Früher war alles einfacher! Und jetzt? – Anmerkungen

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Früher war alles einfacher...und jetzt? Anmerkungen zum Alter

In bin nicht mehr in einem Alter, in dem man sich mal eben hinsetzt und mit etwas Neuem startet, was das Leben dann noch einmal in eine andere Richtung lenken soll. Meine Lebensuhr läuft ab und wenn ich die Prognosen zur Lebenserwartung jener Männer sehe, die in meinem Jahr geboren sind, ist die erste Hälfte meines Lebens bereits ein paar Jahre überwunden. Somit könnte ich eigentlich schreiben: Ich bin lebenstechnisch auf dem absteigenden Ast!

Eigentlich!

Aber wieso müssen Menschen in meinem Alter, weit jenseits der 40, immer wieder mal an die magische 60er-Zahl denken und damit an das Erreichen eines möglichen Rentenalters, das einem angeblich das Ende des Arbeitens beschert und doch nichts Anderes bringen wird, als Langeweile, häufigere Arztbesuche und das zunehmende Abgleiten ins Nichts, vielleicht sogar mit abschließender Hoffnung auf einen baldigen Tod? Mehr hat die zweite Lebenshälfte nicht zu bieten? B I T T E !!!

Soll es jenseits der 50 oder 60 nichts Interessantes, nichts Neues, nichts Aufregendes und keine Herausforderungen mehr geben? Was soll DAS für ein Leben sein? 🙄

Ja, die Bequemlichkeit ist auch bei mir, neben der ein oder anderen Krankheit, die das fortgesetzte Leben mit sich bringt, nicht selten der Grund für den gesteigerten Wunsch nach Ruhe und Abstand zum Alltag. Ich habe als Selbstständiger eben keinen Arbeitsrhythmus nach dem Motto 9/17 (Arbeitsbeginn: 9:00 Uhr, Ende um 17:00 Uhr) und so hat mein Tag mit Dauerpower nicht selten 12 Stunden Auslastung am Stück.

Vor Jahren machte ich mir Gedanken darüber, wie sich das Alter inzwischen auf mich auszuwirken scheint. Damit verbunden war schließlich die Frage:

Wie bekomme ich den Ehrgeiz, die Neugier und die Energie aus den früheren Jahren zurück, als ich jünger war, voller Elan und Power, voller Ideen und Motivation? Oder ist das vorbei….ein für allemal???

Ich glaube, das Problem der „älteren“ Menschen ist nicht selten, dass sie ab einem gewissen Alter ihr Leben auf der Zielgerade sehen und ihnen damit der Wille zu einer Zukunfts-Perspektive flöten geht. Sie bekommen Ängste, glauben, sie könnten sich bald nicht mehr bewegen, haben Angst vor dem Alleinsein und befürchten, sie schafften die neuen Herausforderungen eines geänderten Lebens nicht mehr, weil…ach…es könnte ja soooo anstrengend werden… Echt jetzt….ist das Leben für diese Menschen jenseits der 50 schon gelaufen?

Die meisten sind satt, haben ein geordnetes Leben mit festen Arbeitszeiten, haben die Karriereleiter bis nach oben hin erklommen und verwalten arbeitstechnisch nur noch ihren Status Quo! Jede Veränderung in dem Bereich wird als Bedrohung empfunden, Ängste kommen auf…

Mir geht es nicht so! Zumindest wehre ich mich gegen DIESE Art des Lebens seit Jahren schon. Ich will kein Korsett, das mich satt macht, das mich am Abend lustlos und abgekämpft auf die Couch fallen lässt, das mir die Lust am Freizeitleben nach der täglichen Arbeitszeit nimmt, das mir eine Routine beschert, die dem Leben keine überraschenden oder spannenden Momente mehr lässt.

Ich habe mehrmals meinen Beruf wechseln müssen, musste mich also auf diverse Veränderungen in meinem Berufs- und Privatleben, auch durch immer wieder geänderte Arbeitszeiten, einstellen und das in diversen Abschnitten meines Lebens. Vielleicht habe ich deshalb nie aufgehört, Pläne zu schmieden, neue Projekte auf den Weg zu bringen, Neues auszuprobieren.

Eines jedenfalls, und daran glaube ich ganz fest, können ALLE in meinem Alter: Die Energie aufbringen, etwas Neues anzufangen und damit ihr bisheriges Leben ändern, auch wenn sie sich dies selbst zunächst nicht zutrauen können/wollen!

Die Frage, die ich da oben gestellt habe, habe ich mir positiv beantwortet. Hmm…falsch…, ich WOLLTE sie mir UNBEDINGT positiv beantworten, denn es sollte bei der Antwort doch nicht um eine Feststellung gehen, sondern um eine Möglichkeit, gegen das konventionelle Verhalten, das auch mich erfasst hatte, anstinken zu können!

Sich die Neugier der Jugend zu erhalten, ist easy: Einfach Fragen stellen und mögen sie aus der Sicht anderer noch so blöde sein, sich für Neues (zum Beispiel Technisches) interessieren, dabei seinen Grips einschalten und nicht dem typischen Denken älterer bis alter Menschen erliegen, die von vornherein meinen, das schafften/verstünden sie eh nicht mehr!

Das ist Unsinn!

Es geht, auch wenn es zunächst anstrengender ist, weil die innere Einstellung noch nicht wirklich umgestellt ist, zwar langsamer als früher, aber es geht, wenn man sich wirklich offen interessiert und man es verstehen WILL!

Der Ehrgeiz. Wer sagt, dass man sich im fortgesetzten Alter keine Ziele mehr setzen kann/soll? Kann sein, dass dies von aussen suggeriert wird, aber pffffffffffft…was interessiert mich, was andere über MEIN Leben und MEINE Zukunft denken? 🙄 Ob die Ziele dann tatsächlich erreichbar sein werden, wird sich zeigen, aber sie erreichen zu wollen, kann Ansporn genug sein, Ehrgeiz zu entwickeln!

Die Energie (von früher) ist wohl das Schwierigste! Wo soll sie herkommen? Meine Tipps sind:

  • möglichst oft schlafen, ohne den Wecker zu stellen und damit häufiger ausschlafen
  • Sport treiben und ihn nicht als Belastung empfinden, sondern ihn als Energie-Lieferanten akzeptieren, denn das gute Gefühl nach dem Sport ist unersetzbar
  • Dinge unternehmen, die einem Spaß machen, denn Lachen, das Glücksgefühl und Zufriedenheit, füllen die Energiereserven auf, ebenso wie
  • sich auf Menschen konzentrieren, mit denen man sich gerne trifft, mit denen man lachen und reden kann, ohne darauf achten zu müssen, wie das ein oder andere Ausgesprochene auf den anderen wirkt („Keine Zeit für Arschlöcher“, Buch & Zitat von Horst Lichter 😉 )
  • auf die eigene Gesundheit achten (Ernährung, Bewegung, unbedingte Schonung im Krankheitsfall etc.)
  • öfter eine Auszeit nehmen, auch wenn diese nur Stunden dauert und sie mit Gelegenheiten ausfüllen, die einem Zeit für sich selbst lassen
  • seine Pläne konsequent leben, sich nicht von äusseren Meinungen leiten lassen und alle negativen Einflüsse im/auf das Leben zügig beseitigen
  • sich darüber klar werden, wie wenig Zeit einem noch bleibt und diese Zeit nutzen, um die gesteckten Ziele zu erfüllen
  • insgesamt entspannter und zielgerichteter durchs Leben gehen

Meiner Erfahrung nach ergeben sich aus den obigen Punkten automatisch die Motivation und die Entwicklung neuer Ideen, denn wer seine Energie nicht mehr mit negativen Einflüssen verschwendet, schafft leichter Neues und kann sich auf das Wesentliche im Leben konzentrieren! Das Leben kann so wieder spannender werden, weil du eigentlich von vorne anfängst, eben wie in der Jugend.

Darüber hinaus glaube ich fest daran, dass man mit diesen Lebenseinstellungen auch älter werden kann, als sein Umfeld, das sich nach und nach, mehr und mehr dem Alter ergibt und sich letztendlich aufgibt.

Keine Frage, was ich da gerade aufgeschrieben habe, bedarf einer immensen Kraftanstrengung, weil es für viele eine Umstellung des Lebens bedeuten würde, was die meisten eigentlich gar nicht wollen, auch wenn sie es sich wünschen! Aber ist es die Kraftanstrengung nicht wert, wenn man das am Ende erreicht, was man sich als Ziel gesetzt hat? Ein ausgeglicheneres, zufriedeneres, schöneres Leben! 🙂

Try it…or die! 😛

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