Duisburg
Wulff, zu Guttenberg, Sauerland & Co oder die moralische Verkommenheit der Politik!
Lohnt es sich eigentlich heute noch, über Politiker zu schreiben, die das Ansehen ihres Amtes beschädigen und damit sogar ihren eigenen guten politischen Ruf in der Öffentlichkeit verspielen???
Manchmal neige ich dazu, es aufzugeben, weil die aktuelle Generation von Politikern dermaßen kritikresistent zu sein scheint, dass wir Bürger zunehmend den Kopf schütteln und wütend werden, wenn Skandale aufgedeckt und mit Beweisen belegt werden, die Betroffenen selbst aber keine oder kaum Verfehlungen (für ihr Amt) erkennen wollen! Natürlich denke ich dabei zuerst an zu Guttenberg, dann aber aktuell eher an Bundespräsident Christian Wulff!
Um auf die Frage zurück zu kommen: JA, es lohnt sich, über diese Politiker zu schreiben! Ich würde sogar sagen, hierzu sind Bürger dieses Landes, die ihre Meinung im Internet kundtun wollen und denen die Demokratie und ihr Land wichtig sind, geradezu verpflichtet! Denn wir dürfen die politischen Institutionen nicht von Menschen besetzt lassen, die unsere demokratischen Werte eigentlich verteidigen und leben sollen, sie in der Realität, im Umgang zum Beispiel mit Medien, dann aber mit Füßen treten!
Manchmal scheint es mir, als würden Politiker immer noch darauf setzen, dass die Öffentlichkeit nicht ALLE Details einer Verfehlung erfährt, damit der Verbleib im Amt um jeden Preis gesichert werden kann. Das ist, aus meiner Sicht als sehr aktiver Internetter, heute aber kaum noch möglich. Auch Politiker sollten das langsam begreifen. Dann könnte dieses Bewusstsein sicherlich auch dazu führen (lasst mich träumen!
), dass wir moralisch vorsichtiger agierende Amts- und Würdenträger in diesem Staat hätten.
In mir verfestigt sich der Eindruck, dass sich die Kluft zwischen dem Volk, das sich mehr und mehr in sozialen Netzwerken und Blogs frei zu gesellschaftlichen und politischen Themen äussert, und den Politikern, mit rasender Geschwindigkeit vergrößert. So bleibt den Mandatsträgern nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie schotten sich weitgehend ab oder aber, sie nutzen das Internet, um in begrenztem Rahmen öffentlich mit dem Souverän, den Wählerinnen und Wählern, zu diskutieren, sich auszutauschen und zuzuhören, was die Probleme und Ansichten der “Basis” sind. Natürlich ist diese Art der Offenheit auch mit Angriffen und Kritik verbunden, der man sich damit aussetzen muss.
Bis die Politiker aber begriffen haben, wie sie mit der zunehmenden Öffentlichkeit durch das Internet umgehen sollten, kann und “darf” es wohl sein, dass ein Bundespräsident einerseits von der immensen Wichtigkeit der Meinungs- und Pressefreiheit schwafelt und andererseits versucht, die Veröffentlichung von ihm missliebig erscheinenden Zeitungsartikeln über ihn, zu verhindern. Ich vermisse jene mutigen Politiker der ersten Reihe aus der Regierungskoalition, die sich nun endlich öffentlich kritisch zu diesem Vorfall äussern! Wer Politik zum Wohle des Staates und nicht zum Wohle von Personen machen will, der müsste jetzt seine Meinung zum Verhalten des Bundespräsidenten äußern. Das Argument, damit würde das Amt beschädigt, ist grotesk, ja lächerlich. Schließlich hat das der Amtsinhaber bereits erledigt! Viel mehr Schaden kann jetzt nur noch angerichtet werden, wenn Christian Wulff weiterhin dieses Amt ausübt…was er wohl ernsthaft vor hat (KLICK)!
Zur Zeit verhindert im politischen Berlin noch das Unwohlsein darüber deutliche Worte gegen Wulff, dass nun, 18 Monate nach der schwierigen Wahl des CDU-Kandidaten, schon wieder eine Bundesversammlung einberufen werden könnte. Ob die Kanzlerin dann noch einmal die Mehrheit für einen Kandidaten aus der Koalition bekommen würde, ist mehr als fraglich, nachdem ihr letzter Kandidat nun auf der politischen Abschussliste steht. Allerdings darf dies nicht der Grund für Zurückhaltung sein. Gertrud Höhler, Polit-Beraterin von Ex-Kanzler Helmut Kohl, hat Wulff bereits aufgegeben und was sie gestern im heute-Journal zum Thema sagte, ist mit meiner Meinung deckungsgleich: KLICK HIER.
Übrigens fällt mir zu diesem Thema noch eine dritte Person ein: Adolf Sauerland, der Oberbürgermeister von Duisburg! Zu diesem … “Politiker” … muss ich wohl nichts mehr schreiben! Die Art seines Verhaltens ist für mich der absolute Gipfel moralisch-politischer Verkommenheit (ich schäme mich inzwischen, das Wort “Moral” im Zusammenhang mit Politik zu verwenden, es scheint nicht (mehr) zu passen!). Und ich erinnere an dieser Stelle daran, wie heftig die Kritik des Bundespräsidenten war (KLICK), als Sauerland einen Rücktritt wegen der Loveparade-Katastrophe vehement ablehnte! Wie diese präsidiale Kritik heute, in Anbetracht der Wulffschen Aktivitäten, auf mich wirkt, schreibe ich jetzt besser nicht!!!
Der Bundespräsident und die Bundeskanzlerin schweigen unterdessen zu der Präsidenten-Krise. Schweigen lässt allerdings das Unverständnis und die Wut bei Aussenstehenden steigen und trägt nun gar nicht zur Lösung dieses Staatsproblems bei. Diese Art des Verhaltens empfinde ich als armselig für den Bundespräsidenten, der sich damit immer mehr für das Amt disqualifiziert und als feige für die Bundeskanzlerin, die den Fall Wulff mit einer “schweigenden Unterstützung” für ihn, denn nichts anderes ist ihre Stummheit, immer mehr zu ihrem eigenen Fall macht!
Bessern, so denke ich, wird sich auf absehbare Zeit wohl kaum etwas im Bewusstsein der politischen Klasse. Daher ist es umso wichtiger, dass Bürger weiterhin die Freiheiten unseres politischen Systems nutzen, um ihre Meinung zu äußern, um zu sagen: SO GEHT ES NICHT!

Sauerland ist abgebrannt
Adolf Sauerland, der Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, hat sich heute in einer Ansprache vor dem Rat der Stadt, bei den Angehörigen “entschuldigt” und die “moralische Verantwortung” für das Unglück bei der Loveparade vor einem Jahr, übernommen (KLICK). Glaubhaft ist sein Geschwafel seit dem 24.Juli 2010 für mich schon nicht mehr, aber mit dieser Rede hat er einmal mehr bewiesen, was für ein schrecklicher, anstandsfreier Politiker, ohne Gefühl für den richtigen Moment, er ist.
Sauerlands Verhalten ist einfach unerträglich! Selten habe ich einen Politiker erlebt, der unsensibler, aus meiner Sicht polit-charakterlich verdorbener und kälter ist, als Adolf Sauerland! Die Stadt Duisburg leidet seit einem Jahr unter ihm, der Ruf ist verloren und das Image liegt am Boden. Mit Duisburg verbinden wir doch nicht wirklich noch etwas Gutes, oder???
Seine angebliche “Entschuldigung” ist ein Hohn für die Angehörigen der Opfer, die Übernahme der “moralischen Verantwortung” zum jetzigen Zeitpunkt, ist die unverschämteste Witznummer des Jahres!
Wie eine Partei (CDU) diesen OB im Amt halten kann, ist mir schlicht unerklärlich! Was für ein moralisch verkommener Polit-Morast muss in dieser Stadt herrschen, wenn sich niemand traut, gegen einen solchen machtversessenen Politiker aufzustehen??? Sauerland ist an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten und ich kann für Duisburg und den Ruf der Stadt nur hoffen, dass dieser am Stuhl klebende OB, möglichst bald mit Hilfe des Volkswillens aus dem Amt gejagt wird! Diese Schande hat er sich verdient und eine mildere Strafe für ihn, wäre eine Belohnung für sein völlig inakzeptables Verhalten in den letzten 352 Tagen!
Sauerland ist abgebrannt, schon lange, aber er beweist immer wieder aufs Neue, wie schlecht er wirklich ist, sobald er im Zusammenhang mit der Loveparade, seinen Mund aufreisst! Einfach mal “die Klappe halten” und ZURÜCKTRETEN, Herr OB
!
Auch ein Jahr nach der Katastrophe wühlt mich dieses Thema immens auch und macht mich richtig wütend! Dazu gehört sicher auch die Hilflosigkeit, die man als Wähler spürt, dass sich so eine Gestalt immer noch im Amt und in der Verantwortung befindet! Das ist alles ganz einfach unfassbar für mich…
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Einfach nur brutal!
Boah, alter Schwede!!! Dieses Video ist für mich das absolute GRAUEN!
Ich war ja nicht auf der Loveparade in Duisburg und kann anhand der vielen Bilder und Videos, die im Nachhinein z.B. auf YouTube veröffentlicht wurden, nur erahnen, was für ein unglaublicher Horror dort abgelaufen ist. Bei vielen Videos musste ich schon schlucken, bei manch einem kamen mir auch ungewollt und plötzlich die Tränen, aber was ich gerade fand, ist der absolute Oberhammer!
Ein Besucher steht inmitten der Rampe in der Enge der Menschenmasse und lässt die ganze Zeit während der dramtischsten Minuten am 24.Juli 2010, seine Vid-Kamera laufen. 35 Minuten geht das gesamte Video, das in drei Teile getrennt wurde und das mit der Zugfahrt nach Duisburg beginnt.
Auf der Rampe sind Schreie zu hören, Hilferufe…die Kamers erfasst Gesichter, die panisch schauen…hilflos…fast schon leblos!!! Es ist zu sehen, wie eng die Menschen gequetscht sind. Die Treppe ist überfüllt, Ordner sind zu sehen und ein Polizist und deren Hilflosigkleit, auch wenn sie helfen! Für mich ist DIESES Video das absolute Grauen und zurecht sind Teile davon nur für YouTube-Nutzer über 18!!! Daher verlinke ich die Seite hier auch nicht.
Wer sich das Video antun möchte, das für mich das bisher dramtischste und brutalste Dokument der Ereignisse auf der Loveparade ist, kann auf YouTube den User “pizzamanne” aufrufen. Damit bleibt jedem selbst überlassen, ob er/sie sich das antun will. Ich glaube, ein zweites Mal kann ich das nicht!!! Also vorsicht!
Ich veröffentliche das hier, weil ich finde, jeder sollte wissen, was da geschah und wie dramatisch die Situation zwischen 16:00 und 17:00 Uhr war! Mir reden immer noch viel zuviele Menschen von der Selbstschuld der Besucher, die sich dorthin begeben haben. Für mich ist es unerklärlich, wie man eine solche Dummheit schreiben kann. Das kommentiere ich nicht weiter, weil ich denke, solche Äusserungen sprechen für sich und die Art des Charakters, der solche Sätze ins Internet schreibt!
Letztendlich ist es doch auch das Vertrauen, das wir alle in die professionelle Organisation und Sicherheit einer solchen Veranstaltung setzen. In diesem Fall ist das Vertrauen natürlich für 21 Menschen ein tödlicher Irrtum gewesen!

Lieber Adolf!
Zunächst möchte ich Dir danken, dass Du die Erklärung, die Du heute hast verbreiten lassen (GENAU DIESE HIER), nicht schon am Samstag an die Öffentlichkeit gebracht hast. Der Tag der Trauerfeier für die Getöteten der Loveparade, wäre ganz sicher der beste Zeitpunkt gewesen, um endgültig als meist gehasster Mensch Duisburgs (und des Ruhrgebiets) in die Annalen der (Stadt-)Geschichte einzugehen! Wobei…so wie ich glaube, Dich seit dem tragischen Unglück auf der Loveparade kennen gelernt zu haben, war der vollzogene Aufschub vielleicht gar nicht DEINE Idee?! Dabei wäre ein Wort des Duisburger Oberbürgermeisters am Tag der Trauerfeier in der Salvatorkirche doch klasse gewesen. Anteilnahme, die bis dahin seit dem Tag der Pressekonferenz von Dir niemand mehr öffentlich persönlich erfahren hat und das auch noch vor der versammelten bundesdeutschen Presse..na sag’ mal, wäre das nicht genau nach Deinem Geschmack gewesen? Sicher hattest Du einen klugen Berater, der die Veröffentlichung dieses Textes, in dem Du einmal mehr den Rücktritt vom Amt des Oberbürgermeisters ablehnst, auf heute verschieben ließ.
Warum solltest Du Dir auch die phatten Bezüge entgehen lassen, die Dir im Falle des Rücktritts entgehen könnten? Gut, das NRW-Innenministerium interpretiert den Gesetzestext offenbar anders, als Deine Stadtverwaltung und somit trägst Du einmal mehr zur Verunsicherung bei, was denn wohl der wahre Grund für Deine unerträgliche Sturheit sein mag, im Amt verbleiben zu wollen.
Naja, ein Gutes hat “Dein Fall” ja: Er lenkt die Aufmerksamkeit auf eine eventuelle, peinliche Gesetzeslücke! Ob und vor allem wann die aber korrigiert wird, darauf dürfen alle Bürger gespannt sein!
Ganz ehrlich lieber Addi, ich gönne Dir Deine Bezüge. Zumindest die, die Du Dir als Berufsschullehrer erworben hast. Und ich gönne Dir auch jene Bezüge, die Du Dir in Deiner ersten Amtszeit durch harte Arbeit am, mit und für das Volk Duisburgs verdient hast. Bis zum 24.Juli sollst Du ja tatsächlich beliebt gewesen sein oder hat bis dato niemand eine seit dem Unglückstag von Vielen im Volk empfundene, offen gelegte Charkterschwäche bemerkt oder bemerken wollen??? Die Bezüge, die Du Dir aber nun auch noch sichern möchtest, nein, lieber Adolf, die gönne ich Dir nicht! Und ich sage Dir auch ganz offen und ehrlich, so wie wir im “Pott” eben sind, warum nicht:
Zum einen gibt es Vorwürfe gegen Dich, Du hättest Druck ausgeübt, die Loveparade müsse in jedem Fall in Duisburg stattfinden! Starker Tobak, in der Tat!
Dann wurde seitens der Stadtverwaltung, deren Chef Du ja bist, auch wenn Du das vielleicht nicht so empfinden magst, eine Loveparade genehmigt, bei deren Planung, bei allem, was wir inzwischen durch Aussagen und Medienberichte erfahren haben, sich einem die Nackenhaare aufstellen und in Selbstentzündung geraten!
Schließlich ließest Du nach dem Unglück verkünden, das Sicherheitskonzept habe gegriffen, “individuelle Schwächen” seien das Problem gewesen! Ooops…Trauer und Anteilnahme sieht in meinen Augen ganz anders aus und beginnt sicher nicht mit der Äußerung von Vorwürfen an die Adresse der Getöteten!
Montag begann der Tag, mit der Feststellung in den Medien, Du hast uns angelogen, weil Du durchaus von den Planungen der Loveparade gewusst haben musst, wie ein Dokument mit dem Verteiler an den “OB” bewies! Du hattest das zuvor anders erläutert.
Und seit dem Sonntag der Pressekonferenz vermisst Dich Dein Volk! Niemand sah Dich mehr, Dein Haus ist unbewohnt, Du hast Personenschutz, weil Dein Volk Dich plötzlich nicht mehr mag und einige Dir mit dem Tode drohen (was ich unangemessen finde und aufs Schärfste verurteile!)!
Mit Deinem Verhalten vermittelst Du den Menschen, dass Du weder eine “politische Moral im Amt” kennst, noch Charakter und Stil besitzt. Zumindest empfinden viele Menschen das so wie ich, wie ich bei meinem Besuch am Trauerort, dem Tunnel und der Rampe, feststellen musste! Wirf’ mal einen Blick in meine Bildgalerie zum Unglück auf der Loveparade! Zum Ort selbst traust Du Dich ja persönlich sicher nicht mehr…
Dieses Verhalten finde ich unerträglich! Es ist
so unwürdig,
so feige,
so schäbig,
so stillos,
so empörend,
so beleidigend
den Opfern und deren Angehörigen gegenüber…es ist schlicht traurig und armselig! Ein Mensch, der vom Wähler beauftragt wurde, das höchste Amt der Stadt zu bekleiden, der auf Zeit das Vertrauen der Bürger geliehen bekam und es nun auf das Schändlichste missbraucht, muss doch erkennen, dass er einsam geworden ist im Amt! Du traust Dich nun nicht mehr, vor Deinem Volk aufzutreten! Was ist das für ein Zustand für einen Politiker, der seine Stadt nach außen hin repräsentieren soll?
Wie fühlst Du Dich dabei?
Wie gehst Du mit den Sprüchen auf den Schildern am und im Tunnel um?Möchtest Du nicht einmal die Angehörigen und Trauernden direkt ansprechen?
Hast Du ein schlechtes Gewissen oder bist Du tatsächlich davon überzeugt, alles richtig gemacht zu haben und kannst Du letzteres dann auch den Freunden und Verwandten der Opfer ins Gesicht sagen?
Auf der Website des NRW-Innenministeriums fand ich den Hinweis, einen Oberbürgermeister, der ja keinen Vorgesetzten hat, kann man auch durch eine “dienstrechtliche Aufsichtsbehörde” als “dienstunfähig” befinden lassen! HIER LESEN
Dein Verhalten, lieber Adolf, in Kombination mit Deiner Öffentlichkeitsflucht und dem heute veröffentlichten Schreiben, das alle Proteste gegen Dich außer Acht lässt, deuten meiner Ansicht nach darauf hin, dass der von Dir benannte “tiefe Schock” nach dem schrecklichen Ereignis auf der Loveparade, tatsächlich merkliche Auswirkungen auf Dein Verhalten hatte und wohl noch hat. Du selbst bestreitest das ja gar nicht und entschuldigst Dich für Dein Verhalten, das dadurch nicht erträglicher wird! Dass eine Entschuldigung von Dir nichts als leere Worte sind, zeigt Dein starrsinniges Festhalten am Job des Oberbürgermeisters, denn…das steht ja für DICH fest, wie Du schreibst! Taten sagen aber mehr als 1000 Worte!
In diesem Sinne wünsche ich Dir alles Gute für die nächste Zeit. Solltest Du tatsächlich bis Anfang Oktober im Amt bleiben wollen, was ich unerträglich und anmaßend finde, denn erst dann findet wohl Deine Abwahl statt, wünsche ich Dir, dass Dich bis dahin jeder Bürger, jede Firma und jede Organisation in Duisburg meidet und Dich als OB boykottiert! Alles andere wäre ja nur eine Bestätigung für Dich und Dein seltsames Verhalten im Amt!
Freundliche Grüße vom Little-Devil

Duisburger Loveparade – Trauer und Wut in Bildern
Es wirkte auf mich wie ein Pilgerort: Menschen kamen mir auf dem Weg vom Hauptbahnhof zum Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs, auf dem die Loveparade am 24.Juli 2010 stattfand, entgegen, und ich sah ihren Gesichtern an, woher sie kamen! Den richtigen Weg zu finden war somit nicht allzu schwer…
Als ich um die Ecke auf die Straße des einen Tunneleingangs bog, sah ich die Brücken, die auf mich wie ein weit geöffnetes, dunkles Maul wirkten. Gruselig. Das Ende der Tunnel war weit hinten…klein…zu sehen. Davor und darin brannten zahllose Teelichter und rote Grabkerzen, standen Teddybärchen, lagen Blumen, frisch und bereits verwelkt. Und all diese Schilder mit Trauerbekundungen, Vorwürfen an Veranstalter und Stadt, aus denen die Wut Einzelner, manchmal auch Vieler sprach.
Mir bot sich ein Bild der Trauer, der (lautstarken) Verzweiflung, der Wut, resultierend auch aus dem Unverständnis der Bürger, wie sich der Duisburger Oberbürgermeister seit dem Unglück verhält. Bei manch einem Text fiel es mir schon schwer, die Tränen zu unterdrücken, die plötzlich raus wollten. Ich habe jetzt 140 Bilder bearbeitet und sie liefern ein umfassendes Bild von dem, wie der Ort des Unglücks und seine Umgebung zur Zeit aussehen.
Und da gibt es eine zweite Rampe, die mit Zäunen verstellt ist und es am Samstag wohl auch war. Warum war sie verbarrikadiert? Warum nutzte man sie nicht als Ausgang? Das Gelände ist übrigens auch von der gegenüber liegenden Seite zugänglich, auch der “Zugang” muss gesperrt gewesen sein! Und dann der Container, auf den die Menschen sprangen, um nach oben ausbrechen zu können, an der Seite diese Treppe, an deren Fuß soviele Besucher der Loveparade starben, jetzt dort hinter einem Zaun. Mittendrin stand ich plötzlich!
Ich stellte mir vor, wie sich die Menschenmassen durch die Tunnel von beiden Seiten zwängten, spürte plötzlich die Enge, die auch durch eine tief hängende Tunneldecke erzeugt wird. Unglaublich!
Ich war nicht dort an jenem Samstag, aber durch viele Bilder und Videos, die ich im Netz gefunden und angeschaut hatte, bekam ich einen prägenden Eindruck und jetzt, am Ort der Trauer zu sein, wurde alles noch viel deutlicher.
Mein Ziel ist es, mit den Bildern jenen Menschen den Ort der Trauer näher zu bringen, die nicht die Möglichkeit haben, nach Duisburg zu fahren, um mit ihrer Präsenz Anteilnahme zu zeigen. Ihr sollt sehen, was dort in diesen Tagen vor, im und rund um den Tunnel geschieht, wie es dort aussieht, wie Menschen sich äussern und ihre Trauer ausdrücken.
Zugleich soll diese Bilderseite ein Dokument der Zeitgeschichte werden, denn die Kehrmaschinen werden kommen und das dargestellte Gedenken und die Empörung wegfegen. Es muss etwas bleiben, das die Erinnerung an das Unglück wach hält und ein Element dabei, ein Beitrag dazu, soll diese Seite mit Bildern sein. Sensationsgier, das könnt Ihr mir glauben, erst recht in einer solchen Umgebung und bei einem solchen Unglück, liegt mir fern!
Ich erkläre hier ausdrücklich, dass ich mich nicht mit allen Äusserungen, die Ihr gleich sehen/lesen werdet, identifiziere oder mir diese zu eigen mache. Aber ich möchte “Zensur” vermeiden, denn hier soll die Realität zu sehen sein, so wie sie derzeit in und um die Tunnel herum, zu besichtigen ist!
Alles ist so in der Öffentlichkeit im Tunnel zu sehen und zu lesen.
Bei von manchem Besucher als “extremer Kommentar” empfundener Aussage, bitte ich die Umstände, unter denen das Geschriebene entstand, zu berücksichtigen! Wenn Ihr die Stimmung dort im Tunnel erlebt hättet, könntet Ihr so Manches nachvollziehen. Verstehen möchte auch ich das ein oder andere dennoch nicht! Es gibt auch zwei Bilder, auf denen Menschen zu sehen sind, die spontan etwas schreiben wollten oder mussten, weil sie etwas zu sagen hatten, sie ihre Trauer, ihre Wut hinaus schreien und schreiben wollten!
Obwohl ich hier eine Vielzahl Bilder veröffentliche, glaube ich dennoch, dass ich es nicht schaffen werde, diese einprägsame Stimmung der Tunnel und der Rampe einfangen zu können! Fahrt hin, schaut es Euch selbst an, soweit es Euch möglich ist und Ihr es Euch zutraut. Es ist kein “lustiger Kinobesuch”, wirklich nicht, aber ich glaube, wer diesen Ort zur Zeit erlebt, versteht manches, was die Menschen bewegt, besser!
Und nun die Bilder, denen ich nur in Ausnahmefällen zur Erläuterung der Örtlichkeit einen Text hinzu gefügt habe (zur Vergrößerung der Bilder einfach darauf klicken!):

Ein Kondolenzbuch wurde von den Anwohnern ausgelegt und bei der Trauerfeier den Angehörigen übergeben!

Warum wurde diese zweite Rampe, die etwas seitlicher, links von der Ein-/Ausgangsrampe liegt, nicht auch genutzt?

Sorry, aber ich finde diese Werbung an dieser Stelle pervers! Ich nehme aber an, dass das Schild schon vor dem Unglück da war...

Wieder der Tunnelzugang vom Dellviertel her. Die Häuser der Anwohner von den Bildern gerade, liegen rechts
Morgen ist die Trauerfeier in Duisburg und meine Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden der Opfer!
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