Besuch der Ausstellung „Night and Day“ des Fotografen Axel Hütte im Museum Kunstpalast / Düsseldorf

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Axel Hütte, Night and Day, Ausstellung im Museum Kunstpalast, Düsseldorf

Letztens hatte ich die Möglichkeit, online ein ermäßigtes Ticket für die Ausstellung „Night and Day“ des Fotografen Axel Hütte im Museum Kunstpalast in Düsseldorf zu ergattern. Bis zum 15. Oktober hatte ich damit Zeit, die Schau zu sehen.

Für mich zählen solche Besuche natürlich zur kulturellen Bildung, aber auch, um mich von anderen Fotografen oder Fotografie-Künstlern inspirieren zu lassen.

Axel Hütte war mir bis dato unbekannt. Im Flyer der Ausstellung wird er als einer „der wichtigsten Vertreter der Düsseldorfer Fotoschule“ und „Meister der Landschaftsfotografie“ vorgestellt. Gezeigt werden ca. 70 Fotos im Großformat. Es sind Landschaftsmotive oder Aufnahmen aus Mega-Cities.

Wenn ich in die Ausstellung eines so hochgelobten Fotografen gehe, erwarte ich natürlich außergewöhnliche Ausstellungsstücke. Um meine Bewertung gleich vorweg zu schreiben: Ich bin enttäuscht!
Die (zum Glück ermäßigten) 9,00 € hätte ich mir sparen können und der Besuch im Kino, für einen mittelmäßigen Film, hätte mir wahrscheinlich mehr Unterhaltungswert beschert, als Axel Hütte`s Aufnahmen.

Ich frage mich, welche der gezeigten Fotos wirklich künstlerisch wertvoll sind, die der Grund dafür sein könnten, dass dieser Fotograf den Platz und die Zeit für eine Ausstellung im Museum Kunstpalast bekommt?
Mag sein, dass meine künstlerischen Kenntnisse für diese Werke nicht ausreichen, aber ich gehe in solch eine Ausstellung, um mich begeistern zu lassen, manchmal natürlich auch, um künstlerisch Wertvolles zu sehen. Dabei entscheidet mein Bauchgefühl, was positiv und was weniger positiv auf mich wirkt. Ich denke mal, so betrachten die meisten Menschen auf diesem Planeten Kunst!

Jedenfalls frage ich mich, wenn ich die hohe Kunst eines Schaffenden anzweifle, auch immer, was in dem ein oder anderen Werk, das mir nichts gibt, wohl aus Sicht der Kunst, so bezeichnendes sein kann/soll, dass es den Weg in eine Ausstellung schafft?

Bei Axel Hütte habe ich mich das sehr oft gefragt. Es beginnt mit Landschaftsaufnahmen aus Süd-Amerika, die recht düster anmuten. Bei den Motiven fällt auf, und das mag sein individueller Stil sein, dass etwa zwei Drittel bis drei Viertel des Fotos mit dunklem Himmel oder hellem Nebel gefüllt sind. Kurz gesagt: Größtenteils ist da nichts zu Sehen! Auf einem einzigen Bild fand ich diese Komposition gelungen. Sie zeigte eine Reihe kahler Bäume in einer Winter- oder Nebel-Landschaft, bei der die Bäume in der Ferne immer mehr im Hellen verschwanden.

Dann diese Fotos, die ich für nicht einmal sehenswert erachte, weil ich finde, dass sie nichts Aufregendes zeigen. Als Beispiel möchte ich eine Tropsteinhöhle mit dem Titel „Underworld-3“, dann das Bild „Monkey’s Island, Germany und vor allem „Geäst“ anführen. Diese Fotos sind aus meiner Sicht eines KÜNSTLERS nicht würdig!
Bei „Geäst“ halte ich die Kamera einfach, ja einfach, in einen zuvor ausgesuchten Baum mit Vogelnest und drücke ab. Wohlgemerkt: Nicht mit meiner Kamera, sondern mit dem Smartphone, weil das Motiv, so wie ich es von Hütte sah, meinem Empfinden nach, kein hochwertiges Equipment benötigt. Es ist für mich ein Alltagsfoto ohne künstlerischen Wert, dass ich auf Instagram oder bei Twitter von Amateueren in ähnlicher Weise gezeigt finde.

„Monkey’s Island, Germany“…hey, was soll das? Solche Fotos lösche ich, ebenso wie zwei weitere, aus meiner Sicht, völlig unterbelichtete Nieten, von meiner Kamera, weil ich mich dafür schämen würde, wenn ich sie anderen zeigte.
Auf den, von mir so empfundenen „Nieten“ ist nichts weiter zu sehen, als eine nächtliche Umgebung mit in weiter Ferne befindlicher Lichtquelle, die sich bei näherem Hinsehen als Haus herausstellt.
Hier hängen solche Bilder in einer Ausstellung! Haben wir so wenige gute, kreative und künstlerisch anspruchsvolle Fotografen in Deutschland, die mir für den Eintrittspreis, meine Zeit und mein begieriges Verlangen nach Aufnahme von neuen Inspirationen, mehr bieten könnten, als dieser Axel Hütte?

War also alles schlecht und die Ausstellung ist ein Voll-Flop?

NEIN!

Einiges hat mir gefallen. Gut sogar. Faszinierend fand ich die Arbeiten, die bei nahem Hinsehen unscharf waren und wie zwei Bilder übereinander gelegt wirkten, von weitem aber eine gewissen Schärfe erzeugten. Zudem waren sie mit metallenen Effekten überzogen (?), was den Fotos eine schön anzusehende Erscheinung gab. Das Motiv, Häuser in einer Mega-City, passte dazu.

Übrigens gefiel mir die penible Genauigkeit, mit der gerade die Stadt-Fotos, parallel zu den Rändern hin ausgerichtet sind.

Die Natur auf den Kopf gestellt hat Hütte, einige sich im Wasser spiegelnde Landschaften als Motiv gewählt. Nur am unteren Bildrand angedeutet, liess sich noch die Schärfe der Natur ausserhalb des Wassers erkennen.

Eindrucksvoll fand ich auch die „Brückenbilder“, auf denen Axel Hütte den oberen und unteren Träger von Eisenbahnbrücken als Bildränder nutzt. Der Betrachter blickt dann durch die Seitenträger der Brücken auf die im Hintergrund liegende Landschaft, wie durch ein Gitter.

Fazit
Ich bin von der Ausstellung größtenteils entäuscht! Die aus meiner Sicht wenigen gelungenen Aufnahmen, gleichen jene Fotos nicht aus, vor denen ich stand und breit grinsen musste, weil ich es nicht fassen konnte, dass solche Aufnahmen den Weg in eine Ausstellung schaffen und dass diese Fotos von einem KÜNSTLER und hoch angesehenen Fotografen stammen sollen.

Wer sich die Ausstellung anschaut, wird vielleicht wie ich, und das ist irgendwie auch das Interessanteste an dieser Schau gewesen, emotional durcheinander gewirbelt und sicher viel Stoff für Diskussionen finden.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 14.Januar 2018. Weitere Infos findet Ihr H I E R

Einige Bilder, die ich hier besprochen habe, findet Ihr auch in der Bildergalerie, die HIER verlinkt ist.

Natürlich interessiert mich, wenn Du die Ausstellung ebenfalls besucht hast, ob Du meine Meinung teilst oder ob Du ganz andere Eindrücke mitgenommen hast. Nutze einfach das Kommentarfeld für Deine Meinung, ich bin gespannt. 🙂

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