Freunde

Und der Herr sprach zu seinen Jüngern…

“Facebook hilft, mit Leuten in Kontakt zu bleiben, die wir auch im echten Leben kennen. Mehr nicht. Wer glaubt, dass jeder Facebook-Kontakt ein Freund ist, der weiß nicht was Freundschaft bedeutet.”

Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook

Wie wahr, wie wahr… ;-)

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Erfahrungen und Konsequenzen!

Generelle, zwischenmenschliche Probleme provozieren in mir zunächst die Frage: Was habe ich falsch gemacht? Diese Verhaltensart ist wohl eher selten, neigen doch die meisten Menschen dazu, Fehler und eine „Schuld“ zuerst bei anderen zu suchen, scheint ja auch einfacher zu sein.

Einmal mehr zeigte sich in der vergangenen Woche gleich in mehreren Fällen, dass meine Grenzen von Toleranz, Verständnis und scheinbar unermesslicher Geduld, bestimmten Personen immer wieder neue Chancen geben zu wollen, erreicht sind. Bisher habe ich nicht eingesehen, warum ich, aufgrund meiner Erfahrungen in Einzelfällen, mein allgemeines Verhalten ändern sollte. Aber so langsam habe ich wohl ein Alter erreicht, in dem ich diese Einzelfälle nicht mehr als solche wahrnehme, sondern daraus eine Allgemeingültigkeit ableiten sollte oder besser gesagt Konsequenzen ziehen sollte! Zuviele Deja-Vus hat mein Hirn inzwischen speichern müssen und meinen Eindruck, dass Nachgiebigkeit und meine Bereitschaft zu Kompromissen (gerne) schnell missverstanden und ausgenutzt werden, sehe ich nun in einem unerträglichen Maß bestätigt.

Das Enttäuschende dabei ist eigentlich, dass unter diesen Deja-Vus auch Erlebnisse mit Menschen sind, die mich seit Jahren und Jahrzehnten kennen (sollten). Schließlich bin ich ein Typ, der sein Verhalten anderen gegenüber erklärt, wenn ich in ihren Gesichtern Verwunderung oder Unsicherheit als Reaktion auf Äußerungen oder Handlungen von mir, abzulesen glaube. Das kostet mich inzwischen eine ganze Menge an Energie, denn immer häufiger passiert es mir, dass Leute zweideutige Dinge scheinbar gerne zuerst negativ verstehen möchten.

Wieviel Geduld muss ich eigentlich aufbringen, um mit anderen Menschen ein ganz normales, zwischenmenschliches Verhältnis begründen oder aufrecht erhalten zu können??? Immer häufiger erfahre ich Rücksichtslosigkeit, Kompromisslosigkeit, geringe Wertschätzung und Extrem-Egoismus mir gegenüber. Das zeigt sich auch in Handlungen, die, ungeachtet meines Einwandes, trotzdem ausgeführt werden. Beispiel: Obwohl ich deutlich machte, dass ich beim Duo-Cruising von einem Freund nicht angegrapscht werden wollte, versuchte er es dennoch immer und immer wieder, obwohl ich oft genug NEIN gesagt hatte. Das ist von mir als unverschämt, respektlos und rücksichtslos empfundene Art aufgenommen worden und begründete schließlich einen sehr eindeutigen Eindruck von seiner Sichtweise auf mich. Früher habe ich sowas im Nachhinein thematisiert, heute glaube ich nicht mehr, dass es irgendetwas bringen oder ändern könnte. Also lasse ich es und ziehe für mich daraus entsprechende Konsequenzen!

Noch enttäuschender finde ich gewisse Verhaltensweisen im Familienkreis. Hier ist wohl jeder noch eher bereit, immer wieder zu verzeihen oder auf den anderen zuzugehen. Manchmal, so finde ich jetzt aber, geht es nicht mehr anders, als die Notbremse zu ziehen und einer Person eindeutig zu sagen: „Ich wünsche keinen Kontakt mehr! Basta!!!“
Natürlich ist das wirklich der letzte Weg, aber ich denke, nach jahrelanger, besser jahrzehntelanger Erfahrung im Umgang mit einem Menschen, wieder und wieder erfahrener Respektlosigkeit und immer wieder eingefordertem Verständnis für die andere Seite, ohne meine Einwände und Kritiken ernsthaft beachten zu wollen, geht es gar nicht mehr anders, wenn man nicht gerade ein bekennender Masochist ist! Da wirkt auch der Spruch „Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht!“ geradezu lächerlich auf mich. Ich habe inzwischen gelernt, dass eine stark ausgeprägte Form konsequenten Handelns als Reaktion auf inakzeptable Handlungen anderer, der richtige Weg sein muss, will man sich nicht irgendwann in die Klappse einliefern lassen.

Natürlich setzt ein endgültiger Entschluss, die Unmöglichkeit eines Gesprächs auf gleicher Augenhöhe, voraus. Zuvor sollte alles erdenklich Erträgliche versucht worden sein, einen zwischenmenschlichen Kontakt im familiären Bereich zu kitten, wenn massive Probleme auftreten. Hat man es allerdings mit einem krankhaften Egoisten und Besserwisser zu tun, der andere Individuen und Lebensweisen nicht respektieren will (kann), der seine Lebensart auf eine andere Person übertragen sehen will und zudem noch alles Ausgesprochene im negativsten Sinne verstehen möchte und gegen sich gerichtet sieht, dann ist die Überlegung primär und mehr als dringlich, wie lange es, ohne zurück bleibende geistige Schäden in der eigenen Psyche zu erleiden, möglich sein kann, mit einem solchen Menschen den Umgang zu pflegen. Familie hin oder her!

Klar, ein solches Verhalten erfordert Kraft und Duchhaltevermögen und gerade deshalb glaube ich, kann der ein oder andere das nachvollziehen. Denn einen solchen Schritt macht man nicht „mal eben“ und aus einer Laune heraus, da muss dann wirklich etwas Unerträgliches vorgefallen sein!

Mit diesen beiden Vorfällen noch nicht genug belastet, startete ich vor etwas über einer Woche auch den Versuch, mal wieder Jemanden kennen zu lernen. Es war ein Gayromeo-User, der mit seinem Chat bei mir eine gewisse Sympathie ihm gegenüber auslöste. Es ist wirklich selten, dass ich heute noch Menschen treffe, weil ich sie in irgendeiner Art und Weise schon für etwas „Besonderes“ halte und die mir, mitten im Mainstream des schwulen Gehampels, positiv auffallen.

Daraus dann aber gleich eine große Erwartung abzuleiten, wie es viele schwule Männer machen, halte ich für falsch, verfrüht und ein Verhalten, das meiner Erfahrung nach, nie zu irgendeinem wirklich gewollten Ziel führt.

Kennenlernen bedeutet aus meiner Sicht, sich gegenseitig die Möglichkeit geben zu wollen, mehr von sich Preis zu geben. Ich schreibe hier nicht von einem Sexdate, sondern dem Willen, sich auf eine andere Person einlassen zu wollen. Ob und was letztendlich aus einem solchen Kontakt werden kann, zeigt sich erst im Laufe dieses Prozesses. Ich bin nicht der Typ, der gleich nach einem ersten Treffen mit Komplimenten um sich wirft, habe ich doch schon oft genug erlebt, dass viele zunächst einmal ihre „angenehmste Seite“ präsentieren wollen, einem sogar oft genug nach dem Mund reden, nur um gefallen zu wollen. Ätzend!

Ist diese Art der Erwartungshaltung noch recht anspruchslos bei mir, glaube ich aber, in anderer Hinsicht gewisse Ansprüche stellen zu dürfen, wenn mir jemand klar gemacht hat, mich kennenlernen zu wollen. Dennoch liegt gerade hier bei der anderen Seite scheinbar das Problem. Vor 9 Tagen haben wir uns getroffen und das Treffen hatte Spaß gemacht. Wohl Beiden. Er war ein echt netter Mann, der sogar noch Platz für Träume und Pläne in seinem Leben hat. Das Gespräch war kurzweilig, riss nie gänzlich ab, was ich immer als ein Zeichen für eine gewisse Harmonie deute.

Die folgenden vier Versuche, ein weiteres Treffen zustande zu bringen, scheiterten dann aber. Natürlich ist es nie ganz leicht, ein bisschen Zeit frei zu schaufeln, wenn man andere Verpflichtungen im Leben hat. Ich wundere mich dann allerdings, wenn alle Versuche von mir ausgehen und von der anderen Seite nie ein konkreter Vorschlag für ein Treffen kommt. Zwar bin ich nicht der Typ, der zu Hause eine Strichliste darüber führt, aber wenn es merklich wird, frage ich mich schon, ob ich da jemandem hinterher laufe oder warum nie ein Vorschlag von dem kommt, der mich doch eigentlich auch kennenlernen wollte. Muss man den Leuten sowas eigentlich immer sagen? Kommen die da nicht mal selbst drauf???

Finde ich einen Menschen so interessant, dass ich mehr von ihm erfahren möchte, bin ich auch bereit, meinen Tagesablauf anders zu gestalten, um ein Treffen zu ermöglichen. Er bekommt eine gewisse Wertung, die kurzfristig bei mir auch mal einen etwas höheren Stellenwert haben darf, als andere Dinge. Und all das, was mir im Leben wirklich wichtig erscheint, lässt sich auch schon mal verschieben, ohne das dadurch Nachteile entstehen. Flexibilität nenne ich das…ist dieses Verhalten denn so ungewöhnlich??? Fast scheint es mir inzwischen so…

Nach dem ersten Treffen, gab ich ihm meine Festnetz-Nummer. Da Gayromeo nicht meine bevorzugte Kommunikations-Plattform ist und mir Handy-Gespräche auf Dauer zu teuer sind (SMSes sowieso), ist der meistens inzwischen mit einer Flat ausgestattete Festnetz-Anschluss, nicht nur die unkomplizierteste, sondern auch günstigste Variante, sich verbal weiter auszutauschen. Dass ich im Gegenzug keine Festnetz-Nummer erhalte, ist für mich nichts Neues. Zuviele Leute sind angeblich oft genug belästigt worden und nehmen dieses Argument gerne, um ihre Nummer vorerst „geheim“ zu halten! Das ist zu akzeptieren. Dass die andere Seite allerdings diese Möglichkeit des Gesprächs nicht ein einziges Mal nutzt, wird irgendwann von mir als Desinteresse verstanden und ich frage mich, was das Gequatsche über das „nette (erste) Treffen“ dann sollte….

Manchmal glaube ich, zu ungeduldig zu sein, aber dann denke ich an eine geschätzte Entfernung von immensen 30 km und einem inzwischen vergangenen Zeitraum von 9 Tagen, dass es schon ungewöhnlich ist, wenn es zu keinem weiteren Treffen kommen kann. Wer immer nur darauf wartet, dass alles von der anderen Seite ausgehen muss, der kann bei mir inzwischen lange warten. Ich habe gelernt, viele Unternehmungen allein zu starten, will ich in diesem Leben überhaupt etwas erleben und genießen, nachdem ich oft genug erfahren musste, dass jene, mit denen ich verabredet war, Termine nicht so ernst nahmen, wie ich, und die spontan, oft ein anderes (Sex-)Date mir dann vorzogen. Ein wirklich „gutes Gefühl“, was aber auch viel über die Charaktere der Leute und ihre Unfähigkeit, Freundschaften pflegen zu können, aussagt! Irgendwann akzeptierte ich es und stellte mein Verhalten darauf ein.

Wenn mir dann jetzt ein Mensch begegnet, der mich zwar kennenlernen will, mir aber gleichzeitig durch sein Handeln vermittelt, die Sache mit mir sei ihm dann doch nicht so wichtig, verliere ich als Reaktion darauf, natürlich auch schnell das Interesse, ihm noch mehr meiner Zeit schenken zu wollen. Und ich frage ja jetzt schon im Vorfeld, was derjenige denn unter „kennenlernen wollen“ versteht, aber dennoch liegen da bei einer Antwort auf diese Frage Welten. Schade!

Alles in allem war die letzte Woche eine, deren Ereignisse mein Verhalten, aber auch mein Leben verändern werden. Mir ist klar geworden, dass ich gemachte Einzel-Erfahrungen eben nicht immer ignorieren sollte, sondern auch zu einer Entscheidung kommen muss. Es ist nicht mein Bestreben, mich so verhalten zu wollen, wie andere es längst tun, insbesondere in meinem Alter. Bei neuen Kontakten beispielsweise immer in Schubladen zu denken, in die Personen gesteckt werden, darf nicht mein Ding werden. Ich liebe die Offenheit und Flexibilität, die Vielfalt und Toleranz. Aber irgendwie bekomme ich diesbezüglich viel zu wenig zurück und wer lebt schon gern permanent mit Defiziten???

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Auch tote Kontakte wollen hin und wieder auferstehen

SMS

Wenn "tote Kontakte" sich wiederbeleben wollen...

Nach langer Zeit wird dies ein etwas persönlicherer Eintrag in meinen Blog ;-)

In den letzten Tagen hat sich wieder gezeigt, dass “ältere Kontakte” mich scheinbar doch noch nicht ganz vergessen haben :-) Zu meiner Überraschung!

Im Leben begegnen wir Menschen, zu denen wir entweder gerne einen Kontakt knüpfen, weil wir aus der individuellen Sicht, an dem Menschen etwas Besonderes zu entdecken glauben oder aber, jeder geht seine eigenen Wege weiter, ohne dass sich der Kontakt hält, weil mindestens einer der beiden kein Interesse am anderen hat. Über letztere werde ich hier, aus sicher verständlichen Gründen, nicht weiter schreiben :-)

Menschen, zu denen ich nicht nur einen langen, sondern auch intensiven, vertrauensvollen Kontakt habe, bei dem ein reger, kontinuierlicher, gegenseitiger Austausch stattfindet, nenne ich “Freunde”. Alle anderen haben einen Status, der bei mir unter “Kumpel” oder “Bekanntschaft” fällt. Dies widerspricht zwar dem momentan gängigen Bild von “Freundschaft”, meist bezogen auf Internet-Bekanntschaften, aber das ist mir ziemlich egal! :-P Würde ich jeden Hans und Franz als “Freund” bezeichnen, bedeutete dies eine Abwertung der Kontakte zu den realen Freunden und das hätten sie wohl kaum verdient.

Sie melden sich nicht mehr, es gibt keine gemeinsame Basis, die Interessen laufen auseinander, er/sie hat plötzlich einen Partner/in und macht dir in aller Deutlichkeit klar, dass für mehr als eine Person, die ein Großmaß an Aufmerksamkeit erfordert, kein Platz mehr ist, es fehlt schlicht das Interesse der anderen Seite an dir oder ICH habe ganz schlicht die Nase voll vom Ein- und Ausknipsen eines eher oberflächlichen Kontaktes, der im Verlauf durch Vorwürfe oder Versuche gekennzeichnet ist, mich zu nerven oder mich vor anderen Menschen schlecht machen zu wollen, um selbst besser dastehen zu können. All das können Gründe sein, warum ein Kontakt sich irgendwann nicht mehr hält, nicht mehr gewünscht und es stiller wird…

Solche Beendigungen sind für mich und sollten auch für andere akzeptabel sein, so ist das Leben nun mal. Was ich aber wirklich nervig finde, sind Menschen, die meinen, sie könnten einen zwischenmenschlichen Kontakt zu mir ein- oder ausschalten, so wie es ihnen gerade in den Kram passt! Folgendes Beispiel:

Ich versuche zu meinen Ex-Freunden immer möglichst ein gutes Verhältnis aufzubauen. Bei einem von ihnen klappte es eine Zeit lang. Allerdings war es immer ein Auf und Ab. Mal hatten wir intensiveren Kontakt, dann kamen monatelange Pausen, dann war der Kontakt wieder da und so weiter. Die Pausen kamen durch den Kommunikations-Abbruch zustande, den ich einleitete, weil er mir immer irgendwie versuchte, Probleme einzureden, wo keine waren. Dazu kam, dass ich das Gefühl nicht loswerden konnte, bei Party-Verabredungen nur solange gefragt zu werden, wie ich bereit war, zu fahren! Und schliesslich gab es keine Treffen bei mir: entweder bei ihm oder gar nicht! Richtig Spaß kam bei unseren Treffen auch selten auf und irgendwann nervte mich das so sehr, dass ich eine Pause brauchte. Diese Prozedur ereignete sich etwa dreimal, dann war für mich endgültig Schluss mit dem Hin und Her! Was bringen die Pausen, wenn ich hinterher doch feststelle, dass sich nichts geändert hat??? Was bringen zwischenmenschliche Kontakte, die ein permanentes emotionales Auf und Ab sind und die mit dem Gedanken enden, einen geistigen Konkurrenzkampf um eigentlich nichts führen zu müssen? Inakzeptabel! So ein Verhalten geht mir auf die Nerven! Freundschaften und Bekanntschaften sollten größtenteils doch entspannend sein, finde ich zumindest.
Vor zwei Tagen erhielt ich um 23:30 Uhr eine SMS. Er meldete sich wieder (mal) und teilte mir mit, er könne nicht schlafen, weil er am Freitag nach Afrika fliege und er nun nervös sei.

Situationsbeschreibung: Ich hatte Monate nichts mehr von meinem Ex gehört, gesehen, gelesen und plötzlich, zu nachtschlafender Zeit, diese SMS.

Mag sich jeder seine eigenen Gedanken dazu machen. Mir fielen zwei Dinge dabei ein:

1. Er will mir mitteilen, dass er nach Afrika fliegt! Okay…schön…interessiert mich nur nicht mehr, weil es ja ansonsten keinen Kontakt mehr gab! Was also habe ich von dieser Info??? Neid ist nicht mein Ding und ansonsten hatte ich ja keine weiteren Informationen, die einen Berufswechsel oder sonst ein einschneidendes Ereignis im Leben dieses Mannes vermuten lassen könnten…

2. Er hat gerade niemand Anderen greifbar und wollte seiner Langeweile mit einer Nachricht Ausdruck verleihen. Aha! Wieso ICH? In dem Moment ging dieses Bild an meinem halb träumenden Auge vorbei:
Er liegt im Bett, scrollt sich durch seine Telefon-Kontaktliste und zack…bleibt bei mir hängen. Und schon ist die SMS geschrieben. Irgendwas tiefsinnigeres steckt da eigentlich nicht hinter.

Meine Antwort war meinem Empfinden entsprechend und nach der zweiten Re-SMS meinte er, ich könnte das gut, jemandem ein schlechtes Gewissen machen. Immerhin hatte er mich verstanden (alles andere wäre für mich auch eine Enttäuschung gewesen!!!). ;-) Ich beschloss, das ohne weitere Antwort so stehen zu lassen…

Ganz ehrlich: Ich frage mich, was in die Leute fährt, wenn sie mich nach langer Zeit oder einschneidenden Ereignissen kontaktmäßig reaktivieren wollen??? Okay, bei der ein oder anderen Person wäre ein Wiedersehen sicher interessant, aber die meisten, die mir klar machen, dass ich in deren alltägliches Leben nicht mehr reinpasse, machen sich doch mit solchen Aktionen zum Scherzkeks. Derartige Versuche bestärken mich im Denken darüber, dass ich für manche meiner Bekannten gut genug bin, um bei Problemen und Sorgen zuzuhören, Zeit haben zu müssen, wenn es aber um das ganz einfache Zusammensein/Spaß haben geht (Parties, Kino, Szene-, Spiele- oder DVD-Abende), um das eigentliche soziale Leben, scheine ich der Letzte zu sein, der diesen Leuten in den Sinn kommt! Auf solche Spielchen habe ich ganz einfach keine Lust mehr und ich denke, da muss sich der ein oder andere einen anderen Deppen suchen, der sich dann diesen Geschichten widmen soll und will!

Dass das von mir beschriebene Empfinden in der Gesellschaft  inzwischen nicht mehr selten ist, mag mich als jemand, der als “guter Zuhörender” wahrgenommen wird, ehren, andererseits ist das aber ein charakterliches Armutszeugnis jener, die meinen, so mit mir (und anderen) umgehen zu können! Dieses Verhalten zerstört mehr, als es erhält. Das scheinen diese Leute nicht zu verstehen. Ich bin überrascht, dass diese Menschen sich dann wundern, dass ich so konsequent bin. Komisch! Okay, das kann zwar einsamer machen, aber mein “Problem” haben auch Menschen mit vielen Bekannten. Es ist immer eine Frage, ob man etwas zulassen will oder nicht.

An dem Verhalten ändere ich damit ganz sicher nichts. Sie werden schon wissen, wie mein Ex (siehe oben), was mich gebissen hat, aber sie werden dennoch so weiter machen wie bisher und der ein oder andere wird das alles nie ganz verstehen können, nur…MIR kann es dann egal sein :twisted: .

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Bekannte und Oberflächlichkeiten, die niemand braucht!

Könnte ich nicht auf die ähnlichen Erfahrungen zurückgreifen, die meine beste Freundin in der Gesellschaft derzeit parallel zu mir erlebt, würde ich an den Menschen schier verzweifeln und würde die Fehler im System rein bei mir suchen wollen. Der Egoismus hat ein Ausmaß angenommen, das ich für ein friedliches, harmonisches Zusammenleben in der Gesellschaft inzwischen gefährlich finde. Nein, ich denke nicht allein an die zunehmende Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr oder das dreiste Vorbeidrängeln an einer Warteschlange, ich meine die Art der Menschen untereinander, und vor allem im Bereich der Kommunikation und beim persönlichen Umgang miteinander.

Immer mehr Leute bewegen sich im Internet und kommunizieren über die Web 2.0-Communities. Ich selbst gehöre auch dazu. Das allein ist ja nicht negativ. Schlimm wird es erst, wenn ich am Telefon zu hören bekomme: “Sorry, aber ich chatte gerade mit Jemandem, mit dem ich schon lange nicht mehr gechattet habe!” In dieser Situation frage ich mich dann, ob es keine Hierarchie in der Kommunikation mehr gibt. Ist das Persönliche bei einer Unterhaltung, also das Face-2Face oder Voice-2-Voice, heutzutage gar nicht mehr entscheidend, gar nicht mehr wichtig?

Krass aus meiner Sicht wird es auch, wenn Menschen sich zurückziehen, wenn sie beginnen, Termine zu persönlichen Treffen zu vernachlässigen, nur weil sie den Sprung aus der virtuellen Welt nicht mehr in die reale schaffen (wollen). Im Net ist doch alles so bequem. Streit? Fehlanzeige! Im www versucht sich jeder so positiv wie möglich darzustellen, oft meistens wird eine Rolle gespielt. Kein Interesse mehr an einer Person? Och, wie einfach. Nachrichten einfach nicht mehr lesen oder gleich ganz ignorieren. Wo war noch der Knopf zum Abschalten des “Nervenden”??? Das schadet nicht nur der natürlichen Entwicklung einer guten Streitkultur, diese Verhaltensweisen lassen Menschen im sozialen Umgang miteinander absolut verkümmern. Achso…und dass “dazwischen kommende Sexdates” von Gays eh immer ein angeblich guter Grund sein sollen, ein persönliches Treffen abzusagen, daran habe ich mich auch schon längst gewöhnt!

Verabredungen. Besuch hat sich angekündigt. Ich sitze…und sitze…und sitze… Auch wenn es vielleicht nur ein kurzer Besuch gewesen wäre, stelle ich mich da trotzdem drauf ein und wenn ich eines hasse, ist es die Tatsache, dass ich gerade wieder tief in einer Arbeit stecke und plötzlich rausgerissen werde, weil ja keine definitive Uhrzeit ausgemacht war. So warte ich eben oder mache etwas anderes, als ich ansonsten machen würde, eben etwas Unwichtigeres. Dann ist der Abend rum, der Besuch kam nicht und ich frage mich, ob ich jetzt telefonieren oder SMS schreiben soll? Meist bin ich echt verärgert und wähle letzteren Weg. So auch diesmal. Mein Hinweis, dass es schon “nett” gewesen wäre, wenn ich wenigstens eine Absage bekommen hätte (was ich für das Mindeste halte!), wird mit folgender SMS beantwortet:

Kniefall :( An Dich hab ich jetzt gar nicht mehr gedacht.hab meinen neuen TV bekommen der mich voll eingenommen hat.Sorry,melde mich morgen

Super. Danke. Ich bin also “vergessen” worden. Manchmal schlafen die Leute auch schon mal auf der Couch ein, aber diesmal bin ich einfach nur wegen eines Fernsehers “vergessen” worden! Oh Mann. Da war wieder mal der Krieg: Mensch gegen Maschine! :evil: Meine Antwort war entsprechend deutlich, aber nicht unverschämt und eine Re-Antwort kam dann nicht mehr, wobei ich auch keine erwartet hatte. Mir war klar, dass manche Leute in solchen Momenten immer beleidigt sind oder gar nicht verstehen wollen, warum ich jetzt so “überhitzt” reagiere. Schuld sind ja erst immer die Anderen, erst recht, wnen sie sich beschweren, meckern oder aufregen. Seltsam! Aber die Meldung morgen brauche ich nicht mehr, vielen Dank! :-P

Überreaktion? Nein und ich sag’ Dir auch gleich, warum nicht. Jeder erwartet irgendetwas von einer anderen Person, wenn es zu einem Kontakt kommt und wenn sich eine zwischenmenschliche Beziehung aufbaut. Meist entwickeln sich die Erwartungen im Laufe der Zeit. Grundsätzlich finde ich dabei, dass man sich auf allgemeingültige Grundwerte wie Zuverlässigkeit und gegenseitiges Interesse im Umgang miteinander einigen kann. Das sind ja wohl die Mindestvoraussetzungen! Leider muss ich immer wieder und häufiger die Erfahrung machen, dass selbst diese beiden Punkte schon einen derart hohen Erwartungshorizont beim Anderen auslösen, dass fast Panik ausbricht und so eine Art “gefühlte Fesselung”, die meinerseits gar nicht gewollt ist, aufkommt.
Vielleicht mache ich auch den Fehler, immer ein gewisses Maß an Sympathie Menschen gegenüber zu haben, mit denen ich gerne losziehe. Wenn mir also nun jemand schreibt “Ich habe Dich ganz vergessen!” und in der Vergangenheit bereits mehrere lockere Verabredungen ohne Kommentar/Erläuterungen ins Wasser fielen, dann kommt in mir das Gefühl eines Tritt in den Allerwertesten auf. Ob das so gewollt war, ist mir in diesem Fall völlig egal. Ich denke, dass Menschen in meinem Alter die geistige und charakterliche Reife haben sollten, hier einen kommunikativen Stil anwenden zu können, der im menschlichen Umgang miteinander Respekt zeigt. Komischerweise erwarten aber genau diese Leute von mir mehr, als sie bereit sind, mir gegenüber zu leisten. Irgendwie ein Mißverhältnis! Traurig Armselig nur immer wieder, dass sie beleidigt sind, wenn ich mit ihnen so umgehe, wie sie mit mir. Spätestens dann sollte denen aber klar geworden sein, dass es mir zu diesem Zeitpunkt bereits gleichgültig geworden ist, was sie über mich denken…

Das Leben ist ein Geben und Nehmen. Bei Freunden bin ich kein Erbsenzählern, bei Bekannten, die mich oder die ich auf Abstand halte, in begründeten Momenten umso mehr. Ich habe erkannt, dass nicht die Menschen die wahrhaft wichtigen im Leben sind, die kommen, für eine kurze Zeitspanne mit mir durchs Leben traben und dann ganz plötzlich wieder verschwinden, sondern die, die mir länger wichtig sind und denen ich über einen längeren Zeitraum im gleichen Verhältnis zueinander wichtig bin. Letztere nenne ich dann (meist) Freunde und dann sind es auch welche! ;-)

Wenn Du es bis hierher geschafft hast, Kompliment! ;-) Hast Du jetzt noch Lust, Deine Gedanken zu dem Thema in einen Kommentar zu packen? Würd’ mich freuen… :-)
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Freundschaften – Real und Digital

Was ist Freundschaft? “Freundschaft” muss man sich nicht immer verbal unter die Nase reiben, man weiss es einfach, sie spürt man ;-) Und Freundschaft entsteht nicht über Nacht, sie muss über eine lange Zeit wachsen, immer mit gegenseitigem Respekt!

Ich unterscheide zwischen Freunden, Kumpelz, Bekannten und Digital-Bekannten und zwar genau in dieser Reihenfolge!

Natürlich hat auch dies, wie so Vieles in meinem Leben, einen Sinn bzw. ist Ergebnis, der bisher in meinem Leben gemachten Erfahrungen.

Jemanden als “Freund” zu bezeichnen, den man bei Twitter als “Follower” oder bei Facebook als “Freund” gelistet hat, ist doch eine Beleidigung für all jene, die ich seit Jahren in der realen Welt über zahlreiche persönliche Kontakte und gemeinsame Erlebnisse, kennen- und schätzen gelernt habe. Es sind nicht viele, aber die Anzahl macht es auch nicht, sondern die Intensität und die Verlässlichkeit dieser Freundschaften und wie eine zwischenmenschliche Beziehung gegenseitig einvernehmlich und respektvoll gelebt wird.

Manchmal glaubte ich, mit einem Menschen befreundet zu sein, doch dann musste ich zu abrupt feststellen, was es heisst, eigentlich nur ein Auffangbecken für die Probleme, Meckereien und Zeitüberschüsse eines anderen sein zu müssen. Einsame Menschen neigen dazu, sich an eine Person intensiv zu binden, manchmal auch zu klammern, wenn man ihnen gegenüber offen und freundlich auftritt und das lässt sich dann von der Intensität her schon als “Freundschaftsversuch” interpretieren. Fehler, denn diese Menschen können sich zumeist nur auf einen einzigen Anderen intensiv einlassen und so kann es passieren, dass du, tritt ein neuer Mensch in deren Leben, überraschend zurückgelassen wirst!

Nein, ich meine jetzt nicht all jene Internet-Schwachköpfe, die versuchen, ihre sozialen und zwischenmenschlichen Defizite in den Weiten des Internets zu vertuschen, sich ein Zweitbild zu erschaffen, dem sie dann bei einem Treffen in der realen Welt, wenn es überhaupt jemals dazu kommt, gar nicht standhalten können. DAS sind nämlich genau die Leute, die ich nicht mehr kennenlernen muss, mein Kontingent an sozialer Hilfeleistung und geleisteter Entwicklungshilfe, ist erschöpft und für den Rest meines Lebens reichts! Ich muss am Ende auch nicht Heilig gesprochen werden, das überlasse ich den Mutti Theresas dieser Welt.

Ich bin im Net über meine Website auf Menschen getroffen, die mich bis heute unerwünscht kontaktieren (was irgendwann zu einer Anzeige wegen Stalking führen wird!!!), aber auch auf … halt, ich beschränke das auf eine Person…, einen netten Menschen, der wirklich im Leben steht und ein sehr sympathischer Typ ist ;-) (Wenn ich hier jetzt schreiben würde, wen ich meine, würde er bis ins neue Jahr hinein von den Wolken nicht mehr heruntersteigen! :twisted:   Des geht nidd!)

Die sozial inkompatiblen waren leider in der Mehrzahl, weshalb ich heute den halben Tag überlegt habe, ob ich diesen Blog, meine Website und meine digitale Identität hier nicht komplett aufgeben und einstellen soll! Die Hoffnung, oder war es eine Erwartung, auf einem solch ungewöhnlichen Weg, neue Leute kennenlernen zu wollen, die gleiche Interessen haben und die auch einfach offen und nett sind, hat sich nicht erfüllt und hat mich, das muss ich zugeben, sehr enttäuscht!

Twitter und Facebook leben doch nur davon, dass Kommunikation ziemlich einseitig verläuft. Die User schreiben Messages, teilen etwas oder sich selbst anderen mit, reagieren dann aber nicht wirklich interessiert, wenn man darauf reagiert und etwas antwortet. DAS ist keine Kommunikation in meinen Augen, es ist die Beseitigung von Langeweile, ja vielleicht Einsamkeit, mittels der man die Zeit tot schlägt.

Ansonsten habe ich gelernt, von “digitalen Bekanntschaften” nicht allzuviel zu halten, denn was die einem alles erzählen, ist zumeist nicht nachprüfbar im Sinne von Vertrauensaufbau und mir fehlt generell die Gestik und die Mimik des mir “Gegenüber”, um Aussagen vernünftig werten zu können! Vielleicht geht es anderen genauso und sie antworten deshalb nicht bei Twitter ;-) Auch diese ewigen Selbstzweifel und Unsicherheiten, auf die ich bei Menschen im Net immer wieder stoße, gehen mir schnell auf den Zeiger, denn ich bin nicht der Motivator für Depressive oder PC-Junkies, die mit ihrer Zeit nichts Anderes anzufangen wissen, als jede Sekunde ihres Lebens im Net zu verbringen. Es sollte doch eher so sein, dass das Internet nur ein Mittel ist, aus dem realen Leben heraus, andere real lebende und denkende Menschen zu informieren oder zu erreichen…finde ich zumindest!

Bei Gayromeo ist es ja nicht anders. Da baggern sie mich an, sülzen mir was vor, von wegen, wie geil, sexy, nett ich aussehe…bla bla bla…ich weiss ja, was sie wirklich wollen :lol: , trauen sich aber nach unzähligen Chats und bereits geführten Telefonaten nicht, mich dann mal auf einer Party live anzusprechen, wenn sie mich erkannt haben! Oh Mann, jetzt sagt mal ehrlich: Was soll man mit denen??? Ich mein, jeder müsste doch einfach nur ganz unkompliziert sein, eben so, wie man sonst auch ist. Okay, da mag schon bei Vielen der erste Haken sein :-P , aber es können doch nicht alle Internetter gestört sein…oder??? :evil: Da macht mich wahnsinnig und ich fühle mich inzwischen wirklich gelangweilt, weil sich niemand mehr wirklich anstrengt, auf den anderen, der ihn interessieren könnte und von dem auch ähnliche Feedbacks kamen, zuzugehen. Und dabei muss es doch nicht immer um Sex gehen, oder? :-( Meine Fresse, wieviele Leute sich und ihre Aussenwirkung inzwischen darüber identifizieren! :evil:

Naja, ich merke eben auch, dass ich inzwischen zügiger abblocke und nicht mehr jedes Experiment mitmache. Dazu ist die Welt einfach zu voll mit Anwärtern (nein, das war jetzt nicht arrogant!). Ich vermisse lediglich die authentischen Menschen, aber vielleicht gibt es die in dieser Form gar nicht da, wo ich im Net bin :-) Oder die haben ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich und gehen da noch krasser mit Digitalmitmenschen um.

Jedenfalls bleibt es dabei: Freundschaften und Kumpel lernt man erst nach einer intensiven Zeit in der realen Welt kennen und dann entscheidet sich auch, ob man den ein oder anderen überhaupt kennenlernen möchte. Bis dahin bleibt jeder Digital-Bekannte ein “optionaler Zeitdieb”, denn Zeit ist etwas, was mir wichtig ist und die verbringe ich immer noch lieber in der realen Welt :-P
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New Shopping: Kauf Dir Freunde!

Wer es nötig hat, zum Beispiel, weil jemand über keinerlei soziale Kompetenz verfügt, “kauft” sich jetzt neuerdings Freunde! Aber nur im Internet und den entsprechenden Netzwerken. LIES MAL, wie das geht, was “Freundschaften” kosten und wo Du mit ihnen prahlen kannst :-P

Ich bleibe bei meiner, scheinbar sehr individuellen Einstellung, dass meine Buddy’s mir tatsächlich bekannt sind und unter den verlinkten, vernetzten Bekanntschaften garantiert keine “Leichen” sein werden, nur um nach Aussen hin den “dollen Typen” darstellen zu können.

Für manche Menschen ist dies aber so immens wichtig, dass sie bereit sind, gewisse Werte in den Wind zu schießen.
Tja, arm sag’ ich da nur! Die wahren Freunde findet man nämlich (immer noch) nur im realen Leben und, wie der Artikel es auch schreibt, es macht natürlich auch “Arbeit”, diese Freundschaften zu pflegen und zu erhalten. Wenn es aber richtige Freunde sind, würde ich dies nicht als “Arbeit”, sondern als Freude bezeichnen ;-)

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