Kino
Filmkritik: STRAPPED (DVD)
Gay-Movies, also schwule Filme, sind nicht immer meine Welt. Okay, den ein oder anderen habe ich im Regal stehen, aber ich kaufe mir selten einen neu erschienenen. Erstens sind die, aus meiner Sicht, zu teuer und zweitens versprechen die Produzenten in den Cover-Texten meist mehr, als an Inhalt und Handlung dann tatsächlich zu sehen ist. Und drittens nervt mich, dass das ganze schwule Leben immer wieder durch den Witz-Kakao gezogen wird und natürlich Sex nie fehlen darf, dazu noch wenig erotisch in Szene gesetzter! Ein Gay-Movie ohne Sex scheint von vornherein beim Zuschauer ein Flopp zu sein.
Bei Amazon wurde ich auf STRAPPED aufmerksam und las die Kritiken im Internet. Überzeugend, also her mit der DVD.
Netter, junger Mann, der vorn auf dem Cover zu sehen ist
Die Bilder auf der Rückseite zeigen viel nacktes Fleisch, aber ich kann jene Leser gleich wieder auf den Boden zurück holen, die sich nun lange Dödel und viel „detailliertes Rummachen“ von dem Film versprechen. STRAPPED ist kein Porno! Wobei…“körperliches Miteinander“
ist schon in ausreichender Menge zu sehen (Der Film ist FSK 16!) und wer Fantasie hat, dem werden diese Szenen auch ohne eindeutige Bilder gefallen. Vielleicht auch gerade deshalb
Ein junger Stricher, der den Sex mit Männern genießt, begleitet einen Kunden nach Hause. Nach der Nummer findet er zunächst nicht aus dem Haus heraus, trifft immer wieder auf neue Bewohner, die verschiedenste Gründe haben, ihn in ihr Appartement einzuladen. In STRAPPED ist der Sex ein Hilfsmittel, der Höhepunkt (in zweifacher Weise), der zum Ende jeden Besuchs obligatorisch zu sein scheint, zugleich aber auch immer wieder vom verführerischen Escort-Boy provoziert wird. Wird er aus dem Haus herausfinden???
Eine schöne Geschichte hat Joseph Graham da inszenieren können und erstaunlicherweise ist es ein Streifen, bei dem man den Darstellern bei ihren Unterhaltungen lauschen möchte, weil sie etwas (Sinnvolles) zu sagen haben, was aber auch den Zuschauer ansprechen und zum Nachdenken bringen kann.
Ich war immer wieder überrascht, mit welcher Intensität die Figuren ihre Rollen spielten und wie glaubwürdig die einzelnen Szenen rüber kamen, auch wenn es eine verfilmte Parabel ist.
STRAPPED ist nicht einer von den Gay-Movies, die ich anfangs beschrieb, er ist unterhaltsam, abwechslungsreich, fast schon anspruchsvoll, auf eine gewisse Art und Weise auch spannend, nämlich wenn der Zuschauer sich fragt, wem der junge, sympathische Unbekannte mit den vielen Namen als nächstem begegnen und was er dann erleben wird.
FAZIT:
Endlich mal 95 Minuten Unterhaltung, die ich mir nicht „nebenher“ angeschaut habe (ansonsten arbeite ich fast immer dabei), weil der Film mich fesselte. Schön! Das muss ich in meinen Blog schreiben und STRAPPED empfehlen…
ZUSATZ:
Fast hätten einige Script-Continuity-Fehler und die doch recht schlichte Ausstattung des Films einen Stern mehr in der hiesigen Bewertung gekostet, aber halt…sind wir wirklich schon so verwöhnt, von den dreistelligen Millionen-Produktionssummen Hollywoods, dass wir nicht mehr erkennen können oder wollen, dass auch Einfachheit manchmal den Charme eines Films ausmachen kann?
Zudem, es passt zu STRAPPED und fiel mir erst hinterher, beim Schreiben der Rezension, deutlicher auf.
Also, mit gutem Gewissen kann ich schreiben:
Kaufen, Mitnehmen, genießen…

Filmkritik: Soenner – Dunkle Geheimnisse
Es gibt Filme, die kaufe ich mir einfach mal. Natürlich erst, wenn ich mir die Rückseite des Covers durchgelesen habe. Schaue ich sie mir nicht sofort an, kann das dauern. So geschehen auch mit SOENNER-DUNKLE GEHEIMNISSE.
Letztens wuselte ich mich durch meine DVD-Sammlung, um weniger liebsame Filme zu verkaufen. Dazu zählen Fehlkäufe oder Filme, an denen ich das Interesse verloren habe. Meine Film-Sammlung umfasst eigentlich ausschließlich Streifen, die ich besonders sehenswert finde und jedem empfehlen kann. Dabei entdeckte ich SOENNER, las die Rückseite und fragte mich, warum ich mir den Film bis dato noch nicht angeschaut hatte. Bevor ich ihn verkaufen wollte, musste ich ihn gesehen haben. Heute Abend hatte ich Zeit und…ich werde ihn auf jeden Fall behalten!
SOENNER ist eine norwegische Produktion des Regisseurs Erik Richter Strand, der damit auf diversen Film-Festivals Preise gewinnen konnte. Und das zurecht, finde ich, denn Strand weckt mit seinem Werk beim Zuschauer immense Emotionen und Reaktionen.
Der Film dreht sich um Pädophilie und ich kann Euch sagen, dass Filme in diesem Bereich, bei aller Ernsthaftigkeit des Themas, erst richtig gut sind, wenn sie beide Blickwinkel der Betroffenen darstellen. Dabei kommt es zu einem, wenn auch kurzfristigen Konflikt im Zuschauer: Auf der einen Seite die Verletzlichkeit des Opfers, auf der anderen Seite das Wissen um die inneren Zwänge des Täters. Ich ertappte mich nur kurz bei dem Gedanken, vielleicht etwas Mitleid mit dem Verführer haben zu dürfen. Aber seine „Strategie“, das junge Opfer mit den irrsten Methoden an sich binden zu wollen, ließ schnell eine immens Antipathie in mir aufkommen.
Würde ich die Handlung hier detaillierter beschreiben, wäre ein Teil der Dramatik, des ansteigenden roten Fadens, verloren, der diesen Film so ergreifend, mitfühlend und miterlebend macht. In eindrucksvollen Bildern, hin und her gerissen zwischen Aggression und Mitleid, werden die inneren Konflikte der Opfer beschrieben:
Mit dem Erlebten an die Öffentlichkeit gehen oder es doch lieber verheimlichen, die Verdrängung, die späte Verarbeitung, die Wut, die Suche nach dem Ausweg…
Ihr merkt schon, der Film ist vielseitig und behandelt das schwierige Thema wirklich nicht oberflächlich. Diese Geschichte ist, so wird mir gerade bewusst, während ich hier im Nachhinein diese Kritik schreibe, so ausgefeilt, so gut geschrieben und so genial umgesetzt, dass man sich hinterher noch extrem mit dem Gesehenen auseinander setzen muss.
Kann dieser Film ein Happy End haben? Oder war es zum Schluß eine Flucht? Auf jeden Fall aber konsequent und ein Ende, das tatsächlich eines ist. Zumindest eines!
Fazit:
Dieser Film hinterlässt markante Eindrücke, er ist kräftig, er ist unglaublich bewegend und er dürfte nach dem DVD-Abend zu manch einer Diskussion führen. Schaut ihn Euch an, es lohnt sich!
Klar, dass dieser „Sparten-Film“ aus dem Hause Salzgeber auf den deutschen Markt gebracht wird. Er ist auf DVD in der norwegischen Original-Version erhältlich. Wer jetzt denkt, das würde das Filmvergnügen beeinträchtigen, den kann ich beruhigen. Die deutschen Untertitel sind leicht mitzulesen, einfach geschrieben und lassen den diversen, genialen Darstellern die originalen Emotionen ohne zerstörerische Synchronisation. Nie war ich glücklicher über eine Original-Produktion. Auch das macht diesen Film aus!
EMPFEHLUNG! Unbedingt Anschauen!

Muppets – Der neue Film
Manamana…dub du bidubbi…manamana…
Kennste noch? Die Muppets, mit Kermit und Miss Piggy…hach…seufz…Erinnerungen an die Samstagnachmittage in unbeschwerteren Tagen werden in mir gerade wach…
Anfang 2012 kommt also ein neuer Muppet-Film in die Kinos…reaktivierte Puppen sozusagen
(Würde Miss Piggy jetzt “Puppen” lesen, hätte ich statt des FRRRRROOOOSCHES gleich eine hängen
)
Okay, auf Empfehlung einer ganz besonderen jungen Lady hier nun der Trailer zum Film. Leider sind die Originalstimmen wohl nicht mehr reaktivierbar…schade!!!
DIE DREI MUSKETIERE (3D)
Auf der Suche nach dem besonderen Film, jenseits des Mainstream-Popcorn-Kinos, glaubte ich den Kritiken zu “DIE DREI MUSKETIERE” und wählte diesen Streifen am Kino-Dienstag in der 3D-Version aus.
Die Handlung sollte bekannt sein
, daher an dieser Stelle nur soviel dazu, dass dieser Film daraus eine ganz neue Umsetzung geschaffen hat. Oft schon sind die Musketiere in den verschiedensten Varianten verfilmt worden, komödiantisch, ernst, kitschig und lächerlich. Die aktuelle Version ist eine deutsch-französisch-britische Film-Produktion und ich finde immer wieder, es fällt auf, wenn ein Film eben nicht aus Hollywood kommt. Im positiven Sinn!
Ist das schön diesen Film zu sehen. Mit Hilfe der 3D-Brille ist es ein unglaubliches Vergnügen die mittelalterliche Landschaft und dieses unbekannte Paris erleben zu können. Detailreich ausgearbeitet, spielen die Darsteller manchmal wirklich kurz eine Nebenrolle und ich versuchte visuell soviel wie möglich von den Flügen und den Blicken über die Städte und Szenenbilder erhaschen zu können. Unmöglich
Ich bin begeistert! Schaut ihn Euch unbedingt in 3D an, alles andere kann nicht so schön umgesetzt sein.
Okay, es geht natürlich wieder mal um den Kampf Gut gegen Böse. Etwas seicht, aber dennoch farbenfroh, ist dieser Gegensatz anhand der Uniformen der Kardinalsgarde und der Musketiere erkennbar. Ein bisschen Plastik- und Kitsch-Kino muss wohl…
Etwas sehr fantasiereich und für manch einen sicher gewöhnungsbedürftig, ist die in diesem Film gezeigte Technik, die wir aus der Epoche, in der die Handlung spielt, in dieser Art überhaupt nicht kennen. Zusammen mit abwechslungsreichen, aus meiner Sicht manchmal wirklich doofen, aber meist witzigen Dialogen, ist so ein Werk entstanden, das ich für absolut sehenswert halte! Auch wenn die (vier) Musketiere in einer Art James Bond der Spätzeit des Mittelalters daher kommen, technisch ähnlich ausgestattet wie der britische Super-Agent 007 und natürlich unverwundbar sind, hilft der Blick durch die 3D-Brille über so manche Schwäche des Drehbuchs und einiger typischer Film-Schmalz-Dialoge hinweg.
Christoph Walz als Kardinal Richelieu, ist mal wieder erste Sahne. Er weiss einfach, wie er die Figuren spielen muss, damit sie beim Zuschauer ankommen. Überfordert finde ich allerdings den Schnulli D’Artagnon (Logan Lerman, “Percy Jackson-Diebe im Olymp”), der mir zu überdreht und fast etwas unwirklich und deplatziert erscheint. Ich hasse das Wort “albern”, aber ich glaube, hier ist es angebracht. Großmäulig und eine Spur arrogant passt, aber den Rest traute ich ihm einfach so nicht zu, nahm es ihm als Zuschauer nicht ab. Schade, denn “Babyface mit Stubsnase” ist ein hübsches! Aber was nutzt es, wenn nur die Optik stimmt? Zumindest wirbelt er bei diversen Kampfeinsätzen wie Meister Yoda (ohne Lichtschwert) durch die Luft und über den Boden, nur warum ist er andererseits in anderen Augenblicken wieder so hilflos??? Da bringt wohl auch die Erfahrung nichts, die Lerman bereits in vielen Filmen sammeln konnte. Zumindest der “Generationenkonflikt” zwischen dem Nachwuchs-Musketier und den erfahrenen älteren, Athos, Porthos und Aramis, ist recht witzig und sollte bei der heutigen Jugend ganz gut und authentisch ankommen.
M’Lady DeWinter, gespielt von der wunderschön bösen und erotischen Milla Jovovich, ist eine Augenweide. Sie erinnert mich ein wenig an die sadistische Bond-Gegnerin Fatima Blush (Barbara Carrera) aus “Sag niemals nie”. Allein für sie lohnt sich schon der Besuch des Kinos.
Orlando Bloom spielt den Herzog of Buckingham, den politischen Gegenspieler des damaligen starken Mann Frankreichs, Kardinal Richelieu. Herrlich wie arrogant er die Rolle spielt und welche Frisur auf Kopf und am Kinn die Ausstatter ihm verpasst haben.
Ihr merkt schon, dass hier gleich mehrere Schauspieler deutlich hervor stechen, was sicher an der hochkarätigen Vielfalt der Besetzung liegt, aber auch an der tollen Schauspielkunst, die einige der Darsteller/innen an den Tag legen. Dies und die immens beeindruckende, detailreiche Darstellung des historischen Europa in 3D, macht aus DIE DREI MUSKETIERE einen höchst unterhaltsamen Film, der in der 3D-Technik meiner Meinung nach einer der besten nach Avatar ist. Ich bin gespannt, ob es die Ausstattung schafft, für einen Oscar nominiert zu werden. Verdient hätte sie es.
Fazit:
Sieht man mal von diversen Schwächen in der Handlung und bei den Dialogen ab, bekommt man für um die 10,00 € eine fast zweistündige, kurzweilige und visuell beeindruckende Unterhaltung geboten. Natürlich ist es Popcorn-Kino und ich brauchte heute einfach seichte Ablenkung, aber ich war von der ungewöhnlichen Umsetzung der Story begeistert. Endlich auch in diesem Bereich mal wieder etwas Neues…
Meine Wertung: 4 ****
5 ***** – Absolut sehenswert!
4 **** - Sehr gute Unterhaltung für einen besonderen Abend
3 *** – Kann man sich guten Gewissens anschauen, am Kinotag!
2 ** - Manchmal frage ich mich, wen sowas interessieren soll
1 * – Total daneben, für mich absoluter Schrott! Never again!
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Fluch der Karibik 4 – "Nichts Gutes, aber anschauen…"
…schreibt die Kritikerin von ZEITonline (KLICK HIER). Heute nacht ist der Film “Fluch der Karibik – Fremde Gezeiten” in den deutschen Kinos gestartet.
Und was mache ich jetzt???
Ich werde wohl ohne große Erwartungen in den Film gehen und mich einfach berieseln lassen. Denn ansehen möchte ich mir “Fremde Gezeiten” schon, allein wegen des klasse Gesichtsausdrucks, den Johnny Depp als Käpt’n Jack Sparrow immer drauf hat
Ansonsten: Der Film-Trailer jedenfalls zeigt mir, dass der tolle Wortwitz, der im ersten Teil noch richtig gut zog, schon lange verflogen ist. Deshalb habe ich auch nur von diesem Teil die DVD im Schrank stehen. Alle weiteren Folgen fand ich weniger sehenswert.
Was ich mir auf jeden Fall nicht entgehen lassen möchte, ist die 3D-Version (der Film läuft auch in 2D!). Diese Technik ist für mich im Kino jetzt DAS Film-Erlebnis schlechthin und ich denke, allein die Film-Ausstattung rechtfertigt das Anschauen des Films, zumindest am Kino-Dienstag
Und Du, gehst Du rein?
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Schwule Kurzfilme (3)
Heute habe ich auf YouTube den Gay-Movie “Blessure” (Fair Play) entdeckt und möchte gerne, bevor Ihr ihn weiter unten zu sehen bekommt, meinen Kommentar zum Thema schreiben. Im Film geht es um die Liebe und den Sex zwischen einem schwulen Mann und einem verheirateten Mann, der sich nicht zwischen seiner Frau und dem Geliebten entscheiden kann…oder besser gesagt entscheiden WILL.
Kommentieren könnte ich beide Seiten wirklich ausführlich, aber dann würde dieser Blog-Beitrag sehr lang werden. Daher schneide ich einfach ein paar Aspekte aus der Sicht beider Seiten oberflächlich an.
Ich selbst kann natürlich den schwulen Tom besser verstehen, auch wenn ich Stevens Situation zwar nachvollziehen kann, in der Konsequenz aber nicht verstehen will. Es ist eindeutig eine extrem diffizile Lebenssituation und ich schreibe meine Meinung auch aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen in diesem Bereich.
Begibt sich ein schwuler Single tatsächlich einmal in die hochemotionale Situation, eine “Beziehung” mit einem eigentlich hetero lebenden Mann, einzugehen, sollte er wissen, worauf er sich da einlässt. Kommt noch eine Frau mit ins Spiel, die von den Eskapaden ihres Mannes nichts erfahren darf, so ergeben sich aus dieser Konstellation weitere Komplikationen, die das freie Ausleben einer Beziehung unmöglich machen (können).
Zunächst einmal sind da die Gefühle beider Männer zueinander. Im obigen Fall gleitet die Waagschale der Intensität der Emotionen schon von Beginn an zu einer Seite ab. Denn der schwule Mann schenkt als bisheriger Single seine Gefühle ausschließlich dem neuen Verhältnis und kann diesem die volle Aufmerksamkeit zukommen lassen, während der andere Mann zuhause noch seine Frau hat, die natürlich von dem Seitensprung nichts erfahren darf oder er eben im Single-Hetero-Leben den Schein wahren muss. Lasst das Schauspiel der Unehrlichkeit, des Betruges und der Feigheit beginnen! Denn nichts anderes ist dieses Szenario des verheirateten/gebundenen/hetero lebenden Mannes.
Öffentliches Handhalten oder gar Küssen und die Lebe zueinander zeigen? Ausgeschlossen!
Gemeinsam auf eine Party oder ins Kino gehen, vielleicht in eine Sauna oder ins Sportstudio? Auch das kommt meist nicht in Betracht, weil der gebundene Mann ständig glaubt, andere könnten ihm sein “Verhältnis” zu einem anderen Mann “ansehen”. Die Angst vor der Entlarvung, ja, sogar vor der Erkenntnis des eigenen Schwulseins, bestimmt das Verhalten und die Emotionen des Fremdgehers. Ehrlichkeiten darf man von ihm nun wirklich nicht erwarten…
Ein gemeinsamer Urlaub zu einem typischen Reiseziel von Gays, bietet oft die Möglichkeit, den gebundenen Mann wirklich kennen lernen zu können. Denn in dieser Zeit müssen Emotionen nicht geteilt werden und es entsteht eine ungezwungenere, entspanntere Lebenssituation. In fremder Umgebung, in der man nicht davon ausgehen kann, dass man in der Öffentlichkeit auf Bekannte, Arbeitskollegen oder gar Verwandte trifft, lässt sich endlich so leben, wie es sein könnte, wären im “normalen” Leben nicht der gesellschaftliche Druck und die Frau zu Hause.
Und der Gay-Mann? Er leidet. Eigentlich wünscht er sich einen Partner, mit dem er immer frei leben kann. Kaum ist ein gemeinsamer Urlaub vorbei, kehrt wieder das eingeschränkte Liebesleben zurück. Von 100 auf 20 abgebremst! Diese Situation des Auf und Ab wird aber zu immer wiederkehrenden Enttäuschungen führen und irgendwann läuft die ganze Geschichte auf eine Entscheidung hinaus (siehe Film!). Der Verheiratete wird sich in die Enge gedrückt fühlen, Unverständnis über den “plötzlichen Druck” des Partners äußern und sich angesichts einer unerfüllbaren Forderung seitens des Gays, verletzt zurückziehen wollen (siehe Film!). Die meisten Betroffenen flüchten sich dann lieber wieder in ihre Hetero-Ehe. Die Alternative wäre, aus der Sicht des gebundenen Mannes, ein noch immer unbekanntes Wagnis, das seiner Meinung nach, sicher auch gespeist aus den eigenen Ängsten vor “Entdeckung”, für sie zudem mit ungewünschten, gesellschaftlichen Änderungen einhergehen könnte. Die übliche Sicherheit und Geborgenheit, die man sich über Jahrzehnte aufgebaut hat, bietet kaum Platz für Vorstellungen eines alternativen Lebens. Zudem ist alles andere jenseits dieses gewohnten, sicheren Lebens, zunächst einmal ein riskantes Unternehmen, dessen Ausgang und Konsquenzen für das Leben, ungewiss sind! Schwach ist aber nur der, der nicht zu seinem wirklichen Leben stehen kann/will!
Die emotionale Situation des Gays hingegen gleicht zu diesem Zeitpunkt einem hochexplosiven Pulverfass, das ihm kaum noch die Möglichkeit zu rationalen Entscheidungen lässt. Wie im Film auch, will er eine endgültige Entscheidung erzwingen. Er hat die Nase voll, hingehalten, einfach nur benutzt zu werden, denn so fühlen sich in diesen Momenten Gays letztendlich: benutzt! Und so sind dann auch seine möglichen folgenden Handlungen zu bewerten.
Auf der anderen Seite spielt eben die typische “Angst” vor Entdeckung eine große Rolle. Dabei ist es gerade diese Angst, die erst Verunsicherung erzeugt und zu einem bewusst ungewollten, entlarvenden Verhalten führen kann. Eigentlich ist in einer solchen Beziehung der schwule Mann immer der Verlierer, solange sich der gebundene Mann nicht festlegen und sich endgültig entscheiden möchte/kann/will. Für ihn ist es mehr ein Strategie-Spiel und das Führen eines Doppellebens, statt eine ernsthafte Beziehung. Und je intensiver die Emotionen zum Partner werden, desto qualvoller wird der innere Konflikt auf beiden Seiten. Der eine fragt sich, wie lange er sich diese Situation noch antun möchte, während sich der andere fragt, ob er seine bisherige Beziehung und das bürgerliche (Schein-)Leben erhalten möchte. Meist läuft es ja auch aus Sicht des Gebundenen, so wie bisher, ganz gut und für ihn praktisch. Warum also was ändern???
Einer von Beiden muss irgendwann eine Entscheidung treffen.
Ich persönlich kann mir so ein emotionales Hin und Her gar nicht (mehr) vorstellen. Wenn ich merke, dass diese Situation auf mich zukommt, blocke ich das im Vorfeld ab und versuche das Ganze auf eine neutralere Ebene zu bringen. Entweder klappt es oder eben nicht. Sollen sich andere dieser ungewissen Gefühlsduselei aussetzen, ich will das nicht! Aus meiner Sicht gibt es heute keine Gründe mehr, in dieser Gesellschaft Angst vor einem offenen Leben mit einem gleichgeschlechtlichen Partner haben zu müssen. Und wenn einem Mann der Bauch eindeutig sagt, das Leben mit einem anderen Mann ist die eigentlich richtigere Lebensweise für ihn, sollte er, im eigenen Interesse des Glücklichseins, dazu stehen und reinen Tisch machen. Langfristig gibt es dazu einfach keine Alternative, will man sich nicht bis ans Ende durch das Restleben quälen, andere Menschen belügen und ihnen irgendwann weh tun müssen…
Jeder mag für sich entscheiden, wie er/sie leben möchte. Da hat auch niemand reinzureden, solange von dieser Art zu leben, keine anderen Menschen emotional negativ betroffen werden!
Und nun wünsche ich Euch viel Spaß beim Betrachten dieses wirklich gut gemachten Films, der nur knapp 8 Minuten braucht, um das alles zu zeigen, was ich hier gerade in längerer Schreibarbeit erklärt habe
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Mich interessiert natürlich, wie immer, auch EURE Meinung zum Thema. Nutzt dazu die Kommentar-Funktion. Besonders gespannt wäre ich auf die Stellungnahme eines Betroffenen.
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