Kritik zum ZDF-Film „APP“ und der App

Gestern Abend, ZDF, 22:11 Uhr. Im heute-journal läuft ein Beitrag zum nachfolgenden Thriller „APP„. Darin wird erklärt, dass es filmbegleitend eine App zum Download gibt, auf der man zeitgleich zum FilmAPP“ Zusatz-Infos anschauen kann. Zunächst einmal wird nur die Adresse „Appfilm.zdf.de“ genannt bzw. eingeblendet.

Ich versuche, etwas zu spät, die App herunter zu laden, aber die aufgerufene Seite ist erst „Server überlastet“ und ich bekomme den Hinweis, es später nochmal zu versuchen. Doch nur 5 Minuten später ist die Seite völlig off!

Erstes Mal Ärger. Ich fühle mich an sooo viele Situationen erinnert, in der hinterher immer gesagt wurde „Ohhhh, wir hatten mit DIESEM Ansturm gar nicht gerechnet!“ Wie mich dieser Spruch heutzutage anätzt. Ob das ZDF auch so argumentieren wird? Ich hoffe nicht, denn wenn das ZDF, als einer der Groß-Sender in Deutschland, in einer der meist gesehenen Nachrichten-Sendungen eine App zum Download empfiehlt, die mit einem nachfolgenden Thriller verbunden ist, dann ist das kein „unerwarteter Ansturm“, sondern reine Dummheit seitens der Verantwortlichen (Techniker?) des Senders, wenn die Server-Kapazitäten zu diesem Zeitpunkt nicht erweitert werden!

Auf Twitter erfuhr ich dann, dass es die App auch im Google Playstore gibt. Suchfeld…auf gut Glück tippen…gefunden! Download. Ich starte sie…FEHLER! Die App „sagt“ mir sinngemäß, dass ich sie nicht veräppeln soll, schließlich sähe sie, ob ich den Film schaue oder nicht…dann geht es zurück zum Startfenster!
Na super, geht ja doll los. Zweiter Ärger, denn parallel versuche ich dem Film zu folgen, muss mich aber auch um den nächsten Startversuch meiner App kümmern. Filmgenuss pur ist anders! Wieder Fehlermeldung. Dritter Versuch…Fehler!

Ich twittere dem ZDF, dass die App auf meinem Smartphone nicht läuft und dass sie immer wieder zum Startfenster zurück springt, den Film nicht erkennen will. Antwort des ZDF-Twitterers: „Schade, aber der Film geht auch ohne App!“

D A N K E !

„Bei ARD und ZDF sitzen Sie in der ersten Reihe!“ 🙄
Und…“Mit dem Zweiten sieht man besser!“
Ach…echt?
N Ö ! 😛

Ich fühle mich wieder einmal technikverarscht und als Opfer einer nicht zu Ende durchdachten (netten) medialen Idee, die sich eigentlich vielversprechend anhörte. Aber wie so oft, wird ein Stück Technik/Software erst einmal auf den Markt geworfen, die Meute schmeisst sich drauf und dann erst findet der Produktionsabschluss in Form von Feedbacks der User statt! Dann darf man sich aber auch nicht wundern, wenn Frust und Wut entstehen. Frust, weil die App eben nicht, wie versprochen, funktioniert, und Wut, weil man nebenher vom Film abgelenkt war, für nichts und wieder nichts. Also: DEINSTALLATION!

Ich finde es wirklich ärgerlich, den Zuschauer heiss zu machen, ihm Zusatz-Services anzubieten, die dann auf seinem Gerät nicht laufen, warum auch immer. Wenn ich schon Gebühren zahlen, will ich alles genauso nutzen können, wie andere Gebührenzahler auch. Ansonsten können wir ja gleich mit einem Zwei-Klassen-TV bei den Öffentlich-Rechtlichen anfangen!

Nebenher muss man sich noch mit ein paar Follower-Eierköppen auf Twitter auseinander setzen, die dem ganzen noch Verständnis gegenüber aufbringen und meine Einwände als „Blöder Ansatz“ und „sinnloses Rumgemotze“ bewerten! Danke! 😛 Dafür haben SIE offenbar keine Ahnung, was den Unterschied von öffentlich-rechtlichen und privaten TV-Sendern in Deutschland ausmacht und was im Rundfunk-Staatsvertrag geregelt ist.

Bei Einigen hat die App wohl funktioniert, allerdings war ich nicht der Einzige, bei dem es nicht klappte. Ein Twitterer meinte noch, ich solle die Lautstärke meines TV höher drehen…aha…also Schwerhörigen-TV extra für meine App! Coole Idee, liebes ZDF!

Fazit:
Die Idee war nett gemeint, in der Umsetzung aber fehlerhaft! Der (Twitter-)Support war ungenügend und lässt Dich als Fernseh-Deppen zurück, der nun leider nicht die Zusatz-Infos bekommt, auf die andere einen Zugriff hatten. S c h a d e …sagte auch der ZDF-Twittermensch! Man könnte auch „ÄTSCH!“ sagen 😛  !

Dass man in diesem Land immer gleich als „Motzer“ angesehen wird, wenn man Kritik äussert, zumal noch von Leuten, die meine Twitter-TimeLine in diesem Fall nicht von Anfang an mitgelesen haben, geht mir zwar auf den Sack, aber ich gewöhne mich langsam daran. Wer gern anspruchslos und ohne Erwartungen durchs Leben rennt, darf das gern machen, ich habe aber noch nicht kapituliert vor den immer häufiger auftretenden Schwächen und Macken in dieser Gesellschaft! Das eigentlich Armselige daran ist aber, dass ich mich schon fast kleinkindlike-deppenhaft fühle, wenn ich mich für meine Kritik auch noch in einer Art und Weise rechtfertigen muss, die ich für überflüssig halte. Wer mich kennt und mir seit längerem auf Twitter und in meinem Blog folgt, sollte mich nicht mit schrottigen Nervtweets zudichten!
Im Übrigen: Wer Technik auf den Markt bringt, sie dick anpreist und zum Download empfiehlt, sollte im Vorfeld dafür sorgen, dass das Ding im Sinne der User unkompliziert, sicher und einfach läuft und der Nutzer nicht vom eigentlichen Event, in diesem Fall dem Film, abgelenkt wird!

Der Film, achja….also „APP“ war zumindest gut gemacht, auch wenn er mich ein wenig an eine moderne Mischung aus „Final Destination“ und „Ring“ erinnerte. Und das Ende war leider allzu vorhersehbar…

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