Filmkritik: STAR WARS 7 – DAS ERWACHEN DER MACHT

Endlich geschafft, nun hat auch mich das Erwachen der Macht gepackt und ich hatte Gelegenheit, den 7.Teil der STAR WARS-Saga im Kino zu sehen. In toller 3D-Fassung natürlich 😉

Seit Monaten finden wir im Einzelhandel alle möglichen Produkte der wohl erfolgreichsten Weltraum-Saga der Welt. George Lucas mit seiner Firma LUCASFILM war dabei schon gut, Disney aber, der neue Inhaber der Produktionsfirma, hat das Ganze noch toppen können.

Der Hype bisher war unbeschreiblich. Jeder Trailer von „Das Erwachen der Macht“, wurde vielfach aufmerksam verfolgt, analysiert und gefeiert. Die Erwartungen an den Film waren, sicher nicht nur bei mir, immens!

Nun kann ich meine Antworten auf die Fragen geben:

Ist Teil 7 storymäßig eine würdige Fortsetzung nach „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“?

Ist „Das Erwachen der Macht“ visuell eine Fortführung der genialen Special-Effects von Episode 2 und 3?

Oder ist STAR WARS 7 vielleicht nur ein mittelmäßiger Einstieg in die nächste Trilogie dieser unglaublich erfolgreichen Sci-Fi-Saga?

Oder könnte dieser so lange und sehnsüchtig erwartete Film nicht auch ein enttäuschender Flop sein, der die immens hoch gesteckten Erwartungen gar nicht erfüllen kann???

Es war einmal…“

Das Intro ist bekannt und erfreulicherweise hat sich hier schon mal nichts geändert.

Was nun folgt, ist die Einführung neuer Charaktere. Und wie immer gefallen sie uns entweder wegen ihrer Boshaftigkeit oder wegen ihres noblen Charakters. Die Handlung konzentriert sich zunächst auf den Planeten Jakku. Nebenbei erfahren wir in der Weltraum-Handlung, wer die Nachfolge von Darth Vader angetreten hat (oder es zumindest versucht) und was sich in der Republik seit der Tötung des Imperators geändert hat (oder eben nicht)!

Nach einer Stunde guter, actionreicher Unterhaltung, die ich gewohnt humorvoll und kurzweilig inszeniert finde, und die für die zweite Hälfte noch mehr Gutes erwarten ließ, gab es eine Pause von 10 Minuten. Als der Film dann wieder zu Laufen begann, wich meine Begeisterung einer zunehmenden Enttäuschung und … ja Langeweile! Für mich stürzte die Handlung immens ab!

Zunächst traten die alten Darsteller (Prinzessin Leia, jetzt General, Han Solo (wieder Schmuggler), Chewbacca (immer noch Solo`s Gefährte), R2D2 und C3PO wieder auf. Ob das sinnvoll ist oder nicht, mag jeder für sich entscheiden. Bei den meisten Darstellern muss ich gestehen, dass ich auf die schwer gealterten, ehemaligen Stars lieber verzichtet hätte. Die Gefahr, dass sie heute lächerlich wirken, fand ich bei „Das Erwachen der Macht“ leider meist bestätigt: Leia erschien mir, wie eine bemitleidenswerte Oma, die kaum noch gerade laufen kann, Han Solo versuchte mit alten Gags, die ich relativ lustlos synchronisiert finde, die Lacher auf seine Seite zu ziehen, was nur begrenzt gelang, R2D2 war zunächst im Ruhe-Modus und konnte nach seinem Erwachen die unglaublich sympathische Erscheinung des kleinen Droiden BB-8 nicht mehr aufholen und C3PO klugscheisserte wie eh und je wieder mächtig rum. Diese „Oldies“ hatten ihre alte Wirkung auf mich verloren und sie wirken im Umfeld des Films wie überflüssiges, ja fast nervendes Beiwerk!

Wirklich überzeugen konnte mich von diesen „Ausgegrabenen“ nur ein Darsteller: Chewbacca! Scheinbar nicht gealtert und auch sonst wie immer. Ein bisschen misstrauisch, nicht gerade bestens gelaunt, kampfeslustig und seinem Freund Han Solo folgend.

Zurück zur Handlung.

Hier fühlte ich mich nach der Pause, wie in einer Mischung aus Episode 4 und 5.

Kann es sein, dass die Macher von STAR WARS 7, trotz eines genialen Regisseurs, guter Neu-Darsteller und eines sicher ausreichenden Budgets, bei der Handlung auf Wiederholungen setzen? Sei es der Wüsten-Planet (Tatooine – Jakku) oder der bewaldete, sei es die Szene, in der viele, unterschiedliche Weltraum-Bewohner, wie eine in Mos Eisley, sich in einer Bar tummeln, sei es die tragische Szene eines Vaters mit seinem Sohn auf einer Brücke über dem tiefen Abgrund der neuen, nur vergrößerten Kampfstation, um die es ja in den letzten (chronologischen) Teilen auch schon immer ging oder um deren Ausschaltung: 1. Station erreichen, 2. Schilde außer Gefecht setzen, um 3. den X-Wing-Jägern, oh Wunder, die Möglichkeit zu geben, den Reaktor zu zerstören, damit die Kampfstation, wie bei den letzten Malen auch schon, schließlich in einer finalen, fulminanten Explosion in die ewigen Jagdgründe der Macht eingehen mag…

Nebenbei wird klar, dass sich der Jedi-Clan inzwischen eigentlich auf eine familiäre Dynastie beschränkt und mit dem Tod des Imperators nur wieder ein anderer Obermächtiger der dunklen Seite, woher auch immer er nun wieder kommen mag, die Geschicke der Republik leitet und dessen „Schüler“, psychisch mindestens genauso gestört, wie einst der junge Darth Vader in Episode 3, ebenfalls kurz vor dem Tode in den nächsten Teil gerettet wird, damit seine Ausbildung abgeschlossen werden kann.

Und wenn am Ende der Millenium Falcon auf einem Felsvorsprung vor der Küste Irlands zu liegen scheint, wird einmal mehr klar, wie wenig Fantasie den derzeitigen Machern des Films gegeben ist, dass sie glauben, mich als Zuschauer mit diesen, wenn auch schönen Bildern, in eine weit weit entfernte Galaxie und Welt entführen zu können??? Wenigstens kommt dann Mark Hamill als Luke Skywalker auch noch in den letzten Minuten des Films zum Einsatz.

Puh! Eine Wiederholung nach der anderen und zu viele davon. Damit wird die Geschichte vorhersehbar und verliert ein immenses Maß an Spannung! Eine einzige Enttäuschung für mich!

*gäääääääääääääähn*

D A S ist alles??? Ist das wirklich das gesamte Kreativ-Potenzial, das Disney uns zu bieten hat? Keine wirklich neuen Welten, keine spektakulär neuen Wesen, weniger Weltraum-Schlachten, wieder eine Vater-Sohn-Geschichte, wieder einen mächtigen Bösewicht der dunklen Seite mit seinem Schüler und eine Story, die mir zu oft nur auf neu gedrehten Szenen anderer Teile der Saga beruht.

Um wenigstens noch einen positiven Aspekt anzumerken: Der absolute Oberknaller ist der neue Droide BB-8, dem eindeutig recht viele menschliche Züge gegeben wurden und der, nicht nur wegen seiner witzigen Art der Fortbewegung, sehr sympathisch rüber kommt.

Mag sein, dass meine Erwartungen nach dieser intensiven Art des Marketing-Pushens viel zu hoch waren, aber mal ganz ehrlich: Bei welchem Film sonst, wenn nicht von der Klasse und Größe eines STAR WARS-Films, sollte man sonst die höchsten Erwartungen haben dürfen???

Fazit:
Für mich, als jahrzehntelanger STAR WARS-Fan, ist „Das Erwachen der Macht“ eine absolute Enttäuschung!

Nur aufgrund des gewohnt professionellen FX-Einsatzes und des ersten Teils des Films, bewerte ich den 7.Teil der Saga nicht ganz so negativ, wie man nach dem Lesen meiner Kritik denken könnte.

Anschauen lohnt sich auf jeden Fall, allein schon, um sich mit mir eventuell über die Qualität dieses Films streiten zu können. Und wer die STAR WARS-Saga mag, für den ist „Das Erwachen der Macht“ eh Pflichtprogramm!

WEBSITE ZUM FILM (deutsch)

WEBSITE ZUM FILM (englisch)

Meine persönliche Wertung:

3 von 5 Punkten

5 Punkte: WOW! Großartige Unterhaltung, perfekter Film! Besser geht`s nicht!
4 Punkte: Klasse gemacht, tolle Unterhaltung, nix zu bereuen!
3 Punkte: Eher was für den Kinotag oder auf Free-TV-Premiere warten! Wenn man nicht gerade Fan von STAR WARS ist!!!
2 Punkte: geht nicht mal im Fernsehen als gut durch!
1 Punkt : Volle Zeit- und Geldschverschwendung! Flucht aus dem Kino!

Hast D U den Film schon gesehen und wie fandest Du ihn? Interessiert mich, nutze das Kommentarfeld 😉

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