Ne Runde flixen? – Meine Erfahrungen mit GEARFLIX (Part 1)

Foto-Miet-Komponenten von Gearflix.com - Mein Erfahrungsbericht Part 1

Netflix…Flixbus…Flixtrain…überall wird geflixt, warum also nicht auch im Foto-Bereich? 🙂

Und tatsächlich gibt es ein Unternehmen, das das „Flixen“ in diesem Bereich definiert: GEARFLIX ! Wie ich darauf kam, was genau das StartUp GEARFLIX zu bieten hat und welche Erfahrungen ich damit gemacht habe, schreibe ich in diesem Blog-Beitrag.

Wenn ich in Städten des Ruhrgebiets/Rheinlands unterwegs bin, nutze ich gerne die Möglichkeit, bei diversen Foto-Fachgeschäften vorbeizuschauen. In Köln ist das beispielsweise Foto Gregor (KLICK), in Düsseldorf Foto Koch (KLICK), in Essen CALUMET PHOTO (KLICK) bzw. Foto Frankenberg (KLICK) , wo ich (vor Jahrzehnten!) meine erste, eigene Spiegelreflex-Kamera kaufte und schließlich in Bochum Foto Hamer (KLICK), wo ich im Rahmen eines Gewerbes, Ende der 90er, meine DV-Video-Ausrüstung kaufte.

Mein letzter Besuch bei Foto Hamer liegt schon einige Monate zurück, aber dabei entdeckte ich im Schaufenster einen Hinweis, dass dieses Geschäft auch Kameras und Zubehör vermietet! Ich holte mir einen Flyer, setzte mich zu Hause an den PC und stöberte unter Gearflix.com (KLICK). Kameras und Objektive unterschiedlicher Hersteller, Drohnen und weiteres Zubehör ist in umfangreicher Auswahl bei den Foto-Flixern aus Bochum zu bekommen. Klasse 🙂 !

Für jemanden, der sich nicht jedes Objektiv mal eben spontan leisten kann, das er sich für seine Foto-Ausrüstung wünscht, ist so ein Vermieter ein wahres Paradies! Sofern, aus der Sicht des Kunden, die Preise stimmen bzw. fair sind. Und in der Zwischenzeit habe ich einige andere Vermieter mit Gearflix verglichen.
Mein vorläufiger Eindruck (VOR Bestellung meines Wunsch-Objektivs):

  • Unkomplizierte, übersichtliche Aufmachung der Website und dadurch schnelles Erfassen der Inhalte und der Idee
  • gute, verständliche Erklärung des Vermiet-Vorgangs
  • konkurrenzlose, kundenfreundliche Preise (bis jetzt!), die sich damit nicht ausschliesslich nur an Profis richten
  • schnelle Möglichkeit der Kontaktaufnahme, per e-Mail oder telefonisch (zum Orts-Tarif!)

Schon beim Stöbern entwickelte ich spontan die Idee für ein Foto-Projekt:

Tier-Fotografie im Zoo!

Ich habe ja schon so Einiges fotografiert, Menschen, Landschaften, Städte, Industriekultur, Food und Natur (KLICK ZU INSTAGRAM), aber gezielt und konzentriert wilde Tiere zu fotografieren und zwar NAH, mit konkreten Vorstellungen der Motive in meinem Kopf, noch nicht.

Richtig nah ran komme ich mit meinem (begrenzten) 16-70 mm-SONY-Objektiv (entspricht im Kleinbild-Format 24-105 mm)  natürlich nicht ans Tier, zumindest, wenn es nicht gerade direkt vor mir steht und jeder Fotograf weiss, dass dieses Glück uns in den seltensten Fällen hold ist 🙂 .
Also brauche ich ein Objektiv mit längerer Brennweite. Das SONY SEL 70-200mm f4 schien mir eine gute Wahl zu sein. Zwar gibt es auch noch das gleiche Objektiv mit f2.8 aus der SONY-G-Master-Reihe, aber hier ist die Wochenmiete, gemessen am Angebotspreis des f4, bei GEARFLIX mit 98,95 €, mehr als doppelt so hoch.

Klar, das 2.8er-Objektiv kostet auch das Doppelte beim Kauf und es hat natürlich einige Vorzüge. Ich schaute mir aber zahlreiche Vergleiche der beiden Zooms auf Youtube an und ALLE waren der Meinung, dass das MEHR an Bildqualität des 2.8er gegenüber dem f4er, den doppelten Kaufpreis des G-Masters nicht rechtfertigt. Abgesehen davon…was soll ich bei voller Sommersonne mit einem 2.8? Die 4er-Blende sollte voll und ganz ausreichen und die Bildquali dieser Linse wird auch vielfach gelobt. Sollte also für mein Foto-Projekt reichen. Wir werden sehen…

Für ein paar warme, sonnige Tage in Folge, für den Frühling oder den Sommer, nahm ich mir zu Beginn dieses Jahres also vor, den Miet-Service von Foto Hamer in Bochum auszuprobieren. Jetzt endlich war es soweit! Und ich hatte Glück: Der reguläre Wochenpreis war gesenkt worden, von 59,00 € auf 43,50 €. Alles passte, bis auf … würde ich S O kurzfristig, nämlich 2 Tage vor der jetzt, sehr spontan geplanten Umsetzung meiner Foto-Projekt-Idee, mein Wunsch-Objektiv wohl noch bekommen?

Auf der Website von GEARFLIX schaute ich zunächst, ob das SONY SEL 70-200mm f4 überhaupt verfügbar ist. Positiv! Beim Versuch, das Objekt der Begierde für meinen Termin zu buchen, wurde ich enttäuscht. Der früheste Miet-Termin lag zwei Tage nach meinem geplanten Start der Foto-Tour „Zoo“. Deshalb nutzte ich die Mail-Adresse und fragte das Objektiv an. Die Antwort kam innerhalb von zwei Stunden, also wirklich zügig. Die Bestellung sollte ich ganz normal auf der Website ausführen, der Service-Mitarbeiterin dann meine Bestellnummer nennen und sie würde dies danach prioritär bearbeiten. Mein Wunschtermin sollte aber klappen, da ja auch das Zoom verfügbar sei. Freude! 😉

Der Bestellvorgang ist wirklich einfach und besteht aus vier Schritten:

  1. Zunächst wird das Objektiv in den Warenkorb gelegt
  2. Nach dem Klick auf die Kasse, folgt die Registrierung und das Anlegen eines Kunden-Accounts, ohne den die Vermietung, verständlicherweise, nicht funktioniert.
  3. Danach wird ein Zahlungsmittel (Kreditkarte oder Paypal) hinterlegt. Die Kreditkarte wird mit der ersten Wochenmiete direkt belastet
  4. Abschließend erfolgt die Verifikation des Bestellers. Dazu wird der Personalausweis mehrfach und aus verschiedenen Winkeln abgelichtet und die Dateien hochgeladen. Dies dient dazu, dass für einen Bestell- bzw. Mietvorgang, keine Kaution hinterlegt werden muss

Am besten führt man diesen letzten Schritt mit dem Smartphone durch, da die Formulare immer wieder die Kamera öffnen. Hier hatte ich bei einer Stufe das Problem, dass ein Videoclip erstellt werden musste und sich meine Kamera nicht auf Video umstellen ließ. Ich schloss den Browser, öffnete die Videokamera, nahm den Clip auf, schloss die Kamera, öffnete wieder den Browser und konnte dort, statt die Kamera zu wählen, auf ein Ordner-Symbol klicken und den Clip aus meinem Ordner anwählen und hochladen.

Jetzt bleibt nur noch das Warten auf die Bestätigung von GEARFLIX, dass Du verifiziert bist und alle Dokumente einwandfrei waren, womit die Bestellung bearbeitet wird. Da ich die Fotos meines Personalausweises nachts hochlud, bekam ich das Okay erst am nächsten Morgen. Die Bestellung wurde dann aber extrem zügig bearbeitet und ich kann das Objektiv tatsächlich zum gewünschten Termin abholen. Super!

Morgen geht es los, zum ersten von zwei Zoo-Besuchen im Ruhrgebiet und ich bin schon extrem gespannt auf das Objektiv und natürlich die Ergebnisse.

Weiter geht es in einem zweiten Artikel (PART 2), wenn ich über die Abholung im Laden und die Rückgabe des Zooms berichten kann. Natürlich gibt es dann auch ein abschliessendes Fazit.

Wie findet Ihr die Idee, Komponenten für eine Kamera oder die Kamera selbst, nicht kaufen zu müssen, sondern leihen zu können? Schreibt gerne Eure Meinung dazu ins Kommentarfeld.

Gibt es eine Renaissance des Analogen in der Fotografie?

Gibt es eine analoge Renaissance in der Fotografie?

Immer häufiger lese (und höre)  ich in den entsprechenden Fach-Medien und auf YouTube, wie toll doch plötzlich analoge Foto-Geräte sind. Fast scheint es mir, als befinden wir uns in einer Renaissance der analogen Kameras.

Ausgelöst wurde dieser „Trend“ offenbar von Fujifilm und SONY. Fujifilm brachte mit seinen aktuellen Modellen Designs heraus, die stark an Kameras erinnern, mit denen unsere Väter schon knipsten.

SONY hingegen hat mit seiner Hochpreis-Politik bei einem nur geringen Objektiv-Angebot für die @- und a6xxx-er-Serie dafür gesorgt, dass viele sich nach günstigen Alternativen umgesehen haben. Preiswerte Adapter sorgten dafür, dass in den Schränken längst vergessene Objektive, mit teilweise hervorragenden Gläsern, wieder herausgekramt und verwendet wurden. Okay, auf einen Autofokus und eine elektronische Blendenwahl muss man dabei zwar verzichten, aber diese Optiken liefern, im Zusammenspiel mit einer modernen Kamera, nicht selten hervorragende Ergebnisse!

Es mag diesen Trend nach analogen Komponenten geben, aber ich verweigere mich dem ausdrücklich!

Meine letzte analoge Kamera war die „RICOH KR 10 Super“ (KLICK MAL), alter Schwede, war das ein geiles Tool! Echt! Klar gab es da auch CANON und NIKON und mein Vater hatte sogar eine CANON (siehe Titelbild zu diesem Artikel), aber erstens wollte ich etwas Eigenes und zweitens etwas Besonderes (wie immer 😆 )! Und diese RICOH hatte damals einen wirklich guten Ruf, der sich auf zahlreichen Fotos und über 1.000 Dias von mir sichtbar bestätigte. Aber die Kosten! Wisst Ihr noch, was ein Kleinbild- oder Dia-Film damals kostete? Und wenn Ihr etwas Besseres haben wolltet, musste es der 400er-ISO-Film sein, der entsprechend kostenintensiver war 😉 .

Blende? Manuell einstellen!
Belichtungszeit? Vorgeben!
ISO? Manuell einstellen!

Und wenn die Fotos/Dias nach der Rückkehr von einer Reise dann nicht so geworden waren, wie sie sein sollten, war die Enttäuschung auch schon mal immens! Ganz davon abgesehen, dass die investierte Kohle in dem Fall verschwendet war.

Gut, wer sich mit solch einer Kamera in die Öffentlichkeit wagte, der musste sie beherrschen, der musste wissen, wie man ein Foto richtig belichtet, was ISO bedeutet und für welche Lichtverhältnisse und Motive die optimale Blende zu wählen ist. Ein noch relativ kleiner Taschengeld-Empfänger wie ich, kam da schnell an seine Grenzen, sollte das ganze Geld nicht für Filme und deren Entwicklung draufgehen.

Canon EOS550D
CANON EOS 550D

Jahre später kam dann die erste Digital-Kamera! Eine CANON A…puuh, weiss nicht mehr welche 65er? oder 650? 😉 . Sie hatte 2Megapixel und brauchte keinen Film mehr, nur noch eine CompactFlash-Karte. Und die ließ sich aus der Kamera nehmen, in den PC-Adapter stecken und die Fotos konnten mit einem Computer bearbeitet werden. Was war das für ein Fortschritt! Auch für mich.

Irgendwann später folgte die CANON EOS550D.

Inzwischen bin ich ja mit der SONY a6500 unterwegs und NEIN…definitiv…ICH zumindest vermisse die alten Analog-Zeiten absolut NICHT! Ein super funktionierender Autofokus, ein elektronischer Sucher, der mir bei Veränderung des Blenden- und ISO-Wertes schon das fertige Bild in der Kamera, noch vor dem Auslösen anzeigt, und mir so die Chance zur Optimierung der Aufnahme gibt, die Möglichkeit, mit der Foto-Kamera auch qualitativ hochwertige Videos, sogar in 4K, produzieren zu können…ja sagt mal….da wäre ich doch echt dämlich, würde ich der komplizierten, aufwändigen und kostenintensiven Analog-Periode der Foto-Geschichte nachtrauern.

Meine Kamera: Die Sony a6500
SONY a6500

Gut, wer diese Zeiten nicht (mehr) kennt, wer GERNE so fotografiert, wie vor XX Jahren, wer das Fotografieren auf DIESEM Weg lernen möchte, der mag es tun. Vom Lernfaktor her zumindest, gibt es wohl kaum etwas Besseres! Ansonsten…mir geht es um optimale Ergebnisse, die ich, vom PC unterstützt, damit vielleicht noch etwas besser hin bekomme.

Den Spaß am Fotografieren habe ich aber mit der SONY a6500 gerade erst zurückgewonnen und auch das ist mit ein Grund für meine ablehnende Haltung gegenüber einer analogen Renaissance. Ich spare dann lieber etwas länger, um mir in Zukunft weiterhin High-Tech-Objektive kaufen zu können, mit deren Hilfe ich die Ergebnisse erhalte, die ich mir qualitativ vorstelle und wünsche. Klar, das geht auch mit analogen Gläsern, aber ich liebe eben in dem Fall den Komfort und die Bequemlichkeit 😉 .

Drohnen-Fotos – Künstlerisch wertvoll!

Drohnen-Fotos

DROHNE ! Ich wette mit Euch, die meisten haben jetzt etwas Negatives im Kopf, sei es ein Foto oder ein Bericht aus den Medien.

Drohnen sind sicher in der allgemeinen Bevölkerung eher unbeliebt, wenn diese Behauptung nicht sogar untertrieben ist. Die Medien berichten selten in positiver Form darüber. Nicht selten geht es zudem um den Gedanken, „vor meinem Schlafzimmerfenster könnte eine Drohne spionieren“, was ich da gerade treibe (nun, es scheint doch zahlreiche Geheimnisse in deutschen Schlafzimmern zu geben 😆 ).

Okay, einige Idioten werden die Drohne vielleicht auch dazu nutzen, Unrechtliches anzustellen. Ich möchte aber jene in den Mittelpunkt stellen, die eine Drohne nicht zum Spionieren oder Spannen kaufen, sondern weil sie zum Beispiel ihren Film mit Bildern aus dieser ungewöhnlichen Perspektive gestalten und aufpeppen wollen oder weil sie schlicht Künstler im Foto-Bereich mit einer fliegenden Kamera sein wollen. Ganz harmlos also und wirklich ohne negative Absicht.

Über ZEITonline wurde ich jetzt auf einen Bericht aufmerksam, der die schönsten und prämierten Fotos von Drohnen zeigt. Es ist ein visueller Genuss und zeigt ganz klar, dass Drohnen nicht allein dazu geschaffen sind, Unsinn damit anzustellen. Moment…KORREKTUR: es sind ja nicht die Geräte, die auf solche Gedanken kommen, sondern die Hirne der Menschen, die diese Fluggeräte bedienen 😉 .

Also, wer jemanden mit einer Drohne sieht, nicht gleich ausrasten, sondern hingehen, fragen und zuschauen, was mit dem Gerät gemacht wird. Kommunikation schafft Aufklärung 😉

Und jetzt, viel Spaß beim visuellen Genuss! H I E R geht es zu den eindrucksvollen Fotos der „Drohnenkünstler“,

Neues HDR-Foto vom Kölner Dom bei Nacht

Kölner Dom nach dem Sonnenuntergang als HDR-Foto

Ein Gutschein für ein Foto auf Leinwand, mit dem ich 80% der Kaufsumme sparen kann…da musste ich einfach zuschlagen, zumal ich letztens noch mit Karin darüber gesprochen hatte, dass an meine Wohnzimmerwand neben dem Bild von der Skyline Düsseldorfs, eigentlich auch ein Bild von Köln hängen müsste 😀 .

Viele wirklich brauchbare Motive fand ich auf die Schnelle nicht. Mir blieben gerade einmal 75 Minuten, bis 24:00 Uhr am 05.11.2013 galt der Gutschein, um meinen spontan gefassten Entschluss, mir ein Bild zu bestellen, auszuführen. Sichten, möglichst 3 Bilder für ein HDR zusammen bekommen und ab mit Photoshop in die Bearbeitung. Das Ergebnis seht Ihr unten. So richtig 100%-ig gefällt es mir nicht, aber im Großen und Ganzen bin ich doch sehr zufrieden 😉 .

Ist wohl unnötig zu erwähnen, dass ich um genau 23:59 Uhr und 5 Sekunden vor Ablauf des Gutscheins mit der Bestellung durch war 😆 !

Und, was meint Ihr zu diesem Foto (Zum Vergrößern auf das Bild klicken!)? Natürlich habe ich es für meinen Blog in etwas schwächerer Auflösung formatiert. Meinungen knallt mir in den Kommentarbereich…und äääääh…ich bin hart im Nehmen 😛 !

Kölner Dom nach dem Sonnenuntergang als HDR-Foto
Kölner Dom nach dem Sonnenuntergang als HDR-Foto

„State of the Art Photography“ im NRW-Forum Düsseldorf

Ausstellung: "State of the Art Photography" im NRW-Forum Düsseldorf

„Robert Mapplethorpe“ (KLICK) hieß die letzte Foto-Ausstellung, die ich mir im NRW-Forum anschaute. Nun zog mich die „State of the Art Photography“ (KLICK) wieder nach Düsseldorf.

Verschiedene Fotografen stellen dort noch bis zum 6.Mai ausgewählte Werke in zwei Räumen des Erdgeschosses aus. Sie wurden von erfahrenen Kollegen und Altmeistern ausgesucht, die der Meinung sind, die ausstellenden Künstler könnten die Zukunft der Fotografie entscheidend mit beeinflussen.

Manche Aufnahmen sind erstaunlich, manche verwirrend und bei anderen frage ich mich, wo die Hochwertigkeit des Fotografierens liegen soll, wenn beispielsweise ein Holztisch in einem Raum abgelichtet ist?! Auf andere Bilder könnte ich den ganzen Abend starren und meiner Fantasie freien Lauf lassen.

Diese Ausstellung zeigt mir persönlich, dass ich mich von meinem bisherigen Bild der „Fotografie“ verabschieden muss. Nicht alle modernen Fotografinnen und Fotografen nutzen allein ihre Kamera als Werkzeug, um erfolgreich zu sein. Neu ist das für mich zwar nicht, aber die plastischen Ergebnisse haben mich dann doch hin und wieder etwas verwirrt 😉

Da werden extra 3D-Plastiken erstellt, deren einziger Zweck zur Erstellung eines Fotos dienen und die im Anschluss vernichtet werden.

Aufgenommene, nackte Körper werden in digitaler Bearbeitung zum Teil bis zur Unkenntlichkeit verändert.

Bilderkollagen, so groß wie Plakatwände, werden aus einer Vielzahl von kleineren Bildern und mit grafischen Fantasie-Elementen zu einem Gesamtkunstwerk.

Am meisten beeindruckt hat mich Martin Denker, der genau solche Gesamtkunstwerke, wie gerade beschrieben, schuf. Zunächst stand ich vor dem Bild und fragte mich, was dieses Kunstwerk denn wohl mit Fotografie zu tun hat. Schaut man sich dieses „Gemälde“ aber näher an, entdeckt man, dass es nichts anderes ist, als eine Kollage vieler kleiner Bilder, die in einer fantasievoll gestalteten Umgebung angeordnet sind. Von weitem betrachtet wirkt das Bild auf mich harmonisch, viele geschwungene Symbole lassen es zunächst friedlich erscheinen. Und dann…zwei Bilder, die mich breit grinsen lassen: Der Kirchenmann, seiner Kleidung nach wohl ein Kardinal, trägt eine Hakenkreuzbinde am Arm. Gewagt, meiner Meinung nach und ich frage mich nach der realen Bedeutung.

Einige Zentimeter weiter, in keiner Verbindung zu dem eben beschriebenen Bild stehend, ein Verbotszeichen, in dessen linker Hälfte ein Mensch, in der rechten Seite ein Hund so positioniert sind, dass ein sexueller Hintergrund nicht zu leugnen ist 😆 .

Das Gesamtwerk, so erläutert die Angestellte des Forums später in der Führung, stellt eine Zusammenfassung des Jahres 2011 dar. Und plötzlich entdecke ich auch Muammar-Al-Gadaffi, Berlusconi und weitere, zunächst unauffällig erscheinende Persönlichkeiten.

Beeindruckend finde ich aber auch das Werk einer in Ungarn geborenen Fotografin, die in Albanien Frauen ablichtete, die den größten Teil ihres Lebens als Mann lebten. Wer sich unbefangen und ohne Vorwissen durch die Ausstellung bewegt, erkennt dies eigentlich erst, wenn man zum Infoschild der Künstlerin gelangt, auf dem der Hintergrund und die Entstehungsgeschichte zu den Bildern erläutert ist.

Wer die Ausstellung besuchen mag, dem empfehle ich den Freitag abend. Ab 18:00 Uhr kostet der Eintritt nur 3,80 € und ab 20:00 Uhr gibt es eine kostenlose Führung. Die Leiterin vermittelt eine Menge zusätzlicher Informationen und manch ein Bild, das ich mir zuvor ohne den Grund der Entstehung angeschaut und für mich bewertet hatte, bekommt plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Wobei…die wirklich ausdrucksstarken, überzeugenden Fotos, bedurften keiner weiteren Erläuterung 😉

Die Anfahrt zum Museum übrigens ist leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Vom Düsseldorfer Hauptbahnhof aus fahren zahlreiche Straßenbahnen (U) Richtung Oberkassel und der Ausstieg erfolgt an der Tonhalle. Dort die Treppe hinunter, links halten und nach etwa 200 Metern die Straßenseite wechseln. Rechts liegt dann das NRW-Forum.

Fazit:
Eine klasse Ausstellung, in die man aber nicht allein gehen sollte, denn nicht wenige Bilder provozieren, begeistern, ärgern und man will seine Eindrücke irgendwie unbedingt loswerden. REINGEHEN!