Besuch im Landtag NRW in Düsseldorf

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Auf dem Weg nach Düsseldorf zum Besuch des Landtages NRW, Ruhrtalbrücke, Sonnenaufgang, HandyfotoVor ein paar Tagen ergab sich für mich eine gute Gelegenheit, einen Besuch im Landtag von NRW in Düsseldorf zu absolvieren. Der Stadtspiegel Bochum hatte zu einer Fahrt zum Landtag aufgerufen und meine e-Mail wurde gezogen 🙂 . So ging es also am letzten Donnerstag um 7:00 Uhr vom Hauptbahnhof Bochum mit dem Bus in Richtung Landeshauptstadt.

Gebäude des Landtages NRW in Düsseldorf, im Hintergrund mit dem RheinturmDas Landtagsgebäude hatte ich schon öfter von außen besucht und fotografiert, aber jetzt bot sich mir auch einmal die Gelegenheit, das Gebäude von innen zu sehen. Zunächst ging es durch einen Sicherheits-Check, ähnlich wie am Flughafen. Danach wurden wir von einer Mitarbeiterin empfangen, die uns, nach kurzer Wartezeit, eine Einführung in die Arbeit des Landtages und der Abgeordneten gab.

Gebäude des Landtages NRW in DüsseldorfJa, auch ich habe mich schon des öfteren gefragt, was so ein Abgeordneter eigentlich arbeitet, erst recht, wenn ich im Plenum des Landtages sehe, wie wenig Abgeordnete an vielen Sitzungen teilnehmen, die öffentliches Interesse wecken und z.B. im TV übertragen werden. Das Geheimnis ist schnell gelüftet, denn die eigentliche Arbeit findet nicht im großen Saal des Landtages statt, sondern in den Ausschüssen.

Landtagsgebäude mit Rheinturm, Düsseldorf, NRWEs gibt zahlreiche Ausschüsse, wie beispielsweise für Sport, Medien oder für Wirtschaftsfragen. Ein Ausschuss ist von seiner Zusammensetzung her ein Abbild des Parlaments. Jede im Landtag vertretene Partei entsendet anteilig Abgeordnete in die Ausschüsse, die sich intensiv in die dort zu behandelnden Themen einarbeiten und versuchen, die politischen Vorgaben ihrer Partei umzusetzen. Die Ausschuss-Mitglieder informieren dann ihre Fraktion über den aktuellen Stand der Beratungen/Dinge.

Die Sitzungen im Plenum des Landtages dienen allein der Information der Öffentlichkeit, was nun erklärt, warum oft so wenige Abgeordnete auf den Stühlen zu sehen sind. Sie sind bereits durch ihre Ausschuss-Mitglieder informiert worden, die nun auch die Öffentlichkeit im Parlament informieren.

 

Blick in den Vorraum von Tagungsräumen

Blick nach oben im Foyer des Landtages NRWDen Großteil der Zeit eines Jahres müssen Abgeordnete im Landtag anwesend sein. Und selbst wenn sie sitzungsfreie Zeiten, wie beispielsweise in den Ferien haben, müssen sie schließlich noch ihr Wahlbüro in dem Ort verwalten, in dem sie von den Wählerinnen und Wählern für den Landtag gewählt wurden. Nicht selten, so ein Abgeordneter der SPD aus Bochum, hat seine Arbeitswoche 70 Stunden.

Nach einem kleinen Frühstücks-Imbiss, nutzte ich die Zeit zum Fotografieren des Gebäudes. Leider hat man im Rahmen von Besuchergruppen keinen Treppenaufgang zum Plenarsaal vom Foyer ausungehinderten Zugang zu allen Räumlichkeiten und so blieb mir nur das Foyer als Motiv und später dann der Aufgang zum Plenarsaal. Dort darf allerdings weder fotografiert, noch das Handy gezückt werden. Die Saaldiener achten penibel genau und ermahnen sehr schnell in recht strengem Ton, die Besucher bei Missachten der Vorschriften.

Peinlich wird es, wenn es Besserwisser in der Gruppe gibt, die meinen, diskutieren zu müssen, weil sie angeblich keinerlei Informationen über das Fotografier- und Handy-Verbot erhalten hätten. Dabei reicht ein kurzer Blick auf die Rückseite der Besucherkarte, wo ein entsprechender Auszug aus der Hausordnung aufgedruckt ist.

In dem Zusammenhang wundere ich mich immer wieder, wie wenig sich solche „Hobby-Fotografen“ um eine Erlaubnis zum Fotografieren Gedanken machen. Ich frage generell lieber einmal zuviel, als mich in eine peinliche Situation hinein manövrieren zu lassen, aber der Besuch im Landtag zeigte mir, dass ich auch da wieder einmal mehr eine Ausnahme bin!

ein weiterer Treppenaufgang zum Plenarsaal des Landtages NRW

Auf der Besuchertribüne des Plenarsaals dürfen die Gäste weder applaudieren, noch ihre Meinung laut kundtun. Das hat nichts mit verbotener Meinungsfreiheit, sondern vielmehr mit den Erfahrungen aus der Weimarer Republik zu tun, als die Nazis als Zuschauer in den Parlamenten verbal die Abgeordneten unter Druck setzten und so versuchten, deren Entscheidungen zu beeinflussen. Finde ich nachvollziehbar.

Das Gebäude des Landtages NRW von aussenIm Anschluss an den Besuch im Plenarsaal, hatten wir im Fraktionssaal der SPD noch ein Treffen mit der Präsidentin des Landtages, Frau Carina Gödecke (KLICK HIER), Abgeordnete der SPD aus Bochum. Sie beantwortete uns, zusammen mit einem Kollegen, Fragen aus der Runde, was ich wiederum sehr informativ fand.

Damit war der Besuch um kurz nach 12:30 Uhr auch schon wieder beendet.

Fazit:
Wer sich politisch interessiert, für den ist der Besuch im Landtag von NRW eine lohnenswerte Fahrt nach Düsseldorf. Im Rahmen des Besuchs gab es eine Menge Informationen rund um das Landes-Parlament und Fragen wurden sehr ausführlich und bereitwillig beantwortet. Alles in allem fand ich die Fahrt sehr informativ und interessant.

An dieser Stelle danke ich noch einmal herzlich dem Stadtspiegel in Bochum, der diese Fahrt ermöglicht hatte.

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