Türschild mit Fahrtverlauf des HKX von Köln nach Hamburg

Türschild mit Fahrtverlauf des HKX von Köln nach Hamburg

Das Internet ist schon ne klasse Erfindung! Wie sonst hätte ich Anfang der 2000er Jahre für einen Flugpreis in Höhe von 20,00 € nach Nizza, Edinburgh, Rom, Wien, Paris etc. und zurück kommen können? Diese Zeiten der Billigflieger sind nun leider vorbei. Und dennoch findet sich ab und zu ein tolles Reise-Schnäppchen, wenn man die Newsletter diverser Firmen bezieht und aufmerksam liest.

HKX, die Hamburg-Köln-Express GmbH, ist ein privater Bahn-Anbieter, der dreimal täglich von Köln nach Hamburg (am Wochenende zweimal und mit mehr Waggons) und zurück fährt. Von dem Angebot, jeden Mittwoch im Juni für 10,00 € je Strecke von Essen Hbf nach Hamburg Hbf und zurück zu kommen, hätte ich ohne den Newsletter sicher nichts erfahren. Und so kam es, dass ich heute mit einem Kollegen in die größte, deutsche Hansestadt fuhr.

Wie fährt es sich mit HKX?

Blick auf das Gleis während der Bahnfahrt mit dem HKX von Köln nach Hamburg

Blick auf das Gleis während der Bahnfahrt mit dem HKX von Köln nach Hamburg

Im Essener Hauptbahnhof fuhr der HKX pünktlich ein. Der Zug besteht aus einer Mixtur unterschiedlicher Waggons, die von der Deutschen Bahn (DB) ausgemustert und an HKX verkauft wurden. Beim Bremsen im Hauptbahnhof wurde das Alter der Wagen hörbar deutlich. Es quietschte gewaltig!

Die Tür meines Wagens, jedes Ticket beinhaltet eine automatische Sitzplatz-Reservierung, ließ sich nur mit einem extremen Kraftaufwand öffnen. Mein Platz befand sich in einem 6er-Abteil, wie ich es aus heutigen Wagen der DB nicht mehr kenne und das mich an die Zeiten meiner ersten Ausbildung erinnerte, als ich noch wöchentlich von Düsseldorf nach Dorsten fuhr.

Die Sitze waren neu bezogen, bequem und ich hatte, für mich als „Langbeiner“ ein wichtiges Argument, erfreulich viel Beinfreiheit. Zwar sind die HKX-Wagen nicht mehr die neuesten, aber ich hatte den Eindruck, es waren überwiegend 1.Klasse-Waggons. Von daher haben sie einen spürbaren Komfort.

Wem die drei Stunden Fahrt beim Dauersitzen zu lang werden, kann sich im Zug wunderbar die Beine vertreten, sich an das Ende des Zuges stellen und aus dem Fenster auf die vorbei rauschenden Gleise starren. Auf dem Rückweg saß ich dann leider in einem Großraum-Abteilwagen, der aber auch mehr Beinfreiheit aufwies, als ich sie von der DB aus den Regional-Express-Zügen her kenne.

In Sachen Verpflegung gab es auf dem Hin- und Rückweg ein Catering-Abteil. Der Name sagt`s 🙂 Auf dem Hinweg war es eine mobile Einheit, wie man sie aus den Flugzeugen her kennt, in ein Abteil gestellt, dazu zwei Service-Mitarbeiter. Auf dem Rückweg war es tatsächlich ein Abteil, in dem ein Mitarbeiter in einer kleinen Küche werkelte. Via Durchsage wurde auf dieses Angebot hingewiesen. Kaffee 0,25 l für 2,30 € und ein Kombi-Menü (Getränk, heiß oder kalt plus Sandwich) für 4,90 €. Der Kaffee soll lecker gewesen sein, hörte ich 🙂 . Mineralwasser und Cola 0,5 l für 2,50 €.

Kommen wir zu den Toiletten, die in Zügen selten ein angenehmes Thema sind. Sie waren „bahnsauber“, stanken nicht, wenngleich sie schon sichtbar nicht mehr als klinisch rein zu bezeichnen waren und auf der Rückfahrt die Klobrille eines WC`s gebrochen war. Seife fehlte auf dem Hinweg (kein Behälter vorhanden!), aber fließendes Wasser und Trockentücher für die Hände waren vorhanden.

Die Fahrt im Allgemeinen verlief reibungslos. Die Strecke führte durch reizvolle Landschaften: das nördliche Ruhrgebiet, das Münsterland und das niedersächsische Flachland. Wir kamen mit einer Verspätung von nur wenigen Minuten in Hamburg Hauptbahnhof an.

Der HKX-Zug im Hauptbahnhof Hamburg

Der HKX-Zug im Hauptbahnhof Hamburg

Fazit:
Wer eine günstige Alternative zum Angebot der DB und für innerdeutsche Flüge sucht, ein paar Abstriche bei der Moderne der Waggons, aber nicht beim Komfort, verkraften kann und wen es nicht stört, dass ein bis zwei Stopps vor Erreichen des Ziels, ein Mann mit Müllsack durch den Zug zieht und im Beisein der Fahrgäste den Müll aus den Abteilen räumt, der kann getrost diese wirklich günstige Alternative von Köln/aus dem Ruhrgebiet nach Hamburg nutzen. Dass andere Zugfahrer, offensichtlich Nutzer der DB, uns bei der Abfahrt aus dem Essener Hauptbahnhof mit „Viel Glück!“, angesichts schwer zu öffnender Türen und immens quietschender Bremsen, verabschiedeten, verbuche ich unter Spaß und Neid 😎 ! Schließlich muss man auch immer an das Preis-Leistungs-Verhältnis denken.
Aus den Zentren der Abfahrt-Metropolen im Westen bzw. Norden, direkt ins Zentrum der Zielmetropole, ohne Check-In, ohne lange Wartezeiten, ohne Sicherheits-Kontrollen inklusive Körper-Durchleuchtung, wie am Flughafen üblich, das sind für mich die Vorteile des Bahn-Reisens und wenn das für 10,00 € (Internet-Normalpreis liegt oft bei 18,00 €) je Strecke machbar ist, finde ich das einfach eine Verschwendung, wenn man ein solches Angebot nicht nutzt! Der Tag in Hamburg war klasse, wir haben viel gesehen und ich hoffe, ein paar schöne Fotos sind dabei rumgekommen.
Eine klasse Idee, Danke an HKX.de! 🙂

P.S.: Gibt`s jetzt ein Frei-Ticket für`s Wochenende von Euch? :mrgreen:

P.P.S.: Nein, mein Artikel ist/war nicht beeinflusst vom Zuganbieter, sondern gab lediglich meinen persönlichen Eindruck vom Fahren mit dem HKX wider! 😉