Pusteblume auf einer Blumenwiese

Früher war alles besser!
Echt jetzt???
In Sachen Kreativität und in meinem Fall, finde ich das zur Zeit schon!

Das zunehmende Alter zeigt mir eins: Vieles wird schwerer und manches sogar unmöglich, weil der Körper es nicht mehr mitmachen will und diese erschreckende Erkenntnis, die wir unseren Eltern ja nie abnehmen wollen 😛 , führte bei mir unter anderem dazu, dass ich in der Vergangenheit teilresignierte. Und das übertrug sich auf meine Jobs.

Ich ruhte mich aus, auf dem bis dahin erreichten und dachte, dass ich es mir leisten könnte. Natürlich gab es dafür auch noch andere Gründe, die ich hier nicht thematisieren werde. Heute bin ich an einem Punkt meiner Neustart-Phase, an dem mein Wissen und Können von früher überholt sind. Und ich habe es in der zurückliegenden Zeit versäumt, mich auf dem aktuellsten Stand zu halten.

Über die Frustphase bin ich allerdings inzwischen hinaus. Zum Glück! Nicht zurückblicken, sondern nach vorn schauen, ist das Motto, nach dem ich inzwischen vergangene Jahre der Inaktivität betrachte. Bleibst Du bei den Problemen der Vergangenheit hängen, blockieren sie dich für die Zukunft! Bereust du zu sehr, was du in der Vergangenheit versäumt hast, raubt dir die Traurigkeit darüber die Energie für Neues! Also: LASSEN, nachdem die Auseinandersetzung mit dieser Zeit abgeschlossen ist, heisst, beim Nachdenken darüber gibt es keine neuen Erkenntnisse mehr!

Für die Umsetzung neuer Projekte, brauche ich aber Kreativität, aus der heraus schliesslich erst die Ideen entspringen. Aber…bin ich überhaupt noch kreativ???

NEIN….dachte ich eine lange Zeit! Dann setzte ich mich hin, überlegte, woraus in früheren Jahren meine Kreativität entsprang, verbunden mit einem Drang, etwas Neues schaffen zu wollen, was andere Menschen interessieren könnte. Und warum hatte ich das verlernt oder vergessen?

Erkenntnis 1: Du musst wieder neugieriger werden!

Ja, Neugier ist, was uns in der Jugend und in frühen Jahren des Erwachsenenalters, die Energie für das Lernen liefert. Input, Input, Input….rein ins Hirn, je mehr desto besser, je mehr, desto größer mein Wissen und damit mein (späterer) Erfolg!

Erkenntnis 2: Inspiration!

Meine Herren, was habe ich damals für eine Masse an Zeitschriften gelesen…wie oft war ich damals im Kino…wieviele Dokus habe ich im TV verschlungen? Irre! Soviel Zeit, glaube ich aktuell, habe ich gar nicht mehr , dabei muss ich mich wahrscheinlich einfach nur anders organisieren und meine Prioritäten wieder neu verschieben! Heute habe ich mir die Zeitschrift BUSINESS PUNK gekauft. Den ersten Artikel las ich in der Bahn an und schon kam mir wieder eine erste Idee, wie ich das Gelesene auf mich und meine berufliche Entwicklung umsetzen kann. D A S nenne ich Inspiration und ich hatte dabei gleich wieder ein Glücksgefühl und es erinnerte mich direkt an meine frühe Zeit 😉 . So muss das! Übrigens brachte mir dieses Erlebnis auch die Idee zu diesem Blog-Artikel 🙂

Erkenntnis 3: Praxis, Praxis, Praxis!

Was nutzt Dir all der Input, wenn Du keine Gelegenheit hast oder Dir selbst keine schaffst, bei der Du all das gelernte Wissen anwenden kannst? Und je mehr Gelegenheiten Du hast, desto besser wirst Du natürlich. Aus Fehlern lernt man, Probleme bearbeiten schaffen Erfahrung und eventuell sogar die ersten Kontakte!

Erkenntnis 4: Nicht ablenken lassen!

Social Media, News-Seiten, Anrufe, eingehende e-Mails…all das sind Beispiele für Faktoren, die mich ablenken! Früher nahm ich Infos ohne Ende auf, konnte neben Telefonaten lesen und schreiben, ohne dass ich vom Gespräch abgelenkt war. Das kann ich heute immer noch, nur würde ich heute ein Telefonat beenden, wenn ich gerade an einer Arbeit sitze. Der Unterschied zu früher ist, dass ich heute Neues aufnehmen und verarbeiten muss, während ich früher bereits Gelerntes einfach anwenden/umsetzen konnte! Da geht auch schon mal Ablenkung 😉

Erkenntnis 5: Prioritäten setzen!

Was bringt mich weiter, was ist mir wichtig im Leben? Beruflich UND privat! Welche authentischen Menschen bringen mir Spaß und wollen können das Leben mit mir zusammen geniessen? Welche Kontakte teilen meine Interessen und haben Spaß an einer gemeinsamen Umsetzung? Welche Leute schätze ich und welche liegen mir am Herzen, dass ich mit ihnen meine Freizeit verbringen und ab und zu auch mal über Probleme sprechen möchte?
„Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, sagt ein Sprichwort. Ideal ist es doch, wenn die Arbeit ein Vergnügen ist und du sie nicht als Belastung, sondern als Vergnügen ansehen kannst, oder? Das war im Berufsleben immer mein Ziel, deshalb habe ich mich selbstständig gemacht. Das muss ich wieder stärker nach aussen bringen 🙂

Erkenntnis 6: Optimiertes Zeit-Management!

Wieviel Zeit räume ich mir am Tag für meine Arbeit, wieviel für meine Freizeit ein?
Was für die meisten Menschen absolute Routine ist, nämlich durch die Arbeit in der Firma einen geordneten Tagesablauf zu haben, ist für jemanden wie mich, der seine Arbeit als Spaß ansieht und von zu Hause aus arbeitet, schwierig! Ich kann 12 Stunden arbeiten, nur unterbrochen durch die Mahlzeiten und hatte doch irgendwie (gefühlt!) meine Freizeit ausgefüllt! Ich bearbeite Fotos, habe dabei ein Erfolgserlebnis und habe doch (gefühlt!) gearbeitet!

Früher wachte ich auf, setzte mich an den PC, arbeitete, die Zeit verging, ich las News-Artikel, arbeitete wieder, ging zwischenzeitlich schwimmen, arbeitete wieder und irgendwann war der Tag rum und ich hatte meine Arbeit geschafft.

Heute sehne ich mich nach einem Gerüst, weil ich fokussierter und konzentrierter arbeiten/lernen muss. Aus einem „Laissez-Faire-Leben“, wie oben beschrieben, heraus, ist es schwierig, seine Prioritäten zu ordnen und diese in einen Tagesplan einzubauen, erst recht, wenn es wie bei mir, so ungemein viele Interessen und Baustellen gibt. Die derzeit interessanteste Option für mich ist, vormittags von 7:00 bis mittags 12:00 Uhr hochkonzentriert und streng fokussiert zu arbeiten. Danach kommt das Mittagessen, dann die „flexible Zeit“, in der ich mich Arbeiten widmen kann, die keine hohe Konzentration mehr erfordern. Dies entspricht auch voll meinen Konzentrations-Zyklen. Ich werde es so mal eine Zeit lang ausprobieren und schauen, ob es sich dann noch optimieren lässt.

Sich erinnern, wie es einmal war, wenn man da hin zurück will, wo man einst war!

Was sich einfach liest, ist es auch, zumindest bei der Gewinnung der Erkenntnisse, wenn man sich einfach mal ein paar Stunden mit sich selbst beschäftigt und sein Verhalten in der Vergangenheit analysiert.
Schwieriger ist da schon die Umsetzung der Erkenntnisse, erst recht, wenn sich zwischenzeitlich ein anderer Lebensstil eingeschlichen hat.

Fazit:
Kreativität verschwindet nicht, egal wie alt man ist! Das ist zumindest meine Erkenntnis (persönlich und ohne Anspruch auf wissenschaftliche Allgemeingültigkeit! 😉 ). Sie kann temporär verloren gehen, aber es gibt Möglichkeiten, sie zu reaktivieren. Wie ich es schaffen will, habe ich beschrieben und erste Anzeichen dafür, dass es bei mir wirkt, gibt es bereits.
Aber, keine Frage: Es bedarf einer ungemeinen Anstrengung, strikter Disziplin und eines starken Willens. Doch wer hier Defizite bei sich sieht, kann ja an deren Beseitigung arbeiten, vorausgesetzt…der Wille zur Veränderung ist überhaupt stark genug! 😉

Hast Du schon Erfahrungen mit abnehmender oder gefühlt verschwundener Kreativität bei Dir gemacht? Kommentiere gerne… 😉