Besuch des Apollo-Varieté in Düsseldorf: JUBILEE

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Eingang des Apollo Varieté in Düsseldorf

Unter der Rheinkniebrücke der Landeshauptstadt Düsseldorf liegt das ApolloTheater (KLICK). Das tagsüber eher unscheinbare Gebäude beherbergt das älteste Varieté der Rheinstadt. Von 1899 bis 1959 besuchte der Gast das Varieté an der KÖ, der Prachtmeile Düsseldorfs. 1997 eröffnete das Theater dann als „Roncalli`s Apollo Varieté“ unter der Rheinbrücke, unweit des Rheinturms und des Landtages.

Als Geburtstagsgeschenk hatte ich jetzt die Möglichkeit, die Jubiläumsshow „Jubilee“ des Apollo zu sehen. Das Programm läuft noch bis zum 28.Oktober 2012 (am Ende dieses Artikels findest Du einen Tipp, wie Du Eintrittskarten mit 50% Ermäßigung bekommst!). Ich war neugierig, ob das Düsseldorfer Varieté mit meinem bevorzugten, dem GOP in Essen, von dem ich eigentlich fast jedes Programm besuche, mithalten kann.

Der in Rot gehaltene Saal mit den Plätzen der Preiskategorie 1 (PK1) wirkt zunächst kleiner als der des GOP, allerdings täuscht dies, denn oben gibt es noch einen Balkon mit vielen weiteren Plätzen, welche aber als PK 2 und 3 verkauft werden. Die Bühne ist recht groß und links gibt es noch eine weitere, kleinere Bühne. Die Eintrittspreise sind abhängig vom Monat. Warum das so ist, verstehe ich nicht, jedenfalls liegen sie Ende des Jahres etwa 25% über denen des GOP.

 

Die aktuelle Show hat einen Conferencier/Moderator: Olli Materlik. Er ist meist witzig, wirkt wenig angestrengt und sein Humor begeistert das zunächst noch zurückhaltende Publikum eigentlich von Anfang an und keinesfalls langweilig.

Jubilee“ bedeutet, dass das Apollo Künstler/Artisten eingeladen hat, die in der Vergangenheit dort bereits auftraten und die jetzt noch einmal den Weg an den Rhein, bzw. unter die Brücke gefunden haben.

Ich muss gestehen, dass das Programm absolut professionell und kurzweilig war. Wir saßen in der ersten Reihe direkt an der Bühne, was für mich eine ganz neue Erfahrung war 😉 . Karin befürchtete, wie ich auch, dass wir eventuell in das Programm mit einbezogen werden könnten und so kam es natürlich auch. Gleich in der zweiten Nummer, nach der Antipoden-Auftakt-Aufführung von Selyna Bogino, die mit ihren Füßen in atemberaubender Darbietung Ringe und Bälle jonglierte, kam einer der wohl beeindruckendsten Jonglierer der Welt auf die Bühne. Paul Ponce wirbelt Bälle, Keulen und Hüte in einer Geschwindigkeit durch die Luft, wie ich es zuvor noch nie gesehen habe. Irgendwann kam ich ins Spiel, als er mir einen Ball zuwarf, den ich ihm auf den Kopf werfen sollte. Das war eine noch recht erträgliche Einbeziehung in die Show :mrgreen: . Zumindest kein Bühnenakt 😉 .

Zwischen den einzelnen Artisten nutzten die beiden KGB (Kunst der Gestik und Bewegung) Clowns immer wieder die Umbauphasen auf der Bühne für ihre Auftritte. Clowns haben es bei mir nicht leicht, denn viele präsentieren einen schlicht albern-dämlichen Humor, den ich zuweilen eher unerträglich als witzig finde. Diese beiden, Edouard und Sergey aber, lieferten wirklich perfekten Humor und Gestiken und brachten sogar den ein oder anderen Körpereinsatz…Kompliment!

Oleg Izossimov bewegte sich und seinen Körper in Zeitlupentempo im Bereich der Handstandakrobatik nur gestützt auf handtellergroße Metallplatten. Man sieht ihm seine Muskeln durch die Kleidung nicht unbedingt an, aber unter dem weißen Hemd und der weißen Hose müssen Pakete von Muskeln verborgen sein, die für einen perfekten Bewegungsfluss sorgen. Absolut beeindruckend!

Wer auf hübsche, ach was schreibe ich, auf außergewöhnlich gut aussehende Frauen steht, der wird in dieser Show nicht enttäuscht. Besonders ins Auge fällt dabei Yulia Rasshivkina, die leider bei ihrer Aufführung mit den Ringen, nach meinem Geschmack, ein wenig zu sehr auf ihre Schönheit setzt. Die äusserst rassige Blondine zeigt dennoch einen beeindruckenden Umgang mit den Reifen, allerdings hätte ich mir bei dieser Aufführung etwas mehr an Show mit den Ringen gewünscht.

Das Duo Artemiev zeigt am Trapez eine herrlich umgesetzte Love-Story. Dimitry Artemiev hat einen Körper, der mich an Tarzan erinnerte und Elena Artemiev spielt dazu mit ihrem zierlichen Körper eine in seinen Armen fast zerbrechlich wirkende Frau. Sehr harmonisch, wie die beiden ineinander verschlungen sind und durch die Luft wirbeln.

Schließlich noch die Pellegrini Brothers. Die Italiener bilden mit ihren Körpern Figuren, von denen wir normal trainierten Männer nur träumen können. Und mag sich auch die ein oder andere Besucherin gewünscht haben, von einem der muskelbepackten Männer mal so richtig rangenommen zu werden, also aus rein artistischer Sicht natürlich, oder ersatzweise von ihrem Mann, wird dies doch ein ferner Traum bleiben. Wer mit seinen Körpern derartige Skulpturen im Rahmen der Hand-auf-Hand-Akrobatik formen kann, das könnt Ihr Euch sicher denken, der muss schon wirklich nicht erst seit gestern Gewichte im Studio schwingen. Zu sehen sind die Pellegrinis noch bis zum 30.09. . Danach werden sie von den Zebras ersetzt, die ich, glaube ich, bereits im GOP in Essen sah.

Apropos GOP! Hier kann das Apollo locker mithalten und hatte ich bei den letzten Shows der Essener doch immer etwas auszusetzen, muss ich neidvoll gestehen, dass die Düsseldorfer ein wirklich (fast) perfektes Programm ablieferten. Und wenn ich PERFEKT schreibe, meine ich das auch so!

Das einzige, was mich etwas störte, war die Ansage des Moderators nach der ersten Nummer nach der Pause, die Mitte der zweiten Hälfte sei bereits erreicht. Hö? Tatsächlich war es ausgerechnet das, meinem Gefühl nach, zu abrupte Ende, was der ansonsten einmaligen Show so ein bißchen schadete. Kaum war die letzte Nummer über die Bühne gegangen, verkündete Olli Materlik das Ende der Show und die Artisten versammelten sich noch einmal auf der bühne und winkten zum Abschied. EINMAL nur! Eine Zugabe wurde gleich abgeschmettert!

Doch plötzlich fuhr der Vorhang noch einmal zur Seite und die Besucher hatten durch die Glasscheiben der Theater-Rückwand einen wunderschönen Blick auf das beleuchtete Düsseldorf. Und schließlich kamen vor dieser abendlichen Kulisse die beiden Clowns und einige Artisten des Programms noch einmal zum Einsatz. Eine klasse Idee, die wiederum für das schnelle Show-Ende entschädigte.

Noch eine kurze Anmerkung zu den Getränken. Karin und ich schlürften einen Sex on the Beach und befanden beide, dass dem doch etwas mehr „Dröhnung“ ganz gut getan hätte!

Die Bestuhlung übrigens, ist im Apollo-Varieté ähnlich unbequem, wie die des GOP in Essen. Dass die Theater da immer solche Defizite haben müssen, verstehe ich gar nicht.

Ansonsten fühlte ich mich im Apollo aber sehr wohl und es war ein rundum klasse Abend.

ÜBRIGENS: Wer jetzt nach dem Lesen meines Berichtes richtig Lust bekommen hat, auch einmal das aktuelle Programm des Apollo sehen zu wollen, der kann bis heute, 19.09.2012, 23:59 Uhr noch 2 Karten der PK1 mit 50% Ermäßigung bekommen (KLICK HIER).

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