Artikel-Schlagworte: „Freunde“
Könnte ich nicht auf die ähnlichen Erfahrungen zurückgreifen, die meine beste Freundin in der Gesellschaft derzeit parallel zu mir erlebt, würde ich an den Menschen schier verzweifeln und würde die Fehler im System rein bei mir suchen wollen. Der Egoismus hat ein Ausmaß angenommen, das ich für ein friedliches, harmonisches Zusammenleben in der Gesellschaft inzwischen gefährlich finde. Nein, ich denke nicht allein an die zunehmende Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr oder das dreiste Vorbeidrängeln an einer Warteschlange, ich meine die Art der Menschen untereinander, und vor allem im Bereich der Kommunikation und beim persönlichen Umgang miteinander.
Immer mehr Leute bewegen sich im Internet und kommunizieren über die Web 2.0-Communities. Ich selbst gehöre auch dazu. Das allein ist ja nicht negativ. Schlimm wird es erst, wenn ich am Telefon zu hören bekomme: “Sorry, aber ich chatte gerade mit Jemandem, mit dem ich schon lange nicht mehr gechattet habe!” In dieser Situation frage ich mich dann, ob es keine Hierarchie in der Kommunikation mehr gibt. Ist das Persönliche bei einer Unterhaltung, also das Face-2Face oder Voice-2-Voice, heutzutage gar nicht mehr entscheidend, gar nicht mehr wichtig?
Krass aus meiner Sicht wird es auch, wenn Menschen sich zurückziehen, wenn sie beginnen, Termine zu persönlichen Treffen zu vernachlässigen, nur weil sie den Sprung aus der virtuellen Welt nicht mehr in die reale schaffen (wollen). Im Net ist doch alles so bequem. Streit? Fehlanzeige! Im www versucht sich jeder so positiv wie möglich darzustellen, oft meistens wird eine Rolle gespielt. Kein Interesse mehr an einer Person? Och, wie einfach. Nachrichten einfach nicht mehr lesen oder gleich ganz ignorieren. Wo war noch der Knopf zum Abschalten des “Nervenden”??? Das schadet nicht nur der natürlichen Entwicklung einer guten Streitkultur, diese Verhaltensweisen lassen Menschen im sozialen Umgang miteinander absolut verkümmern. Achso…und dass “dazwischen kommende Sexdates” von Gays eh immer ein angeblich guter Grund sein sollen, ein persönliches Treffen abzusagen, daran habe ich mich auch schon längst gewöhnt!
Verabredungen. Besuch hat sich angekündigt. Ich sitze…und sitze…und sitze… Auch wenn es vielleicht nur ein kurzer Besuch gewesen wäre, stelle ich mich da trotzdem drauf ein und wenn ich eines hasse, ist es die Tatsache, dass ich gerade wieder tief in einer Arbeit stecke und plötzlich rausgerissen werde, weil ja keine definitive Uhrzeit ausgemacht war. So warte ich eben oder mache etwas anderes, als ich ansonsten machen würde, eben etwas Unwichtigeres. Dann ist der Abend rum, der Besuch kam nicht und ich frage mich, ob ich jetzt telefonieren oder SMS schreiben soll? Meist bin ich echt verärgert und wähle letzteren Weg. So auch diesmal. Mein Hinweis, dass es schon “nett” gewesen wäre, wenn ich wenigstens eine Absage bekommen hätte (was ich für das Mindeste halte!), wird mit folgender SMS beantwortet:
“Kniefall
An Dich hab ich jetzt gar nicht mehr gedacht.hab meinen neuen TV bekommen der mich voll eingenommen hat.Sorry,melde mich morgen“
Super. Danke. Ich bin also “vergessen” worden. Manchmal schlafen die Leute auch schon mal auf der Couch ein, aber diesmal bin ich einfach nur wegen eines Fernsehers “vergessen” worden! Oh Mann. Da war wieder mal der Krieg: Mensch gegen Maschine!
Meine Antwort war entsprechend deutlich, aber nicht unverschämt und eine Re-Antwort kam dann nicht mehr, wobei ich auch keine erwartet hatte. Mir war klar, dass manche Leute in solchen Momenten immer beleidigt sind oder gar nicht verstehen wollen, warum ich jetzt so “überhitzt” reagiere. Schuld sind ja erst immer die Anderen, erst recht, wnen sie sich beschweren, meckern oder aufregen. Seltsam! Aber die Meldung morgen brauche ich nicht mehr, vielen Dank!
Überreaktion? Nein und ich sag’ Dir auch gleich, warum nicht. Jeder erwartet irgendetwas von einer anderen Person, wenn es zu einem Kontakt kommt und wenn sich eine zwischenmenschliche Beziehung aufbaut. Meist entwickeln sich die Erwartungen im Laufe der Zeit. Grundsätzlich finde ich dabei, dass man sich auf allgemeingültige Grundwerte wie Zuverlässigkeit und gegenseitiges Interesse im Umgang miteinander einigen kann. Das sind ja wohl die Mindestvoraussetzungen! Leider muss ich immer wieder und häufiger die Erfahrung machen, dass selbst diese beiden Punkte schon einen derart hohen Erwartungshorizont beim Anderen auslösen, dass fast Panik ausbricht und so eine Art “gefühlte Fesselung”, die meinerseits gar nicht gewollt ist, aufkommt.
Vielleicht mache ich auch den Fehler, immer ein gewisses Maß an Sympathie Menschen gegenüber zu haben, mit denen ich gerne losziehe. Wenn mir also nun jemand schreibt “Ich habe Dich ganz vergessen!” und in der Vergangenheit bereits mehrere lockere Verabredungen ohne Kommentar/Erläuterungen ins Wasser fielen, dann kommt in mir das Gefühl eines Tritt in den Allerwertesten auf. Ob das so gewollt war, ist mir in diesem Fall völlig egal. Ich denke, dass Menschen in meinem Alter die geistige und charakterliche Reife haben sollten, hier einen kommunikativen Stil anwenden zu können, der im menschlichen Umgang miteinander Respekt zeigt. Komischerweise erwarten aber genau diese Leute von mir mehr, als sie bereit sind, mir gegenüber zu leisten. Irgendwie ein Mißverhältnis! Traurig Armselig nur immer wieder, dass sie beleidigt sind, wenn ich mit ihnen so umgehe, wie sie mit mir. Spätestens dann sollte denen aber klar geworden sein, dass es mir zu diesem Zeitpunkt bereits gleichgültig geworden ist, was sie über mich denken…
Das Leben ist ein Geben und Nehmen. Bei Freunden bin ich kein Erbsenzählern, bei Bekannten, die mich oder die ich auf Abstand halte, in begründeten Momenten umso mehr. Ich habe erkannt, dass nicht die Menschen die wahrhaft wichtigen im Leben sind, die kommen, für eine kurze Zeitspanne mit mir durchs Leben traben und dann ganz plötzlich wieder verschwinden, sondern die, die mir länger wichtig sind und denen ich über einen längeren Zeitraum im gleichen Verhältnis zueinander wichtig bin. Letztere nenne ich dann (meist) Freunde und dann sind es auch welche!
Wenn Du es bis hierher geschafft hast, Kompliment!
Hast Du jetzt noch Lust, Deine Gedanken zu dem Thema in einen Kommentar zu packen? Würd’ mich freuen… ![]()
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Was ist Freundschaft? “Freundschaft” muss man sich nicht immer verbal unter die Nase reiben, man weiss es einfach, sie spürt man
Und Freundschaft entsteht nicht über Nacht, sie muss über eine lange Zeit wachsen, immer mit gegenseitigem Respekt!
Ich unterscheide zwischen Freunden, Kumpelz, Bekannten und Digital-Bekannten und zwar genau in dieser Reihenfolge!
Natürlich hat auch dies, wie so Vieles in meinem Leben, einen Sinn bzw. ist Ergebnis, der bisher in meinem Leben gemachten Erfahrungen.
Jemanden als “Freund” zu bezeichnen, den man bei Twitter als “Follower” oder bei Facebook als “Freund” gelistet hat, ist doch eine Beleidigung für all jene, die ich seit Jahren in der realen Welt über zahlreiche persönliche Kontakte und gemeinsame Erlebnisse, kennen- und schätzen gelernt habe. Es sind nicht viele, aber die Anzahl macht es auch nicht, sondern die Intensität und die Verlässlichkeit dieser Freundschaften und wie eine zwischenmenschliche Beziehung gegenseitig einvernehmlich und respektvoll gelebt wird.
Manchmal glaubte ich, mit einem Menschen befreundet zu sein, doch dann musste ich zu abrupt feststellen, was es heisst, eigentlich nur ein Auffangbecken für die Probleme, Meckereien und Zeitüberschüsse eines anderen sein zu müssen. Einsame Menschen neigen dazu, sich an eine Person intensiv zu binden, manchmal auch zu klammern, wenn man ihnen gegenüber offen und freundlich auftritt und das lässt sich dann von der Intensität her schon als “Freundschaftsversuch” interpretieren. Fehler, denn diese Menschen können sich zumeist nur auf einen einzigen Anderen intensiv einlassen und so kann es passieren, dass du, tritt ein neuer Mensch in deren Leben, überraschend zurückgelassen wirst!
Nein, ich meine jetzt nicht all jene Internet-Schwachköpfe, die versuchen, ihre sozialen und zwischenmenschlichen Defizite in den Weiten des Internets zu vertuschen, sich ein Zweitbild zu erschaffen, dem sie dann bei einem Treffen in der realen Welt, wenn es überhaupt jemals dazu kommt, gar nicht standhalten können. DAS sind nämlich genau die Leute, die ich nicht mehr kennenlernen muss, mein Kontingent an sozialer Hilfeleistung und geleisteter Entwicklungshilfe, ist erschöpft und für den Rest meines Lebens reichts! Ich muss am Ende auch nicht Heilig gesprochen werden, das überlasse ich den Mutti Theresas dieser Welt.
Ich bin im Net über meine Website auf Menschen getroffen, die mich bis heute unerwünscht kontaktieren (was irgendwann zu einer Anzeige wegen Stalking führen wird!!!), aber auch auf … halt, ich beschränke das auf eine Person…, einen netten Menschen, der wirklich im Leben steht und ein sehr sympathischer Typ ist
(Wenn ich hier jetzt schreiben würde, wen ich meine, würde er bis ins neue Jahr hinein von den Wolken nicht mehr heruntersteigen!
Des geht nidd!)
Die sozial inkompatiblen waren leider in der Mehrzahl, weshalb ich heute den halben Tag überlegt habe, ob ich diesen Blog, meine Website und meine digitale Identität hier nicht komplett aufgeben und einstellen soll! Die Hoffnung, oder war es eine Erwartung, auf einem solch ungewöhnlichen Weg, neue Leute kennenlernen zu wollen, die gleiche Interessen haben und die auch einfach offen und nett sind, hat sich nicht erfüllt und hat mich, das muss ich zugeben, sehr enttäuscht!
Twitter und Facebook leben doch nur davon, dass Kommunikation ziemlich einseitig verläuft. Die User schreiben Messages, teilen etwas oder sich selbst anderen mit, reagieren dann aber nicht wirklich interessiert, wenn man darauf reagiert und etwas antwortet. DAS ist keine Kommunikation in meinen Augen, es ist die Beseitigung von Langeweile, ja vielleicht Einsamkeit, mittels der man die Zeit tot schlägt.
Ansonsten habe ich gelernt, von “digitalen Bekanntschaften” nicht allzuviel zu halten, denn was die einem alles erzählen, ist zumeist nicht nachprüfbar im Sinne von Vertrauensaufbau und mir fehlt generell die Gestik und die Mimik des mir “Gegenüber”, um Aussagen vernünftig werten zu können! Vielleicht geht es anderen genauso und sie antworten deshalb nicht bei Twitter
Auch diese ewigen Selbstzweifel und Unsicherheiten, auf die ich bei Menschen im Net immer wieder stoße, gehen mir schnell auf den Zeiger, denn ich bin nicht der Motivator für Depressive oder PC-Junkies, die mit ihrer Zeit nichts Anderes anzufangen wissen, als jede Sekunde ihres Lebens im Net zu verbringen. Es sollte doch eher so sein, dass das Internet nur ein Mittel ist, aus dem realen Leben heraus, andere real lebende und denkende Menschen zu informieren oder zu erreichen…finde ich zumindest!
Bei Gayromeo ist es ja nicht anders. Da baggern sie mich an, sülzen mir was vor, von wegen, wie geil, sexy, nett ich aussehe…bla bla bla…ich weiss ja, was sie wirklich wollen
, trauen sich aber nach unzähligen Chats und bereits geführten Telefonaten nicht, mich dann mal auf einer Party live anzusprechen, wenn sie mich erkannt haben! Oh Mann, jetzt sagt mal ehrlich: Was soll man mit denen??? Ich mein, jeder müsste doch einfach nur ganz unkompliziert sein, eben so, wie man sonst auch ist. Okay, da mag schon bei Vielen der erste Haken sein
, aber es können doch nicht alle Internetter gestört sein…oder???
Da macht mich wahnsinnig und ich fühle mich inzwischen wirklich gelangweilt, weil sich niemand mehr wirklich anstrengt, auf den anderen, der ihn interessieren könnte und von dem auch ähnliche Feedbacks kamen, zuzugehen. Und dabei muss es doch nicht immer um Sex gehen, oder?
Meine Fresse, wieviele Leute sich und ihre Aussenwirkung inzwischen darüber identifizieren!
Naja, ich merke eben auch, dass ich inzwischen zügiger abblocke und nicht mehr jedes Experiment mitmache. Dazu ist die Welt einfach zu voll mit Anwärtern (nein, das war jetzt nicht arrogant!). Ich vermisse lediglich die authentischen Menschen, aber vielleicht gibt es die in dieser Form gar nicht da, wo ich im Net bin
Oder die haben ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich und gehen da noch krasser mit Digitalmitmenschen um.
Jedenfalls bleibt es dabei: Freundschaften und Kumpel lernt man erst nach einer intensiven Zeit in der realen Welt kennen und dann entscheidet sich auch, ob man den ein oder anderen überhaupt kennenlernen möchte. Bis dahin bleibt jeder Digital-Bekannte ein “optionaler Zeitdieb”, denn Zeit ist etwas, was mir wichtig ist und die verbringe ich immer noch lieber in der realen Welt ![]()
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Wer es nötig hat, zum Beispiel, weil jemand über keinerlei soziale Kompetenz verfügt, “kauft” sich jetzt neuerdings Freunde! Aber nur im Internet und den entsprechenden Netzwerken. LIES MAL, wie das geht, was “Freundschaften” kosten und wo Du mit ihnen prahlen kannst
Ich bleibe bei meiner, scheinbar sehr individuellen Einstellung, dass meine Buddy’s mir tatsächlich bekannt sind und unter den verlinkten, vernetzten Bekanntschaften garantiert keine “Leichen” sein werden, nur um nach Aussen hin den “dollen Typen” darstellen zu können.
Für manche Menschen ist dies aber so immens wichtig, dass sie bereit sind, gewisse Werte in den Wind zu schießen.
Tja, arm sag’ ich da nur! Die wahren Freunde findet man nämlich (immer noch) nur im realen Leben und, wie der Artikel es auch schreibt, es macht natürlich auch “Arbeit”, diese Freundschaften zu pflegen und zu erhalten. Wenn es aber richtige Freunde sind, würde ich dies nicht als “Arbeit”, sondern als Freude bezeichnen