Artikel-Schlagworte: „Die Päpstin“
Wenn ich im Vorfeld eines Films die Kritiken gehört oder gelesen habe, muss ich mich dazu zwingen, einen Film, der mich interessiert, dennoch vorbehaltslos anschauen zu können. Manchmal fällt mir das nicht schwer, weil ich mich ungeachtet der veröffentlichten Bewertungen auf einen Streifen freue, so wie gestern auf DIE PÄPSTIN.
Vor ein oder zwei Jahren habe ich mir das Hörspiel gekauft und angehört, ich kannte die Story also nur sehr grob.
Dass Sönke Wortmann bei diesem Film als Regisseur fungiert, freute mich, denn in der Regel mag ich seine Filme.
Die Hauptdarstellerin, Johanna Wokalek, kannte ich bisher nur aus “Der Baader-Meinhof-Komplex”, in dem sie Frau Enslin verkörperte. Damals allerdings nach meinem Geschmack wesentlich überzeugender als in DIE PÄPSTIN, in der sie schließlich die Hauptrolle spielt. Viele Szenen mit ihr gefallen mit nicht, sie wirkt auf mich blass in der Umsetzung der herausfordernden Rolle.
Ach, was für eine erfrischende Erscheinung ist dann doch der Darsteller des Papstes Sergius II., der von John Goodman dargestellt wird
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Der Film beschreibt die Zeit des 9.Jahrhunderts und das schafft der Film überaus überzeugend. Es ist eine Freude, sich in eine weit entfernte Zeit fallen lassen zu können, die Bilder von Märkten und Gelagen aufzunehmen und die Detailverliebtheit der Ausstatter bewundern zu können.
Was die Kritiken angeht, die ich zuvor gelesen/gehört habe, so kann ich diesen in einigen Punkten zustimmen.
Ich habe in einem Film selten so emotionslose Küsse und Zärtlichkeitsbekundungen gesehen, wie in diesem. Leidenschaft ist nicht das Wort, dass ich bei den gesehenen Szenen verwenden kann
Ob es Absicht war, angesichts einer düsteren Zeit der Hoffnungslosigkeit oder ob die Chemie zwischen den Darstellern nicht stimmte…who knows?
DIE PÄPSTIN ist kein Actionfilm, er ist ein Erzählfilm, was einigen Besuchern sicher nicht gefallen wird, die ihn sich mit ganz anderen Erwartungen ansehen werden.
Fazit:
Den Film kann man sich mit gutem Gewissen anschauen, wenn den Zuschauer die Story reizt. Ein abgeschlagener Kopf, ein paar Geschwüre an den Füßen, sollten auch jenen reichen, die etwas Krasseres aus der Zeit vor über 1000 Jahren erwarten
Langweilig ist der Film an keiner Stelle und wer sich kritisch mit der katholischen Kirche auseinandersetzt, bekommt einige Blutdruck-Wallungen geboten, wenn die naiv-brutale Interpretation der “heiligen Schrift” verkündet wird. Auch die primitiven Sprüche von angeblich hochgestellten Machos des Klerus gegen Frauen, sind manchmal ob ihrer Dummheit, kaum erträglich. Spätestens dann frage ich mich, ob dieser Film tatsächlich die Zeit von vor 1000 Jahren zeigt oder ob der Film nicht auch ein gewisses Maß an Aktualität bietet
Reingehen lohnt, über 140 Minuten Unterhaltung sind garantiert und wen die, meiner Meinung nach, suboptimale Besetzung der Hauptrolle nicht stört, der hat Spaß
WEBSITE des Films
Meine persönliche Wertung:
3,5 von 5 Punkten
5 Punkte: Die DVD kauf ich mir, wenn der Film raus kommt!
4 Punkte: DVD schau ich mir nochmal an, bei Gelegenheit
3 Punkte: Eher was für den Kinotag, evtl. nochmal was fürs Free-TV
2 Punkte: geht nicht mal am Kinotag als gut durch
1 Punkt : Boah, was ne Zeit- und Geldschverschwendung!
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Einen kleinen Hintergrundbericht zum neuen Film von Sönke Wortmann nach dem Literatur-Bestseller “Die Päpstin” könnt Ihr Euch H I E R anschauen. Der Film startet am 22.Oktober in den deutschen Kinos
Mit Protesten der katholischen Kirche ist zu rechnen, wird doch von ihrer Seite (natürlich) bis heute bestritten, dass damals eine Frau den Papstthron bestiegen haben soll. Eine spannende Geschichte aus einer düsteren und zumeist noch sehr brutalen Epoche. Ich freu’ mich auf den Film…
Das Hörspiel ist übrigens klasse gemacht und ist zu einem vergleichsweise niedrigen Preis zu haben.