Politik & Gesellschaft

Katholische Kirche gefährdet den gesellschaftlichen Frieden in Deutschland

Kölner Dom

Kölner Dom

Im Grunde genommen bedauere, ja bemitleide ich die Beitragszahler der katholischen Kirche, die offiziell ja als “Gläubige” bezeichnet werden! Warum, das soll dieser Artikel deutlich machen.

Woran können eigentlich jene noch glauben, die in Deutschland, was in der Welt einmalig ist, ihren “Beitrag” als Kirchensteuer zahlen, die vom Staat eingezogen und an die Kirche weiter geleitet wird (KLICK)? Zunächst einmal sollten es die Werte sein, die in der Bibel nachzulesen sind und die in unserem Kulturkreis die Grundlagen für unser Rechtssystem und den Umgang der Menschen untereinander bilden. Und das ist gut so.

Es gibt aber nicht wenige Menschen, die gezwungen sind, in der Kirche Mitglied zu sein, weil im Falle eines Austritts eine Art gesellschaftliche Ächtung erfolgt. Das mag in großen Städten seltener so sein, aber in ländlichen Regionen, gerade dort, wo die katholische Kirche noch Einfluss hat und sogar der Gang zur sonntäglichen Messe gesellschaftliche Pflicht ist, wird Wert auf den Glauben gelegt, will man als Nachbar, Geschäftsmann oder Angestellter nicht Nachteile erfahren.

Für mich ist ein derartiger “Zwang” in einem demokratischen Staat mit einem eigentlich modernen, offenen und vordergründig toleranten Gesellschaftssystem, das die Trennung von Staat und Kirche vorsieht, heutzutage völlig inakzeptabel! Jeder sollte sein Leben so genießen und leben dürfen, wie er/sie es für sich selbst wünscht, natürlich immer vorausgesetzt, diese Lebensweise findet im Rahmen der gesetzlichen Regeln statt! Der Glaube, so wie ihn aktuell in extremer werdender Weise die katholische Kirche, in Person der Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI., verbreiten möchte, fällt allerdings nicht unter eine “gesetzliche Regelung”! Von daher nehme ich die zunehmende Schärfe des Tons in der Veröffentlichung der geistigen Ergüsse eines Mitte Achtzigjährigen, in weiß gekleideten Mannes, der seinen Hauptwohnsitz in Rom hat, mit Besorgnis zur Kenntnis. Zu dieser Besorgnis gesellen sich nicht selten auch Wutgefühle, wie sich ein im demokratischen Deutschland aufgewachsener und lange Jahre hier kirchlich praktizierender “Gelehrter” und seine hiesigen Vertreter, einer Wortwahl bedienen kann, die meinem Empfinden nach, weit jenseits der freien Selbstbestimmung und demokratischer Werte liegt.

Der Papst und Teile seiner purpur-/lilagewandeten Führungsriege, meinen, sie müssten sich in innerstaatliche Gesetzes-Entscheidungen einmischen (Argentinien, Spanien, Portugal, Kanada, Mexiko, Uruguay, weltweit!!!) und versuchen immer wieder, sie mit hahnebüchenen Argumenten aus der Steinzeit zu beeinflussen. Zudem sollen damit die individuellen, modernen, gesellschaftlichen Entwicklungen eines Staates den rückwärtsgewandten, erzkonservativen und aus meiner Sicht irrsinnigen, weil nicht den Realitäten der Moderne entsprechenden, religiösen Theorien einer über 2000 Jahre alten Glaubensgemeinschaft untergeordnet werden. Das ist völlig inakzeptabel und in höchstem Maße undemokratisch!

Während der Papst und seine Untergebenen in Kardinalsroben also immer wieder eine unglaubliche, manchmal ehrverletzende, manchmal geradezu beleidigende Orgie an Verbalattacken gegen Schwule und Lesben los lassen (“Homo-Ehe ein unmoralischer Akt“, “Homo-Ehe gefährdet Familie, Würde des Menschen und die ganze Menschheit“, “Zusammenhang zwischen Homosexualität und Pädophilie“, “Homosexualität leben ist Sünde“, “Homosexualität objektiv ungeordnet und nicht zum Schöpfungsplan gehörig“ …), mehrten sich im Jahr 2010 die Skandale von Kindesmisshandlungen, ausgerechnet in der Mehrzahl begangen von Angehörigen und Bediensteten der katholischen “Moralinstanz” Kirche. Schweigen machte sich breit und bei dem ein oder anderen Fall, musste sich die Kirche die Frage gefallen lassen, warum sie damals nicht rechtlich einwandfrei gehandelt hat. Eine wahre Schande! Es mehrten sich die Kirchenaustritte, das Glaubensbild war erschüttert und plötzlich schien ein riesiger Spalt zwischen den Werten, wie sie in der Bibel stehen und dem, wie diese Werte von den “Gelehrten” tatsächlich gelebt werden, zu klaffen! Einige Täter stellten den gesamten Klerus unter Generalverdacht.

Kaum schien dieser Skandal überstanden, ging es wieder los mit verbalen Hetz-Tiraden gegen schwule und lesbische Menschen! Es ist schon erstaunlich, was für ein Bild die Oberen der Katholiken von homosexuellen Menschen haben. Was hier im Entwurf stand, würde ich deren geäusserte, unglaubliche und teilweise unerträgliche Vergleiche gegen die Lebensweise Homosexueller, einfach umkehren und diese dummen Angriffe auf die entdeckten Kirchen-Skandale von 2010 verallgemeinern und darauf beziehen, wollte ich dann doch nicht veröffentlichen. Das gebot mir der Anstand! :-P

Ich wehre mich aber dagegen, Gleiches mit Gleichem zu vergelten und halte es für unerträglich, ALLE Kleriker einem Generalverdacht auszusetzen!

Es gibt Kirchenvertreter, die wahrhaft nach ihrem Glauben und nach den Werten der katholischen Kirche leben und Worte wie Nächstenliebe und Toleranz gegenüber ihren Mitmenschen praktizieren. DAS sind, aus meiner Sicht, die wahrhaft ehrbaren Kirchenvertreter, die mir, als schwulem Mann, mit der Freude an seinem Leben und einem guten Gewissen dabei, respektvoll und vollkommen normal begegnen.

Austeilen können die Kirchenoberen ja gut, aber was ist eigentlich, wenn (mal wieder) einer ihrer Mitarbeiter wegen Pädophilie vor Gericht steht? Wo bleibt da die Distanzierung? Wo bleiben Unterstützung und ein Schadensersatz für die Opfer??? (KLICK) Einmal mehr hat ein katholischer Pfarrer kleine Jungs angegrapscht und sie zum Sex gedrängt! Insgesamt 280 Fälle werden dem Perversen vorgeworfen und selbst “Wir sind Kirche” wundert sich über das Verhalten des Bistums in diesem Fall. Was hat sich seit 2010 geändert??? Die versprochene Aufklärung durch die katholische Kirche in Deutschland, empfinde ich als “Farce”, wenn ich mir die Details zu diesem aktuellen Fall anschaue!

Wenn Schwule und Lesben, die ihrem selbstbestimmten Leben nachgehen, Sex miteinander haben und sich selbstbewusst in der Öffentlichkeit zeigen, schließlich heiraten und zusammen leben, vielleicht noch ein Kind adoptieren möchten, von der Kirche (dem Papst) als “Gefährdung für die Familie, die Würde des Menschen und der Menschheit überhaupt” (QUELLE) bezeichnet werden, dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich am gesunden Geisteszustand dieses 84-jährigen Mannes zweifle!

Ich lehne derartige primitive Beschimpfungen ab! Für mich sind solche  Äußerungen eines intelligenten Gelehrten unwürdig und es sind Hetztiraden der übelsten Art, die, meiner Ansicht nach dazu dienen sollen, extreme Gläubige gegen ihre Regierungen und Parlamentarier aufzustacheln, diese unter Druck zu setzen und dadurch eine Gesetzesänderung herbeizuführen. Würde unsere Regierung diesem “gequirlten Schwachsinn” des alten Mannes in Rom nachgeben, wären wir einem Papst-hörigen Gottesstaat nicht mehr fern und würden dem religiösen Minderheiten-Fundamental-Mob (etwas über 31% der deutschen Bevölkerung sind nur Katholiken, 2006 (KLICK)) der Straße das Regieren überlassen.

Das Verhalten des Papstes, seine Thesen auf diese Art und Weise zu äussern, ist meiner Ansicht nach nicht besser, als das extrem konservativer Islam-Prediger, die ebenso auf giftige Weise versuchen, religiöse Fundamentalwerte in die Gesetzgebung von Staaten mit überwiegend islamischem Bevölkerungsanteil zu pflanzen! Religion hat sich aus den Angelegenheiten des Staates heraus zu halten!

Die Konsequenzen einer Umsetzung der Papst-Forderungen sind klar: Sie bedeuten die Verschlechterung von Menschenrechten und der Rechte einer Minderheit, was eine Menge über das Demokratieverständnis und die persönliche Auslegung der kirchlichen Grundwerte des Herrn Ratzinger aussagt! Nein, Schwule und Lesben gehören offenbar nicht zu den Menschen, denen nach Meinung des Papstes, Nächstenliebe und Toleranz zuteil werden dürfen. Zumindest kann ich das bei ihm nicht erkennen.

Die Gesellschaft hat es also mit einer katholischen Kirche zu tun, die sich in ihren Thesen und Äußerungen als fundamental ausgerichtet zeigt. Sie beweist mit zahlreichen Kommentaren, dass sie weltfremd und hinterwäldlerisch ist. Zudem ist das Vertrauen der Menschen in die angebliche “Moralinstanz Kirche” durch zahlreiche Skandale angeknackst. Übrigens, ein herrlich grausiges Häppchen mit unabsehbaren Folgen und heterosexuellem Hintergrund, habe ich HIER noch für Euch. Dass hier ein, aus meiner (wie ich glaube) normalen Sicht der Welt, völlig abgedrehter Erzbischof zu einem Strafvergehen aufruft, die aus religiöser Sicht geradezu “gestattet”, ist so dermaßen krank und zugleich rechtsstaatsverachtend, dass ich über solch einen kranken Irren nur den Kopf schütteln kann! Wie sieht dieser Kirchenmann eigentlich die Rolle der Frau und was glaubt er, passiert im Anschluss an eine Vergewaltigung mit ihr??? WARUM WERDEN SOLCHE GEISTIGEN BRANDSTIFTER UND VOLKSHETZER EIGENTLICH NICHT RECHTLICH ZUR VERANTWORTUNG GEZOGEN?????? Es wird Zeit, die Zurückhaltung staatlicher Organe gegenüber Geistlichen aufzugeben. Mit solchen Männern hat sich die katholische Kirche den Respekt längst verspielt, den sie früher in der Gesellschaft genießen durfte und der lange Zeit auch eine Macht dieser Leute darstellte. SCHLUSS DAMIT! WEGSPERREN!

Was also, so frage ich mich, hält einen modernen, intelligenten Menschen noch in dieser Organisation?
Muss ich “Mitglied” sein, um in die Kirche zu gehen?
Kann ich kirchliche Einrichtungen, die ich für unterstützenswert halte, nicht direkt vor Ort finanzieren?

Ich halte manch einen Vertreter der katholischen Kirche inzwischen für “gefährlich”! Obwohl sie in Deutschland eine Minderheit vertreten, meinen manche katholische Prediger immer noch, deren “Werte” müssten von allen Deutschen gelebt werden. Tatsache ist aber, dass den etwa 26 Millionen Katholiken, 56 Millionen andersgläubige Menschen gegenüber stehen. Wenn der Papst und seine ins Amt gehievten Erz-Katholiken meinen, sie müssten unser Leben, das der Schwulen und Lesben, wieder verschlechtern, kann er das gerne im Vatikanstaat umsetzen. Als Oberhaupt dieses Zwergenlandes hat Benedikt die Macht dazu. Aber dass er darüber hinaus nicht fähig ist, die Pflichten des Staatsoberhauptes eines demokratischen Landes erfüllen zu können, wird durch seine Reden mehr als deutlich.

Ihr armen Katholiken hier in Deutschland, Ihr müsst mit einem solchen Greis an der Spitze Eurer Religionsgemeinschaft leben und mit dem, was er Euch als Lebensrichtlinie vorgibt. Manche können das sicher gut, aber ich bezweifle, ob die Mehrheit jener, die monatlich die Kirchensteuer satt von ihrem Bruttolohn abziehen lassen, das kann und will. Letztlich bleibt es die Entscheidung des Einzelnen, ob er sich die Zugehörigkeit zur Kirche leisten will, denn der Glaube an Gott ist auch ohne das ganze Gedönse drumherum möglich!

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Ist Christian Wulff als Bundespräsident geeignet?

Wie Bundespräsident Christian Wulff mit Kritik umgeht, insbesondere der der Presse, beschreibt er bei einer Kinder-Pressekonferenz, die er im Jahr 2008 gab, als er noch Ministerpräsident des Landes Niedersachsen war. Dabei zieht er einen Vergleich zu anderen Erwachsenen, insbesondere aber zu Kindern, denen er ja antwortet und erklärt, ein schmollendes Zurückziehen nach unberechtigter Kritik, sei für ihn “normal”, denn er glaube, das mache jeder so! Vor allem vergesse er solche Vorkommnisse nie und wisse sie noch 20 Jahre später. Unser Bundespräsi ist also nachtragend, na sowas! ;-) (KLICK HIER)

Ich kann seinem Verhaltensmuster nicht so ganz folgen, denn ich bin eher der Typ, der bei unberechtigter Kritik schnell auf die Barrikaden geht und ich glaube, das machen die meisten in meinem Alter auch so :razz: . Schmollen klärt nichts und manchmal basieren falsche Beschuldigungen einfach nur aufgrund mangelnder Kommunikation. Von daher ist die Offensive mir lieber als das Zurückziehen! Nun ist der Herr Bundespräsident noch ein paar Jährchen älter als ich und vielleicht ändere ich mich bis dahin ja noch :lol: .

Desweiteren ließ SPIEGELonline die Körpersprache Wulffs während seines Interviews bei ARD und ZDF analysieren. Interessant, was dabei heraus kam (KLICK). Wobei, überraschen muss uns das nicht, denn wer nicht in der “Ich-” sondern in der “Man-Form” spricht, so wie es Wulff die ganze Zeit tat, der bezieht die Vorwürfe zwar auf sich, glaubt aber, zumindest nach meinem Verständnis daran, dass er so reagiert, wie jeder andere auch. Nichts anderes ist ja ein Erzählen in der “man”-Form, es geht nicht um die Einzelperson, also um das “Ich”, sondern um die Allgemeinheit. Zumindest nutze ich das Wort “man”, wenn ich etwas im Allgemeinen ausdrücken und nicht auf mich allein bezogen sehen will ;-) Auch finde ich, dass die dauernde Aussprache des Wortes “man”, nicht gerade von Selbstsicherheit zeugt. In der “Ich-Form” Gesagtes hat doch wesentlich mehr Bezug zur Persönlichkeit des Kommunikationspartners…

Dieser Mann auf dem Posten des Bundespräsidenten wird mir immer suspekter und meine Meinung, dass dort jemand im Schloß Bellevue sitzt, der diesen Posten weder verdient, noch ihn mit einer Fähigkeit ausüben kann, die dem Amt in der öffentlichen Wahrnehmung gebührt, festigt sich immer mehr!

Auch wenn ich nicht alles gut finde, was die Presse derzeit mit Wulff an Spielchen treibt, denke ich doch, dass es richtig ist, Christian Wulff weiter unter Druck zu setzen, bis er sich selbst aus dem Amt zurückziehen will. Je eher desto besser, denn zu spät ist es jetzt leider eh schon!

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Das Dilemma der SPD

Steinmeier auf einer Wahlveranstaltung 2009 in Duisburg

Steinmeier auf einer Wahlveranstaltung 2009 in Duisburg

Während der Bundespräsident noch um seine bereits verlorene Glaubwürdigkeit in der Bevölkerung und sein Amt und die FDP ums Überleben kämpft, laut aktueller Umfrage liegen die Liberalen in der Wählergunst nur noch bei 2% (KLICK), schickt sich eine weitere Partei an, die Führung in den Negativ-Schlagzeilen für die nächsten Monate zu übernehmen: die SPD.

Mit Troikas hat die SPD noch nie gute Erfahrungen gemacht: Brandt/Schmidt/Wehner haben sich ebenso heftig gestritten, wie Schröder/Lafontaine/Scharping und langfristig gesehen, blieben dabei zwei aus der Troika immer auf der Strecke. Diesmal sind es Steinmeier/Steinbrück/Gabriel, die sich anschicken, den Kandidaten-Posten für das Bundeskanzleramt für sich zu beanspruchen.

Seit Jahren dümpelt die SPD zwischen 25 und 31% und viele Sozialdemokraten fragen sich, wie und vor allem mit wem, sie aus diesem langanhaltenden Umfragetief wieder herauskommen können. Dabei sind sie es meist selbst, die sich im Wege stehen und die sich mit Hilfe unzähliger Flügelkämpfe immer wieder selbst ins Aus schießen.

Steinmeier verlor die letzte Bundestagswahl haushoch. Steinbrück hat als Kandidat in seiner Karriere noch nie eine direkte Wahl durch das Volk  gewonnen. Gabriel ist der aktuelle Parteivorsitzende und kam eher deshalb in die Bundespolitik, weil er in Niedersachsen seinen Ministerpräsidentenposten an  Christian Wulff (heute Bundespräsident :lol: ) verlor. Sehr aussichtsreich, im nächsten Jahr die Macht im Bund zurückerlangen zu können, scheint mir diese Troika nicht zu sein!

Nun hätte die Führung der SPD in den letzten Wochen mehrfach die Chance gehabt, sich positiv an die Spitze der Schlagzeilen zu setzen. Genügend Themen für eine starke, aggressive Opposition, wurden den Sozialdemokraten vor die Füße geworfen: Euro-Krise, Bundespräsidenten-Skandal, dazu Merkels Schweigen und die Einführung der Rente ab 67 und schließlich Seehofers Hin-und-Her-Taktik dazu!

Zudem könnte die SPD mit einer modernen Internet-Gesetzgebung glänzen und damit nicht nur der PIRATENPARTEI, sondern auch den Liberalen, in Person von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die Initiative streitig machen! Zwar gibt es eine innerparteiliche “netzpolitische Disskussion” und ein entsprechendes Portal (KLICK), aber medienwirksam kommen interessante Ideen nicht an die Öffentlichkeit. Ganz im Gegenteil: Stattdessen bekomme ich den Eindruck, dass die SPD bei der Vorratsdatenspeicherung (VDS) der CDU näher steht, als der FDP, die diese in der bisher geplanten Form, strikt ablehnt. Bei der SPD-Grundsatzdebatte zur VDS, finden sich gerade bei den Befürwortern, die prominenteren Namen aus der Bundes- und höheren Landesebene (KLICK).
Auf der Seite der SPD-Netzpolitik bedauern sogar die parteiinternen Mitglieder aus Baden-Württemberg insbesondere den Beschluss des SPD-Bundesparteitags zum Datenschutz und zur Datenspeicherung: KLICK !

Mit derartigen Entscheidungen ist bei jüngeren, insbesondere netzaffinen und -aktiven Wählern, sicher keine Stimme zu holen!

Thema Euro

Natürlich war Kritik aus den Reihen der Sozialdemokraten zu hören. Diese konzentrierte sich aber auf das Verhalten und Taktieren der Bundeskanzlerin. Solange keine definitiven und fachlich konstruktiv ausgearbeiteten Gegenvorschläge zur Lösung der Krise in der Bevölkerung wahrgenommen werden, gelten Verbalschelten nur als “gängiges Gemecker gegen die Regierungspolitik”. Das bringt der Partei keine Wähler und hier hat die SPD, aus meiner Sicht, auf ganzer Linie versagt! Bedauerlich ist dies insbesondere, da der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hier eine Chance vertan hat, sich mit einem beachteten Gegenprogramm zur Regierungspolitik, eine gute Position für die Kandidatur zur Bundestagswahl zu sichern. Zwar wurde er wahr genommen, aber mehr als Verbalkritik war auch von ihm nicht zu vernehmen.

Solange die Bevölkerung nicht den Eindruck gewinnen kann, die zweite “große Volkspartei” hätte bessere Ideen zur Lösung der Euro-Krise als die regierende, sind auch hier keine zusätzlichen Wählerstimmen zu holen!

Skandal Bundespräsident

Hier kann ich wohl von einem deutlichen Versagen schreiben! Statt auf breiter Personalebene voran zu preschen, Initiative zu zeigen, gezielt zu kritisieren und das nachhaltig mit guter Argumentation, geschickter Taktik und einem intelligenten Maß an Weitblick, schickt die alte Dame SPD nur Parteivertreter aus der zweiten Reihe an die Presse-Front.
Hubertus Heil (KLICK), stellvertertender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und ehemaliger Generalsekretär der Partei bis zur letzten Wahlschlappe im Bund (KLICK), ist scheinbar der Wortführer bei diesem Thema. Unterstützt wird er dabei von Thomas Oppermann (KLICK), dem ersten parlamentarischen Geschäftsführer der Partei. Allerdings halten sich die beiden immer noch “vorsichtig” zurück, wobei der Tonfall in den letzten Tagen deutlich strenger geworden ist. Generalattacken sind gegen Wulff allerdings weiterhin nicht erkennbar und ich habe den Eindruck, hier ist ein übervorsichtiges Taktieren vorgegeben worden.  Zum einen will man wohl (offiziell) das Amt des Bundespräsidenten nicht beschädigen, was der ja selbst schon ausgezeichnet geleistet hat, also die Vorsicht völlig überflüssig ist. Zum anderen hat die Parteispitze wohl Angst, dass etwas Negatives von der Diskussion an ihr hängen bleiben könnte, so zumindest mein Eindruck. Vielleicht spielt auch die Verunsicherung eine Rolle, wie die Wähler wohl über Wulff denken mögen.

Auch die Kritik von Sozialdemokraten an der Kanzlerin ist im Fall Wulff ziemlich moderat und eher weichgespült. Dass sie sich tagelang in Schweigen hüllte, wurde zwar registriert, aber hier hätten die SPD-Granden mehr Druck machen können. Natürlich ist es schwierig, die Kanzlerin anzugreifen, weil jedem klar ist, dass sie (offiziell) keine Möglichkeit hat, auf den politisch neutralen Bundespräsidenten Druck ausüben zu können. Aber sie war diejenige, die den zweiten Präsidenten vorgeschlagen und hoch gelobt hat, der ihr nun im politischen Geschäft Probleme bereitet.

Und so wird der Skandal um den Bundespräsidenten mehr als eine Art “Schlacht” zwischen dem Schloss Bellevue und der BILD-Zeitung wahrgenommen. Die Opposition findet hier keine nachdrückliche Nennung!

Rente ab 67

Die Einführung der Rente ab 67 wäre doch DAS Thema für die Sozialdemokraten gewesen: Draufhauen auf die Einführung zur Rente mit 67 zu Beginn des neuen Jahres beschimpfen und als unsozial abzutun! Aber…ooooops…das hatten die Sozis ja in der Großen Koalition aus SPD/CDU/CSU mit entschieden!

Und kaum hatte sich der CSU-Vorsitzende und bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer kritisch zum jetzt bestehenden, reformierten System geäußert (KLICK), dass zunächst einmal überhaupt genügend Arbeitsplätze für ältere Arbeitnehmer geschaffen werden müssten, weil die Rente ab 67 ansonsten als Rentenkürzungsprogramm wahrgenommen werden würde, tritt die SPD in Person von Generalsekretärin Andrea Nahles auf und verkündet einen Gesetzesentwurf zur Aussetzung der Rente ab 67, bis bei den 60-64-jährigen Arbeitnehmern mit sozialversicherungspflichtigen Jobs eine Quote von mindestens 50% erreicht ist. Irgendwie hat Seehofer hier der SPD geschickt die Show gestohlen :lol: !

Zumindest kann sich die SPD mit diesem erneuten Rücktritt von Entscheidungen, die sie in einer Regierung damals aus sicher notwendigen Beweggründen zum Wohle des Staates gefällt hat, diesmal trösten, dass sie damit im Fall “Rente ab 67″, nicht allein ist! Immerhin haben inzwischen auch CDU-Mitglieder Änderungen am neuen Rentensystem verlangt (KLICK). Aber das Verhalten der SPD passt in eine Hin-und-Her-Taktik-Reihe, die ja auch den Wählern nicht verborgen bleibt!

Was von den Entscheidungen der großen alten Dame SPD ist eigentlich langfristig noch ernst zu nehmen oder gar glaubwürdig, wenn gefasste Beschlüsse aus Regierungszeiten in Oppositionszeiten in Frage gestellt oder heftig kritisiert werden???

Statt die Reform “Hartz-IV” zu verteidigen, sie als notwendiges Übel im Interesse des Staates zu verkaufen, bei dessen Installation zwar einige Fehler gemacht wurden, das aber als Reformprojekt ein an und für sich guter und nötiger Ansatz war, distanzierte sich die SPD nach Bundeskanzler Schröders Abgang aus der Politik, mehr und mehr von diesem Beschluss. Und das, obwohl Schröder mit einem starken, persönlichen Einsatz und Beharren auf diese Sozialreform im Wahlkampf, doch tatsächlich noch weitere Prozente gut machen konnte…

Mein Fazit

Nein, diese SPD ist (noch) nicht regierungsfähig, ganz im Gegenteil, sie kommt mir fast schizophren vor. Und dass sie in den nächsten Monaten, bis zur Verkündung eines Kanzlerkandidaten, noch oft in den Schlagzeilen stehen wird, deutet sich bereits jetzt an: Peer Steinbrück machte seine Meinung zur Rente mit 67 klar, indem er die Beibehaltung des bestehenden Gesetzes fordert, da es aus Gründen der Alterspyramide unserer Gesellschaft keine Alternative dazu gebe.
Dies widerspricht allerdings einem Beschluss des Parteitages der SPD vom Dezember 2011, auf dem die Aussetzung der Rente ab 67 gefordert wurde (siehe oben). Nun drischt die Parteilinke auf Steinbrück ein (KLICK) und es bleibt zu Befürchten, dass derartige Flügelkämpfe bis zur endgültigen Entscheidung über den Kanzlerkandidaten, noch anhalten dürften. Sofern hier kein(e) geeignete/r Kandidat(in) gefunden wird, die/der alle Seiten innerhalb der Partei einen kann, wird es schwer, die Wahl im nächsten Jahr gegen Angela Merkel zu gewinnen!
Auch sollte die Partei endlich lernen, zu den gefassten Beschlüssen der Vergangenheit zu stehen, statt sie zu kritisieren und sich damit selbst immer wieder der Lächerlichkeit Preis zu geben.

Gute Opposition, so finde ich, sieht anders aus, ist mutiger, angriffslustiger und schlachtet die Themen, die ihr auf einem Silbertablett gereicht werden, besser aus. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass an der Spitze Strategen stehen, die  ein hervorragendes Talent dafür haben, aus den gelieferten Vorlagen, der Regierung Probleme bereiten zu können.

Was ich da allerdings zur Zeit in der SPD sehe, ist eher eine Tendenz zur Schmeichelei an die Bundeskanzlerin und lässt das Ziel einer Großen Koalition für die Zeit nach der kommenden Bundestagswahl im nächsten Jahr erahnen befürchten. Dass Merkel es schon einmal geschafft hat, die SPD dabei unterzubuttern und sie nach einer nächsten Wahl ziemlich dämlich dastehen zu lassen, scheint die Führung der Sozialdemokraten nicht abzuschrecken!

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Meine Meinung, mein Empfinden zu Bundespräsident Wulff nach dem Interview!

Fast zwei Stunden habe ich mich jetzt mit dem Interview unseres Bundespräsidenten Christian Wulff auseinander gesetzt und genau zugehört. Was er da von sich gegeben hat, ist kritikwürdig und meines Erachtens absolut nicht ausreichend! Mein Fazit: Dieser Mann hat nicht das Format und auch nicht sie Kraft, das Amt des Bundespräsidenten auszuüben! Wie ich dazu komme, erläutere ich zwischen den Redeabschnitten:

Bundespräsident Christian Wulff hat heute in einem Interview Fragen von Bettina Schausten (ZDF) und Ulrich Deppendorf (ARD) beantwortet. Während die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt,  die Antworten als “ausführlich” bewertet (KLICK) und damit einen Abschluss der Affäre sieht, genügen dem stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Hubertus Heil, die Ausführungen Wulffs nicht (KLICK).

Wulff startete gleich zu Beginn mit der Erklärung, er habe nicht ein einziges Mal an Rücktritt gedacht, da er eine große Unterstützung von Bürgern, Parteifreunden und Freunden erhielt. Er habe die Verantwortung im Amt für fünf Jahre übernommen und wolle nach 5 Jahren eine Bilanz vorlegen, dass er “ein guter und erfolgreicher Bundespräsident war”! Er wisse, dass er nichts Unrechtes getan habe, aber auch, dass er nicht alles richtig gemacht habe!

LDcom:
Unter dem immensen Druck, der in der Öffentlichkeit doch spürbar war, dachte Wulff also nie an Rücktritt? Das ist doch bemerkenswert, finde ich.
Allerdings glaube ich nicht mehr daran, dass Christian Wulff nach 5 Jahren Amtszeit tatsächlich etwas wird vorweisen können, das diese Hausbau-Kredit- und Presse-Affäre überdecken kann!

Den Anruf beim BILD-Chefredakteur Diekmann sieht Wulff als schweren Fehler an, der ihm leid tue und für den er sich entschuldige, für den er sich auch bei Diekmann bereits entschuldigt habe und diese Entschuldigung sei angenommen worden! Er habe sich in seiner Erklärung am 22.12.2011 zum Recht auf Presse- und Meinungsfreiheit bekannt und er halte sein Verhalten in diesem Fall mit seinem eigenen Amtsverständnis für nicht vereinbar. Er wolle besonnen, objektiv und neutral als Präsident agieren, aber er habe sich in dem Moment, als der Artikel “mit falschen Behauptungen” veröffentlicht werden sollte, als Opfer gesehen.

LDcom:
Opfer…da fällt mir ein, auch zu Guttenberg sah sich eine Zeit lang als “Opfer”! Kann es sein, dass beide die gleichen Berater hatten??? :roll:

Es sei, so Deppendorf, aber kein Zeichen von Besonnenheit, wenn der Präsident zum Hörer greife und Chefredakteure auf der Mailbox beschimpft!

Er müsse sein Verhältnis zu den Medien neu ordnen, so der Bundespräsident weiter. Dann spricht er von der immensen Arbeitsbelastung, die ein Präsident auf einer Reise hat. Diese Situation müsse man aus menschlicher Sicht bewerten: 4 Länder in 5 Tagen, 10 Termine am Tag und dann erfahre man, dass Nachrichten über einen in Deutschland veröffentlicht werden sollen, die nicht der Wahrheit entsprechen, die für einen Vertrauensverlust sorgen und die privater Natur sind, zumal noch Familie und Freunde zum Ziel haben. Da kam eine Art “Schutzfunktion” in unserem Bundespräsidenten auf und er wollte um Verschiebung der Meldung bitten. Dennoch sei seine Reaktion überzogen gewesen, aber eben menschlich und als Bundespräsident müsse man diese Dinge so im Griff haben, dass so etwas nicht passiert! Das sei sein Fehler gewesen.

LDcom:
Recht hat er, insbesondere mit dem letzten Statement! Das darf einem Bundespräsidenten nicht passieren!
Und wenn dem Herrn Wulff die Arbeit bei mehrtägigen Staatsbesuchen zuviel ist, dann ist er scheinbar seinem Amt nicht gewachsen. Und wieder kommt hier die Mitleidstour, die mich auch an zu Guttenberg erinnert und die mich damals schon nervte, weil über zuviel “Belastung” gejammert wurde: Überlastung, viel Arbeit und dadurch eben (menschliche) Fehler begangen! Oh Mann! Sagt DAS mal Eurem Chef, der zieht in Erwägung, Euch zu “degradieren”, wetten??? :twisted:

Schausten sagte daraufhin, dass es schon ungewöhnlich ist, dass ein Bundespräsident seine Achtung vor der Pressefreiheit überhaupt betonen muss! Dann spricht sie ihn auf einen Vorfall mit einem Redakteur der Zeitung “Welt am Sonntag” an, bei dem Wulff auch bereits wegen eines Artikels intervenierte, damals im Amtssitz, im Schloss Bellevue.

Er argumentierte, dass er eine Veröffentlichung aus dem privatesten Bereich, bei einer schwierigen Kindheit, aus einer schwierigen Familie, mittels eines Gesprächs noch einmal diskutieren wollte. Die Sache habe sich dann in diesem Gespräch auch geklärt.

LDcom:
Mann mann, immer diese schweren Kindheiten…vielleicht geht Herr Wulff mal in einen sozialen Brennpunkt und erzählt den Bewohnern dort von seiner Kindheit!!! :-(

Weiterhin entschuldigt Wulff sich mit einem Lernprozess, dem er in kürzester Zeit ausgesetzt war. Er sei vom Ministerpräsidenten zum Staatsoberhaupt gewählt worden und das ohne Vorbereitungszeit.

LDcom:
Meine Güte, der Job scheint zuviel für ihn zu sein! Das ist der Eindruck, den dieser Mann bei mir hinterlässt! Also schlicht ungeeignet für das Amt des Bundespräsidenten!

Als Deppendorf ihn fragt, wie er denn im Ausland jetzt noch glaubwürdig über Pressefreiheit sprechen könne, nimmt er sich als Beispiel und empört sich, was da im Internet alles über seine Frau geschrieben würde. Einmal mehr erwähnt er seine Entschuldigung bei Diekmann!

LDcom:
Wie bitte? Was ist denn das für eine Antwort auf die gestellte Frage??? :roll:

Wulff habe nicht versucht, den Bericht der BILD zu verhindern, sondern nur  darum gebeten, die Veröffentlichung um einen Tag zu verschieben.

LDcom:
Tja, wie man das nun nennen mag, wenn der Herr Bundespräsident einen Zeitungs-Chefredakteur angeht, nur weil ein Artikel um einen Tag verschoben werden sollte…das mag jeder für sich bewerten! In meinen Augen hört sich das jetzt komisch an! Immerhin war das (nicht dementierte) Wort “Krieg” wohl auf Diekmanns Sprachbox zu hören gewesen! Ich finde, das sagt eine Menge aus!

Angesprochen auf die “Salami-Taktik” des Herrn Bundespräsidenten, spricht Wulff von der Beantwortung von 400 Fragen, die man nur nach und nach beantworten könne.

LDcom:
Aha, soweit ich weiss, waren die Fragen nur von der BILD gestellt…und die anderen? Oder hat nur BILD recherchiert? :-P

Im weiteren Verlauf des Interviews geht es um den Privatkredit für das Haus. Dort äussert Wulff seine Bedenken, dass er nicht zuviel aus seinem Privatleben Preis geben wollte und dass er dies heute anders machen würde.

LDcom:
Und da stellt sich uns doch die Frage: Wann fängt bei einem Politiker das “Privatleben” an und wo hört es auf? Sind von einer Fluggesellschaft subventionierte Flüge für einen Ministerpräsidenten, wenn dieser in den Urlaub fliegt, nun privat oder nimmt er ein Upgrade in die nächste Passagierklasse als Ministerpräsident an??? Mir scheint, Herr Wulff hat im Politikerleben noch eine Mange zu lernen und vielleicht sollte ihm mal jemand dabei helfen… Wie ist dieser Mann eigentlich Ministerpräsident eines deutschen Bundeslandes geworden??? Oje…und wie Bundespräsident??????? :lol:

Im Interview spricht Wulff von “zwei unbelasteten Immobilien”, die er als Sicherheit für den Hauskredit gehabt habe. Da frage ich mich, warum er denn auf das Ehepaar Geerkens zurückgreifen muss, um den Kredit für ein drittes Haus erhalten zu können? Und das als Ministerpräsident von Niedersachsen. Ich bin jetzt kein Bankfachmann, aber zwei Immobilien plus der dritten, die gekauft bzw. gebaut wurde…sollte doch reichen, oder? Verstehe ich gerade nicht.

Auf die Frage nach den Übernachtungen bei Unternehmern und weiteren Freunden, reagiert der Bundespräsident etwas dünnhäutig. So ganz versteht er die Bedenken der beiden Interviewer nicht, dass da Politisches mit Geschäften vermischt werden könnte, besser gesagt, das in der Öffentlichkeit so empfunden werden könnte.

Am Ende setzt der Bundespräsident auf eigene Lernfortschritte und wieder zieht er die Menschlichkeit und die mit ihr verbundene Fehlbarkeit heran.

LDcom:
Okay, Fehler dürfen gemacht werden, aber es gibt nun einmal auch Fehler, die man als Bundespräsident nie hätte machen dürfen, weil es der demokratische Anstand gebietet, einen Chefredakteur eben NICHT anzugehen und ihm zu drohen. Dazu muss ich auch nicht erst dem Stress des Amtes eines Bundespräsidenten ausgesetzt sein, das weiss man als Politiker (eigentlich) auch so! Dergleichen, auch wenn Wulff sich dafür noch zigmal entschuldigt, deutet in meinen Augen auf einen Charakterzug und nicht auf eine fehlbare Handlung hin!
Diese Denkweise, sich im Nachhinein für alles entschuldigen zu wollen oder gar zu müssen, für Dinge, die man getan hat und mit immer neuen Entschuldigungen zu kommen, ist für mich ein Greuel! Wer daraus nicht irgendwann lernt, dass manche Handlungen VOR ihrer Ausführung zu bedenken sind, dem kann man irgendwann dann auch nicht mehr helfen…Herr Wulff!

Ob er glaube, mit seinen Handlungen, dem Amt des Bundespräsidenten geschadet zu haben, wurde Wulff schließlich gefragt?

Seine Antwort (LDcom: so empfinde ich die Worte des Bundespräsidenten zumindest), war ein “ja…, aber es ist doch alles ganz toll und ich habe bisher eine gute Arbeit geliefert und von daher habe ich dem Amt sicher mehr geholfen, als ihm geschadet zu haben!” Verdrehte Welt!

LDcom:
Sind wir eigentlich gefühlt nur noch von Politikern umgeben, die nicht erkennen wollen, was sie mit ihren Handlungen, manchmal mit ihrem Schweigen und dann sogar mit dem, was sie verbal auf die Menschheit los lassen, in der Bevölkerung an Emotionen erzeugen??? Und ich schreibe gerade nicht von positiven oder gar erfreulichen Emotionen…
Wenn so die Verantwortung des Herrn Wulff für sein Amt aussieht, dann gute Nacht, Marie!

Am Ende spricht er davon, dass wir die Kraft brauchen, um uns auch wieder um Politik kümmern zu können, in diesem Jahr, und es kommen schwierige Aufgaben auf uns zu und da braucht es auch einen Bundespräsidenten, der sich diesen Aufgaben zuwenden kann!

LDcom Schluss-Statement:
Also doch Rücktritt??? Oder sprach Wulff tatsächlich gerade von sich selbst? Der Politiker, dem die Auslandsreise, 4 Länder in 5 Tagen mit 10 Terminen täglich, einen Wutanfall auf einer Sprachbox entlockt hat???

Ich habe langsam die Nase voll davon, auf der einen Seite solche “starken Worte” zu hören und andererseits das Gejammer, wie viel das alles sei! Das ist eines Politikers im Amt des Bundespräsidenten nicht würdig…Christian Wulff ist nicht würdig für das Amt des Bundespräsidenten!!! Seine Energie mag für den Posten des niedersächsischen Ministerpräsidenten gereicht haben, das Bundespräsidentenamt aber, so mein persönlicher Eindruck nach diesem Interview, ist für Wulff einige Nummern zu groß!

Und wie zitierte Wulff noch gleich Harry S. Truman: “Wem es in der Küche zu heiss ist, der darf nicht Koch werden!” Dem habe ich nichts hinzuzufügen, Herr Bundespräsident :grin: !

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Wulff, zu Guttenberg, Sauerland & Co oder die moralische Verkommenheit der Politik!

Lohnt es sich eigentlich heute noch, über Politiker zu schreiben, die das Ansehen ihres Amtes beschädigen und damit sogar ihren eigenen guten politischen Ruf in der Öffentlichkeit verspielen???
Manchmal neige ich dazu, es aufzugeben, weil die aktuelle Generation von Politikern dermaßen kritikresistent zu sein scheint, dass wir Bürger zunehmend den Kopf schütteln und wütend werden, wenn Skandale aufgedeckt und mit Beweisen belegt werden, die Betroffenen selbst aber keine oder kaum Verfehlungen (für ihr Amt) erkennen wollen! Natürlich denke ich dabei zuerst an zu Guttenberg, dann aber aktuell eher an Bundespräsident Christian Wulff!

Um auf die Frage zurück zu kommen: JA, es lohnt sich, über diese Politiker zu schreiben! Ich würde sogar sagen, hierzu sind Bürger dieses Landes, die ihre Meinung im Internet kundtun wollen und denen die Demokratie und ihr Land wichtig sind, geradezu verpflichtet! Denn wir dürfen die politischen Institutionen nicht von Menschen besetzt lassen, die unsere demokratischen Werte eigentlich verteidigen und leben sollen, sie in der Realität, im Umgang zum Beispiel mit Medien, dann  aber mit Füßen treten!
Manchmal scheint es mir, als würden Politiker immer noch darauf setzen, dass die Öffentlichkeit nicht ALLE Details einer Verfehlung erfährt, damit der Verbleib im Amt um jeden Preis gesichert werden kann. Das ist, aus meiner Sicht als sehr aktiver Internetter, heute aber kaum noch möglich. Auch Politiker sollten das langsam begreifen. Dann könnte dieses Bewusstsein sicherlich auch dazu führen (lasst mich träumen! :lol: ), dass wir moralisch vorsichtiger agierende Amts- und Würdenträger in diesem Staat hätten.

In mir verfestigt sich der Eindruck, dass sich die Kluft zwischen dem Volk, das sich mehr und mehr in sozialen Netzwerken und Blogs frei zu gesellschaftlichen und politischen Themen äussert, und den Politikern, mit rasender Geschwindigkeit vergrößert. So bleibt den Mandatsträgern nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie schotten sich weitgehend ab oder aber, sie nutzen das Internet, um in begrenztem Rahmen öffentlich mit dem Souverän, den Wählerinnen und Wählern, zu diskutieren, sich auszutauschen und zuzuhören, was die Probleme und Ansichten der “Basis” sind. Natürlich ist diese Art der Offenheit auch mit Angriffen und Kritik verbunden, der man sich damit aussetzen muss.

Bis die Politiker aber begriffen haben, wie sie mit der zunehmenden Öffentlichkeit durch das Internet umgehen sollten, kann und “darf” es wohl sein, dass ein Bundespräsident einerseits von der immensen Wichtigkeit der Meinungs- und Pressefreiheit schwafelt und andererseits versucht, die Veröffentlichung von ihm missliebig erscheinenden Zeitungsartikeln über ihn, zu verhindern. Ich vermisse jene mutigen Politiker der ersten Reihe aus der Regierungskoalition, die sich nun endlich öffentlich kritisch zu diesem Vorfall äussern! Wer Politik zum Wohle des Staates und nicht zum Wohle von Personen machen will, der müsste jetzt seine Meinung zum Verhalten des Bundespräsidenten äußern. Das Argument, damit würde das Amt beschädigt, ist grotesk, ja lächerlich. Schließlich hat das der Amtsinhaber bereits erledigt! Viel mehr Schaden kann jetzt nur noch angerichtet werden, wenn Christian Wulff weiterhin dieses Amt ausübt…was er wohl ernsthaft vor hat (KLICK)!

Zur Zeit verhindert im politischen Berlin noch das Unwohlsein darüber deutliche Worte gegen Wulff, dass nun, 18 Monate nach der schwierigen Wahl des CDU-Kandidaten, schon wieder eine Bundesversammlung einberufen werden könnte. Ob die Kanzlerin dann noch einmal die Mehrheit für einen Kandidaten aus der Koalition bekommen würde, ist mehr als fraglich, nachdem ihr letzter Kandidat nun auf der politischen Abschussliste steht. Allerdings darf dies nicht der Grund für Zurückhaltung sein. Gertrud Höhler, Polit-Beraterin von Ex-Kanzler Helmut Kohl, hat Wulff bereits aufgegeben und was sie gestern im heute-Journal zum Thema sagte, ist mit meiner Meinung deckungsgleich: KLICK HIER.

Übrigens fällt mir zu diesem Thema noch eine dritte Person ein: Adolf Sauerland, der Oberbürgermeister von Duisburg! Zu diesem … “Politiker” … muss ich wohl nichts mehr schreiben! Die Art seines Verhaltens ist für mich der absolute Gipfel  moralisch-politischer Verkommenheit (ich schäme mich inzwischen, das Wort “Moral” im Zusammenhang mit Politik zu verwenden, es scheint nicht (mehr) zu passen!). Und ich erinnere an dieser Stelle daran, wie heftig die Kritik des Bundespräsidenten war (KLICK), als Sauerland einen Rücktritt wegen der Loveparade-Katastrophe vehement ablehnte! Wie diese präsidiale Kritik heute, in Anbetracht der Wulffschen Aktivitäten, auf mich wirkt, schreibe ich jetzt besser nicht!!!

Der Bundespräsident und die Bundeskanzlerin schweigen unterdessen zu der Präsidenten-Krise. Schweigen lässt allerdings das Unverständnis und die Wut bei Aussenstehenden steigen und trägt nun gar nicht zur Lösung dieses Staatsproblems bei. Diese Art des Verhaltens empfinde ich als armselig für den Bundespräsidenten, der sich damit immer mehr für das Amt disqualifiziert und als feige für die Bundeskanzlerin, die den Fall Wulff mit einer “schweigenden Unterstützung” für ihn, denn nichts anderes ist ihre Stummheit, immer mehr zu ihrem eigenen Fall macht!

Bessern, so denke ich, wird sich auf absehbare Zeit wohl kaum etwas im Bewusstsein der politischen Klasse. Daher ist es umso wichtiger, dass Bürger weiterhin die Freiheiten unseres politischen Systems nutzen, um ihre Meinung zu äußern, um zu sagen: SO GEHT ES NICHT!

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Der unpräsidiale Präsident

Präsidial soll er sein, der (Herr) Präsident unserer Republik, das Staatsoberhaupt Deutschlands (die Aufgaben). Präsidial heisst für mich: Souverän, staatsmännisch, über den Parteien und Personen des übrigen Regierungsapparates stehen und ein hohes Maß an Politmoral leben. In der Vergangenheit waren die Bundespräsidenten oft zugleich Ohr und Mund einer mal verunsicherten oder kritischen oder unzufriedenen Gesellschaft. Die Reden des Bundespräsidenten hatten Gewicht, weniger politisch, mehr moralisch. Geht das heute noch???

Wenn ich mich an die Außenwirkung von Karl Carstens, Richard von Weizsäcker, Roman Herzog, Johannes Rau und Horst Köhler erinnere, so haben diese Herren es stets gut hin bekommen, würdig in die Rolle des Staatsoberhauptes zu schlüpfen. Egal welche Position sie zuvor im politischen Alltag eingenommen hatten, mit der Wahl zum Bundespräsidenten waren sie überparteilich und der ein oder andere recht kritisch gegenüber den Regierenden in Bonn und Berlin, selbst wenn der Herr Präsident zuvor aus deren Reihen gewählt worden war.

Ja, wir können wohl recht zufrieden mit unseren bisherigen Bundespräsidenten sein. Am Ende ihrer Amtszeit hatten sie oft ein hohes Maß an positiver Zustimmung und ein immenses Ansehen in der Bevölkerung. Und dann kam er: Horst Köhler!

Der erste Kandidat, der kein innenpolitisches Amt bekleidete, war damit schon ein Sonderling in der Reihe bisheriger Bundespräsidenten. Als er dann auch noch zurück trat, was bis dahin als schlicht unmöglich galt, war das Geschrei in der Republik groß. Es war eine einsame Entscheidung, die viele Politiker und Bürger zu kritischen Äußerungen verleitete.

Nachfolger wurde der bis dato jüngste Bundespräsident, Christian Wulff. Nach knapp eineinhalb Jahren steht nun auch dieser Amtsträger auf der Abschussliste. Dabei, so finde ich, hat sich dieser Politiker auf eine Art und Weise disqualifiziert, die an politischem Dilettantismus und an gefühlter Amts-Arroganz kaum noch zu überbieten ist! Jetzt frage ich mich, wie dieser von mir als  ”Demokratie-Amateur” empfundene Politiker, in ein so hohes Amt kommen konnte?

Dass ausgerechnet der Bundespräsident “Marke Schwiegersohn” nun im Fokus massiver Kritik steht, hat er sich selbst zuzuschreiben. Manche Politiker haben das Talent, ihre Pfründe und Vorteile, die sie aus ihrer politischen Arbeit mit der Wirtschaft ziehen können, zu vertuschen, bis sie die politische Karriere beendet haben. Manche wechseln schamlos gleich im Anschluss an die Zeit eines Mandats in die freie Wirtschaft, andere sind geschickter und lassen erst einige Zeit ins Land ziehen, bevor sie geknüpfte politische Kontakte für ihr weiteres berufliches Leben nutzen. Dann meist unbeachtet von der Öffentlichkeit und somit schadenfrei für das persönliche Ansehen.

Und dann gibt es jene, die es schlicht nicht schaffen, Ämter und persönliche Interessen während ihrer Polit-Karriere zu trennen. Oder anders, sie sind schlicht zu ungeschickt, dabei die Öffentlichkeit aussen vor zu lassen! Manchmal ist es auch einfach nur eine grundschlechte Kommunikation mit den Medien und der Öffentlichkeit!

Wulff hat aber noch einen weiteren, schweren Fehler gemacht. Er hat die kritisch berichtende, investigativ recherchierende Presse bedroht (KLICK)! Einen “Strafantrag” und “endgültigen Bruch” hat er wohl der BILD-Zeitung bzw. deren Chefredakteur Kai Diekmann angedroht, sollte ein Artikel oder ein Bericht bezüglich seiner Haus-Kredit-Affäre in der Zeitung erscheinen. Und das wirklich Intelligenteste an der ganzen Sache war scheinbar, dass der Herr Präsident, da er Diekmann nicht direkt erreichen konnte, auch noch auf die Sprachbox seines Telefons sprach!

Ganz ehrlich: Viel gehalten habe ich nie von Christian Wulff, weder als Ministerpräsident Niedersachsens noch als Bundespräsident! Dass ein Politiker sich aber so dermaßen ungeschickt verhält, zumal in einer Position, die von Amts wegen ein immens anspruchsvolles Maß an den Charakter des Würdenträgers erfordert, erstaunt mich selbst in diesem Fall noch! Da muss der Herr Präsident, aus meiner Sicht, schon ganz schön nervös gewesen sein, wenn er dermaßen unkontrolliert und überreagiert hat.

Zudem…als oberster Amtsträger unseres demokratischen Staates, sollte gerade er insbesondere die demokratischen Werte einhalten und achten. Dass er im Amt dermaßen auf ein Medium der Presselandschaft los geht und mit Konsequenzen droht, ist daher für mich überhaupt nicht entschuldbar. Bisher war es mir fast schon egal, angesichts des immensen politischen Rückhaltes, den dieser Bundespräsident bis gestern noch in der Berliner Polit-Landschaft hatte, was er nun (nach gestrigem Stand der Informationen) angestellt hatte. Es war “verzeihbar”, man konnte darüber hinwegsehen, auch wenn der Mann im Amt damit sicherlich beschädigt war. In meinen Augen schon disqualifiziert…

Heute aber, nachdem herauskam, was am 12.Dezember 2011 abgelaufen war, sollten wir uns den Luxus leisten, eine neue Bundesversammlung vorzubereiten, auch wenn diese wieder zig Euro kosten wird. Das sollten uns die demokratischen Werte unseres Landes allemal wert sein. Ich glaube, ich bin kein Prophet, wenn ich nun vermute, dass der Rücktritt des Herrn Wulff nicht mehr lange auf sich warten lassen wird und ich hoffe sehr, dass dieses Gefühl kein Wunschdenken bleibt!

Wie glaubwürdig und damit tragbar kann ein Präsident noch sein, der in Reden an das deutsche Volk, das moralische Gewissen der Politik Deutschlands vertreten soll???

In meinen Augen ist dieser Bundespräsident spätestens seit heute eine Polit-Lachnummer und wer seinen Rücktritt jetzt nicht forciert, der beschädigt nicht nur das Amt, sondern katapultiert die Glaubwürdigkeit der Politiker-Klasse in ungeahnte Ansehens-Tiefen! So, meine Damen und Herren Mandatsträger, genau SO fördert man Politikverdrossenheit!

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