Berlin
Berlin-Wahl 2011
Wow, da sind sie am Ziel ihrer Träume, die Mitglieder der Piratenpartei. In Berlin sind sie zum ersten Mal mit etwa 9% der abgegebenen Stimmen ins Abgeordnetenhaus gewählt worden. Wähler der GRÜNEN, der SPD und der LINKE haben diesmal für das “Entern des Roten Rathauses” gestimmt. Der größte Wähleranteil für die Piraten kommt laut ARD aber von den Nichtwählern. Ein schöner Erfolg, wenn die Piratenpartei es schafft, bisherige Wahlverweigerer wieder zu motivieren, am demokratischen Prozess teilzunehmen.
Die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten und Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit, hat um die 2%-Punkte verloren und liegt um 29%. Eines der Wahlziele, 30+, wurde damit nicht erreicht. Wowereit äusserte sich darüber “etwas traurig”, im Großen und Ganzen mit der Wahl aber zufrieden.
Die CDU legte leicht zu und liegt um die 23%. Der Spitzenkandidat Frank Henkel war sehr zufrieden. Die LINKE verlor etwa einen Prozentpunkt und erreichte etwa 11%, die FDP erhielt eine derbe Klatsche vom Wähler und die Liberalen tauchen in Berlin jetzt nur noch unter den “Anderen Parteien” mit um die 2% auf. Sogar die NPD erhielt mehr Stimmen…
Wowereit bleibt also Regierender Bürgermeister von Berlin. Er hat jetzt die Auswahl zwischen Rot-Grün oder Rot-Schwarz, tendiert aber eher zu den GRÜNEN. Die Alternative, eine Dreier-Koalition aus SPD, LINKE und der PIRATENPARTEI wurde weder von den Berliner Politikern, noch von den Medien ins Spiel gebracht. Nur auf Twitter wurde über Rot-Rot-Orange spekuliert.
Wie so oft wurde die Wahl mit den üblichen Klischees kommentiert. Die SPD feiert sich, trotz Stimmenverlusten und gerade einmal 28/29% (wenigstens trauerte Wowereit, siehe oben), die CDU findet sich ganz toll, mit gerade mal etwas mehr als 23% und die FDP übte sich, mit Lindners Worten gesprochen, in “Demut”. Muss sie ja wohl auch… Die LINKE war selbstkritisch und bedauerte den Rauswurf aus der Regierung, die GRÜNE Partei kann mit über 4% mehr Stimmen zurecht stolz sein, hatte aber mit weit mehr Zustimmung gerechnet. Warum die PIRATENPARTEI letztlich mit einem immensen Schwung in das Abgeordnetenhaus kommen konnte, sollten die anderen Parteien jetzt einmal analysieren und sich Gedanken über die Sorgen und Wünsche der Bürger machen. Auch wenn viele Wähler aus reinem Protest ihr Kreuz bei den “Enterern” machten, könnten viele weitere unzufriedene Nichtwähler es Ihnen in anderen Bundesländern nachmachen.
Die Piraten traten mit öffentlichem W-LAN für alle, aber auch mit der Forderung nach einem Grundeinkommen zur Wahl an und nahmen sich, gerade mit letzterem Thema, der Ängste vieler um ihre Altersbezüge besorgten Bürgerinnen und Bürger an. Sicher ein Pluspunkt gegenüber den Etablierten, die sich diesem Problem, trotz der verstärkten Diskussion der letzten Tage in den Medien, immer noch verweigern.
Die Berlin-Wahl war die letzte im Jahr 2011. Auf ins nächste Wahljahr…
Sie lernen es nicht
Rainer Maria Woelki…was sich liest wie die Mischung aus einem deutschsprachigen Dichter und einer schweizer Schokoladensorte, ist der Name des bisherigen Weihbischofs von Köln und nun neuen Berliner Erzbischofs. Er hat nur ein Problem: Viele wollen ihn in der Hauptstadt nicht haben!
Wieder einmal hat jemand in der katholischen Kirche über Schwule gelästert und den moralischen Zeigefinger erhoben: Homosexualität sei ein Verstoß gegen die Schöpfungsordnung! Zumindest wird ihm dieser Ausspruch nun in den Medien angedichtet (KLICK UND LIES).
Apropos “Moral”…Ihr erinnert Euch sicher noch an 2010, als so einige schlimme Dinge von Erziehungsbeauftragten im Namen des Kreuzes über den Umgang mit Kindern in katholischen Einrichtungen öffentlich wurde. Jahrzehntelang waren diese Misshandlungen unter dem katholischen Messgewand verborgen geblieben und die Kirche glaubte doch tatsächlich, das seien innerkirchliche Angelegenheiten und man könne diese Verfehlungen ohne Staatsanwalt und allgemeinem Rechtssystem “ahnden”. Meist eben durch Versetzungen der schwarzen Schäflein
!
Nachdem die ganze Aufregung nun abgeebbt ist, beginnen die älteren Herren in schwarz und purpur oder lila wieder mit ihren Hetzkampagnen gegen Schwule und Lesben. Aus 2010 haben die Oberen der katholischen Kirche eines zumindest NICHT gelernt: Mehr Bescheidenheit und eine größere Sensibilität in Bezug auf die aktuellen, gesellschaftlichen Gegebenheiten.
Der Ruhrbischof Overbeck hatte sich im letzten Jahr auch mit ähnlichen Äusserungen in die Nesseln gesetzt (LIES HIER) und hatte dafür immensen Protest aus der Gesellschaft erfahren.
Dass diese Herren nicht einfach mal ihre Klappe halten können und sie sich stattdessen, angesichts der Realitätsferne ihrer Äusserungen, einer ungemeinen Lächerlichkeit preisgeben, zeigt auch der Fall des David Berger (KLICK HIER). Für manche ist Herr Berger mitseinem freien Lebenswandel vom Teufel besessen
(http://www.kreuz.net/article.13281.html). Und wer sich nicht aufregen will, liest den auf dieser Seite befindlichen Artikel besser nicht
. Ich empfinde Publikationen wie “Homo-Kloake”, “Mittäter”, “Homo-Stalking”, “Homo-Gestörte”, “Unzuchtspartner”, “homosexuelle Persönlichkeitsstörung” und andere unübliche, verstörte Begrifflichkeiten aus der entfernteren Zeitgeschichte als Formulierungen von einer Gruppe unbelehrbarer, realitätsfremder, hasserfüllter, homophober Gestalten, die für eine Kirche stehen, die ihre eigenen Wertegrundlagen nicht mehr lebt! In diesen Menschen sehe ich nichts anderes als intolerante, verblendete Extrem-Gläubige, die von Nächstenliebe wohl zuletzt etwas gehört haben müssen, als ihnen die Grimmschen Märchen von den Eltern erläutert werden mussten.
Woelki jedenfalls wird eine Menge Spaß in Berlin haben, so wie Meisner in Köln. Wer mit derartigen Parolen provozieren möchte und die Hoffnung hat, auf diese Weise neue Schäfchen in die Herde einer Kirche zu bekommen, die gesellschaftsfremder kaum noch sein kann, der erweist seiner Organisation einen Bärendienst!
Ich lehne generell alle Formen des Extremen ab und mich erschreckt es mehr und mehr, wie gesellschaftlich akzeptiert, solche “Herren” sich ausgerechnet in der katholischen Kirche ausbreiten können und derartige öffentliche Glaubenshetze betreiben dürfen. In der Politik werden solche “Extremisten” verbannt, gehen sie zu weit, auch entlassen. In der Kirche steigen sie auf! Je konservativer, desto karrierefördernder, so scheint es mir inzwischen! Da sollten jene auch mal drüber nachdenken, die von “Moral, Anstand und Werten” schwafeln. Gerade sie…aber sie lernen es nicht!
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CSD – Hochsaison
In den kommenden Wochen starten die “großen” Christopher Street Days (CSDs) in Deutschland. Nachdem am letzten Samstag mit der “Fantasy-Pride” (Veranstaltungstag für Gays & Lesbians im Fantasialand in Brühl) das Rahmenprogramm des Kölner CSD gestartet wurde, geht es an diesem Wochenende in Berlin rund. Anlässlich des CSD in Berlin gibt es am 25.06.2011 einen Themenabend “Christopher Street Day” auf EinsExtra, dem digitalen ARD-Sender (KLICK HIER).
Die Beiträge kenne ich bereits und kann sie jedem Interessierten sehr empfehlen. Sie beschreiben die Lebenssituation von meistens jungen homosexuellen Menschen und die Konflikte, denen sie sich aufgrund ihrer Lebenseinstellung und Neigung stellen müssen.
Und dann, eine Woche nach dem Berliner Pride, geht vom 01.-03.Juli 2011 in Köln die Post ab. Der CSD-Cologne (KLICK) geht mit dem Wochenend-Programm und der Demonstration am Sonntag auf die Zielgerade. Wenn das Wetter, wie so oft, sommerlich sein sollte, kann wieder mit hunderttausenden Besuchern gerechnet werden. Und wieder haben die Macher des Kölner Mega-Events ein sensibles Händchen bei der Findung des Mottos bewiesen: “Liebe ist…” lässt viel Platz für Vielfalt, Toleranz, Spaß und politischen Protest!
Am 09.Juli folgt dann der CSD in München, am 18.Juli treffen sich tausende Schwule und Lesben zum PINK MONDAY in Düsseldorf auf der Rheinkirmes, am 30.Juli geht es in Frankfurt am Main rund und am 06.August gibt es den Hamburg Pride und den Ruhr-CSD in Essen
Das schwul-lesbische Deutschland feiert und demonstriert für gleiche Rechte. Es ist weiterhin nötig, auf die Straße zu gehen und Präsenz zu zeigen…
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Eike von Stuckenbrok – Fan-Gedanken
Er ist Anfang zwanzig, einer der besten, kreativsten und talentiertesten Artisten, die Deutschland derzeit wohl aufzubieten hat, sieht sexy aus, hat einen beneidenswerten Körper und ist noch bis zum 19.Dezember 2010 in der Show URBANATIX in der Bochumer Jahrhunderthalle zu sehen: Eike von Stuckenbrok!
Dass ich ein Fan von ihm bin (kein Groupie!!!), sollte ja nach zahlreichen Einträgen und eingebauten Videoclips hier im Blog, klar sein
Aber warum? Wieso ist man Fan einer anderen Person? Was interessiert einen an anderen Menschen so dermaßen, dass wir uns als “Fans” bezeichnen???
Wer meint, mich würde allein der Körper anmachen, nur weil ich gay bin, der irrt! Es gibt bei mir manchmal so bestimmte sensitive Empfindungen, wenn ich jemanden sehe oder auf jemanden treffe, die von anderen zum Glück unbemerkt bleiben und die mir immens viel über einen Menschen “sagen”, ohne dass die/der Gegenüber überhaupt etwas geäussert haben muss
Nennt man das “Menschenkenntnis”? Weiss ich nicht. Ich glaube eher, dass ich einer jener Menschen bin, die im Gespür haben, andere Leute in wenigen Sekunden einschätzen zu können oder vielleicht schaue ich auch nur intensiv hin, höre aufmerksam genug zu und bekomme so eine Menge mehr mit, als Andere
Jedenfalls haben mich diese Emotionen bisher extrem selten getäuscht. Und zumeist sind genau diese inneren Signale, die mir einen anderen Menschen sympathisch oder unsympathisch erscheinen lassen und auf dieser Basis begründe ich Bekanntschaften und entstehen Freundschaften…
Bei Eike von Stuckenbrok war es seine Leistung, natürlich in Verbindung mit seinem Körper und seinem Aussehen, die zunächst mein Interesse weckte. Ich schaute mir seine Website an, entdeckte weitere Talente von ihm und halte ihn inzwischen nicht nur für einen Spitzen-Artisten, sondern auch für einen begabten Künstler! Er vereinigt ins sich tatsächlich ungemein kreative körperliche und geistige Talente. Zudem scheint er ein ziemlich helles Köpfchen zu sein, was er mit seinen zahlreichen Interviews, die man im Net finden kann, beweist. Und er weiss, wie er sich vermarkten muss und kann.
Wer von Stuckenbrok sieht, stellt sich irgendwann die Frage, wie belastbar ein Körper sein kann und wie lange ein Artist eine solche Leistung bringt? Jetzt habe ich ein Interview gefunden, das Antworten auf diese Fragen gibt und ich glaube, ein wirklich feines Leben, zumindest was die körperlichen Befindlichkeiten angeht, ist das nicht. LIES MAL
Aber er nutzt seine anderen Talente und scheint sich völlig darüber im Klaren zu sein, dass das aktive Artistenleben in der bisherigen Form, nicht ewig Geld einbringen kann.
Ich finde es schlicht spannend, das Leben eines so ungewöhnlich vielfältigen Mannes weiter zu verfolgen und deshalb mache ich es. Wir werden sicher noch viel von ihm sehen/lesen und nicht nur im Bereich Artistik…
Zum Abschluss noch ein Interview mit Eike von Stuckenbrok KLICK
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Crazy Berlin: 27 : 27
Das ist doch eine feine Sache: In Berlin ist ein Jahr vor den Wahlen zum Abgeordneten-Haus die politische Welt völlig auf dem Kopf gestellt. Bürgermeister Wowereit, der noch im letzten Jahr als möglicher Kanzlerkandidat und höhere Ehren in seiner Partei SPD im Gespräch war, stürzt bei den Wähler-Umfragen immer weiter ab. Scheinbar hat er politisch versagt…
Die Sensation ist, dass die GRÜNEn, wahrscheinlich unter Leitung von Renate Künast, in Umfragen mit 27% der Stimmen gleichauf mit der SPD Wowereits liegt. Weit abgeschlagen folgen die CDU mit lächerlichen 17% und die LINKE mit 15%. Achso ja…die FDP gibt es auch noch, allerdings müssten die sich mit erreichten 4% wohl das Stadt-Parlament von aussen anschauen! Warum wohl?
Die Wähler haben wohl die Nase voll von traditionellen Regierungen, die meist unter der Führung einer der beiden “großen Volksparteien” (CDU/SPD) liefen und trauen inzwischen der Partei am meisten zu, die derzeit, auch aus meiner Sicht, die realistischsten Ansichten im politischen Leben Deutschlands vertritt.
Nicht nur, dass die GRÜNE/BÜNDNIS’90 seit Jahren bei Wahlen ein definitives Wahlprogramm mit präzisen Ideen und Projekten vorstellen, sie haben sich in den letzten Jahren unter Claudia Roth und Cem Özdemir auch immer häufiger als eine Einheit präsentiert, deren Flügel selten in der Öffentlichkeit hörbar streiten. Aus der Chaos-Partei zu Beginn vor 30 Jahren ist eine geordnete Partei von Realisten auf die Sicht der Dinge geworden. Sie haben sich die aktuellen Prozentzahlen wirklich verdient! Zudem haben sich die GRÜNEN in den letzten Jahren eine Position erkämpft, mit der sie beim Wähler wohl Zustimmung erhalten. Nein, keine Koalitionsaussage im Vorfeld von Wahlen. Regieren mit der/den Partei/en, mit denen sich die meisten Inhalte grüner Politik umsetzen lassen! Das ist ein strategisch logischer, nachvollziehbarer und überzeugender Ansatz.
Dennoch bleiben es zunächst nur Umfragewerte, mehr nicht. Bis zu den Wahlen in Berlin (und weiteren Landes-Parlamenten) ist noch Zeit, in der sich noch viel ändern kann
Warten wir’s ab!
Schön aber zu sehen, das die Wähler experimentierfreudiger geworden sind. Wie siehst DU das? Können wir auch den kleineren Parteien die Macht anvertrauen? Brauchen wir noch sogenannte “Volksparteien”?
HIER geht’s zum Artikel, auf den ich meinen Blog-Eintrag beziehe.

Made in Berlin
Der Teaser verspricht schon viel: Made in Berlin, mit Eike von Stuckenbrok
, startet im Mai im Berliner Wintergarten. Mal sehen, ob ich es schaffe, bis September nach Berlin zu kommen, würde ich ja schon gern sehen



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