Konzert-Besuch bei den Wuppertaler Sinfonikern – „Hollywood auf dem Johannisberg“

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Blick auf die Orchesterstühle in der Historischen Stadthalle WuppertalAm 5.April 2016 war ich zu Besuch bei den Wuppertaler Sinfonikern. Präsentiert wurde das Konzert „Hollywood auf dem Johannisberg“. Ob sich mein Besuch in der Historischen Stadthalle gelohnt hat?

Wer mich danach fragt, welche Musik ich gerne höre, verzweifelt regelmäßig bei meiner Antwort, denn auch dabei, ähnlich wie bei den Themen dieses Blogs, bin ich stilistisch absolut nicht festlegbar oder einer bestimmten Kategorie zuzuordnen! Zum Tanzen mag ich Charts-/Dance-Music, ein bisschen House, Black und RnB und selten würde ich mir das einzelne Album eines bestimmten Künstlers (m/w) kaufen. Auf einem Live-Konzert war ich noch nie! 😛

Für den alltäglichen Hörgenuss kommen zum oben genannten noch Soundtracks und natürlich klassische Musik hinzu. Bei letzterer reicht meine Gerne-Hör-Palette von den Gregorianern und Rondo Veneziano über Ravel bis zur Strauss-Familie. Das alljährliche Neujahrskonzert in Wien ist für mich eines der Highlights des Jahres, das an keinem Neujahrstag fehlen darf!

So! 🙂

Von daher sollte es nicht überraschen, dass ich mich über die Einladung zu einem Konzert der Wuppertaler Sinfoniker letzte Woche sehr freute. Unter dem Titel „Hollywood auf dem Johannisberg„, spielte das Orchester in der ehrwürdigen Umgebung der Historischen Stadthalle, Soundtracks aus bekannten und weniger bekannten Filmen (INFOKLICK).

Wuppertal hat eigene Sinfoniker?

Wer es noch nicht wusste, so wie ich: J A ! Und das seit über 150 Jahren (KLICK) und (KLICK)!

Zunächst einmal empfehle ich die Anreise mit der Bahn (war bei uns im Ticket enthalten!), denn die Riesen-Baustelle in Wuppertal macht die Fahrt mit dem Auto wirklich kompliziert.

Historische Stadthalle von aussen, WuppertalDas erste was mich beim Eintreffen wirklich beeindruckte, war der große Saal der Historischen Stadthalle (siehe Fotos). Und wieder wunderte ich mich, das es so etwas in Wuppertal zu sehen gibt. Irgendwie habe ich die Stadt bisher nur als eine Ansammlung von Stadtteilen in Talkesseln mit der Schwebebahn wahrgenommen 😉 .

Die musikalische Leitung des Abends hatte Nic Raine (WEBSITE) (BIO), ein sympathischer und humorvoller Brite, zudem ein weltweit tätiges, musikalisches Multi-Talent, vom Dirigenten bis hin zum Komponisten (u.a. „Der Mann mit dem Fagott“ (ARD), Playstation-Games-Soundtrack, wie Primal und Medieval).

In einigen Musikstücken begleitete die Sopranistin Jana Degebrodt (KLICK) das Orchester mit ihrer beeindruckenden, starken Stimme.

Eröffnet wurde der musikalische Abend mit der bekannten Fanfare der Film-Produktionsfirma Universal (KLICK), so wie es sich eben für jeden anständigen Film-Beginn gehört 😉 . Dann folgten unter anderem die Themes von Jurassic Park, Mission Impossible und Star Trek. Interessant war auch das Western-Medley des wohl bekanntesten Filmmusik-Komponisten der Welt, Ennio Morricone.

Blick in die Historische Stadthalle in WuppertalBei derartigen Musiken, die mich zum einen schlicht begeistern, bei denen aber auch noch Bilder in meinem Kopf aus den Kino-Besuchen ablaufen, kann ich einfach meine Beine nicht still halten. Ich hoffe dann immer, dass es meine Sitznachbarn nicht nervt, aber ist es nicht gerade DAS, was ein solches Konzert ausmacht, nämlich das Wecken von Emotionen? 🙂 Und ich muss sie in dem Moment der Begeisterung einfach ausleben…

Die etwa 15 minütige Pause nutzten wir im Foyer für Getränke und einen echt leckeren (Riesen-)Brezel 🙂 . Das Publikum war übrigens sehr gemischt. Von zurückhaltender Abendgarderobe bis hin zu sportlicher Freizeit-Kleidung konnte ich alles sehen. Auffallend fand ich auch, dass zu diesem Orchester-Konzert viele jüngere Besucher kamen.

Blick auf die Orgel und die Orchester-Bestuhlung in der Historischen Stadthalle in WuppertalDer zweite Teil startete mit dem Theme aus The Simpsons. Im Verlauf gab es auch einen etwas romantischeren Part mit My Heart will go on (Titanic) und Moonriver aus Frühstück bei Tiffany. Dabei die Augen zu schließen, sich rein auf den Hörgenuss zu konzentrieren, war ein wirklich schönes, auch emotionales Erlebnis.
Insgesamt war der zweite Part der für mich unattraktivere, ohne dass er aber die Leistung der Sinfoniker schmälerte. Ich habe eben meine Präferenzen in Sachen Filmmusik und die überwogen im ersten Teil des Konzerts.

Fazit und Kritik:

Ein wunderschöner, musikalischer Abend und ein herrlich erfrischender Sound-Genuss eines tollen Orchesters in einem beeindruckenden Saal! Ich denke, dies fasst meine Begeisterung am besten zusammen 🙂 .

Es gibt aber auch etwas Kritisches zu berichten:
Die Abstimmung des Orchesters mit der Sopranistin könnte aus meiner Sicht stellenweise etwas gelungener sein, denn ein oder zweimal versank ihre volle Stimme etwas in der instrumentalen Überlegenheit. Vielleicht lag es in diesen Momenten auch einfach nur an der Entfernung der Sopranistin zum Micro.
Das Schlagzeug als Bestandteil des musikalischen Aufgebots, war mir phasenweise einfach zu dominant, zu wenig dezent und in manch einem Moment nervend!
Und…an der Bestuhlung in der Historischen Stadthalle könnte meiner Ansicht nach noch gearbeitet werden. Zwei Stunden auf einem harten, ungepolsterten Stuhl zu sitzen, kann auch beim schönsten Musik-Genuss unangenehm werden.

Alles in allem war „Hollywood auf dem Johannisberg“ für mich ein musikalisches Highlight in diesem Jahr. Schade, für Alle, die es verpasst haben und wenn es 2017 eine Neuauflage in Wuppertal geben sollte, bin ich sicher wieder dabei! 😉

EXTREM LOHNENSWERT für alle Filmbegeisterten und alle Jahrgänge 😉

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