Artikel-Schlagworte: „BO-YS“

Es kam ganz plötzlich und mit einem Schlag. Einmal heute Nacht, das andere Mal vor genau 15 Jahren! Manche Ereignisse und Tage prägen das Leben eines Menschen und ein solches Ereignis war die BO-YSParty gestern vor genau eineinhalb Jahrzehnten, am ersten Samstag im August des Jahres 1995 ;-)

Als ich gestern vom Balkon des Kulturzentrums Bahnhof-Langendreer in Bochum, in dem die BO-YS – Party stattfindet, twitterte, erinnerte ich mich plötzlich an das “Jubiläum” und fühlte mich spontan zurück versetzt in die Neunziger, als ich zum ersten Mal direkt und sehr bewusst Kontakt zur schwulen Szene hatte. Ein Arbeitskollege hatte mich damals gefragt, ob ich nicht einmal mit ihm auf eine Party wollte. Bis er mit der Sprache herauskam, was für eine Art Party das war, dauerte es etwas, aber den Gedanken daran, mir das einfach mal anzuschauen, hatte ich ja schon länger ;-) So kam die Anfrage sehr gelegen… :-)

Es war ein schöner, warmer Sommerabend, ich trug ein weißes, damals noch weit geschnittenes Hemd und als ich mich durch die Location bewegte, fühlte ich mich von wirklich JEDEN Mann beobachtet. Das war das Schrecklichste des Abends! :twisted: Ich muss dazu sagen, dass ich in dieser Zeit ein völlig anderer Mensch war. Das Coming Out hatte mich in der Folgezeit dazu gebracht, offener zu werden, selbstbewusster und stärker!
Der eindrucksvollste Moment der Partynacht aber war, als ich die nackten Oberkörper der tanzenden Männer betrachtete und sich in meinem Bauch “etwas regte”! Wow, war das ein emotionales Erlebnis und ich empfand es als überraschenden Genuss, der meinem Geist eine jahrzehntelange Verwirrung endgültig nahm. Als ich nach Hause kam, setzte ich mich vor meinen 286er AT-PC :lol: und tippte in die Maschine, was ich fühlte und wie ich den Abend erlebt hatte. Ich ging mit der Gewissheit ins Bett, dass ich wohl auch auf Männer stand und ich nahm mir vor, nun endlich herausfinden zu wollen, welche Art der sexuellen Orientierung ich habe ;-)

Heute Nacht verglich ich diese von damals immer noch präsente Szene mit der gestrigen. Viel hat sich seitdem verändert, nicht nur bei mir persönlich, auch in der Öffentlichkeit! Die Party ist konventioneller geworden. Auf der Bühne und der Tanzfläche bewegen sich keine halbnackten Körper mehr, die knisternde Erotik fliegender Blicke zwischen Männern ist verschwunden oder zumindest merklich seltener geworden. Heute findet das Kennenlernen im Internet statt, nicht mehr, oder nur noch eher selten live auf einer Party. Zu Beginn meines Gay-Bewusstseins beobachtete ich öfter Männer auf der Tanzfläche, die sich anschauten, lächelten, flirteten und dann zusammen “mal eben” verschwanden :mrgreen: Mein späterer Ex-Freund besuchte die BO-YS auch regelmäßig und wenn er nicht mindestens eine Telefonnummer abziehen konnte, war er unglücklich…trotz mir ;-) Nein, nicht WEGEN mir :lol: So war das damals…vor 15 Jahren und noch in der Folgezeit, wow!

Was ich in diesen zurückliegenden Jahren alles erlebt habe, geht mir gerade rasend durch den Kopf. Mir fallen Typen ein, die ich nicht mehr sehe, schöne und weniger schöne Momente, angefangen mit dem Coming Out bei Familie und Freunden mit der individuellen Geschichte, und endend mit heute und einer Männergesellschaft, in der es schwerer geworden ist, zuverlässige Bekannte und Freunde oder gar einen Partner zu finden. Das Internet hat da was verändert, bei vielen Menschen gar zerstört. Schade, dass viele es zulassen!

Manchmal frage ich mich, ob es nicht zu spät war und ich mich nicht schon vorher ernsthafter hätte fragen sollen, ob ich gay bin oder nicht. Klar, das Gefühl, netten Männern (heimlich) hinterher schauen zu müssen, war schon immer da, aber ich hatte ja auch Freundinnen, mit denen zwar der Sex nicht immer Spaß gemacht hat, aber mit zwei Frauen hatte ich immerhin eine längere oder zumindest sehr intensive Beziehung!
Nein, für mich war es genau der richtige Zeitpunkt! Ich spiele zwar hin und wieder das Leben durch, wie es gewesen wäre, wenn ich mich schon mit 16 oder 18 geoutet hätte, aber wer weiß schon, wer und was ich dann heute wäre? Es ist ein netter Ausflug in die Fantasie des nicht gelebten Lebens, aber es bleibt doch eine Fantasie und irgendwann komme ich dann zu dem Schluss, dass das Nachdenken darüber überflüssig und unnötig ist ;-) Ich würde es genauso wieder machen, wie es bei mir abgelaufen ist, das sagt doch alles, oder?

Jedenfalls waren die letzten 15 Jahre meines Lebens die intensivst ge- und erlebten Jahre meines bisherigen Daseins auf diesem Planeten! Und ich finde, wenn man das schreiben kann, hat man irgendwie wenig falsch gemacht ;-)

Ich freue mich auf die Zukunft… ;-)

BO-YS - PartyDer Tanz in den Mai fand bei mir 24 h später statt, nämlich auf der BO-YS ;-) Irgendwie ist es für mich wenig sinnvoll, zwei Tage hintereinander danzzen zu gehen. Am zweiten Tag habe ich dann selten Lust, gleich wieder rumzuzappeln, was ich ganz einfach auf das Alter schiebe :lol: Karin fragte mich, ob ich Sie und ihren Freund zum Tanz in den Mai in das Stahlwerk begleiten würde, aber die BO-YS, einen Tag später, hatte als meine einzige Dauer-Stammparty in diesem Fall Priorität, was Karin auch verstand. ;-)

Vor der Party hatte ich Karin zu Besuch und ich tischte ein paar Kleinigkeiten auf, unter anderem eine köstliche Schokoladen-Tarte :twisted:  Der Meinungsaustausch mit Karin ist schon faszinierend, ist sie doch der einzige Mensch, bei dem ich nicht den Eindruck verspüre, mich fragen zu müssen, wie das, was ich von mir gebe, interpretiert werden könnte :-)
Zuviele Menschen um mich herum haben Zweifel, wie ich die ein oder andere Äusserung gemeint habe und ob sie sich bei allgemein formulierter Kritik von mir angesprochen fühlen müssen. Meine Güte, Menschheit, wer einfach nur entspannt miteinander umgehen will, der hat es nicht nötig, sich permanent Gedanken zu machen! Das Problem ist leider, dass zuviele Menschen mich entweder als reines Sexobjekt sehen oder sie sonst irgendwie emotional berührt auf mich reagieren :-( Wer mir dann als Konsequenz daraus nur gefallen will, interpretiert natürlich die ein oder andere Äusserung in eine völlig andere Richtung. In der Vergangenheit hatte ich oft versucht, dann alles näher zu erläutern, das habe ich nun aufgegeben, denn ich habe gelernt, ich kann noch soviel erklären, Menschen des obigen Schlages, wollen oder können es einfach nicht peilen und deren Reaktionen verursachen erst recht noch weitere Missverständnisse! Wer mich eh nur unter dem kurzfristig empfundenen Aspekt Sex & Beziehung sieht, der kann mich jetzt mal! :-P Denn daraus ergibt sich nur äusserst selten eine vertrauensvolle, gleichberechtigte, respektvolle zwischenmenschliche Beziehung, so die Quintessenz meines bisherigen Lebens!

Witzigerweise erleben Karin und ich, was Bekanntschaften angeht, häufig dasselbe. Fast schon erschreckend, allerdings im positiven Sinn, ist dabei, dass wir auch bei Konsequenzen oder Entscheidungen fast zur selben Zeit zum gleichen Schluss kommen, und das unabhängig voneinander. Karin ist genauso wie ich, direkt, aufrichtig und natürlich. Warum wir es beide scheinbar deshalb im Umgang mit anderen Menschen schwerer haben im Leben, können wir uns nicht erklären. Logo haben wir unsere Theorien dazu, aber die verrate ich hier nicht. Das ist nicht nur zu privat, sondern würde auch Gedanken, die unter Freunden ausgetauscht werden, öffentlich machen und bei einer zwischenmenschlichen Beziehung von der einzigartigen Qualität zwischen uns, halte ich das für inkorrekt. Freundschaft bedeutet mir noch etwas! ;-)

Apropos “bedeutet mir etwas”! Auf der Party hatte ich die Möglichkeit, jemandem zu sagen, dass er “ein Arsch” ist 8) Ich sagte ihm auch, warum ich das so sehe und ich war witzigerweise schon der Zweite innerhalb kurzer Zeit, der ihm das in dieser Form gegenüber äusserte! Es ist schon beeindruckend, dass manche Menschen eine solche Verbalattacke und Kritik dann richtig verstehen. Die meisten würden beleidigt aufstehen und gehen, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, wie ich so etwas sagen kann. Der Mann von heute Nacht traute es sich, zu fragen und gab mir die Gelegenheit, meine Verbal-Fäkalität näher zu erläutern und zu begründen, schliesslich ist es absolut nicht meine Art, einen anderen Menschen einfach derart unbegründet zu beschimpfen. Als ich damit fertig war, schien er nachdenklich zu werden und tatsächlich meinte er, er würde sich darüber Gedanken machen.
Eigentlich ist es echt ein Netter, nur leider lag zwischen dem, was er sagte und dem wie er handelte, eine immense Diskrepanz! Und wenn mich derartige Verhaltensweisen persönlich betreffen, dann muss ich mir das nicht zwangsläufig antun. Allerdings habe ich bei ihm irgendwie das Gefühl, dass er sich von der Masse abhebt und er schon anders ist, als der Gay-Mainstream. Manchmal sollte man mehr Geduld haben, um herauszufinden, ob es tatsächlich so ist und das bedeutet,  dass man auch schon mal brutaler ehrlich sein muss ;-) Mal sehen, wie es weitergeht…

Samstag war BO-YS, die geilste Gay-Party im Pott, zumindest für mich, weil ich die Location zu Fuß erreichen und ich so immer trinken (also Alloholl konsumieren) kann ;-) Aber nicht nur deshalb. Die Musik ist meistens gut, die Leute nicht so schwuppenhaft überdreht wie in anderen „Kreisch-Läden“, wo die hellen Stimmen der Junxx zwischen 18 und 22 dein Trommelfell bedrohen, wenn nur das richtige Lied gespielt wird :lol:

Ich glaube, dasselbe schrieb ich letzten Monat schon: Die Bekannten, die sich zum Treffen auf der BO-YS angesagt hatten, blieben auch in diesem Monat der Party fern. Nichts Neues und ich rechne damit schon gar nicht mehr, wenn der ein oder andere sein „Bla Bla-Gerede“ der üblichen schwulen Oberflächlichkeit ablässt. Sobald die Option auf ein Sextreffen wahrgenommen werden kann, zählt alles andere nicht mehr, egal, ob derjenige schon in einer Partnerschaft lebt oder er ein Single ist :-P Ich habe gelernt, damit zu leben, bin nicht mehr enttäuscht und nehme das nur noch zur Kenntnis. Überrascht bin ich dann aber doch, wenn ich die Herren damit im Chat oder im persönlichen Gespräch konfrontiere und sie beleidigt tun :roll: Tja, mit der Wahrheit mache ich mich selten beliebt, von daher ist das verkraftbar und ich grins mir einen ;-) So rein intern…

Hell, ein 21jähriger sprach mich auf der Party an und ich fühlte mich unversehens in QUEER AS FOLK versetzt :twisted: Nach einem Kompliment zum Einstieg, sehr charmant der Junge :mrgreen: , ging es auch schon ohne weitere Worte zu verlieren zur Sache: Ob ich wisse, wie er jetzt noch (ca. 02:45 Uhr) nach Dinslaken komme. Er habe die letzten fünf Jahre in einer Beziehung mit einem 36jährigen Mann gelebt (21-5=16 und 36-5=31 !!!) und nun sei alles vorbei. Er hat seinen Freund beim Betrügen entlarvt und jetzt habe er seit 3 Monaten keinen Sex mehr gehabt. Oha! ← DAS nur deshalb, weil er sich dabei immer näher an mich anschmiegte, fehlte nur noch das Katzen-Schnurren :roll: Ich schob ihn so dezent wie so ein Wegschieben in solch einer Situation eben geht, von mir weg und zumindest begriff er das…ohne beleidigt zu sein. Was für ein Erlebnis für mein hohes, biblisches Erdendasein :lol:

Aber jetzt mal ehrlich. Ich habe kein Prob mit Altersunterschieden in einer Beziehung, mein extremster war mit 26, als ich eine 18jährige Freundin hatte, die kurz vor dem Abi stand ;-) Eine Lernphase, die mir absolut klar machte, dass ich (aus meiner Sicht) so junge Küken für eine Beziehung nicht mehr haben muss. Seitdem weiss ich das! Aber sich mit 31 einen 16jährigen aufzureissen, finde ich fast schon gestört! Liegt aber auch daran, dass ich nach der Pämisse lebte: Nichts, aber auch gar nichts mit Männern unter 18!!! Die Altersgrenze habe ich inzwischen massiv angehoben. Vor allem, wer sucht denn was in einer solchen Beziehung??? Dass die Zukunft habe, daran glaube ich nicht, aber Dinslaken ist ja auch keine schwule Hochburg und wer regelmässig Sex möchte, macht`s dann eben so ;-) Spannend, attraktiv und erfüllend muss der Sex mit einem jungen Mann zwischen 18 und 21, der zufällig gerade mal nicht bekifft ist, dann trotzdem nicht sein :lol: Keine weiteren Erläuterungen dazu! :-P

Naja, jede/r nimmt sich das, was angeboten wird ;-)

Heute schon mein Twitter gelesen? :lol:

Coole Party, die BO-YS heute. Die Musik war klasse und der DJ spielte sogar Michael Jackson ;-) Zu Beginn war es ja ultraleer, was wohl am Schnee lag. Ich wollte mir ein Taxi bestellen, aber die Wartezeit, 30 Minuten, schreckte mich dann doch zu sehr ab ;-) Also zu Fuß durch den Schnee, allerdings die Straße entlang :-)

Irgendwie hab ich seit der STARGATE-Party zu Sylvester 009 einen Teil meiner Hemmungen verloren, manche Menschen einfach mal anzulabern. Wenn da ja mal was zurückkommen würde, aber nein…was soll ich eigentlich noch machen? Mich naggisch ausziehen und auf dem Balkon tanzen?? :twisted: Naja, dann ginge es ja auch wieder nur um Sex… :-(

*Seufz* Bei Gayromeo schreiben sie mich an oder verpassen mir nen Button, wenns dann aber im Real-Life zu ner Begegnung kommt, sagt kein Aas was, komisch, oder??? ;-)

Naja, die Party war trotzdem cool und ich bin glücklich damit, meinem Leitsatz treu zu bleiben, nicht wegen des Baggerns oder eines Kennenlernens auf ne Party zu gehen, sondenr aus Spaß und zum Tanzen :-) . Da bleibt mir wenigstens die ein oder andere Enttäuschung erspart und ich hab’ trotzdem Spaß…

Auf ein neues, cooles Party-Jahr ;-)

P.S.: Der Eintrag ist von Sonntagmorgen, 04:29 Uhr und erfolgte in leicht angeheitertem Zustand :lol:
.

Gerade besuchte ich den Blog von “Magic M.”, der eine irre umfangreiche Gay-Party-Info-Seite betreibt.
Sein letzter Eintrag (Info dazu siehe am Ende meines Kommentars) informierte die Leserschar darüber, dass eine weitere Gay-Party im Ruhrgebiet (SWEET in Bochum) eingestellt wird.

Warum ist das eigentlich so? Warum werden Parties veranstaltet, langfristige Termine geplant und plötzlich ist das Ende schon wieder verkündet??? Was könnten die Gründe dafür sein?

Meine Lieblingsparty neben der BO-YS in Bochum, war über Jahre hinweg die Kölner KINGS & QUEENS, die mit einem guten Mix aus Chart- und House-Musik, aufgeteilt in zwei Locations, im Kölner BOOTSHAUS stattfand. Dann erlebte ich sie einmal im “Alter Wartesaal” in Köln und ich musste feststellen, dass eine Party nicht nur von der Musikkombi, sondern in erster Linie von der Stimmung in der Location lebt! Im “Wartesaal”, der völlig überfüllt war, konnte man nicht tanzen und ein Durchkommen, also ein Wechsel zwischen den Danzz-Locas war fast unmöglich. ”Nein, die KINGS & QUEENS gehört für mich ins BOOTSHAUS und nirgendwo anders hin!”, so mein Fazit. Als dann bekannt wurde, dass diese Party im BOOTSHAUS nicht mehr stattfinden würde, war’s das dann für mich :-( Schade! Schließlich war sie auch unsere CSD-Stammparty in Cologne ;-)

Aber nicht nur der Wechsel der Location kann die Gäste einer Party vergraulen. Die ZARAH & LEANDER-Party der Rosa Strippe in Bochum, die mit dieser Party immer den 5. Samstag eines Monats zu einem Zusatz-Angebot nutzt, hat sich in den letzten Jahren immens verändert. Zumindest aus schwuler (männlicher) Sicht! Früher hatte diese Party eine absolut unschlagbare Stimmung und es war immer eine ausgewogene Mischung zwischen Männern und Frauen. Doch seit einigen Jahren ist diese Party bereits zu einer 90%-Lesbian-Party geworden.
Nein, ich habe kein Prob mit Frauen, auch wenn sie zur Z&L-Party das Männerklo mitbenutzen :-P Durch den hohen weiblichen Besucher-Anteil, wird dort aber eine völlig andere Musik gespielt. Der damalige DJ sagte mir vor Jahren schon, als ich mir ein Stück wünschte, das wäre “keine geeignete Musik, schließlich wären ja soviele Frauen da, die das nicht hören möchten”!!! Aha!

Heute versucht die Rosa Strippe als Veranstalter mit 2:1 – Preisen für Männerpaare, wieder mehr Gays auf die Party zu bekommen. Die Reaktionen der Rundfrage vor dem Besuch der letzten Z&L-Party in meinem Bekanntenkreis, war durchweg eindeutig:
Zuviele Frauen, kaum Männer zum Guggen da, schlechte Musikauswahl, miesgelaunte, kampfbereite Lesben!

Nach meinem letzten Besuch dort kann ich, bis auf das letzte Argument, zustimmen. Ich bin aber nicht der Typ, der das einfach so hinnimmt, sondern der sein Missfallen öffentlich macht. An der Kasse stieß ich eher auf eine konsequente Abwehrhaltung gegenüber meiner Kritik, also setzte ich mich noch in der Nacht hin und schrieb über eine Stunde lang eine eMail an die Strippe, in der ich nicht nur meine Kritik, sondern auch Verbesserungs-Vorschläge formulierte!
Wenn man(n) etwas verändert haben will, sollte man den Schnabel aufmachen. Natürlich musste ich mir von dem ein oder anderen Menschen Kritik wegen meiner nächtlichen Zeit-Investition gefallen lassen, aber wenn der Veranstalter wissen soll, was den Besucher nervt, sollte das ausgesprochen werden. :-P

Mir brachte diese eMail nicht nur einen Dank für die “erste, wirklich konstruktive eMail-Kritik mit Verbeseungsvorschlägen” von der Rosa Strippe, sondern auch eine Freikarte für die Dezember-BO-YS ein ;-) Das nenne ich mal eine nette Aufmerksamkeit!

Und genau hier liegen doch die Probleme:
Wer macht sowas heute noch?
Wer setzt sich hin, nimmt sich die Zeit, Kritik hilfreich zu formulieren?
Wer macht gerne Verbesserungsvorschläge, macht sich Gedanken dazu?
Wer weiss dnen überhaupt diese Party-Angebote zu schätzen in einer eventüberladenen Welt?
Wer identifiziert sich denn heute noch mit Parties oder Events und geht dort hin, um schlicht und einfach Spaß zu haben?
Wer will denn wahr haben, dass diese Ruhr-Gay-Parties uns im Pott erst ermöglichen, für eine Party eben NICHT 85 km nach Köln düsen zu müssen?

Viele wollen alles haben, sind aber nicht bereit, im Gegenzug etwas dafür zu tun, weil es ja einfach da ist! Und wnen es weg ist, okay…das war’s…schade…wo und wann ist die nächste Loca und Party???

Natürlich sind nicht nur die Gäste gefragt zu handeln, auch die Veranstalter sollten Kritik ernst nehmen und entsprechend darauf reagieren. Die Gäste bleiben schneller als gedacht einer Party fern und wer meint, das sei ihm egal, der muss sich nicht wundern, wenn seine Party mangels tanzwilliger Besucher eingestellt wird.

Schaut Euch doch mal das STARGATE an. Da war ich seit dem Frühjahr nicht mehr, weil die beiden Parties, die ich besuchte, schlicht mangelhaft besucht waren. Und der Grund? Aus meiner Sicht hat sich der Laden überlebt. Vor einigen Jahren kamen sogar noch die Kölner ins Gate, da boomte der Gay-Club des Potts.

Wenn der Veranstalter sich allerdings nichts Neues einfallen lässt, die Loca heute noch so aussieht wie vor ein paar Jahren (ich will nicht übertreiben und schreiben “wie zur Eröffnung vor über einem Jahrzehnt!”) und die Parties thematisch auch immer eintöniger werden, so zumindest meine Gedanken zum Gate, dann muss sich niemand wundern, wenn die Eintrittsgelder lieber woanders ausgegeben werden möchten. Ein Zurücklehnen auf das bis dato Erreichte, kann recht entspannend sein, allerdings sollte irgendwann auch wieder der Motor für neue Ideen angeworfen werden, denn auch im TV ist aus STARGATE inzwischen STARGATE ATLANTIS geworden :mrgreen:

Gays sind ja nicht nur bequem, sie sind auch anspruchsvoll und überlegen sich ganz genau, wo sie ihr Geld ausgeben wollen. Wer als Veranstalter den Gästen den Eindruck vermittelt, man wolle sie über zu hohe Preise (Gay-Aufschlag!) ausnehmen, auch der muss sich nicht wundern, wenn es rasant schnell bergab geht, denn die Mundpropaganda ist schneller, als manches Print- und manches Web-Medium!

Fazit: Es ist also, aus meiner Sicht, schlicht mangelnde Kommunikation zwischen Veranstaltern und Gästen und mangelndes Gäste-Bindungsmanagement seitens der Veranstalter.
“Wir machen das jetzt einfach mal so”, mag vor Jahren noch geklappt haben, heute sind die Besucher von Events verwöhnt und das Geld ist auch bei den Gays knapp geworden. Da überlegt man sich zweimal, wo der Euro rollen soll. Für eine Garderobe beispielsweise die Preise von 1,00 € auf 1,50 € heraufzusetzen, finde ich persönlich, auch wenn es nur 50 ct sind, eine Frechheit! 10 ct pro Getränk mehr, würde nicht nur mehr Umsatz bringen, es wäre auch unmerklicher für die Gäste und sicher akzeptabler und leichter verständlich zu machen. Aber nein, da wird der Hammer bevorzugt! 50%-Erhöhung!

Tja, sicher gibt es noch weitere Gründe für das Party-Sterben. Meine Gedanken dazu haben ja keinen Allgemeinvertretungs-Anspruch :twisted: Und natürlich freue ich mich auch wieder auf Kommentare und Eure Meinungen :-) Her damit! 

HINWEIS:
Leider kann ich den Artikel, den ich kommentiere, hier nicht verlinken, weil es mir derzeit unmöglich erscheint, alle Links und deren Unterlinks auf rechtlich problematische Inhalte in Bezug auf Jugendschutz/Erotik/Pornographie zu prüfen und das ist leider rechtliche Voraussetzung für die Setzung eines Links :-( Auch konnte ich auf der Website kein Impressum finden! Sorry an “M.” dafür…

Aber ich darf hier zumindest eine Adresse aufführen, die zu seinem Artikel führt, den ich soeben kommentiert habe:

www.magicm.wordpress.com/2009/11/21/sie-ist-dahingeschieden

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Heute nochmal richtig reinhauen und malochen, morgen tagsüber auch und dann geht es schon ans Vorbereiten für das Enten-Essen mit Kollegen am Sonntag :-) Zwei Flattermänner mit Rotkohl und Klößen, Torben bringt noch Broccoli mit und Christian macht ein Dessert *sabber* Freu’ ich mich schon drauf…

Am Samstag abend geht’s noch zur BO-YS…die Ente im Voraus schon mal abtrainieren :lol: Ich bekam inzwischen tatsächlich ein Feedback auf meine Kritik bezgl. der letzten Zarah & Leander-Party, die ja inzwischen mehr eine Zarah-Party geworden ist, weil 80-90% Lesben dabei sind. :-(

Hatte dem Veranstalter ja eine eMail geschrieben, einerseits mit Kritik, andererseits mit Verbesserungs- und Marketing-Vorschlägen. Die Mail kam scheinbar ganz gut an und wurde als “konstruktiv” empfunden ;-) Habe den Eintritt für die BO-YS im Dezember umsonst bekommen :-) DANKE dafür.
Bin mal gespannt, ob sich am System der Z&L-Party was ändert, aber ich mach bei der Party erstmal ne Pause! Hatte mich beim letzten Mal doch zu sehr geärgert… Mehr dazu HIER LESEN

So, dann starte ich jetzt mal in ein arbeitsreiches, fröhliches Weekend und wünsche letzteres all meinen Leserinnen und Lesern ;-)

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