Gibt es eine Renaissance des Analogen in der Fotografie?

Immer häufiger lese (und höre)  ich in den entsprechenden Fach-Medien und auf YouTube, wie toll doch plötzlich analoge Foto-Geräte sind. Fast scheint es mir, als befinden wir uns in einer Renaissance der analogen Kameras.

Ausgelöst wurde dieser „Trend“ offenbar von Fujifilm und SONY. Fujifilm brachte mit seinen aktuellen Modellen Designs heraus, die stark an Kameras erinnern, mit denen unsere Väter schon knipsten.

SONY hingegen hat mit seiner Hochpreis-Politik bei einem nur geringen Objektiv-Angebot für die @- und a6xxx-er-Serie dafür gesorgt, dass viele sich nach günstigen Alternativen umgesehen haben. Preiswerte Adapter sorgten dafür, dass in den Schränken längst vergessene Objektive, mit teilweise hervorragenden Gläsern, wieder herausgekramt und verwendet wurden. Okay, auf einen Autofokus und eine elektronische Blendenwahl muss man dabei zwar verzichten, aber diese Optiken liefern, im Zusammenspiel mit einer modernen Kamera, nicht selten hervorragende Ergebnisse!

Es mag diesen Trend nach analogen Komponenten geben, aber ich verweigere mich dem ausdrücklich!

Meine letzte analoge Kamera war die „RICOH KR 10 Super“ (KLICK MAL), alter Schwede, war das ein geiles Tool! Echt! Klar gab es da auch CANON und NIKON und mein Vater hatte sogar eine CANON (siehe Titelbild zu diesem Artikel), aber erstens wollte ich etwas Eigenes und zweitens etwas Besonderes (wie immer 😆 )! Und diese RICOH hatte damals einen wirklich guten Ruf, der sich auf zahlreichen Fotos und über 1.000 Dias von mir sichtbar bestätigte. Aber die Kosten! Wisst Ihr noch, was ein Kleinbild- oder Dia-Film damals kostete? Und wenn Ihr etwas Besseres haben wolltet, musste es der 400er-ISO-Film sein, der entsprechend kostenintensiver war 😉 .

Blende? Manuell einstellen!
Belichtungszeit? Vorgeben!
ISO? Manuell einstellen!

Und wenn die Fotos/Dias nach der Rückkehr von einer Reise dann nicht so geworden waren, wie sie sein sollten, war die Enttäuschung auch schon mal immens! Ganz davon abgesehen, dass die investierte Kohle in dem Fall verschwendet war.

Gut, wer sich mit solch einer Kamera in die Öffentlichkeit wagte, der musste sie beherrschen, der musste wissen, wie man ein Foto richtig belichtet, was ISO bedeutet und für welche Lichtverhältnisse und Motive die optimale Blende zu wählen ist. Ein noch relativ kleiner Taschengeld-Empfänger wie ich, kam da schnell an seine Grenzen, sollte das ganze Geld nicht für Filme und deren Entwicklung draufgehen.

Canon EOS550D
CANON EOS 550D

Jahre später kam dann die erste Digital-Kamera! Eine CANON A…puuh, weiss nicht mehr welche 65er? oder 650? 😉 . Sie hatte 2Megapixel und brauchte keinen Film mehr, nur noch eine CompactFlash-Karte. Und die ließ sich aus der Kamera nehmen, in den PC-Adapter stecken und die Fotos konnten mit einem Computer bearbeitet werden. Was war das für ein Fortschritt! Auch für mich.

Irgendwann später folgte die CANON EOS550D.

Inzwischen bin ich ja mit der SONY a6500 unterwegs und NEIN…definitiv…ICH zumindest vermisse die alten Analog-Zeiten absolut NICHT! Ein super funktionierender Autofokus, ein elektronischer Sucher, der mir bei Veränderung des Blenden- und ISO-Wertes schon das fertige Bild in der Kamera, noch vor dem Auslösen anzeigt, und mir so die Chance zur Optimierung der Aufnahme gibt, die Möglichkeit, mit der Foto-Kamera auch qualitativ hochwertige Videos, sogar in 4K, produzieren zu können…ja sagt mal….da wäre ich doch echt dämlich, würde ich der komplizierten, aufwändigen und kostenintensiven Analog-Periode der Foto-Geschichte nachtrauern.

Meine Kamera: Die Sony a6500
SONY a6500

Gut, wer diese Zeiten nicht (mehr) kennt, wer GERNE so fotografiert, wie vor XX Jahren, wer das Fotografieren auf DIESEM Weg lernen möchte, der mag es tun. Vom Lernfaktor her zumindest, gibt es wohl kaum etwas Besseres! Ansonsten…mir geht es um optimale Ergebnisse, die ich, vom PC unterstützt, damit vielleicht noch etwas besser hin bekomme.

Den Spaß am Fotografieren habe ich aber mit der SONY a6500 gerade erst zurückgewonnen und auch das ist mit ein Grund für meine ablehnende Haltung gegenüber einer analogen Renaissance. Ich spare dann lieber etwas länger, um mir in Zukunft weiterhin High-Tech-Objektive kaufen zu können, mit deren Hilfe ich die Ergebnisse erhalte, die ich mir qualitativ vorstelle und wünsche. Klar, das geht auch mit analogen Gläsern, aber ich liebe eben in dem Fall den Komfort und die Bequemlichkeit 😉 .

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