HOOKED – Meine #Filmkritik (im Rahmen des HOMOCHROM-Film-Festivals in Köln)

Meine #Filmkritik #Hoked #Kino #Film

Der Film HOOKED läuft aktuell beim HOMOCHROMFilmFestival (KLICK) in Köln, das nächste Woche auch in Dortmund stattfinden wird. Die Zusammenfassung im Programmheft las sich für mich so interessant, dass ich mir die fast 2 Stunden Fahrt nach Köln antun wollte. Ein Aspekt, an dem ich die Qualität des Films messen möchte 😉

Wer etwas über den Inhalt des Films wissen möchte, liest einfach HIER nach. Wie immer erspare ich mir die Wiederholung einer Zusammenfassung, die man auf anderen Webseiten lesen kann.

HOOKED lief im Filmforum NRW, einem Gebäudeteil des Ludwig-Museums in Köln, direkt neben dem Dom. Der Regisseur war anwesend und beantwortete nach dem Film Fragen aus dem Publikum. 150.000 USD betrug der Etat, also ein echter Low-Budget-Movie und dafür hat er ein bemerkenswertes Werk erschaffen.

Die Hauptdarsteller sind beeindruckend überzeugend und Jack, um den es in diesem Film überwiegend geht, spielt meinem Empfinden nach, seine Rolle überragend.

Dennoch wirkte HOOKED im ersten Teil ungeordnet, manchmal fast wirr auf mich. Einige Szenen empfand ich als ungünstig und unpassend zusammengeschnitten, was den Film für mich fast scheitern ließ.

Aber im weiteren Verlauf bekommt er die Kurve, der rote Handlungsfaden wirkt geordneter und ruhiger, aber überwiegend eben durch die überzeugende Leistung der Schauspieler. An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir mehr Dramatik gewünscht, aber vergessen wir nicht, dass es sich hier um einen Low-Budget-Film handelt, über den der Regisseur berichtet, dass er, aufgrund der schwulen Thematik, Probleme in den USA hatte, Finanziers für HOOKED zu finden. Er musste demnach überwiegend mit Studenten arbeiten und so kann ich über einige hier beschriebene Schwächen hinweg sehen.

Der Regisseur will mit dem Film auf die Situation vieler schwuler Jugendlicher aufmerksam machen, die in den USA auf der Strasse leben und von der Prostitution leben und dabei mit Drogen konfrontiert werden. In diesem Zusammenhang finde ich Jacks Geschichte, wie er von zu Hause aus in die Obdachlosigkeit geriet gut erzählt. Die einseitigen Telefonate mit seiner Mutter, die anscheinend die Kommunikation mit dem „sündigen, kranken“ Sohn verweigert, zeigen ihre Einstellung, ebenso wie beim schwulen Ken, der die Hilfe eines Pfarrers sucht und der die bekannten Parolen der (katholischen) Kirche herunterplappert: Enthaltsamkeit hilft! Das ist natürlich alles andere als Hilfe!

Fazit:
Alles in allem charakterisiert HOOKED die prekäre Situation schwuler Jugendlicher in den USA treffend, zumindest wenn ich das Gezeigte mit entsprechenden Berichten über die Lebenslage dort in den Medien vergleiche. Die aus der Hand geführte Kamera nervte mich hin und wieder und ein Stativ hätte die Handlung sehr unterstützt und beruhigt. Auch wenn der Film mir persönlich nichts wesentlich Neues zeigte, kann er sicher für Viele interessant und aufklärend sein. Die nicht immer optimierte Filmumsetzung verwirrt zum Glück nur kurz, sodass HOOKED alles in allem für mich eine gute, wenn auch nicht überragende Filmarbeit ist.
Nach der Ankündigung im Programmheft hatte ich mir, ehrlich gesagt, mehr versprochen. Insgesamt vier Stunden Fahrt, um diesen Film sehen zu können, waren mir zuviel und dafür fand ich ihn nicht lohnenswert. Wenn er aber in Bochum oder einer Nachbarstadt laufen würde, kann ich ihn empfehlen.
Und was HOMOCHROM angeht, nicht nur die schwule monatliche Filmreihe im Ruhrgebiet und in Köln, sondern auch das aktuelle Film-Festival: Wie schön, dass es so etwas in unserer Region gibt! Klasse! 😉

IMDB-Seite zum Film

Meine persönliche Wertung: 3 Punkte

5 Punkte: WOW! Großartige Unterhaltung, perfekter Film! Besser geht`s nicht!
4 Punkte: Klasse gemacht, tolle Unterhaltung, nix zu bereuen!
3 Punkte: Eher was für den Kinotag oder auf Free-TV-Premiere warten!
2 Punkte: geht gerade mal im Fernsehen als gut durch!
1 Punkt : Volle Zeit- und Geldschverschwendung! Flucht aus dem Kino!

Hast D U den Film schon gesehen und wie fandest Du ihn? Interessiert mich, nutze das Kommentarfeld 😉

Besuch der Ausstellung „Night and Day“ des Fotografen Axel Hütte im Museum Kunstpalast / Düsseldorf

Axel Hütte, Night and Day, Ausstellung im Museum Kunstpalast, Düsseldorf

Letztens hatte ich die Möglichkeit, online ein ermäßigtes Ticket für die Ausstellung „Night and Day“ des Fotografen Axel Hütte im Museum Kunstpalast in Düsseldorf zu ergattern. Bis zum 15. Oktober hatte ich damit Zeit, die Schau zu sehen.

Für mich zählen solche Besuche natürlich zur kulturellen Bildung, aber auch, um mich von anderen Fotografen oder Fotografie-Künstlern inspirieren zu lassen.

Axel Hütte war mir bis dato unbekannt. Im Flyer der Ausstellung wird er als einer „der wichtigsten Vertreter der Düsseldorfer Fotoschule“ und „Meister der Landschaftsfotografie“ vorgestellt. Gezeigt werden ca. 70 Fotos im Großformat. Es sind Landschaftsmotive oder Aufnahmen aus Mega-Cities.

Wenn ich in die Ausstellung eines so hochgelobten Fotografen gehe, erwarte ich natürlich außergewöhnliche Ausstellungsstücke. Um meine Bewertung gleich vorweg zu schreiben: Ich bin enttäuscht!
Die (zum Glück ermäßigten) 9,00 € hätte ich mir sparen können und der Besuch im Kino, für einen mittelmäßigen Film, hätte mir wahrscheinlich mehr Unterhaltungswert beschert, als Axel Hütte`s Aufnahmen.

Ich frage mich, welche der gezeigten Fotos wirklich künstlerisch wertvoll sind, die der Grund dafür sein könnten, dass dieser Fotograf den Platz und die Zeit für eine Ausstellung im Museum Kunstpalast bekommt?
Mag sein, dass meine künstlerischen Kenntnisse für diese Werke nicht ausreichen, aber ich gehe in solch eine Ausstellung, um mich begeistern zu lassen, manchmal natürlich auch, um künstlerisch Wertvolles zu sehen. Dabei entscheidet mein Bauchgefühl, was positiv und was weniger positiv auf mich wirkt. Ich denke mal, so betrachten die meisten Menschen auf diesem Planeten Kunst!

Jedenfalls frage ich mich, wenn ich die hohe Kunst eines Schaffenden anzweifle, auch immer, was in dem ein oder anderen Werk, das mir nichts gibt, wohl aus Sicht der Kunst, so bezeichnendes sein kann/soll, dass es den Weg in eine Ausstellung schafft?

Bei Axel Hütte habe ich mich das sehr oft gefragt. Es beginnt mit Landschaftsaufnahmen aus Süd-Amerika, die recht düster anmuten. Bei den Motiven fällt auf, und das mag sein individueller Stil sein, dass etwa zwei Drittel bis drei Viertel des Fotos mit dunklem Himmel oder hellem Nebel gefüllt sind. Kurz gesagt: Größtenteils ist da nichts zu Sehen! Auf einem einzigen Bild fand ich diese Komposition gelungen. Sie zeigte eine Reihe kahler Bäume in einer Winter- oder Nebel-Landschaft, bei der die Bäume in der Ferne immer mehr im Hellen verschwanden.

Dann diese Fotos, die ich für nicht einmal sehenswert erachte, weil ich finde, dass sie nichts Aufregendes zeigen. Als Beispiel möchte ich eine Tropsteinhöhle mit dem Titel „Underworld-3“, dann das Bild „Monkey’s Island, Germany und vor allem „Geäst“ anführen. Diese Fotos sind aus meiner Sicht eines KÜNSTLERS nicht würdig!
Bei „Geäst“ halte ich die Kamera einfach, ja einfach, in einen zuvor ausgesuchten Baum mit Vogelnest und drücke ab. Wohlgemerkt: Nicht mit meiner Kamera, sondern mit dem Smartphone, weil das Motiv, so wie ich es von Hütte sah, meinem Empfinden nach, kein hochwertiges Equipment benötigt. Es ist für mich ein Alltagsfoto ohne künstlerischen Wert, dass ich auf Instagram oder bei Twitter von Amateueren in ähnlicher Weise gezeigt finde.

„Monkey’s Island, Germany“…hey, was soll das? Solche Fotos lösche ich, ebenso wie zwei weitere, aus meiner Sicht, völlig unterbelichtete Nieten, von meiner Kamera, weil ich mich dafür schämen würde, wenn ich sie anderen zeigte.
Auf den, von mir so empfundenen „Nieten“ ist nichts weiter zu sehen, als eine nächtliche Umgebung mit in weiter Ferne befindlicher Lichtquelle, die sich bei näherem Hinsehen als Haus herausstellt.
Hier hängen solche Bilder in einer Ausstellung! Haben wir so wenige gute, kreative und künstlerisch anspruchsvolle Fotografen in Deutschland, die mir für den Eintrittspreis, meine Zeit und mein begieriges Verlangen nach Aufnahme von neuen Inspirationen, mehr bieten könnten, als dieser Axel Hütte?

War also alles schlecht und die Ausstellung ist ein Voll-Flop?

NEIN!

Einiges hat mir gefallen. Gut sogar. Faszinierend fand ich die Arbeiten, die bei nahem Hinsehen unscharf waren und wie zwei Bilder übereinander gelegt wirkten, von weitem aber eine gewissen Schärfe erzeugten. Zudem waren sie mit metallenen Effekten überzogen (?), was den Fotos eine schön anzusehende Erscheinung gab. Das Motiv, Häuser in einer Mega-City, passte dazu.

Übrigens gefiel mir die penible Genauigkeit, mit der gerade die Stadt-Fotos, parallel zu den Rändern hin ausgerichtet sind.

Die Natur auf den Kopf gestellt hat Hütte, einige sich im Wasser spiegelnde Landschaften als Motiv gewählt. Nur am unteren Bildrand angedeutet, liess sich noch die Schärfe der Natur ausserhalb des Wassers erkennen.

Eindrucksvoll fand ich auch die „Brückenbilder“, auf denen Axel Hütte den oberen und unteren Träger von Eisenbahnbrücken als Bildränder nutzt. Der Betrachter blickt dann durch die Seitenträger der Brücken auf die im Hintergrund liegende Landschaft, wie durch ein Gitter.

Fazit
Ich bin von der Ausstellung größtenteils entäuscht! Die aus meiner Sicht wenigen gelungenen Aufnahmen, gleichen jene Fotos nicht aus, vor denen ich stand und breit grinsen musste, weil ich es nicht fassen konnte, dass solche Aufnahmen den Weg in eine Ausstellung schaffen und dass diese Fotos von einem KÜNSTLER und hoch angesehenen Fotografen stammen sollen.

Wer sich die Ausstellung anschaut, wird vielleicht wie ich, und das ist irgendwie auch das Interessanteste an dieser Schau gewesen, emotional durcheinander gewirbelt und sicher viel Stoff für Diskussionen finden.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 14.Januar 2018. Weitere Infos findet Ihr H I E R

Einige Bilder, die ich hier besprochen habe, findet Ihr auch in der Bildergalerie, die HIER verlinkt ist.

Natürlich interessiert mich, wenn Du die Ausstellung ebenfalls besucht hast, ob Du meine Meinung teilst oder ob Du ganz andere Eindrücke mitgenommen hast. Nutze einfach das Kommentarfeld für Deine Meinung, ich bin gespannt. 🙂