Eine fantastische Aussicht auf eine der schönsten Küsten Europas, hell- und dunkelblaues, klares Meerwasser, ein leicht bewölkter, schleierfreier Himmel, wie wir ihn im Ruhrgebiet leider nur selten zu sehen bekommen, und von dem eine immer noch frühlingswarme Sonne strahlt, eine Promenade, die nach Engländern benannt ist und die kilometerlang parallel zum Meer verläuft, eine sanfte bis heftige Brandung des Mittelmeers, das macht die Cote d’Azur in Nizza, aus meiner Sicht, zu einer der schönsten Regionen, Küsten und Städte Europas!

Vor ungefähr 13 Jahren entdeckte ich diese Landschaft zum ersten Mal live, als ich einen Billigflug für schlappe 20,00 € gebucht hatte (Return!). Der Kollege, mit dem ich eigentlich verreisen wollte, musste aus beruflichen Gründen kurzfristig absagen und so stand ich vor der Entscheidung, die Reise zu streichen oder alleine nach Nizza zu fliegen. Hätte ich die Reise verfallen lassen, ich hätte wahrscheinlich eine große Liebe meines Lebens nie kennengelernt… 🙁 …aber ich bin geflogen :mrgreen:

Heute kostet der Flug (Return!) nach Nizza in der billigsten Variante ca. 100,00 €, zuzüglich ca. 25,00 €, wenn man einen Koffer mitnehmen möchte (Germanwings, ab Düsseldorf). Am kleinen, überschaubaren Flughafen der französischen Stadt am Mittelmeer angekommen, fährt man für 6,00 € mit den Bus-Express-Linien 98/99 etwa 15 Minuten lang, bis man das Herz dieser schönen Stadt erreicht hat. Weitere Tipps zu den Buslinien findet Ihr auch H I E R !

Hotels gibt es hier in allen Preiskategorien. Das bekannteste, direkt an der Promenade gelegene, ist wohl das Le Negresco (INFOKLICK). Für meine Aufenthalte habe ich bisher immer wieder neue Hotels diverser Preiskategorien ausprobiert, das bisher komfortfreieste auf dieser letzten Reise 😯 . Dafür lag der Übernachtungspreis bei nur 50,00 € (EZ), was für Nizza absolut günstig ist. Über das Zimmer will ich keine weiteren Worte verlieren, nur soviel, dass es absolut genial, nahe der Boulevard Gambetta und nur etwa 300 Meter von der Promenade entfernt gelegen war. Das war für mich Grund genug, hier einzuchecken.

Diesmal war mir das Zimmer, ehrlich gesagt, (zu Beginn noch) völlig schnuppe, denn es war ein reiner Arbeitsbesuch. Dass mir das im Vorfeld kaum jemand zu glauben schien, habe ich inzwischen in einigen Gesprächen zur Kenntnis genommen, die ich nach meiner Rückkehr geführt habe 🙂 . Scheinbar kann sich niemand vorstellen, dass man rein zum Arbeiten nach Nizza fliegen kann und ernsthaft kaum Zeit bleibt, diese herrliche Stadt mit ihren vielfältigen Vorzügen zu genießen 😆 .
Letzteres merkte ich selbst erst, als ich am Tag meiner Abreise vor der Abfahrt zum Flughafen noch 30 Minuten Zeit hatte und mich mit meinem Koffer auf die Promenade setzte, um noch einmal das Meeresrauschen, die traumhaften Farben des Wassers, die Sonne und all das mitzunehmen und in Erinnerung bis zur nächsten Reise behalten zu können, was diesen Ort ausmacht.

Tatsächlich war ich zum Fotografieren nach Nizza geflogen. Ich hoffte auf schönes Wetter, musste aber in den Internet-Wettervorschauen sehen, dass dies eine Illusion zu werden schien. Regen am Haupt-Tag, dem Dienstag, aber immerhin um die 25°C.
Vor Ort war dann alles nur noch halb so wild. Von meinen 48 Stunden, verteilt auf drei Tage (Montagmittag bis Mittwochmittag), waren gerade mal etwa 2-3 Stunden regnerisch und für das Fotografieren der Sehenswürdigkeiten nicht geeignet. Ansonsten hatte ich sowas von Glück mit dem Wetter, dass ich beim Schreiben dieses Artikels hier gerade mit einem breiten Grinsen sitze :mrgreen: !

Ausgesprochen lohnenswert war für mich im Vorfeld der Reise die Anschaffung des obigen Canon-Weitwinkel-Objektivs. In einer, teilweise eng bebauten Stadt, wie Nizza, interessante Gebäude zu fotografieren, erwies sich, gerade dort, als immens schwierig bis unmöglich. Das ärgerte mich in der Vergangenheit. Diesmal bekam ich sogar die Operà von Nizza ganz auf das Bild 🙂 . Andere Fotografen verzweifelten und fluchten, dass sie dieses schöne Gebäude mit ihrer Kamera nicht einfangen konnten. Der Kauf des recht günstigen Objektivs hatte sich gelohnt und ich bin sehr zufrieden damit.

Die Fotos, die ich auf dieser Reise aufnahm sind für Kalender, die ich für 2016 gestalten möchte und aus deren Verkauf ich mir die Finanzierung der nächsten Nizza-Reise erhoffe 😉 . Ob das Projekt ein Erfolg wird…well, let`s see! 🙂 Aber es war ein toller und vor allem schöner, wenn auch stressiger und wirklich krass arbeitsreicher Grund, nach 3 Jahren Abwesenheit wieder einmal an die Cote d’Azur zu kommen. Und auch wenn es Arbeit war, so fand ich dabei tatsächlich doch auch so etwas wie Spaß, Entspannung und Abschalten vom üblichen (Arbeits-)Alltag und den Sorgen, die mich umgeben. So gesehen war es eine tolle Reise und, was die Fotos angeht, aus meiner Sicht, ein äußerst erfolgreicher Arbeits-Trip. Wann hat man schon einmal die Zeit, ungestört von äußeren Einflüssen oder Reisebegleitungen, völlig entspannt und ohne Zeitdruck, eine so tolle Stadt und Region mit der Kamera zu erkunden? 🙂

Morgens gegen 8:00/8:30 Uhr ging es los. Das Stativ (für diese Zwecke absolut genial und ausreichend! siehe oben) war immer dabei, das Weitwinkel- und ein Tele-Zoom, sowie das Normal-Objektiv für meine Canon, ebenso wie die 1,5 Liter-Wasserflasche 😉 . Dazu ein kabelgebundener Fernauslöser für die HDR-Bilderreihen, die verwacklungsfrei in die Kamera mussten.
Ich sag`s Euch, es war ein wildes Geschleppe, das ich dann in 8-10 Stunden hinter mich brachte. Dabei legte ich schätzungsweise 8 bis 12 Kilometer am Tag zurück, bergauf, bergab. Ihr seht also, es war tatsächlich richtig harte Maloche. Am zweiten Tag dann ging ich abends einfach mal ohne die Canon-Kamera und ohne das Stativ an den Strand und legte mich auf die groben Kiesel, um einfach nur in den blauen Himmel zu starren und etwas zu entspannen…

Kurz vor Beginn der Reise erhielt ich dann die Canon Legria Mini, mit der ich auch noch nebenher filmte und aus deren Material ich hoffentlich einen schicken, unterhaltsamen, kurzweiligen Film zusammenschneiden kann. Das wird mein praktischer Einstieg in Adobe Premiere Pro und After Effects. Bin schon extrem auf das Ergebnis gespannt, das ich dann auf YouTube veröffentlichen werde 😉 .

Aber warum gerade Nizza?

Was ich auf meiner ersten Reise an die Cote d’Azur kennenlernen und entdecken durfte, zieht mich immer wieder magisch an. Nizza erlebe ich bis heute als eine quirlig-lebendige Stadt, die für mich so viele Vorzüge und Anziehungspunkte hat, dass ein Teil meines Herzens für immer dort bleiben wird (sorry Heidelberg 😆 ). Angefangen mit der herrlichen Strecke vom Flughafen zur Stadt, die fast ausschließlich am Meer entlang führt, über diese einmalige Promenade des Anglais, auf der sich Spaziergänger neben Radfahrern, Bladern und unglaublich gut trainierten, joggenden Menschen bewegen bis hin zu dem Schlossberg, von dem aus man an verschiedenen Orten eine überragende Aussicht über die gesamte Stadt und die Bucht hat.

Überall ist Leben pur, die Menschen in Nizza genießen ihr Glück in vollen Zügen. Bis spät in die Nacht hinein ist die Promenade lebendig, liegen Menschen am Strand, unterhalten sich, hören Musik oder lassen sich von den Darbietungen diverser Künstler auf der abendlich beleuchteten Promenade interessiert mitreißen.

In Nizza habe ich bisher noch nicht einmal während meiner 6 oder 7 Aufenthalte eine bedrohliche Situation erlebt. Alle Menschen scheinen extrem entspannt zu sein, naja, FAST alle 🙂 .
Denn dieses Mal musste ich mir einen Stinkefinger von einem Mann gefallen lassen, der mich vorher zunächst einige Sekunden intensiv anschaute, um dann den Finger zu strecken. Der einzige, für mich erkennbare Grund, kann nur das T-Shirt gewesen sein, das ich trug. Darauf steht groß der Schriftzug „Ohio Cincinnati“ :mrgreen: . Ich zeigte mich unbeeindruckt und fotografierte weiter, denn ich konnte mir denken, woran er dachte und was er mit seinem ausgefahrenen Finger sagen wollte 😉 .
Dass man außerhalb Deutschlands Aufdrucke auf T-Shirts wohl ernster nimmt als bei uns (oder sehe ICH das nur so entspannt, mit einer gewissen Gleichgültigkeit, was da aufgedruckt steht? 😉 ), musste ich dann noch erfahren, als mich ein englischsprachiger Fotografie-„Kollege“ auf mein Stativ hin ansprach. Ich trug ein aussieBum-Shirt mit einer australischen Flagge vorn aufgedruckt und das motivierte wohl den „Kollegen“, mich anzusprechen. Als er an meinem schlechten Englisch merkte, dass ich wohl doch kein Landsmann sein konnte, beendete er schnell den Kontakt.
Merke also: Willst Du in Nizza von einer bestimmten Zielgruppe angesprochen werden, besorge Dir T-Shirts mit entsprechenden Aufdrucken drauf und Du erlebst die besten Kontakte! 😆

Zurück zum Fotografieren. Natürlich könnt Ihr die Stadt auch mit Bussen und der Straßenbahn (INFOKLICK 1) (INFOKLICK 2) erkunden. Letztere fährt etwa alle 5 Minuten und kostet, egal, welche Strecke Ihr mit der Tram fahrt, 1,50 €. Aber das kann ich Euch nur für weiter außerhalb des Stadtkerns liegende Motive empfehlen, denn was einem beim Gang durch die Straßen, insbesondere der Altstadt, alles spontan vor die Linse kommt, ist den Weg zu Fuß allemal wert.

Empfehlen kann ich auch eine Hop-on/Hop-off-Busfahrt (INFOKLICK) durch die Stadt. Die ist für 22,00 € (bzw. 25,00 € für 2 Tage) erhältlich und fährt 14 Sehenswürdigkeiten Nizza`s an. Dort kann man an den Haltepunkten aussteigen, sich umschauen (oder fotografieren) und in den nächsten Bus wieder einsteigen und weiterfahren. Beliebig viele Ein- und Ausstiege sind im bezahlten Zeitraum möglich.

Vor einigen Jahren habe ich eine inzwischen zur Tradition gewordene Aktion gestartet: Am Morgen gehe ich über den Marché aux Fleurs (Blumenmarkt), nehme diverse Düfte von frischem Obst, Gemüse, Blumen, Seifen 😉 sowie Gewürzen und Kräutern auf, bewundere die naiven Malereien und kaufe mir dann eine (oder zwei) Schale(n) Beerenfrüchte und Käse. Dann fahre ich mit dem (kostenlosen) Aufzug auf den Schlossberg, folge, oben angekommen, dem vorgeschriebenen Weg um den Aufzug herum, gehe den Weg rechts hoch, biege wieder rechts in den ersten Weg ab und gehe diesen über die Abwärtsstufen bis zum Ende durch. Dort angekommen steht links eine Bank, auf der ich mich breit mache und wo ich dann genüsslich die Beeren mit dem Käse genieße.
Vorher schaue ich links noch über die Mauer, die den Blick auf den kleinen Hafen von Nizza frei gibt und nach rechts, wo man einen herrlichen Blick auf die Promenade und die zwei blauen Abstufungen des Meeres vor Nizza hat. Käse und Beerenfrüchte runden die tollen, visuellen Eindrücke ab und bescheren mir einen himmlisch-kulinarischen Genuss 😉 .

Wer in Nizza Lebensmittel einkaufen geht, wird sich erschrecken, denn in Frankreich kosten sie bei weitem mehr, als bei uns in Deutschland. Das haut spürbar ins Portemonnaie. Erst am Abend des zweiten Tages hatte ich, nicht weit vom Hotel auf dem Boulevard Gambetta (Richtung stadteinwärts), einen Supermarkt (Casino) entdeckt, in dem auch viele Einheimische ihren Grundbedarf deckten. Hier gab es wenigstens einigermaßen akzeptable Preise, die näher an unsere kamen, als die der Supermärkte in Promenaden-Nähe. Wer also sparen will, ein bissel laufen lohnt!

Übrigens…der Marché aux Fleurs bietet jeden Tag einen anderen Markt, zumindest kann ich das von den Montagen und Dienstagen berichten, die meist meine Reisetage nach Nizza waren. Montags scheint dort ein Trödel- und Kunstmarkt stattzufinden, Dienstag dann der oben beschriebene Frischemarkt. Gegen Nachmittag verwandelt sich der Marché in ein Außengelände der umliegenden Restaurants und bis zum Abend sammeln sich hier wieder die internationalen Touristen zum Abendessen.

Und wie schon beschrieben lohnt im Anschluss an ein schönes Mahl der Besuch der Promenade, auf der sich dann das Leben tummelt, nur eben alles etwas lichtabgestufter, als tagsüber 😆 .

Gerne hätte ich dieses Mal meine Inliner mitgenommen, denn es bleibt ein Traum von mir, wenigstens einmal die komplette Promenade des Anglais mit Inlinern entlang zu bladen. Das sind so in etwa 8 bis 10 Kilometer, aber was macht schon eine solche Strecke, wenn die Aussicht auf das Meer und die Begegnung mit vielen schönen Menschen von der „Anstrengung“ des Fahrens ablenken :mrgreen: ? Nein, diesmal wurde es wieder nichts. Der Koffer war schon zu voll und ich wollte meine Objektive doch wieder ganz nach Hause bekommen 😉 . Schade. Aber beim nächsten Mal ganz sicher!!! Und wenn ich dafür andere Klamotten zu Hause lassen muss 🙄 .

Die nächste Reise nach Nizza ist, zwar nicht terminlich, aber thematisch, bereits geplant. Dann wird es um Kulinarisches gehen. Ich werde Restaurants und Lebensmittel-Geschäfte aller Art testen/ausprobieren und dann auch ENDLICH meine Inliner mitnehmen 😛 . GANZ SICHER! 😆 Und die Kamera wird auch wieder dabei sein, dann allerdings eher im Normal-Einsatz und eher für die Sehenswürdigkeiten, die ich bisher vernachlässigt habe.

Abschließend noch ein paar Tipps, was Ihr Euch bei einer Nizza-Reise auch nicht entgehen lassen solltet (z.B.):

  • Mir zum ersten Mal überhaupt aufgefallen: Der jüdische Friedhof! Am nördlichen Fuß des Schlossbergs gelegen, lassen sich hier viele kleine Monumente als Grabstätten entdecken
  • Die Eisdiele FENOCCHIO (INFOKLICK) in der Altstadt. Hier war ich dieses Mal allerdings enttäuscht, denn das Eis, das für mich das Spannendste beim letzten Besuch war (z.B. Oliven-, Thymian-, Lavendel-, Rosmarin-Eis), ist mengenmäßig schwer zurückgefahren worden und ich konnte leider auch keine neue, kreative Eissorte entdecken. Tomate-Mozzarella konnte ich gar nicht mehr finden 🙁 Dennoch: SCHWEINEGEIL-LECKERES EIS für 2,00 € die Kugel!!! 😉 Hin, Leute…
  • Bus- oder Bahnfahrten nach Cannes und Monacco/Monte Carlo. Nicht nur die Fahrstrecken sind beeindruckend schön, auch die Zielstädte

Und alle Ziele/Sehenswürdigkeiten, die sowieso einen Pflichtbesuch wert sind, findet Ihr bald als Fotos hier im Blog und im Herbst als Kalender für Eure Zimmerwand 😉
Oder Ihr schaut mal bei Twitter vorbei, wo ich unter dem Hashtag #Nizza48h (KLICK HIER) Impressionen und Fotos gepostet habe.

Wenn Euch mein kleiner Reisebericht gefallen hat oder Ihr Fragen habt, schreibt`s mir doch in das Kommentarfeld 🙂