Sommerlicher Herbsttag in Köln – Eine kleine Fotogeschichte

Sommerlicher Herbsttag in Köln

Rot gefärbter Baum im Rheinpark in Köln

Es war der letzte Termin des Fischmarktes am Tanzbrunnen in Köln für 2012 und das bedeutete: Auf in die Stadt am Rhein und mit einer lieben Freundin und Fotografier-Kollegin samt Kamera einen außerordentlich herrlichen, warmen Sonnentag für die Erstellung neuen Bildmaterials nutzen.

Gondeln der Seilbahn über den Rhein in Köln
Gondeln der Seilbahn über den Rhein in Köln

Zwar war ich nach über 6 Stunden rumlaufen und insgesamt 3 Stunden Zugfahrt echt gerädert, aber ich konnte jetzt einfach nicht anders und musste mich noch vor den PC setzen, einige Bilder sichten und die auf Anhieb interessantesten hier in meinen Blog stellen. Wer sie in Großansicht sehen will, klickt einfach auf die Fotos.
Nach dem üblichen Gang über den Fischmarkt, samt Einwurf eines Backfisches, ging es in den Rheinpark, einem Gelände, das einst für die Bundesgartenschau (BuGa) 1971 (KLICK) hergerichtet worden war.

Blick hinauf in einen Baum mit Herbstlaub, Rheinpark, Köln
Blick hinauf in einen Baum mit Herbstlaub, Rheinpark, Köln

Was für ein Licht! Nicht nur, dass die Bäume sich bereits bunt gefärbt hatten, die zu dieser Jahreszeit tiefer stehende Sonne lieferte ein für Fotos unbeschreiblich schönes und stimmungsvolles Licht.

Gänseblümchen im Herbstlaub gefangen, Rheinpark, Köln
Gänseblümchen im Herbstlaub gefangen, Rheinpark, Köln

Wir liefen am Rhein entlang und fanden hier eine Menge herrlicher Motive…

Menschen im Rheinpark in Köln
Menschen im Rheinpark in Köln

nicht nur Natur, sondern auch Menschen, Technik und Bauten, die im Herbstlicht einen ganz besonderes „Glanz“ bekamen.

Hochhaus am Rhein, Köln
Hochhaus am Rhein, Köln

Die Zoobrücke bietet auch von unten einen ganz besonderen Blick, zum Beispiel auf die Gondeln der Seilbahn, die Besucher von einer auf die andere Seite des Rheins bringt…

Unter der Zoobrücke, mit Blick auf den Rhein und die Gondeln der Seilbahn
Unter der Zoobrücke, mit Blick auf den Rhein und die Gondeln der Seilbahn

Unter der Zoobrücke im Rheinpark finden sich auch für kleine Tret-Rollerfahrer und Skater eine Menge Möglichkeiten…

Skater auf der Rampe unter der Zoobrücke im Rheinpark in Köln
Skater auf der Rampe unter der Zoobrücke im Rheinpark in Köln

Und zwischen den Bauwerken bieten sich dem Besucher immer wieder außergewöhnliche Sichtweisen…

Blick auf die Gondeln der Seilbahn. Standort: Unter der Zoobrücke im Rheinpark
Blick auf die Gondeln der Seilbahn. Standort: Unter der Zoobrücke im Rheinpark

Beim Spaziergang durch den Rheinpark wurde ich dann von meiner Begleiterin zu einem weitläufigen Fließbrunnen geführt.

Fallende Wassertropfen eines Fließbrunnens im Rheinpark, Köln
Fallende Wassertropfen eines Fließbrunnens im Rheinpark, Köln

Hier ließen sich mit hoher Belichtungszahl geniale Wasser-Aufnahmen machen. Weiter ging es zu kleinen Springbrunnen mit verschiedenen Formen…

Springbrunnen im Rheinpark in Köln
Springbrunnen im Rheinpark in Köln

…welche im ruhigen Rhythmus im licht der langsam untergehenden Sonne ganz besondere Motive boten.

Bodenspringbrunnen im Rheinpark, Köln
Bodenspringbrunnen im Rheinpark, Köln

Zurück ging es dann der Sonne und dem Dom entgegen und das Licht bot uns auch hier einmalig schöne Motive, die uns intensiv mit unseren Kameras experimentieren ließen.

Untergehende Abendsonne und ein Zeppelin über dem Dom in Köln
Untergehende Abendsonne und ein Zeppelin über dem Dom in Köln

Was für ein schöner Zufall, dass ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt ein Zeppelin über dem Dom kreiste.

Blick auf die Hohenzollernbrücke in Köln
Blick auf die Hohenzollernbrücke in Köln

Auch die Hohenzollernbrücke (KLICK) gab ein klasse Motiv ab.

Möwe auf einer Laterne am Rheinufer in Köln
Möwe auf einer Laterne am Rheinufer in Köln

Fast mediterran kam mir der Spaziergang am Rhein vor. Nicht nur zahlreiche Liebespaare, sondern auch Möwen fühlten sich in der ungewöhnlichen Wärme ausgesprochen wohl.

Blick auf den Dom in Köln bei Sonnenuntergang
Blick auf den Dom in Köln bei Sonnenuntergang

Der Dom gibt natürlich zu jeder Tageszeit ein tolles Motiv ab, aber bei diesem Licht, mag ich ihn besonders gerne. Dann hat er etwas Geheimnisvolles, wenn er im Fast-Dunkel vor einem steht…

Der Mond vor dem Hyatt-Hotel in Köln
Der Mond vor dem Hyatt-Hotel in Köln

Weiter ging es unter der Hohenzollernbrücke durch. Von dort aus entstand dieses Foto: Der aufgegangene Mond vor dem Hyatt-Hotel.

Blick auf den Kölner Dom vor dem Abendhimmel
Blick auf den Kölner Dom vor dem Abendhimmel

Und schließlich darf der klassische Blick auf den Kölner Dom ja nicht fehlen 😉 .

Reiterstandbild auf der Rampe zur Hohenzollernbrücke in Köln
Reiterstandbild auf der Rampe zur Hohenzollernbrücke in Köln

Ein schöner Abschluss ist ein Foto der vier Reiterstandbilder (es müsste Friedrich-Wilhelm IV. sein), von denen je zwei am Anfang und am Ende der Hohenzollernbrücke erreichtet sind.

Dies sind nur neunzehn Fotos aus einer Serie von über 400 geschossenen Bildern. Mehr habe ich in der kurzen Zeit jetzt nicht hin bekommen.

Es war ein richtig schöner Tag mit vielen Eindrücken und neuen Erfahrungen im Umgang mit der Kamera. Dazu hatte ich eine charmante Begleiterin und ein paar Stücke Apfelpfannkuchen (interner! 😛 ) … was will man eigentlich mehr? :mrgreen:

So, jetzt wird es Zeit für`s Bett! Ich bin wirklich geschafft und werde nun einfach nur noch … schnarchen 😉

Wenn Euch die Fotos gefallen, freue ich mich über einen Kommentar 🙂

Damals – Bilder aus dem Ruhrgebiet

Eine Fotoreise in die Vergangenheit des Ruhrgebietes

Ja, so war es! Einfach „Der Pott“! Als Kohle und Stahl das Ruhrgebiet und Deutschland aus den Nachkriegsjahren ins Wirtschaftswunder katapultierten, entstanden viele der Schwarz-WeissFotos von Rudolf Holtappel. Daraus hat er jetzt einen Bildband zusammen gestellt, der auf SPON vorgestellt wurden. HIER einige der Aufnahmen online.

Klasse!

Duisburger Loveparade – Trauer und Wut in Bildern

Loveparade in Duisburg
Ort der Loveparade in Duisburg
21 Tote und über 500 Verletzte…eine erschütternde Bilanz der Loveparade 2010 in Duisburg!

Es wirkte auf mich wie ein Pilgerort: Menschen kamen mir auf dem Weg vom Hauptbahnhof zum Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs, auf dem die Loveparade am 24.Juli 2010 stattfand, entgegen, und ich sah ihren Gesichtern an, woher sie kamen! Den richtigen Weg zu finden war somit nicht allzu schwer…
Als ich um die Ecke auf die Straße des einen Tunneleingangs bog, sah ich die Brücken, die auf mich wie ein weit geöffnetes, dunkles Maul wirkten. Gruselig. Das Ende der Tunnel war weit hinten…klein…zu sehen. Davor und darin brannten zahllose Teelichter und rote Grabkerzen, standen Teddybärchen, lagen Blumen, frisch und bereits verwelkt. Und all diese Schilder mit Trauerbekundungen, Vorwürfen an Veranstalter und Stadt, aus denen die Wut Einzelner, manchmal auch Vieler sprach.

Mir bot sich ein Bild der Trauer, der (lautstarken) Verzweiflung, der Wut, resultierend auch aus dem Unverständnis der Bürger, wie sich der Duisburger Oberbürgermeister seit dem Unglück verhält. Bei manch einem Text fiel es mir schon schwer, die Tränen zu unterdrücken, die plötzlich raus wollten. Ich habe jetzt 140 Bilder bearbeitet und sie liefern ein umfassendes Bild von dem, wie der Ort des Unglücks und seine Umgebung zur Zeit aussehen.

Und da gibt es eine zweite Rampe, die mit Zäunen verstellt ist und es am Samstag wohl auch war. Warum war sie verbarrikadiert? Warum nutzte man sie nicht als Ausgang? Das Gelände ist übrigens auch von der gegenüber liegenden Seite zugänglich, auch der „Zugang“ muss gesperrt gewesen sein! Und dann der Container, auf den die Menschen sprangen, um nach oben ausbrechen zu können, an der Seite diese Treppe, an deren Fuß soviele Besucher der Loveparade starben, jetzt dort hinter einem Zaun. Mittendrin stand ich plötzlich! 🙁 Ich stellte mir vor, wie sich die Menschenmassen durch die Tunnel von beiden Seiten zwängten, spürte plötzlich die Enge, die auch durch eine tief hängende Tunneldecke erzeugt wird. Unglaublich!
Ich war nicht dort an jenem Samstag, aber durch viele Bilder und Videos, die ich im Netz gefunden und angeschaut hatte, bekam ich einen prägenden Eindruck und jetzt, am Ort der Trauer zu sein, wurde alles noch viel deutlicher.

Mein Ziel ist es, mit den Bildern jenen Menschen den Ort der Trauer näher zu bringen, die nicht die Möglichkeit haben, nach Duisburg zu fahren, um mit ihrer Präsenz Anteilnahme zu zeigen. Ihr sollt sehen, was dort in diesen Tagen vor, im und rund um den Tunnel geschieht, wie es dort aussieht, wie Menschen sich äussern und ihre Trauer ausdrücken.

Zugleich soll diese Bilderseite ein Dokument der Zeitgeschichte werden, denn die Kehrmaschinen werden kommen und das dargestellte Gedenken und die Empörung wegfegen. Es muss etwas bleiben, das die Erinnerung an das Unglück wach hält und ein Element dabei, ein Beitrag dazu, soll diese Seite mit Bildern sein. Sensationsgier, das könnt Ihr mir glauben, erst recht in einer solchen Umgebung und bei einem solchen Unglück, liegt mir fern!

Ich erkläre hier ausdrücklich, dass ich mich nicht mit allen Äusserungen, die Ihr gleich sehen/lesen werdet, identifiziere oder mir diese zu eigen mache. Aber ich möchte „Zensur“ vermeiden, denn hier soll die Realität zu sehen sein, so wie sie derzeit in und um die Tunnel herum, zu besichtigen ist!
Alles ist so in der Öffentlichkeit im Tunnel zu sehen und zu lesen.

Bei von manchem Besucher als „extremer Kommentar“ empfundener Aussage, bitte ich die Umstände, unter denen das Geschriebene entstand, zu berücksichtigen! Wenn Ihr die Stimmung dort im Tunnel erlebt hättet, könntet Ihr so Manches nachvollziehen. Verstehen möchte auch ich das ein oder andere dennoch nicht! Es gibt auch zwei Bilder, auf denen Menschen zu sehen sind, die spontan etwas schreiben wollten oder mussten, weil sie etwas zu sagen hatten, sie ihre Trauer, ihre Wut hinaus schreien und schreiben wollten!

Obwohl ich hier eine Vielzahl Bilder veröffentliche, glaube ich dennoch, dass ich es nicht schaffen werde, diese einprägsame Stimmung der Tunnel und der Rampe einfangen zu können! Fahrt hin, schaut es Euch selbst an, soweit es Euch möglich ist und Ihr es Euch zutraut. Es ist kein „lustiger Kinobesuch“, wirklich nicht, aber ich glaube, wer diesen Ort zur Zeit erlebt, versteht manches, was die Menschen bewegt, besser!

Und nun die Bilder, denen ich nur in Ausnahmefällen zur Erläuterung der Örtlichkeit einen Text hinzu gefügt habe (zur Vergrößerung der Bilder einfach darauf klicken!):

Unterführung am Aufgang zur Loveparade-Plattform
Die Tunnel aus Richtung Duisburg-Neudorf kommend

Trauerbekundung im Tunnel zum Gelände der Loveparade in Duisburg am 24.07.2010

Ein Bürger drückt spontan seine Gefühle aus...
Ein Bürger drückt spontan seine Gefühle aus…

 

Der Container, der zur Flucht nach oben aus der Menschenmasse genutzt wurde!
Der Container, der zur Flucht nach oben aus der Menschenmasse genutzt wurde!
Rücktrittsforderung an den OB...eine von vielen!
Rücktrittsforderung an den OB…eine von vielen!
Der Treppenaufgang, an dessen Fuss die Toten gefunden wurden...
Der Treppenaufgang, an dessen Fuss die Toten gefunden wurden…

An der Rampe
An der Rampe

Unter den Opfern waren auch ausländische Besucher
Unter den Opfern waren auch ausländische Besucher
Die Treppe...
Die Treppe…
Die Rampe - Der einzige Zugang hin und weg vom Gelände der Abschlussveranstaltung
Die Rampe – Der einzige Zugang hin und weg vom Gelände der Abschlussveranstaltung

Anwohner

Morgen ist die Trauerfeier in Duisburg und meine Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden der Opfer!

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Nacktheit made by Mapplethorpe

Ui, was kommt jetzt? Nein, kein Porno, sondern tatsächlich Kunst! Dass dem ein oder anderen eher konservativen Leser die Röte ins Gesicht springt, nehme ich dabei gern in Kauf 😉 Ihr wisst ja, dass ich ein Anhänger hoher moralischer Werte bin und so schäme ich mich fast, diese Ausstellung hier zu empfehlen :mrgreen:

Den Namen des Fotografen, Robert Mapplethorpe habe ich schon mal gehört, aber irgendeines seiner Werke verbinde ich mit seinem Namen nicht bewusst. Das wird sich wohl jetzt ändern, wenn ich mir seine eher ungewöhnlich offene Ausstellung (Bericht dazu HIER) im Düsseldorfer NRW-Forum im Ehrenhof anschaue, die vom 06.Februar bis zum 15.August 2010 läuft.

Gezeigt werden Motive des Fotografen, die eindeutig sexueller und homoerotischer Natur sind und so sind Jugendliche unter 16 Jahren nur in Begleitung eines Erwachsenen zugelassen :mrgreen:  „Schwänze gucken“ kann sicher „nett“ sein, aber ich mag erotische Fotografien, die Stil haben und mehr ausdrücken bzw. mehr im Zuschauer auslösen, als nur ein Zucken in gewissen Körperregionen! 😛 Das empfände ich schon als Verachtung der Leistung des Künstlers und daher kann ich diese Ausstellung, nach dem, was ich bisher darüber las, mit ruhigem Gewissen empfehlen.

Manche seiner Aufnahmen sind wohl derart heftig, dass die öffentliche Ausstellung seiner Bilder in den USA (wo auch sonst?) teilweise verboten wurde. So wird in Düsseldorf wohl auch das Selbstbildnis Mapplethorpes mit einer Peitsche im A…. gezeigt. Naja, inwieweit DAS dann Kunst sein mag, muss jeder für sich entscheiden. Ich werde meine Meinung dazu dann hier äussern 😉

Öffnungszeiten und weitere Infos zur Ausstellung findet Ihr HIER.

P.S.: Wer Interesse hat, vielleicht an einem Freitagabend in die Ausstellung zu gehen (geöffnet bis 24 Uhr!) und hinterher noch Lust auf einen Kneipenbummel hat…melden! 😉
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