„Monster“ Loveparade – Das war’s!

Wir müssen nicht live auf der Loveparade gewesen sein, um das Geschehene erfassen, die Trauer und Wut danach mitleben zu können! Und im Nachhinein bin ich sehr froh, dass ich gestern nicht in Duisburg war! 🙁

Der Moderator im WDR-Fernsehen, Thomas Bug, klang plötzlich sehr ernst, als er verkündete, es sei nun passiert, was niemand wollte und was für ihn das Ende des Feierns und der Party bedeute: 10 Menschen (aktuell sind es 19) seien in einer Massenpanik auf der Loveparade gestorben, etwa 100 (über 300) verletzt worden! Einen detaillierten Bericht findet Ihr HIER

Ich kontaktierte sofort Torben per SMS, weil ich wusste, dass er mit seinem Freund auf die Loveparade wollte. Ihm war zum Glück nichts passiert, aber er berichtete mir telefonisch, was er gesehen hatte. Er durchlief den Tunnel, der der einzige Zugang zum, gleichzeitig aber auch der Ausgang vom Gelände der Abschluss-Veranstaltung war. Überall lagen Sachen von Leuten…Rucksäcke, Schuhe…und nicht wenige saßen am Rand und weinten oder liefen, sichtbar verwirrt, umher. LIES AUCH HIER

Menschen hatten sich in den Tunnel gedrängt, weil sie sich einerseits auf und andererseits vom Gelände runter bewegen wollten und der Druck wurde offenbar verstärkt, als die Polizei den Zugang wegen Überfüllung sperren wollte. Die Besucher ließen sich nicht aufhalten. So wurde es im Tunnel unerträglich und was einige dabei erlebten, könnt Ihr HIER im Gästebuch von 1LIVE nachlesen. Grauenhafte Erlebnisse! Und HIER noch ein Videoclip mit erschreckenden Bildern von n-tv, die das schreckliche Ereignis teilweise sogar dokumentieren. Auch am nächsten Morgen hielten sich noch unzählige Besucher im Duisburger Hauptbahnhof auf, nachdem zwischenzeitlich auch noch der gesamte Regional-Bahnverkehr zusammengebrochen war! LIES HIER

Wer ist verantwortlich dafür, dass es zu einem solchen Unglück kommen konnte? Die Presse/Medien stellten heute Mittag auf einer Pressekonferenz (PK) in Duisburg Fragen, die u.a. der Oberbürgermeister Sauerland, der stellvertretenede Polizeipräsident und der Veranstalter der Loveparade beantworten sollten. Die PK wurde zu einer Farce, einer Veranstaltung, auf der die Medienvertreter mit ihren Fragen einen immensen Druck gegen die Verantwortlichen aufbauten. Die Antworten waren lächerlich, kaum informativ und die Befragten versuchten sich in Ausflüchte („Dazu kann ich zur Zeit nichts sagen, das ist Gegenstand der staatsanwaltlichen Ermittlungen!“) zu retten. Der Schuss ging nach hinten los, die Presse-Vertreter fragten immer aggressiver und entblößten die Verunsicherung der Verantwortlichen. Es schien, als sitzen dort Menschen, die Entscheidungen zu verantworten haben, sich dieser Funktion im Nachhinein aber gar nicht bewusst sind! 🙁 Ein unfassbares Verhalten! Im Laufe der PK erklärte der Veranstalter der Loveparade, dass dies nun die letzte gewesen sei! Statt das Konzept zu überdenken, wird hier nun ein (bisher erfolgreicher) Event gekippt, der seinesgleichen suchte, der aber auch die Grenzen des gefährdungsfreien Machbaren zeigte!

Ansonsten blieben viele Fragen unbeantwortet. Der Polizei-Vertreter erklärte, eine Massenpanik habe es, aus seiner Sicht, nicht auf dieser Loveparade gegeben. Unglaublich!
Zwar gab es getrennte Wege hin zum und weg vom Veranstaltungsort der Abschlusskundgebung, aber beide Wege trafen sich in dem Tunnel, der etwa 20 Meter breit und 120 Meter lang ist. Wieso man glaubte, dort eine solch immense Besucherzahl ungefährdet kanalisieren zu können, ist mir völlig unverständlich, zumal die Veranstalter doch Erfahrungen aus den letzten Jahren gehabt haben müssen!

Dabei gab es durchaus Warnungen, gerade vor diesem „Nadelöhr“, die nicht erst seit heute im Internet zu lesen sind GUGG HIER. Und tatsächlich hatten schon am 20.07.2010 Leser auf einen Online-Artikel mit dem Titel „Loveparade wird zum Tanz auf dem Drahtseil“ bei „DerWesten“ mit Warnungen und Ängsten reagiert, was wohl passiert, wenn Panik ausbreche? HIER SCHAUEN <-TIPP Kommen tatsächlich nur „Amateure“ und Außenstehende, die sogar Tote vorhersehen, auf Gefahrenmöglichkeiten??? Ein bisschen komisch kommt mir die Sache schon vor. Mit Verkehrsproblemen können wir im Ruhrgebiet sicher alle leben, mit Toten und Verletzten aber nicht!

Mein Mitgefühl gilt all jenen, die nun einen toten Menschen zu betrauern haben! Spaß, Party und ausgelassene Stimmung sollten es auf der Loveparade sein. Letztendlich bleiben Trauer, Wut und vielleicht auch Einsamkeit! 🙁

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