Besuch der Ausstellung „Night and Day“ des Fotografen Axel Hütte im Museum Kunstpalast / Düsseldorf

Axel Hütte, Night and Day, Ausstellung im Museum Kunstpalast, Düsseldorf

Letztens hatte ich die Möglichkeit, online ein ermäßigtes Ticket für die Ausstellung „Night and Day“ des Fotografen Axel Hütte im Museum Kunstpalast in Düsseldorf zu ergattern. Bis zum 15. Oktober hatte ich damit Zeit, die Schau zu sehen.

Für mich zählen solche Besuche natürlich zur kulturellen Bildung, aber auch, um mich von anderen Fotografen oder Fotografie-Künstlern inspirieren zu lassen.

Axel Hütte war mir bis dato unbekannt. Im Flyer der Ausstellung wird er als einer „der wichtigsten Vertreter der Düsseldorfer Fotoschule“ und „Meister der Landschaftsfotografie“ vorgestellt. Gezeigt werden ca. 70 Fotos im Großformat. Es sind Landschaftsmotive oder Aufnahmen aus Mega-Cities.

Wenn ich in die Ausstellung eines so hochgelobten Fotografen gehe, erwarte ich natürlich außergewöhnliche Ausstellungsstücke. Um meine Bewertung gleich vorweg zu schreiben: Ich bin enttäuscht!
Die (zum Glück ermäßigten) 9,00 € hätte ich mir sparen können und der Besuch im Kino, für einen mittelmäßigen Film, hätte mir wahrscheinlich mehr Unterhaltungswert beschert, als Axel Hütte`s Aufnahmen.

Ich frage mich, welche der gezeigten Fotos wirklich künstlerisch wertvoll sind, die der Grund dafür sein könnten, dass dieser Fotograf den Platz und die Zeit für eine Ausstellung im Museum Kunstpalast bekommt?
Mag sein, dass meine künstlerischen Kenntnisse für diese Werke nicht ausreichen, aber ich gehe in solch eine Ausstellung, um mich begeistern zu lassen, manchmal natürlich auch, um künstlerisch Wertvolles zu sehen. Dabei entscheidet mein Bauchgefühl, was positiv und was weniger positiv auf mich wirkt. Ich denke mal, so betrachten die meisten Menschen auf diesem Planeten Kunst!

Jedenfalls frage ich mich, wenn ich die hohe Kunst eines Schaffenden anzweifle, auch immer, was in dem ein oder anderen Werk, das mir nichts gibt, wohl aus Sicht der Kunst, so bezeichnendes sein kann/soll, dass es den Weg in eine Ausstellung schafft?

Bei Axel Hütte habe ich mich das sehr oft gefragt. Es beginnt mit Landschaftsaufnahmen aus Süd-Amerika, die recht düster anmuten. Bei den Motiven fällt auf, und das mag sein individueller Stil sein, dass etwa zwei Drittel bis drei Viertel des Fotos mit dunklem Himmel oder hellem Nebel gefüllt sind. Kurz gesagt: Größtenteils ist da nichts zu Sehen! Auf einem einzigen Bild fand ich diese Komposition gelungen. Sie zeigte eine Reihe kahler Bäume in einer Winter- oder Nebel-Landschaft, bei der die Bäume in der Ferne immer mehr im Hellen verschwanden.

Dann diese Fotos, die ich für nicht einmal sehenswert erachte, weil ich finde, dass sie nichts Aufregendes zeigen. Als Beispiel möchte ich eine Tropsteinhöhle mit dem Titel „Underworld-3“, dann das Bild „Monkey’s Island, Germany und vor allem „Geäst“ anführen. Diese Fotos sind aus meiner Sicht eines KÜNSTLERS nicht würdig!
Bei „Geäst“ halte ich die Kamera einfach, ja einfach, in einen zuvor ausgesuchten Baum mit Vogelnest und drücke ab. Wohlgemerkt: Nicht mit meiner Kamera, sondern mit dem Smartphone, weil das Motiv, so wie ich es von Hütte sah, meinem Empfinden nach, kein hochwertiges Equipment benötigt. Es ist für mich ein Alltagsfoto ohne künstlerischen Wert, dass ich auf Instagram oder bei Twitter von Amateueren in ähnlicher Weise gezeigt finde.

„Monkey’s Island, Germany“…hey, was soll das? Solche Fotos lösche ich, ebenso wie zwei weitere, aus meiner Sicht, völlig unterbelichtete Nieten, von meiner Kamera, weil ich mich dafür schämen würde, wenn ich sie anderen zeigte.
Auf den, von mir so empfundenen „Nieten“ ist nichts weiter zu sehen, als eine nächtliche Umgebung mit in weiter Ferne befindlicher Lichtquelle, die sich bei näherem Hinsehen als Haus herausstellt.
Hier hängen solche Bilder in einer Ausstellung! Haben wir so wenige gute, kreative und künstlerisch anspruchsvolle Fotografen in Deutschland, die mir für den Eintrittspreis, meine Zeit und mein begieriges Verlangen nach Aufnahme von neuen Inspirationen, mehr bieten könnten, als dieser Axel Hütte?

War also alles schlecht und die Ausstellung ist ein Voll-Flop?

NEIN!

Einiges hat mir gefallen. Gut sogar. Faszinierend fand ich die Arbeiten, die bei nahem Hinsehen unscharf waren und wie zwei Bilder übereinander gelegt wirkten, von weitem aber eine gewissen Schärfe erzeugten. Zudem waren sie mit metallenen Effekten überzogen (?), was den Fotos eine schön anzusehende Erscheinung gab. Das Motiv, Häuser in einer Mega-City, passte dazu.

Übrigens gefiel mir die penible Genauigkeit, mit der gerade die Stadt-Fotos, parallel zu den Rändern hin ausgerichtet sind.

Die Natur auf den Kopf gestellt hat Hütte, einige sich im Wasser spiegelnde Landschaften als Motiv gewählt. Nur am unteren Bildrand angedeutet, liess sich noch die Schärfe der Natur ausserhalb des Wassers erkennen.

Eindrucksvoll fand ich auch die „Brückenbilder“, auf denen Axel Hütte den oberen und unteren Träger von Eisenbahnbrücken als Bildränder nutzt. Der Betrachter blickt dann durch die Seitenträger der Brücken auf die im Hintergrund liegende Landschaft, wie durch ein Gitter.

Fazit
Ich bin von der Ausstellung größtenteils entäuscht! Die aus meiner Sicht wenigen gelungenen Aufnahmen, gleichen jene Fotos nicht aus, vor denen ich stand und breit grinsen musste, weil ich es nicht fassen konnte, dass solche Aufnahmen den Weg in eine Ausstellung schaffen und dass diese Fotos von einem KÜNSTLER und hoch angesehenen Fotografen stammen sollen.

Wer sich die Ausstellung anschaut, wird vielleicht wie ich, und das ist irgendwie auch das Interessanteste an dieser Schau gewesen, emotional durcheinander gewirbelt und sicher viel Stoff für Diskussionen finden.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 14.Januar 2018. Weitere Infos findet Ihr H I E R

Einige Bilder, die ich hier besprochen habe, findet Ihr auch in der Bildergalerie, die HIER verlinkt ist.

Natürlich interessiert mich, wenn Du die Ausstellung ebenfalls besucht hast, ob Du meine Meinung teilst oder ob Du ganz andere Eindrücke mitgenommen hast. Nutze einfach das Kommentarfeld für Deine Meinung, ich bin gespannt. 🙂

Besuch im Landtag NRW in Düsseldorf

Der Landtag NRW in Düsseldorf

Auf dem Weg nach Düsseldorf zum Besuch des Landtages NRW, Ruhrtalbrücke, Sonnenaufgang, HandyfotoVor ein paar Tagen ergab sich für mich eine gute Gelegenheit, einen Besuch im Landtag von NRW in Düsseldorf zu absolvieren. Der Stadtspiegel Bochum hatte zu einer Fahrt zum Landtag aufgerufen und meine e-Mail wurde gezogen 🙂 . So ging es also am letzten Donnerstag um 7:00 Uhr vom Hauptbahnhof Bochum mit dem Bus in Richtung Landeshauptstadt.

Gebäude des Landtages NRW in Düsseldorf, im Hintergrund mit dem RheinturmDas Landtagsgebäude hatte ich schon öfter von außen besucht und fotografiert, aber jetzt bot sich mir auch einmal die Gelegenheit, das Gebäude von innen zu sehen. Zunächst ging es durch einen Sicherheits-Check, ähnlich wie am Flughafen. Danach wurden wir von einer Mitarbeiterin empfangen, die uns, nach kurzer Wartezeit, eine Einführung in die Arbeit des Landtages und der Abgeordneten gab.

Gebäude des Landtages NRW in DüsseldorfJa, auch ich habe mich schon des öfteren gefragt, was so ein Abgeordneter eigentlich arbeitet, erst recht, wenn ich im Plenum des Landtages sehe, wie wenig Abgeordnete an vielen Sitzungen teilnehmen, die öffentliches Interesse wecken und z.B. im TV übertragen werden. Das Geheimnis ist schnell gelüftet, denn die eigentliche Arbeit findet nicht im großen Saal des Landtages statt, sondern in den Ausschüssen.

Landtagsgebäude mit Rheinturm, Düsseldorf, NRWEs gibt zahlreiche Ausschüsse, wie beispielsweise für Sport, Medien oder für Wirtschaftsfragen. Ein Ausschuss ist von seiner Zusammensetzung her ein Abbild des Parlaments. Jede im Landtag vertretene Partei entsendet anteilig Abgeordnete in die Ausschüsse, die sich intensiv in die dort zu behandelnden Themen einarbeiten und versuchen, die politischen Vorgaben ihrer Partei umzusetzen. Die Ausschuss-Mitglieder informieren dann ihre Fraktion über den aktuellen Stand der Beratungen/Dinge.

Die Sitzungen im Plenum des Landtages dienen allein der Information der Öffentlichkeit, was nun erklärt, warum oft so wenige Abgeordnete auf den Stühlen zu sehen sind. Sie sind bereits durch ihre Ausschuss-Mitglieder informiert worden, die nun auch die Öffentlichkeit im Parlament informieren.

 

Blick in den Vorraum von Tagungsräumen

Blick nach oben im Foyer des Landtages NRWDen Großteil der Zeit eines Jahres müssen Abgeordnete im Landtag anwesend sein. Und selbst wenn sie sitzungsfreie Zeiten, wie beispielsweise in den Ferien haben, müssen sie schließlich noch ihr Wahlbüro in dem Ort verwalten, in dem sie von den Wählerinnen und Wählern für den Landtag gewählt wurden. Nicht selten, so ein Abgeordneter der SPD aus Bochum, hat seine Arbeitswoche 70 Stunden.

Nach einem kleinen Frühstücks-Imbiss, nutzte ich die Zeit zum Fotografieren des Gebäudes. Leider hat man im Rahmen von Besuchergruppen keinen Treppenaufgang zum Plenarsaal vom Foyer ausungehinderten Zugang zu allen Räumlichkeiten und so blieb mir nur das Foyer als Motiv und später dann der Aufgang zum Plenarsaal. Dort darf allerdings weder fotografiert, noch das Handy gezückt werden. Die Saaldiener achten penibel genau und ermahnen sehr schnell in recht strengem Ton, die Besucher bei Missachten der Vorschriften.

Peinlich wird es, wenn es Besserwisser in der Gruppe gibt, die meinen, diskutieren zu müssen, weil sie angeblich keinerlei Informationen über das Fotografier- und Handy-Verbot erhalten hätten. Dabei reicht ein kurzer Blick auf die Rückseite der Besucherkarte, wo ein entsprechender Auszug aus der Hausordnung aufgedruckt ist.

In dem Zusammenhang wundere ich mich immer wieder, wie wenig sich solche „Hobby-Fotografen“ um eine Erlaubnis zum Fotografieren Gedanken machen. Ich frage generell lieber einmal zuviel, als mich in eine peinliche Situation hinein manövrieren zu lassen, aber der Besuch im Landtag zeigte mir, dass ich auch da wieder einmal mehr eine Ausnahme bin!

ein weiterer Treppenaufgang zum Plenarsaal des Landtages NRW

Auf der Besuchertribüne des Plenarsaals dürfen die Gäste weder applaudieren, noch ihre Meinung laut kundtun. Das hat nichts mit verbotener Meinungsfreiheit, sondern vielmehr mit den Erfahrungen aus der Weimarer Republik zu tun, als die Nazis als Zuschauer in den Parlamenten verbal die Abgeordneten unter Druck setzten und so versuchten, deren Entscheidungen zu beeinflussen. Finde ich nachvollziehbar.

Das Gebäude des Landtages NRW von aussenIm Anschluss an den Besuch im Plenarsaal, hatten wir im Fraktionssaal der SPD noch ein Treffen mit der Präsidentin des Landtages, Frau Carina Gödecke (KLICK HIER), Abgeordnete der SPD aus Bochum. Sie beantwortete uns, zusammen mit einem Kollegen, Fragen aus der Runde, was ich wiederum sehr informativ fand.

Damit war der Besuch um kurz nach 12:30 Uhr auch schon wieder beendet.

Fazit:
Wer sich politisch interessiert, für den ist der Besuch im Landtag von NRW eine lohnenswerte Fahrt nach Düsseldorf. Im Rahmen des Besuchs gab es eine Menge Informationen rund um das Landes-Parlament und Fragen wurden sehr ausführlich und bereitwillig beantwortet. Alles in allem fand ich die Fahrt sehr informativ und interessant.

An dieser Stelle danke ich noch einmal herzlich dem Stadtspiegel in Bochum, der diese Fahrt ermöglicht hatte.

Besuch des Apollo-Varieté in Düsseldorf: JUBILEE

Eingang des Apollo Varieté in Düsseldorf

Unter der Rheinkniebrücke der Landeshauptstadt Düsseldorf liegt das ApolloTheater (KLICK). Das tagsüber eher unscheinbare Gebäude beherbergt das älteste Varieté der Rheinstadt. Von 1899 bis 1959 besuchte der Gast das Varieté an der KÖ, der Prachtmeile Düsseldorfs. 1997 eröffnete das Theater dann als „Roncalli`s Apollo Varieté“ unter der Rheinbrücke, unweit des Rheinturms und des Landtages.

Als Geburtstagsgeschenk hatte ich jetzt die Möglichkeit, die Jubiläumsshow „Jubilee“ des Apollo zu sehen. Das Programm läuft noch bis zum 28.Oktober 2012 (am Ende dieses Artikels findest Du einen Tipp, wie Du Eintrittskarten mit 50% Ermäßigung bekommst!). Ich war neugierig, ob das Düsseldorfer Varieté mit meinem bevorzugten, dem GOP in Essen, von dem ich eigentlich fast jedes Programm besuche, mithalten kann.

Der in Rot gehaltene Saal mit den Plätzen der Preiskategorie 1 (PK1) wirkt zunächst kleiner als der des GOP, allerdings täuscht dies, denn oben gibt es noch einen Balkon mit vielen weiteren Plätzen, welche aber als PK 2 und 3 verkauft werden. Die Bühne ist recht groß und links gibt es noch eine weitere, kleinere Bühne. Die Eintrittspreise sind abhängig vom Monat. Warum das so ist, verstehe ich nicht, jedenfalls liegen sie Ende des Jahres etwa 25% über denen des GOP.

 

Die aktuelle Show hat einen Conferencier/Moderator: Olli Materlik. Er ist meist witzig, wirkt wenig angestrengt und sein Humor begeistert das zunächst noch zurückhaltende Publikum eigentlich von Anfang an und keinesfalls langweilig.

Jubilee“ bedeutet, dass das Apollo Künstler/Artisten eingeladen hat, die in der Vergangenheit dort bereits auftraten und die jetzt noch einmal den Weg an den Rhein, bzw. unter die Brücke gefunden haben.

Ich muss gestehen, dass das Programm absolut professionell und kurzweilig war. Wir saßen in der ersten Reihe direkt an der Bühne, was für mich eine ganz neue Erfahrung war 😉 . Karin befürchtete, wie ich auch, dass wir eventuell in das Programm mit einbezogen werden könnten und so kam es natürlich auch. Gleich in der zweiten Nummer, nach der Antipoden-Auftakt-Aufführung von Selyna Bogino, die mit ihren Füßen in atemberaubender Darbietung Ringe und Bälle jonglierte, kam einer der wohl beeindruckendsten Jonglierer der Welt auf die Bühne. Paul Ponce wirbelt Bälle, Keulen und Hüte in einer Geschwindigkeit durch die Luft, wie ich es zuvor noch nie gesehen habe. Irgendwann kam ich ins Spiel, als er mir einen Ball zuwarf, den ich ihm auf den Kopf werfen sollte. Das war eine noch recht erträgliche Einbeziehung in die Show :mrgreen: . Zumindest kein Bühnenakt 😉 .

Zwischen den einzelnen Artisten nutzten die beiden KGB (Kunst der Gestik und Bewegung) Clowns immer wieder die Umbauphasen auf der Bühne für ihre Auftritte. Clowns haben es bei mir nicht leicht, denn viele präsentieren einen schlicht albern-dämlichen Humor, den ich zuweilen eher unerträglich als witzig finde. Diese beiden, Edouard und Sergey aber, lieferten wirklich perfekten Humor und Gestiken und brachten sogar den ein oder anderen Körpereinsatz…Kompliment!

Oleg Izossimov bewegte sich und seinen Körper in Zeitlupentempo im Bereich der Handstandakrobatik nur gestützt auf handtellergroße Metallplatten. Man sieht ihm seine Muskeln durch die Kleidung nicht unbedingt an, aber unter dem weißen Hemd und der weißen Hose müssen Pakete von Muskeln verborgen sein, die für einen perfekten Bewegungsfluss sorgen. Absolut beeindruckend!

Wer auf hübsche, ach was schreibe ich, auf außergewöhnlich gut aussehende Frauen steht, der wird in dieser Show nicht enttäuscht. Besonders ins Auge fällt dabei Yulia Rasshivkina, die leider bei ihrer Aufführung mit den Ringen, nach meinem Geschmack, ein wenig zu sehr auf ihre Schönheit setzt. Die äusserst rassige Blondine zeigt dennoch einen beeindruckenden Umgang mit den Reifen, allerdings hätte ich mir bei dieser Aufführung etwas mehr an Show mit den Ringen gewünscht.

Das Duo Artemiev zeigt am Trapez eine herrlich umgesetzte Love-Story. Dimitry Artemiev hat einen Körper, der mich an Tarzan erinnerte und Elena Artemiev spielt dazu mit ihrem zierlichen Körper eine in seinen Armen fast zerbrechlich wirkende Frau. Sehr harmonisch, wie die beiden ineinander verschlungen sind und durch die Luft wirbeln.

Schließlich noch die Pellegrini Brothers. Die Italiener bilden mit ihren Körpern Figuren, von denen wir normal trainierten Männer nur träumen können. Und mag sich auch die ein oder andere Besucherin gewünscht haben, von einem der muskelbepackten Männer mal so richtig rangenommen zu werden, also aus rein artistischer Sicht natürlich, oder ersatzweise von ihrem Mann, wird dies doch ein ferner Traum bleiben. Wer mit seinen Körpern derartige Skulpturen im Rahmen der Hand-auf-Hand-Akrobatik formen kann, das könnt Ihr Euch sicher denken, der muss schon wirklich nicht erst seit gestern Gewichte im Studio schwingen. Zu sehen sind die Pellegrinis noch bis zum 30.09. . Danach werden sie von den Zebras ersetzt, die ich, glaube ich, bereits im GOP in Essen sah.

Apropos GOP! Hier kann das Apollo locker mithalten und hatte ich bei den letzten Shows der Essener doch immer etwas auszusetzen, muss ich neidvoll gestehen, dass die Düsseldorfer ein wirklich (fast) perfektes Programm ablieferten. Und wenn ich PERFEKT schreibe, meine ich das auch so!

Das einzige, was mich etwas störte, war die Ansage des Moderators nach der ersten Nummer nach der Pause, die Mitte der zweiten Hälfte sei bereits erreicht. Hö? Tatsächlich war es ausgerechnet das, meinem Gefühl nach, zu abrupte Ende, was der ansonsten einmaligen Show so ein bißchen schadete. Kaum war die letzte Nummer über die Bühne gegangen, verkündete Olli Materlik das Ende der Show und die Artisten versammelten sich noch einmal auf der bühne und winkten zum Abschied. EINMAL nur! Eine Zugabe wurde gleich abgeschmettert!

Doch plötzlich fuhr der Vorhang noch einmal zur Seite und die Besucher hatten durch die Glasscheiben der Theater-Rückwand einen wunderschönen Blick auf das beleuchtete Düsseldorf. Und schließlich kamen vor dieser abendlichen Kulisse die beiden Clowns und einige Artisten des Programms noch einmal zum Einsatz. Eine klasse Idee, die wiederum für das schnelle Show-Ende entschädigte.

Noch eine kurze Anmerkung zu den Getränken. Karin und ich schlürften einen Sex on the Beach und befanden beide, dass dem doch etwas mehr „Dröhnung“ ganz gut getan hätte!

Die Bestuhlung übrigens, ist im Apollo-Varieté ähnlich unbequem, wie die des GOP in Essen. Dass die Theater da immer solche Defizite haben müssen, verstehe ich gar nicht.

Ansonsten fühlte ich mich im Apollo aber sehr wohl und es war ein rundum klasse Abend.

ÜBRIGENS: Wer jetzt nach dem Lesen meines Berichtes richtig Lust bekommen hat, auch einmal das aktuelle Programm des Apollo sehen zu wollen, der kann bis heute, 19.09.2012, 23:59 Uhr noch 2 Karten der PK1 mit 50% Ermäßigung bekommen (KLICK HIER).

„State of the Art Photography“ im NRW-Forum Düsseldorf

Ausstellung: "State of the Art Photography" im NRW-Forum Düsseldorf

„Robert Mapplethorpe“ (KLICK) hieß die letzte Foto-Ausstellung, die ich mir im NRW-Forum anschaute. Nun zog mich die „State of the Art Photography“ (KLICK) wieder nach Düsseldorf.

Verschiedene Fotografen stellen dort noch bis zum 6.Mai ausgewählte Werke in zwei Räumen des Erdgeschosses aus. Sie wurden von erfahrenen Kollegen und Altmeistern ausgesucht, die der Meinung sind, die ausstellenden Künstler könnten die Zukunft der Fotografie entscheidend mit beeinflussen.

Manche Aufnahmen sind erstaunlich, manche verwirrend und bei anderen frage ich mich, wo die Hochwertigkeit des Fotografierens liegen soll, wenn beispielsweise ein Holztisch in einem Raum abgelichtet ist?! Auf andere Bilder könnte ich den ganzen Abend starren und meiner Fantasie freien Lauf lassen.

Diese Ausstellung zeigt mir persönlich, dass ich mich von meinem bisherigen Bild der „Fotografie“ verabschieden muss. Nicht alle modernen Fotografinnen und Fotografen nutzen allein ihre Kamera als Werkzeug, um erfolgreich zu sein. Neu ist das für mich zwar nicht, aber die plastischen Ergebnisse haben mich dann doch hin und wieder etwas verwirrt 😉

Da werden extra 3D-Plastiken erstellt, deren einziger Zweck zur Erstellung eines Fotos dienen und die im Anschluss vernichtet werden.

Aufgenommene, nackte Körper werden in digitaler Bearbeitung zum Teil bis zur Unkenntlichkeit verändert.

Bilderkollagen, so groß wie Plakatwände, werden aus einer Vielzahl von kleineren Bildern und mit grafischen Fantasie-Elementen zu einem Gesamtkunstwerk.

Am meisten beeindruckt hat mich Martin Denker, der genau solche Gesamtkunstwerke, wie gerade beschrieben, schuf. Zunächst stand ich vor dem Bild und fragte mich, was dieses Kunstwerk denn wohl mit Fotografie zu tun hat. Schaut man sich dieses „Gemälde“ aber näher an, entdeckt man, dass es nichts anderes ist, als eine Kollage vieler kleiner Bilder, die in einer fantasievoll gestalteten Umgebung angeordnet sind. Von weitem betrachtet wirkt das Bild auf mich harmonisch, viele geschwungene Symbole lassen es zunächst friedlich erscheinen. Und dann…zwei Bilder, die mich breit grinsen lassen: Der Kirchenmann, seiner Kleidung nach wohl ein Kardinal, trägt eine Hakenkreuzbinde am Arm. Gewagt, meiner Meinung nach und ich frage mich nach der realen Bedeutung.

Einige Zentimeter weiter, in keiner Verbindung zu dem eben beschriebenen Bild stehend, ein Verbotszeichen, in dessen linker Hälfte ein Mensch, in der rechten Seite ein Hund so positioniert sind, dass ein sexueller Hintergrund nicht zu leugnen ist 😆 .

Das Gesamtwerk, so erläutert die Angestellte des Forums später in der Führung, stellt eine Zusammenfassung des Jahres 2011 dar. Und plötzlich entdecke ich auch Muammar-Al-Gadaffi, Berlusconi und weitere, zunächst unauffällig erscheinende Persönlichkeiten.

Beeindruckend finde ich aber auch das Werk einer in Ungarn geborenen Fotografin, die in Albanien Frauen ablichtete, die den größten Teil ihres Lebens als Mann lebten. Wer sich unbefangen und ohne Vorwissen durch die Ausstellung bewegt, erkennt dies eigentlich erst, wenn man zum Infoschild der Künstlerin gelangt, auf dem der Hintergrund und die Entstehungsgeschichte zu den Bildern erläutert ist.

Wer die Ausstellung besuchen mag, dem empfehle ich den Freitag abend. Ab 18:00 Uhr kostet der Eintritt nur 3,80 € und ab 20:00 Uhr gibt es eine kostenlose Führung. Die Leiterin vermittelt eine Menge zusätzlicher Informationen und manch ein Bild, das ich mir zuvor ohne den Grund der Entstehung angeschaut und für mich bewertet hatte, bekommt plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Wobei…die wirklich ausdrucksstarken, überzeugenden Fotos, bedurften keiner weiteren Erläuterung 😉

Die Anfahrt zum Museum übrigens ist leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Vom Düsseldorfer Hauptbahnhof aus fahren zahlreiche Straßenbahnen (U) Richtung Oberkassel und der Ausstieg erfolgt an der Tonhalle. Dort die Treppe hinunter, links halten und nach etwa 200 Metern die Straßenseite wechseln. Rechts liegt dann das NRW-Forum.

Fazit:
Eine klasse Ausstellung, in die man aber nicht allein gehen sollte, denn nicht wenige Bilder provozieren, begeistern, ärgern und man will seine Eindrücke irgendwie unbedingt loswerden. REINGEHEN!

HDR-Bild – Düsseldorfer Skyline

HDR-Foto von der Düsseldorfer Skyline

Hab‘ mal wieder ein bisschen mit meinem HDR-Programm rumgespielt. Die Quali gefällt mir nicht so gut, aber das Motiv dafür, weshalb ich das auch hier in meinen Blog setze.

HDR-Foto von der Düsseldorfer Skyline
HDR-Foto von der Düsseldorfer Skyline

Die Basis für das Bild ist ein Handy(Smartphone)-Foto, das ich mit meinem alten Bildbearbeitungs-Programm einmal heller mit weniger Kontrast und einmal dunkler mit mehr Kontrast abgespeichert habe. Die drei Bilder habe ich dann in Photomatix Pro geladen und mit den Schiebereglern das Bild wie abgebildet manipuliert.

Demnächst werden die Bilder, zumindest gehe ich davon aus, besser, weil ich mit der neuen Kamera auch im RAW-Format knipsen und speichern kann. Dieses Format lässt sich viel besser weiter verarbeiten, weil dabei jedes Bild eine immense Datenmenge hat und die Verluste begrenzt sind.

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Filmkritik: PICCO

Filmkritik: PICCO, Kino, Film

Zuerst muss ich mal überlegen, ob ich eine Kritik zum Film Picco oder eher über das Kino (Metropol in Düsseldorf) schreiben soll. An dieser Stelle beschränke ich mich besser auf den Film 🙂

 

Picco, so bezeichnen die Insassen des Jugendgefängnisses Neuzugänge, was nicht als Kompliment und eher abschätzig gemeint ist. Kevin ist einer der Piccos und er scheint zunächst ein unangepasster Häftling zu sein, der erst noch seinen Platz in der Hierarchie des „Systems hinter Gittern“ finden muss. Wie so oft unter Straftätern beeindrucken Worte weniger als Fäuste und so verschafft sich Kevin erst Respekt durch brutalen Körpereinsatz, anfangs noch gegen seinen Willen. Allerdings muss er seinen Platz unter den Mithäftlingen ständig aufs Neue verteidigen und die Erwartungen seiner Zellengenossen verlangen ihm immer gewalttätigere Handlungen ab, bis er schließlich vor der Entscheidung steht, die für lange Zeit nicht nur sein weiteres Leben bestimmen wird…

Von dem Film erfuhr ich auf WDR2 und die Kritikerin empfahl den Film, obwohl sie vorzeitig das Kino verließ, weil ihr die Bilder und die Handlung in den letzten 20 Minuten zu heftig waren. Picco zeigt Ereignisse, die sich im Jugendknast so tatsächlich ereignet haben. Die Folterung des jungen Tommy am Ende des Films beispielsweise, war vor gar nicht langer Zeit ein Ereignis, das lange und intensive Diskussionen über die Zustände im Jugendknast zur Folge hatte und das die damalige NRW-Justizministerin massiv unter Druck brachte.

Der vielfach prämierte Film ist dunkel, nicht nur von seiner Thematik her. Die düstere Stimmung passt zur Story und unterstützt einen auf den Zuschauer von Beginn an beklemmend wirkenden Handlungsstrang. Ist der Jugendknast tatsächlich die Endstation im Leben der noch jungen Insassen, wie es Marc behauptet? Kann das Rechtssystem keine Hoffnung geben, dass die Straffälligen nach ihrer Entlassung wieder ins „normale Leben“ zurückfinden können und eine neue Chance erhalten??? Weder die Justiz-Angestellten noch die Psychologin scheinen jedenfalls eine geeignete Hilfe für die Eingesperrten zu sein…

Regisseur Philip Koch zeigt ungeschönte Bilder, die uns eine Realität in den Kinosaal bringen, die wir so gar nicht sehen möchten. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum der ein oder andere auch in unserer Nachmittags-Vorstellung, den Film nicht bis zum bitteren Ende anschauen mochte. Tatsächlich ist der Film nichts für sanfte Gemüter. Ich denke, ich habe die Szene am Ende auch nur deshalb durchstehen können, weil ich mir nach den Foltermeldungen aus der Haftanstalt Siegburg damals noch schrecklichere Bilder in meinem Kopf produziert hatte, als die, die im Film schemenhaft, manchmal auch nur angedeutet, zu sehen sind. Ansonsten könnte der Zuschauer verzweifeln, wird ihm doch klar, dass im Jugendknast viel Hoffnungslosigkeit herrscht und dieser Zustand dort fast schon als Zuhause akzeptiert wird, in dem fast alle Handlungen egal sind.

Die Schauspieler spielen ihre ihnen zugewiesenen Charaktere ausgezeichnet und der Darsteller des Kevin (Constantin von Jascheroff) schafft es glaubhaft, den Wandel des Protagonisten vom zweifelnden Insassen hin zum angepassten zu vollziehen. Auch die Ängste der Schwächeren vom ewigen Auf und Ab in der Hierarchie, fühlt man bei den Darstellern.

Fazit: Ein wirklich starker Film! Wie sagte eine Besucherin im Anschluss an die Vorstellung vor dem Kino zu ihrer Begleitung? „Also ich weiss jetzt ganz sicher, dass ich dort nie landen möchte!“ Absolut sehenswert für all jene, die sich einer durchaus möglichen Realität nicht verschließen möchten. Leider läuft Picco derzeit nicht im Ruhrgebiet, sondern nur im Düsseldorfer Filmkunst-Kino Metropol.

WEBSITE DES FILMS

Meine persönliche Wertung:

von 5 Punkten

5 Punkte: Die DVD kauf ich mir, wenn der Film raus kommt
4 Punkte: DVD schau ich mir nochmal an, bei Gelegenheit
3 Punkte: Eher was für den Kinotag, evtl. nochmal was fürs Free-TV
2 Punkte: geht nicht mal am Kinotag als gut durch
1 Punkt : Boah, was ne Zeit- und Geldschverschwendung!

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