei! Ich habe nicht nur um- oder weggeräumt, ich habe vernichtet und dafür gesorgt, dass der nun erreichte Ordnungs-Zustand erhalten bleibt. Ich klebe nicht mehr an Altem/Vergangenem, verscheuche die Gedanken daran regelrecht aus meinem Kopf, ich schaue nach vorn, mache Pläne, stelle mir mein Leben vor, wie ich es zukünftig leben und haben will!

Beispiel 1: Für jedes Teil, das neu in meinen Kleiderschrank kommt, wird ein altes entsorgt! So bleibt der Platz im Schrank kontinuierlich gleich und ich halte unter Kontrolle, was ich an Kleidung habe und wundere mich nicht (mehr), was da hinten im Schrank nach Jahren mal wieder zum Vorschein kommt.

Beispiel 2: Bügelwäsche! Direkt vom Ständer auf`s Bügelbrett, das ist mein Ziel! Leider bekomme ich das momentan nur phasenweise hin, aber auch hier gibt es eine Lösung: Ich schaue mir dabei einen (aufgenommenen) Film oder Youtube-Videos an und habe so nicht das Gefühl, meine Zeit zu verschwenden oder etwas zu tun, worauf ich eigentlich gerade gar keinen Bock habe. Und was soll ich Euch sagen: Es wirkt! Hinterher bin ich glücklich/zufrieden, dass ich diese „Arbeit“ erledigt habe und als Belohnung schaue ich den Rest des Films 😉

Du findest komisch, was Du hier liest, weil all das, was ich erreichen will, für Dich eigentlich ein normaler Ablauf ist?

Mein Leben war in den letzten Jahren etwas anders, als bei den meisten Menschen! Ich hatte keinen richtigen Rhythmus mehr, keine wiederkehrenden Aufgaben am Tag, die zu erledigen waren und ich hatte mich auf Dinge konzentriert, die mich weder im Leben, noch beruflich, weiter gebracht haben. Weitere Artikel zu diesem Thema findest Du unter dem Hashtag #ProjektJust20 in diesem Blog.

Jetzt arbeite ich an meinem organisierteren, „normalen“ Leben….weit weg von dem „alten Style“!

Aber was ist nun mit meiner verloren gegangenen Motivation, Kreativität und Power?

Glaube niemals, dass da jemand kommt und Dich an den Haaren herauszieht. Das musst Du final schon selbst erledigen! Vielleicht hilft Dir jemand auf dem Weg zum Ziel, aber ab einem bestimmten Punkt, ist es allein Deine Sache. Schliesslich ist es für Dich auch ein Erfolg, wenn Du die Veränderung (selbst) schaffst. Und Erfolg bringt Kraft und Motivation für das Neue…

Solltest Du nicht wissen, wie und wo Du anfangen sollst…hier ist mein Weg:

Als ich vor einiger Zeit auf meine biologische Uhr schaute, legte ich die mögliche (Arbeits-) und Lebens-Restzeit für mich fest. Nein, es war keine Panik, ganz im Gegenteil, es ist einfach die Logik des 1-Meter-(=100 Jahre)Maßbands:
Schau es Dir an, schneide Deine bisherige Lebenszeit (z.B. 40 Jahre = 0 – 40 cm auf dem Maßband) ab, lege Dein angestrebtes Alter fest (z.B. 85 Jahre = 85 cm) und die Zeit, die Du noch für Dein Arbeitsleben einplanst, schneide das Band auch nach oben hin ab und Du hälst das Stück Deines restlichen Lebens in der Hand (bei IKEA gibt es die Papier-Maßbänder kostenlos 😉 ). Je nachdem, wie alt Du gerade bist, bleibt kein langes Band mehr übrig, heisst, kann das recht erschreckend sein, insbesondere dann, wenn Du mit Deinem derzeitigen Leben NICHT zufrieden bist! Wann, wenn nicht JETZT, willst Du etwas ändern und aus Deiner Rest-Lebenszeit noch was Tolles machen??? DAS war der Ansatz für die Umstellung meines Lebens….alles klar? 😛

Ich werde immer wieder gefragt, warum ich denn gerade jetzt wieder aufräumen muss, ob es denn nichts Wichtigeres zu tun gibt und was es bei mir soviel aufzuräumen gibt?
Was ich inzwischen begriffen habe, ist, dass ich es solange nicht schaffe, Neues anzufassen oder umzusetzen, bis das Alte abgearbeitet und entsorgt ist. Und da hat sich, meinem Empfinden nach, eine Menge in den letzten Jahren/Jahrzehnten angesammelt!

Der Gedanke daran, dass vorher noch etwas anderes erledigt werden muss, blockiert mich einfach, verhindert die Entwicklung neuer Ideen und Projekte und führt dazu, dass mein Kopf zu explodieren droht. Einerseits möchte ich voran kommen, habe ich so viele Ideen, an deren Entwicklung ich richtig Spaß hätte, andererseits schaffe ich es einfach nicht, mich damit zu beschäftigen. Zur Zeit ist es noch ein ewiger Kampf, der mich krank werden lässt und da die Gesundheit für mich das höchste Gut ist, muss ich jetzt handeln! Außerdem ist es für mich immens wichtig, ein Arbeits- und Lebens-Umfeld zu haben, in dem ich mich richtig wohl fühle und auch das ist bis jetzt final noch nicht umgesetzt.

Damit ich zu einem positiveren Zustand zurückkehren kann, der dauerhaft anhalten soll, greife ich zu einem massiven Mittel: Ich zwinge mich kurzfristig dazu, die letzten Reste, die aus meinem „alten Leben“ noch übrig sind, zu entsorgen oder zu bearbeiten und zwar in den nächsten zwei Wochen! Prioritätsstufe: EXTREM H O C H !

Meine Wut über all diese Blockaden und deren oben beschriebenen Folgen, ist inzwischen so groß, dass ich mich jetzt also dazu zwinge, die nötigen Konsequenzen zu ziehen. Dafür werde ich alles andere zunächst liegen lassen! Die komplette Zeit, von morgens bis abends, vom Training abgesehen, geht jetzt für das Aufräumen und Neugestalten drauf.
Als erstes werde ich mit dem Notebook durch die Wohnung gehen, aufschreiben, was zu erledigen ist, und es wird wohl eine mehrseitige Liste werden, dann meine Projekte und Ideen checken und schliesslich alles in eine sinnvolle Reihenfolge bringen. Abschließend lege ich einen Zeitplan fest und dann geht es an die kontinuierliche Umsetzung dieses Plans.

Glaube nicht, dass das alles von heute auf morgen geht, ich dachte das auch, die Gewohnheiten aber, sind stärker, als man denkt!

Inzwischen bin ich aber schon sehr weit und ich habe Dinge geschafft, auf die ich (intern) extrem stolz bin und von denen ich glaube, dass andere das so nicht schaffen können. Schon gar nicht, in einem gewissen Alter noch einmal ganz neu anzufangen!
Jetzt stehe ich kurz vor dem Erreichen der „Freiheit“, meiner (bildlich gesprochenen) weißen Wand, die ich dann wieder neu „bemalen und gestalten“ kann. Die letzten Gründe für meine Blockaden gilt es kurzfristig zu beseitigen, damit ich mich endlich auf das Neue stürzen kann.

Früher schmunzelte ich immer, wenn jemand sagte, er/sie wolle nochmal von vorn anfangen oder ihr/sein Leben ändern. Bei einigen Leuten entpuppte sich das als reines BlaBla und einem Leben im Traum, andere aber blühten wieder auf und es war eine Freude zu sehen, wie sie sich „neu“ entwickelten. An letzteren nehme ich mir ein Beispiel!

Ich habe in der Vergangenheit des öfteren über dieses Thema hier im Blog geschrieben und jedes Mal dachte ich, ich wiederhole mich eigentlich. Heute merke ich, dass das nötig war, dass es gut ist, sich immer wieder klar zu machen, dass da eine Entwicklung stattfindet. Irgendwann kam ich dann darauf, dass ich ja bereits mitten in der Entwicklung und Neugestaltung stecke, weil sich immer wieder etwas tat und ich, auch wenn ich ungeduldigerweise fand, es ginge nicht schnell genug, trotzdem nach und nach, von alten Gewohnheiten Abstand nahm oder mehr und mehr von ihnen gelangweilt wurde.

Mit dem Schreiben des heutigen Artikels, habe ich das Gefühl, nun folgt der letzte Abschnitt der Trennung, bevor ich mit dem Neuen beginnen kann und es ist nun, nachdem der Blog-Beitrag fast fertig ist, ein immens gute Feeling für mich 😉 , auch wenn jetzt erstmal noch etwa zwei Wochen intensivste Arbeit vor mir liegen. Aber das ist es wert.

Ich will die Freiheit zurück, Neues gestalten zu können und ich freue mich darauf, auch wenn es andere Herausforderungen mit sich bringen wird. Ich will meinen Kopf wieder frei haben, nicht mehr an das Alte denken, das mich nur behindert und ablenkt. Irgendwann muss Schluss sein damit, über Vergangenes nachzudenken, das mir die Energie raubt für Anderes und Neues, was jetzt wichtiger ist (finde Deine Prioritäten, lege sie fest (aufschreiben) und LEBE sie!).

Das Leben geht weiter und was wir daraus machen, ist nicht vorbestimmt, es wird von UNS selbst gestaltet und das, was wir wollen, ist es, was aus unserem Leben wird. Wir müssen uns Ziele im Kopf setzen und wir müssen diese Ziele mit allem Nachdruck verfolgen!

In der letzten Zeit habe ich mich viel damit beschäftigt, was denn überhaupt meine aktuellen Wünsche sind und wie so oft in meinem Leben, sind meine Wünsche exklusiv und entsprechend finanzintensiv 😉 . Zur Zeit kann ich sie mir nicht leisten, aber ich habe diese Wünsche nun als Ziele definiert und auf absehbare Zeit will ich sie erreichen.
Ich habe keine Zeit mehr, etwas zu verschieben, ich will es JETZT, denn: Morgen kann es schon zu spät sein und manchmal geht genau DAS schneller als wir es uns wünschen! Und im Leben gibt es (für mich) nichts Schlimmeres, als etwas zu bereuen, sich zu ärgern, weil ich das oder das nicht geschafft habe, nur weil ich es nicht oder zu spät angegangen bin, ganz gleich, ob aus Faulheit, Bequemlichkeit, Gewohnheit oder Zeitmangel! Und mal ehrlich: Sind das nicht alles nur Ausreden oder Entschuldigungen? Wie war das? Wer seine Ziele erreichen will, muss sie verinnerlichen und leben! Priorität! 😉

Im Moment fühle ich mich zu 70% glücklich. 100% werde ich wohl nie erreichen 🙂 , aber 90% wären schon ein klasse Erfolg! Auch das ist eines meiner Ziele und das Maß an Glücklichsein steigt proportional zur Erreichung meiner anderen Ziele. Ich weiss nicht, ob Du ein Hauptziel für Dein Leben hast. Manche wünschen sich ein Haus, einen Ort, den sie auf dieser Welt noch sehen möchten oder einfach Geld in der Matratze 😉 . Mein Glücklichsein besteht nur zu einem kleinen Teil aus materiellen Dingen, für mich stehen mein Wohlbefinden, meine Gesundheit und eine lange gehegte Freundschaft an erster Stelle.

So, genug geschrieben. Dies soll der letzte Artikel sein, der sich mit meinem Weg in ein neues Leben beschäftigt. Beim nächsten Mal, wenn ich dieses Thema anschneide, werde ich davon berichten, wie erfolgreich der letzte Abschnitt des Weges war und was ich danach alles umgesetzt habe.

Lezz go! #ProjektJust20

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