Filmkritik – SUPER 8

Filmkritik: SUPER 8, Kino, Film

Nach dem Film frage ich mich allen ernstes: Ist das nun ein Kinderfilm, ein Mainstream-Unterhaltungsfilm für die ganze Familie oder sollte es eher ein halb-Alienschocker werden??? Bei SUPER 8 wird mir das nicht so ganz klar. Die Handlungsstränge finde ich aufgrund der vielen Personen vielfältig, zugleich aber auch verwirrend, wodurch ich den Film und die vielleicht aufregendsten Szenen nicht so ganz ernst nehmen kann.

Da sind die Kids, die vor den Eltern, dem Militär und dem unbekannten Wesen fliehen, permanent in Stress geraten, dann die Eltern der Hauptdarsteller, die den spannenden Teil des Films übernehmen und die Militärführer, die wohl das Böse im Film darstellen sollen.

Aber zunächst zur Handlung: Eine Gruppe Kids, sind sie nun 12 oder 16…den Stupsnasen nach nehme ich mal die „14“, wollen Ende der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts einen Zombie-Film für einen Wettbewerb drehen. Dabei geraten sie zufällig in ein immens inszeniertes Zugunglück, womit die Merkwürdigkeiten in der Ortschaft beginnen…

Joe, der Sohn des stellvertretenden Sheriffs der Stadt, verliebt sich ausgerechnet in Alice, die Tochter des berüchtigten Halunken des Ortes. Die Väter sind wenig begeistert, können die jugendliche Zuneigung aber nicht verhindern. Das Geschmalze der beiden Stupsnasen-Hauptdarsteller wird dann unerträglich, wenn Joe mutig in das Loch des unbekannten Wesens hinab steigt, um seine Freundin aus der vermuteten Gefangenschaft befreien zu wollen. Meine Güte…Rhett Butler und Scarlett O’Hara -25 Jahre Alter in 2011! 😉 Vielleicht bin ich für frühpubertierende Romantik schon etwas zu alt… 😈

Jedenfalls verläuft dieser Film, wie so viele Hollywood-Produktionen, die ich schon gesehen habe und etwas wirklich Neues bringt mir der Film nicht. Okay, er ist unterhaltsam, 110 Minuten Spaß, auch wenn andere an vermeintlich spannenden Stellen wieder mal nicht lachen konnten, so wie ich 😆 Und auch den Abspann sollten ansonsten ungeduldige Zuschauer noch abwarten… 😉

Tja, eigentlich ist SUPER 8 wie die in der Vorschau zuvor gezeigten Filme, bei denen ich spontan dachte: „Die musste Dir nicht anschauen…“ Es ist wahrlich schwer geworden, mich im Kino begeistern zu können, alles kommt mir bekannt vor, die typische Hollywood-Masche eben: Harmonie, die durch ein plötzliches Ereignis getrübt oder gefährdet wird und am Ende ist alles soooo happy… Bla bla bla…

Für mich war der Streifen eher ein Jugendfilm, als ein ernst zu nehmendes, filmisches Werk. Die Story mag nicht das Schlechteste gewesen sein, immerhin war Steven Spielberg einer der ausführenden Produzenten, aber so ein bisschen hatte SUPER 8 auch von THE GOONIES und E.T.!

Wer also einen Abend Langeweile hat, nicht weiss, was er/sie gucken soll, der/die kann auch ganz gut da rein gehen. Nicht gerade am Samstag, vielleicht eher am Kinotag (Dienstag), aber unterhaltend ist SUPER 8 irgendwie doch.

„Stupsnasen“ sind schon nett anzuschauen, wenn sie ihre erste Liebe finden. Wenn sie sie aber auch gleich aus den Fängen eines gefährlichen Monsters retten müssen, mit 14 Jahren, dann ist das im Leben doch ein bissel früh, oder? 😆 Najaaaaa…

Infos zum Film (inkl. Trailer)

Benotung 3 von 5 Punkten

Gasometer-Ausstellung: Magische Orte

Ausstellung Magische Orte im Gasometer in Oberhausen, Ruhrgebiet

In der Hochzeit der Ruhrgebiets-Produktion von Kohle und Stahl, war die durchgängige Versorgung mit Gas für die Produktion ein Problem. Nicht immer stand das in den Eisenhütten entstehende Gicht-Gas für die weitere Produktion zur Verfügung, andererseits wurde oft überschüssiges Gas sogar abgefackelt. Dieses Gas fehlte dann in Spitzenzeiten. Um diese Lücke zu schließen, entstanden riesige Gas-Speicher. Der 1929 vollendete Gasometer in Oberhausen ist der europaweit größte dieser Art und hat eine Höhe von 117,5 und einen Durchmesser von 67,6 Metern.

Der Gasometer in Oberhausen im Ruhrgebiet ist der europaweit größte seiner Art
Der Gasometer in Oberhausen im Ruhrgebiet ist der europaweit größte seiner Art

1988 wurde der Gasometer dann still gelegt. Zunächst vom Abriss bedroht, wurde das Bauwerk 1993/94 renoviert und existiert seitdem in der jetzigen Form.

MAGISCHE ORTE“ heisst die aktuelle Ausstellung und sie zeigt in beeindruckenden Bildern die schönsten bzw. die magischsten, natürlichen und vom Menschen geschaffenen Orte unseres Planeten.

Blick auf die untere Ebene der Ausstellung "Magische Orte" im Oberhausener Gasometer
Blick auf die untere Ebene der Ausstellung „Magische Orte“ im Oberhausener Gasometer

Auf der ersten Ebene geht es um die schönsten Naturwunder der Erde. Großformatige Fotos vermitteln ein herrliches Feeling dieser Naturschönheiten und Texttafeln liefern dazu weitere Informationen.

Auf der zweiten, oberen Ebene sind vom Menschen gebaute Sehenswürdigkeiten zu sehen. Zudem findet sich in der Mitte des Gasometers die 43 Meter hohe Baumskulptur „Regenwaldbaum“, die in diversen Lichtern gehüllt, immer wieder neue Ansichten bietet.

Schließlich bietet sich dem Besucher noch die Möglichkeit, das Dach des Gasometers zu besuchen. Wer sich die Ausstellung anschaut, sollte die etwa 10-15 Minuten Wartezeit am Aufzug in Kauf nehmen und die unglaubliche Aussicht über das Ruhrgebiet genießen. Bei klarer Sicht kann man von dort oben bis zu 35 km weit schauen. Es sind diverse Besucherbuchten mit erklärenden Schildern angebracht. Ein geniales Erlebnis, das dem Besucher das sehr grüne Ruhrgebiet zeigt…

Alles in allem ist „Magische Orte“ eine eindrucksvolle, unterhaltsame Ausstellung, die ich jedem empfehlen kann. Kritikpunkte gibt es von mir allerdings auch. So finde ich die erklärenden Schilder viel zu klein bedruckt und die Texte sind nicht immer informativ genug. So fehlt zu manch einem Foto tatsächlich der Ort, an dem diese Schönheit der Natur zu finden ist.

Die Fotos haben überwiegend eine ausgezeichnete Qualität. Manche allerdings sind derart grob pixelig, dass sie den positiven Gesamteindruck etwas trüben. Das ein oder andere Bild musste ich einfach nicht sehen, da die Qualität der Aufnahme so grauenvoll schlecht (auf die Größe des Posters aufgeblasen) war, dass es mir kein angenehmes Gefühl machte. Da die positiven Aspekte überwiegen, möchte ich die Ausstellung aber empfehlen.

Der Eintritt kostet 8,00 €, Kombi-Tickets zum Besuch der Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen (9,50 €) oder des LVR Industriemuseums (9,00 €) lohnen sicher ebenfalls, wenn einem die umfangreiche Ausstellung des Gasometers noch nicht reichen mag.

Weitere Infos: Gasometer

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Muppets – Der neue Film

Filmausblick: The Muppets - Der neue Film, Kino, Film

Manamana…dub du bidubbi…manamana… :mrgreen:

Kennste noch? Die Muppets, mit Kermit und Miss Piggy…hach…seufz…Erinnerungen an die Samstagnachmittage in unbeschwerteren Tagen werden in mir gerade wach… 😉

Anfang 2012 kommt also ein neuer Muppet-Film in die Kinos…reaktivierte Puppen sozusagen 🙂 (Würde Miss Piggy jetzt „Puppen“ lesen, hätte ich statt des FRRRRROOOOSCHES gleich eine hängen 😉 )

Okay, auf Empfehlung einer ganz besonderen jungen Lady hier nun der Trailer zum Film. Leider sind die Originalstimmen wohl nicht mehr reaktivierbar…schade!!!

DIE DREI MUSKETIERE (3D)

Filmkritik: DIE DREI MUSKETIERE (3D), Kino, Film

Auf der Suche nach dem besonderen Film, jenseits des Mainstream-Popcorn-Kinos, glaubte ich den Kritiken zu „DIE DREI MUSKETIERE“ und wählte diesen Streifen am Kino-Dienstag in der 3D-Version aus.

Die Handlung sollte bekannt sein 😉 , daher an dieser Stelle nur soviel dazu, dass dieser Film daraus eine ganz neue Umsetzung geschaffen hat. Oft schon sind die Musketiere in den verschiedensten Varianten verfilmt worden, komödiantisch, ernst, kitschig und lächerlich. Die aktuelle Version ist eine deutsch-französisch-britische Film-Produktion und ich finde immer wieder, es fällt auf, wenn ein Film eben nicht aus Hollywood kommt. Im positiven Sinn!

Ist das schön diesen Film zu sehen. Mit Hilfe der 3D-Brille ist es ein unglaubliches Vergnügen die mittelalterliche Landschaft und dieses unbekannte Paris erleben zu können. Detailreich ausgearbeitet, spielen die Darsteller manchmal wirklich kurz eine Nebenrolle und ich versuchte visuell soviel wie möglich von den Flügen und den Blicken über die Städte und Szenenbilder erhaschen zu können. Unmöglich 😉 Ich bin begeistert! Schaut ihn Euch unbedingt in 3D an, alles andere kann nicht so schön umgesetzt sein.

Okay, es geht natürlich wieder mal um den Kampf Gut gegen Böse. Etwas seicht, aber dennoch farbenfroh, ist dieser Gegensatz anhand der Uniformen der Kardinalsgarde und der Musketiere erkennbar. Ein bisschen Plastik- und Kitsch-Kino muss wohl… 😉

Etwas sehr fantasiereich und für manch einen sicher gewöhnungsbedürftig, ist die in diesem Film gezeigte Technik, die wir aus der Epoche, in der die Handlung spielt, in dieser Art überhaupt nicht kennen. Zusammen mit abwechslungsreichen, aus meiner Sicht manchmal wirklich doofen, aber meist witzigen Dialogen, ist so ein Werk entstanden, das ich für absolut sehenswert halte! Auch wenn die (vier) Musketiere in einer Art James Bond der Spätzeit des Mittelalters daher kommen, technisch ähnlich ausgestattet wie der britische Super-Agent 007 und natürlich unverwundbar sind, hilft der Blick durch die 3D-Brille über so manche Schwäche des Drehbuchs und einiger typischer Film-Schmalz-Dialoge hinweg.

Christoph Walz als Kardinal Richelieu, ist mal wieder erste Sahne. Er weiss einfach, wie er die Figuren spielen muss, damit sie beim Zuschauer ankommen. Überfordert finde ich allerdings den Schnulli D’Artagnon (Logan Lerman, „Percy Jackson-Diebe im Olymp“), der mir zu überdreht und fast etwas unwirklich und deplatziert erscheint. Ich hasse das Wort „albern“, aber ich glaube, hier ist es angebracht. Großmäulig und eine Spur arrogant passt, aber den Rest traute ich ihm einfach so nicht zu, nahm es ihm als Zuschauer nicht ab. Schade, denn „Babyface mit Stubsnase“ ist ein hübsches! Aber was nutzt es, wenn nur die Optik stimmt? Zumindest wirbelt er bei diversen Kampfeinsätzen wie Meister Yoda (ohne Lichtschwert) durch die Luft und über den Boden, nur warum ist er andererseits in anderen Augenblicken wieder so hilflos??? Da bringt wohl auch die Erfahrung nichts, die Lerman bereits in vielen Filmen sammeln konnte. Zumindest der „Generationenkonflikt“ zwischen dem Nachwuchs-Musketier und den erfahrenen älteren, Athos, Porthos und Aramis, ist recht witzig und sollte bei der heutigen Jugend ganz gut und authentisch ankommen.
M’Lady DeWinter, gespielt von der wunderschön bösen und erotischen Milla Jovovich, ist eine Augenweide. Sie erinnert mich ein wenig an die sadistische Bond-Gegnerin Fatima Blush (Barbara Carrera) aus „Sag niemals nie“. Allein für sie lohnt sich schon der Besuch des Kinos.
Orlando Bloom spielt den Herzog of Buckingham, den politischen Gegenspieler des damaligen starken Mann Frankreichs, Kardinal Richelieu. Herrlich wie arrogant er die Rolle spielt und welche Frisur auf Kopf und am Kinn die Ausstatter ihm verpasst haben.

Ihr merkt schon, dass hier gleich mehrere Schauspieler deutlich hervor stechen, was sicher an der hochkarätigen Vielfalt der Besetzung liegt, aber auch an der tollen Schauspielkunst, die einige der Darsteller/innen an den Tag legen. Dies und die immens beeindruckende, detailreiche Darstellung des historischen Europa in 3D, macht aus DIE DREI MUSKETIERE einen höchst unterhaltsamen Film, der in der 3D-Technik meiner Meinung nach einer der besten nach Avatar ist. Ich bin gespannt, ob es die Ausstattung schafft, für einen Oscar nominiert zu werden. Verdient hätte sie es.

Fazit:
Sieht man mal von diversen Schwächen in der Handlung und bei den Dialogen ab, bekommt man für um die 10,00 € eine fast zweistündige, kurzweilige und visuell beeindruckende Unterhaltung geboten. Natürlich ist es Popcorn-Kino und ich brauchte heute einfach seichte Ablenkung, aber ich war von der ungewöhnlichen Umsetzung der Story begeistert. Endlich auch in diesem Bereich mal wieder etwas Neues…

Website des Films

Meine Wertung: 4 ****

5 ***** – Absolut sehenswert!
4 ****  – Sehr gute Unterhaltung für einen besonderen Abend
3 ***   – Kann man sich guten Gewissens anschauen, am Kinotag!
2 **    – Manchmal frage ich mich, wen sowas interessieren soll
1 *     – Total daneben, für mich absoluter Schrott! Never again!
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