Besucherbericht von der Ausstellung „Die Terrakotta-Armee“ in Bochum

Plakat der Ausstellung Terrakotta-Armee im Ausstellungshaus in Bochum1974 war ich noch klein, aber trotz meines kindlichen Alters bereits ein fleißiger Tagesschau-Gucker. Und so kam es, dass ich im Fernsehen diese beeindruckende Armee aus Ton sehen konnte, die im fernen China gefunden worden war und deren Bilder nun um die Welt zogen. Es war damals eine Sensation, denn das Grabmal des ersten Kaisers von China, Qin Shi Huang Di (259 – 210 v.Chr.), war gefunden worden.

Inzwischen haben sich Historiker und Forscher in das Grabmal vorgearbeitet. Ganz erschlossen ist es allerdings noch nicht und auch bis zum eigentlichen Grab des ersten Kaisers ist man noch nicht vorgedrungen. Seine Entdeckung dürfte die nächste Sensationsmeldung aus dieser Region werden…

Heute möchte ich Euch gern von meinem Besuch in der Ausstellung „DIE TERRAKOTTA-ARMEE“ in Bochum berichten (KLICK), die noch bis zum 05.Oktober 2014 zu sehen ist.

Zuletzt gab es in dem Gebäude in der Hermannshöhe 42 (KLICK), einem ehemaligen Autohaus, das sich zu einem interessanten Ausstellungshaus gewandelt hat, die Plastinaten-Menschen der KÖRPERWELTEN zu sehen, die ich beeindruckend und immens fand. Zwei Stunden reichten beim intensiven Besuch damals leider nicht aus.

Ganz anders die aktuelle Ausstellung über den ersten chinesischen Kaiser, der die damals sieben konkurrierenden Reiche der Region nach und nach gewaltsam zusammengeführt hatte und sich zum ersten Herrscher des geeinten Reichs machte. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen sein Leben und sein überdimensionales, imposantes Grabmal, das seine Welt über der Erde, für seine Zeit im Jenseits, auch unter der Erde widerspiegeln sollte.

Die Ausstellung beginnt mit großen, informativen und spannend geschriebenen Text-Tafeln und einigen Exponaten aus der Grabanlage. Den Film, der im Zelt gleich hinter dem Eingang gezeigt wird, sollte sich der Besucher keinesfalls entgehen lassen. Er bietet eine Flut an Informationen, ohne den Besucher gleich zu „erschlagen“. Außerdem gibt es eine Fülle an Bildmaterial, das meinem Geschmack nach in der Ausstellung ansonsten zu kurz kommt.

Denn leider empfand ich einen Abfall des Spannungsfadens der Ausstellung im weiteren Verlauf. So nimmt plötzlich die Mode der Zeit, durchaus nicht uninteressant, meinem Geschmack nach, zuviel Platz in der Ausstellung ein.

Das immense Ausmaß der Grab-Anlage, die grandios beschrieben wird, wird leider nur ansatzweise grafisch oder in Bildern gezeigt. Mir fehlten großformatige, wandfüllende Bilder der Anlage, stattdessen gab es Großaufnahmen von Statuen und Köpfen zu sehen.

Beeindruckend sind die aufgestellten Ton-Soldaten, die einen wunderbaren Einblick in die gestalterische Vielfalt dieser „Armee“ gestatten. Auch wird ausführlich erläutert, wie sie hergestellt werden konnten.

Einen Raum weiter findet sich ein Modell der Grabanlage, das ich schlicht misslungen fand, weil ich es als viel zu kompliziert gestaltet empfand. So richtig erschlossen sich mir und meinem Begleiter damit weder die Dimension, noch die einzelnen Kammern der Anlage. Schade!

Wir hatten uns um den doch recht hohen Eintrittspreis in Höhe von 15,00 € mit Hilfe eines Groupon-Gutschein gedrückt.Zum Glück, denn ich finde das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht gerechtfertigt.
Sicher, es mag viel Arbeit und Aufwand sein, diese Ausstellung mit all den Exponaten auf die Beine zu stellen, aber der Informationsgehalt war für mich nach Schulnoten eher ein Befriedigend.

Fazit:
Positiv zu erwähnen ist der zusammenfassende Film gleich zu Beginn der Ausstellung, den man sich nicht entgehen lassen sollte und der einen klasse Überblick bringt, sowie die bereits erwähnten Text-Tafeln in den ersten Räumen und natürlich die nachgebrannten Ton-Soldaten.

Alles in allem möchte ich keinem den Besuch vergrätzen, aber…wählt lieber die preisreduzierten Tickets!!! 😉

Fotografieren (ohne Blitz!) ist für private Zwecke erlaubt.

Den Audio-Guide kann ich empfehlen, auch wenn er pro Person noch einmal 3,50 € kostet.