Gay-Szene
Cruiser aufgepasst: Rastplatz Somborn vor Umbau
Cruising auf der Autobahn ist für manche Männer, die ihre Homosexualität nicht frei oder offen ausleben können, oft die einzige Möglichkeit, körperliche Vergnügungen mit einem anderen Mann zu erleben. Sie hoffen auf die Anonymität in einem Umfeld, in dem, sollte ihnen dort zufällig doch einmal ein Bekannter über den Weg laufen, dieser sicher alles unterstellen würde, nur eben keinen Sex
. Und schon gar nicht mit Männern
.
Da Rastplätze auf der A40 so gut wie gar nicht existieren, treffen sich die Cruiser eher auf anderen Autobahnen im Pott. Allerdings…einen kleinen Treffpunkt gibt es im östlichen Ruhrgebiet: Den Parkplatz Somborn! Er liegt gleich hinter der Ausfahrt Dortmund-Lütgendortmund (Nr.40) in Fahrtrichtung Dortmund.
Viel los ist dort nicht gerade, vergleicht man ihn mit den größeren Park- und Treffgelegenheiten in der Region. Aber für diejenigen, die dort hin und wieder aufschlagen, mag es interessant sein, dass eine große Veränderung ansteht. Wer in der letzten Zeit desöfteren an Somborn vorbeigefahren ist, hat bemerkt, dass die Bäume und Sträucher bereits ausgedünnt wurden. Von heute bis einschließlich Samstag, den 04.02.2012 ist der Parkplatz zwischen 7:00 und 19:00 Uhr nun komplett gesperrt. Grund sind Rodungsarbeiten.
Ab (voraussichtlich) Mitte März wird Somborn dann geschlossen und komplett um- und ausgebaut. 14.000 qm Asphalt- und Betonarbeiten stehen an, zudem erhält der dann neue Parkplatz mit dem Namen “Beverbach” eine 350 Meter lange Lärmschutzwand. Die Kapazität des neuen Parkplatzes wird sich vervierfachen. Dann ist Platz für 21 LKW, 3 Busse und 40 PKW. Wer den Rastplatz kennt, wird ihn nach dem Umbau wohl kaum wiedererkennen. Zudem erhält Beverbach eine Tankanlage. Die Kosten des Umbaus belaufen sich auf rund 2,5 Millionen Euro. Wenn alles gut geht, ist der Parkplatz Ende Dezember 2012 dann wieder befahrbar…äääh…becruisebar
. Ob dann allerdings noch Möglichkeiten für einen “angenehmen” Rückzug gegeben sind, bleibt anzuwarten
.

Preisträger Kompassnadel 2012
Das Schwule Netzwerk NRW und die AIDS-Hilfe NRW vergeben alljährlich einen Preis für die Förderung gesellschaftlicher Akzeptanz für die Lebensweise der schwulen Minderheit in der Öffentlichkeit und für ehrenamtliches Engagement innerhalb der Community. Die “Kompassnadel” wird im Rahmen eines feierlichen Empfangs des Schwulen Netzwerkes NRW am Kölner CSD-Samstag überreicht.
Zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft waren bereits Träger der wohl angesehendsten Auszeichnung, die eine GLT-Organisation in Deutschland zu vergeben hat. Der ehemalige Vizekanzler Franz Müntefering, Rita Süßmuth und Claudia Roth zählen ebenso zu den Preisträgern, wie die amtierende Ministerpräsidentin von NRW, Hannelore Kraft, die den Preis im letzten Jahr erhielt (Liste der Preisträger).
Professor Doktor Martin Dannecker ist der prominente Preisträger 2012 und wer ihn nicht kennt, braucht sich wohl kaum zu schämen. Als Sexualwissenschaftler und Autor ist Dannecker eben medial nicht so präsent, wie ein Politiker oder Showstar. Mir zumindest, muss ich gestehen, war er bis heute nicht bekannt
.
Alfred Schiefer und Ludwig Rubruck sind die Preisträger des ehrenamtlichen Bereichs der Kompassnadel-Auszeichnung. Die beiden 80er, gemeint ist ihr Alter
, haben sich um den Aufbau schwuler Selbsthilfestrukturen in Köln verdient gemacht und dies in einer Zeit, in der die Lebensweise homosexueller Menschen in der Gesellschaft alles andere als akzeptiert und einfach war.
Detailliertere Infos zu den Preisträgern und den Hintergründen ihres Werkens, findet Ihr auf der Seite des Schwulen Netzwerkes NRW: H I E R
Mich freut besonders, dass in diesem Jahr Menschen ausgezeichnet werden, die sich, aus heutiger Sicht, mehr im Hintergrund und zudem in einer anderen “Epoche”, um die Akzeptanz homosexueller Lebensweisen in der Öffentlichkeit verdient gemacht haben.
41 Jahre nach Beginn der Schwulenbewegung in Deutschland, sind die damaligen Vorkämpfer für die gesellschaftliche Akzeptanz inzwischen in ein Alter gekommen, das in der “Szene” gerne ignoriert und manchmal sogar verachtet wird (bis jene selbst in die Jahre kommen, in denen sie den Alterungsprozess spüren!). Umso wichtiger finde ich, dass jene Menschen nicht vergessen werden, die das Fundament für das heutige, doch weitgehend akzeptierte, freie Leben für schwule Männer und lesbische Frauen legten.
Und wir, die “Jüngeren”, die wir nun weniger kompliziert unser Leben leben und genießen können, als unsere Vorgänger-Generation, und erst recht die junge Generation zwischen 18 und 29 Jahren, sollten öfter mehr Achtung vor alt gewordenen Schwulen und Lesben zeigen. Ich denke, auch das kann eine Botschaft sein, die 2012 durch die Vergabe der Kompassnadel an diese Preisträger, in die schwul-lesbische Welt getragen wird.

Mandanzz, Düsseldorf
Zweieinhalb Jahre ist mein letzter Besuch auf der MANDANZZ (KLICK) her. Damals war die Party gerade von Essen nach Düsseldorf ins Stahlwerk umgezogen und ich war neugierig, wie sie in der Landeshauptstadt ankommen würde.
Angenommen worden ist sie, das kann ich zweieinhalb Jahre nach meinem ersten Besuch dort, schreiben. Die Halle war gestern gut besucht, wenn auch nicht so voll, wie bei meinem Besuch zur Eröffnung der Mandanzz (KLICK), aber ist ja klar.
Die Altersrange der Besucher ist sehr gemischt und die Sorge meiner charmanten, sexy Begleiterin, sie könnte eventuell am Eingang abgewiesen werden, erwies sich als unbegründet
.
Die Getränkepreise liegen noch im normalen Bereich, wenn auch deutlich höher als beispielsweise auf der BO-YS – Party in Bochum (Desperados 4,00 € zu 3,30 €, Wasser 2,00 € zu 1,60 €!). Dafür kostet die Garderobe 0,50 € weniger als in Bochum (1,00 €). Der Eintritt liegt bei 7,50 €, also ebenfalls im Normalbereich. Geöffnet ist von 22:00 Uhr bis 06:00 Uhr.
Es gibt zwei Areas: Im Erdgeschoss die große Halle, in der Charts gespielt werden und in der ersten Etage die kleinere Halle mit House- und Elektro-Sounds. In beiden Locations fand ich sehr auffällig, dass die Musik immens laut war. Ich hatte schon lange kein Ohrendröhnen mehr
.
Ob die Lüftung inzwischen spürbar besser geworden ist, kann ich nicht beurteilen. 2009 stand die Luft im Raum und ein Atmen war kaum noch möglich. Zudem wurde damals noch geraucht, heftig! Letzteres ist in der großen Halle nun weggefallen, aber es war schon recht warm dort.
Verkehrstechnisch liegt das Stahlwerk ideal: Vom Hauptbahnhof aus fährt die U75 bis zur Ronsdorfer Straße in nur 4 Minuten. Die Abfahrtzeiten sind auf der Website der Party aufgelistet und aktuell. Guter Service!
Leider ist der gesamte Hin- und Rückweg mit der Bahn ziemlich lang. Als ich um 5:00 Uhr die Straßenbahn zurück nach Bochum nahm, musste ich zunächst im Düsseldorfer Hauptbahnhof eine halbe Stunde warten. Gut dass zahlreiche “Fressbuden” geöffnet hatten, so verhungert man dort wenigstens nicht
. Letztlich war ich aber erst um 7:00 Uhr zuhause. Insgesamt zwei Stunden Fahrt von der Party zurück, ist schon happig, erst recht wenn’s allein nach Hause geht und auch noch der Smartphone-Akku leer ist
! Aber wenn ich was trinken will, möchte ich nicht mit dem Auto fahren.
Dennoch habe ich den Besuch gestern nicht bereut, ganz im Gegenteil, denn neben meiner charmanten Begleiterin, kamen später noch überraschend Karin und Udo dazu. Ein toller Abend mit viel Spaß, guter Stimmung, klasse Musik und viel Lachen (und sexy Männern!). Was will man mehr?
P.S.: Und für das Desperados in der Nase und das Gleitgel auf meinem Body gibt’s ne Revanche! Wartet ab
!

Interview mit Martin Wolkner zum Homochrom-Filmfest
An diesem Wochenende findet das HOMOCHROM-Filmfest in Dortmund statt (KLICK HIER). Wer heute und morgen Zeit und noch nichts vor hat, dem empfehle ich einen Besuch im Kino Schauburg in Dortmund (UND HIER).
Der Initiator des HOMOCHROM-Filmfestes, Martin Wolkner, erklärte sich freundlicherweise bereit, mir in einem Mail-Interview einige Fragen rund um das Filmfest, aber auch die monatliche HOMOCHROM-Filmreihe zu beantworten. Hier seine Antworten:
Hallo Martin
Als ich das erste Mal von Deiner monatlichen Filmreihe HOMOCHROM erfuhr, war ich begeistert. Wie ist diese Idee entstanden, gab es einen “Auslöser” für Dein Projekt?
Martin: Ich arbeite seit meinem Studium filmjournalistisch. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr, die Filme nur allein zu schauen. Also lud ich Freunde zu Filmabenden ein, damit meine 4 Kinosessel auch mal genutzt werden. Es kamen aber 10 Leute in meine kleine Bude und die Stimmung war ausgelassen. Viele Freunde klagten, dass party- und szenetechnisch nicht viel passiert. lch dachte mir, dass ich vielleicht einfach mal was machen statt mitklagen sollte. Darum habe ich einfach mal die Dortmunder Schauburg angesprochen, ob sie eine Filmreihe mit mir ausprobieren würden…
Musstest Du bei den Film-Verleihern viel Überzeugungsarbeit leisten oder hattest Du durch Dein Studium schon vorteilhafte Kontakte, die HOMOCHROM den Start erleichterten?
Martin: Nein, beim wissenschaftlichen Studium bekommt man nicht viel an die Hand, und erst recht keine Kontakte zu Verleihern, Produzenten oder sonst wem. Das musste ich mir selbst aufbauen. Da aber die Verleiher daran interessiert sind, ihre Filme im Kino zu zeigen, ging das eigentlich recht gut. Nur mit den Previews klappt es auch jetzt nicht immer. Ich hätte “3″ nur in 2 der 5 homochrom-Kinos zeigen dürfen und den neuen Almodovar wollte man mir nicht bereits zwei Wochen vor Start geben – Verleihpolitik.
Schwul-lesbische Filme im Kino sehen zu können, ist aus meiner Sicht ungewöhnlich, da sie in der Regel keine gute “Quote” haben und selten Kinos finden, die sie zeigen möchten. Deshalb freute ich mich auch umso mehr auf HOMOCHROM. Wie waren denn die Reaktionen der Kinos, denen Du Deine Idee vorgestellt hast? Waren sie begeistert, hatten sie Vorbehalte?
Martin: Ja, das ist ja der Punkt. Schwul-lesbische Filme sind nur extrem selten massentauglich, z.B. “Brokeback Mountain” oder “A Single Man”. Einige Kinos waren dagegen, aber die meisten, bei denen ich angefragt habe, sind immer noch mit dabei. Aber ja, es gab auch unter ihnen Vorbehalte. Die Filmpalette in Köln war anfangs nicht besonders überzeugt, aber dann haben sie irgendwann gesehen, dass es ganz gut läuft. Die Lichtburg in Oberhausen hingegen ist von meiner Filmauswahl begeistert und hält an der Reihe fest, obwohl das Publikum dort schwierig zu erreichen ist.
Jetzt habe ich schon einige HOMOCHROM-Filme in Düsseldorf, Bochum und Dortmund gesehen. Anfangs war die Besucherzahl noch mager, inzwischen sind die Kinos, meiner Erfahrung nach, gut besucht. Wie bist Du mit der Entwicklung der Besucherzahlen zufrieden?
Martin: Die Besucherzahlen schwanken stark je nach Film, Wetter und Erwähnung in Zeitschriften, aber auch die Sprache spielt eine Rolle. Zum Beispiel waren die Besucherzahlen über den Sommer recht gut, obwohl das traditionell keine Kinozeit ist. Das lag daran, dass ich deutsche Synchronfassungen spielen konnte. Der Septemberfilm sackte ab, weil er OmU war, also Original mit deutschen Untertiteln. Die deutschen sind sehr unleidlich was Untertitel angeht. Dabei werden gerade die schwulen Filme immer seltener synchronisiert, weil es einfach viel zu teuer ist.
Frag mich nicht, nach meiner Zufriedenheit. Ich würde mir natürlich immer ausverkaufte Kinos wünschen – nicht unbedingt, weil ich dann vielleicht mal 5€ daran verdienen könnte, sondern weil ich glaube, dass die Filme, die ich aussuche, ein größeres Publikum verdienen. Aber es kommt auch häufig genug vor, dass die homochrom-Vorstellung die beste des Tages oder des Wochenendes ist.Trifft mein Eindruck zu, dass es Städte gibt, in denen HOMOCHROM wesentlich besser angenommen wird, als in anderen und woran könnte das Deiner Meinung nach liegen?
Martin: Ja, das stimmt, wie ich vorhin schon erwähnte. In Dortmund, Düsseldorf und Köln wird es ganz gut angenommen. In Bochum wollen wir hoffentlich bald mal eine andere Zeit und möglicherweise statt des Metropolis das Casablanca im Bermudadreieck ausprobieren. Oberhausen ist insofern schwierig, als dass es dort eigentlich keine richtige schwule Infrastruktur gibt. Ich vermute, dass es etwas damit zu tun hat.
Bei der Präsentation der Filme merkt man Dir nicht nur Deinen Spaß an der Sache an, sondern auch die intensive Arbeit, die Du bei der Recherche nach dem nächsten Monatsfilm durchführst. Darf ich Dich nach Deinem langfristigen Berufsziel fragen?
Martin: Eigentlich wollte ich gar nicht unbedingt am Ende der Filmkette hängen. Es macht mir Spaß, aber das ist nur ein zeitintensives Hobby. Eigentlich möchte ich schon seit langem Filme machen und baue langsam darauf hin.
Es gibt kaum einen schwul-lesbischen Film, in dem das Thema Sex nicht behandelt wird. Ist es nur mein subjektiver Eindruck oder beziehen Gay-Movie-Produzenten gerade dieses Thema intensiver als andere Filmemacher in die Handlung mit ein? Und, solltest Du mir zustimmen, was könnte, Deiner Ansicht nach, der Grund dafür sein?
Martin: Nun ja, generell sprechen Männer sehr auf sexuelle Reize an, also auch Heteros, obwohl Schwule vermutlich wesentlich offener damit umgehen. Klar nutzen das einige Filmemacher ganz billig aus. Schau dir doch mal die Eating-Out-Filme an. Die sind nicht besonders gut gemacht, verkaufen sich aber angeblich gut, weil es Sex-Komödien sind. Sexualität ist nun mal der Punkt, der uns von Heteros unterscheidet. Wir mussten uns mit unserer Sexualität beschäftigen, weil sie von der Norm unserer Gesellschaft abweicht. Also ist es nicht verwunderlich, dass sich auch Künstler damit auseinandersetzen. Aber ganz aktuell scheint es so, als gäbe es eine neue Generation von schwulen Filmemachern, die wieder mehr Sinnlichkeit und Gefühl darstellen.
Letztens hast Du vor einem Film erzählt, Du warst zur Berlinale und zum Teddy-Award in Berlin. Woher beziehst Du eigentlich Deine Informationen jenseits von Film-Festivals, welcher Film das Publikum interessieren könnte?
Martin: Hm, gute Frage. Ich bin mir ja meist recht unsicher, ob es das Publikum wirklich interessiert. Ich wähle Filme nach Güte aus, weil also das Thema, die Umsetzung, das Gefühl oder ähnliches besonders ist. Dabei kann ich natürlich nicht immer ganz meine Vorlieben ausblenden. Deswegen unterhalte mich mit Freunden darüber oder sichte auch mal mit einem oder zweien zusammen. Was mir auch manchmal hilft, sind die Bewertungen auf IMDB oder RottenTomatoes. Andererseits haben über den Sommer viele andere Kritiker den Film “Weekend” gelobt, welcher schon seit März mein Lieblingsfilm des Jahres ist. Das oder auch die Publikumsreaktionen nach “Bruderschaft” z.B. geben mir hin und wieder Bestätigung.
Gerade lief das HOMOCHROM-FILMFEST in Köln und, erfreulicherweise an diesem Wochenende auch in Dortmund. Wie ist der Rückhalt bzw. sind die Erwartungen seitens der Verleiher, der Kinos und natürlich auch seitens des HOMOCHROM-Vereins, den Du extra dafür ins Leben gerufen hast?
Martin: Die Kinos erwarten vor allem, dass ich ihnen die Saalmiete zahle. Auch die Verleiher erwarten nicht wirklich etwas von uns. Wir vom Verein hoffen, dass das Publikum Freude daran hat und dass das Festival am Ende irgendwo in den schwarzen Zahlen landet, damit wir unsere Arbeit fortführen können. Immerhin stecken wir da viel Zeit – und im Falle des Festivals – auch ziemlich viel Geld rein.
Waren die Kriterien, unter denen Du die Filme für das Filmfest ausgesucht hast, dieselben wie für die monatliche Filmreihe oder ist das eine andere Art der Planung?
Martin: Im Grunde ja.
Inwieweit hattest Du bei der Filmauswahl freie Hand, unabhängig von den Verleihern und Kinos?
Martin: Wir sind völlig unabhängig von Verleihern. Es kann uns ja keiner zwingen, einen bestimmten Film zu zeigen. Ich suche auch keine Filme aus, weil die bei einem speziellen Verleih sind, sondern weil ich sie für gut befinde. Schert es dich, bei welchem Verleih dein Lieblingsfilm ist? Bei der Filmreihe lassen mir die Kinos freie Hand, nur manchmal schlagen sie mir was vor oder wir sprechen uns ab, wie z.B. bei “Romeos”, der früh im Dezember startet und schon vor der Filmreihe in einigen Kinos gezeigt werden könnte. Und beim Filmfest sind wir komplett frei, weil wir die Kinos ganz anmieten und Alleinveranstalter sind.
Deine beruflichen Ziele hast Du uns oben ja schon verraten. Gibt es Pläne zum Ausbau von HOMOCHROM oder eventuell noch andere, neue Projekte, von denen Du uns schon erzählen möchtest/kannst?
Martin: Nun, da wir ein Verein sind und mit dem Filmfest auch endlich lesbische Filme gespielt haben, wollen wir demnächst mal überlegen, die Filmreihe um eine lesbische Schiene zu erweitern. Aber ich möchte mich nach dem Filmfest wieder verstärkt meinen eigenen Filmprojekten widmen und möglicherweise im Winter auch einen eigenen Kurzfilm drehen.
Martin, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für die Beantwortung meiner Fragen genommen hast.
Ich wünsche Dir für die HOMOCHROM-Filmreihe und insbesondere für das Filmfest in Köln und Dortmund viel Erfolg.
Man sieht sich, wahrscheinlich beim nächsten HOMOCHROM-Film :-)
Tim, Little-Devil

Offizielle Bilanz der CSD Saison 2011 in NRW
Das Schwule Netzwerk NRW veröffentlichte heute eine Bilanz der CSD Saison 2011 in NRW. Sie macht eines deutlich: Es wird in Zukunft immer schwieriger werden, die Christopher Street Days in dieser Form weiterleben zu lassen!
Gründe dafür sind nach Meinung der Parade-Organisatoren, die rückläufige Zahl ehrenamtlicher Helfer und die Sparsamkeit der Besucher der Prides. Denn immer mehr Leute bringen sich ihre Getränke selbst mit und sorgen so für einen schwächeren Umsatz an den Getränkeständen, der allerdings zur Finanzierung der CSDs mit herangezogen wird. Also sitzt auch bei den Gays das Geld nicht mehr so locker, wie noch vor ein paar Jahren. Zudem machte der wettertechnisch schlechte Sommer 2011 dem ein oder anderen Pride zu schaffen. Beim Ruhr CSD in Essen beispielsweise, gab es mehrere sintflutartige Regenschauer, die den Veranstaltungsplatz in wenigen Sekunden leer fegten.
Dass immer weniger Leute Lust auf ein ehrenamtliches Engagement bei den CSDs haben, ist mir klar, denn wer ehrenamtlich eingesetzt wird, kann nicht feiern bzw. demonstrieren und Party machen und das ist immer noch der Grund für die meisten Besucher, zu den CSDs zu fahren. Während die Freunde mitten drin sind, müssen die Ehrenamtlichen ihren Job machen. Verdienstfrei! Auch sehen die wenigsten in den CSDs heute noch eine Demonstration. Dort, wo sie problemfrei starten können, ist alles mehr Party, als der Hinweis auf Ungleichbehandlung und fehlende Rechte von Homosexuellen in der Gesellschaft.
Es wäre sehr schade, wenn die Prides das Niveau der vergangenen Jahre nicht mehr halten könnten. Und ich meine insbesondere die kleineren Veranstaltungen. Schließlich, und das sollten wir nie vergessen, sind die Christopher Street Days die schwul-lesbischen Massen-Veranstaltungen, die von den Politikern wahrgenommen werden und die auch mit für die Durchsetzung von mehr Rechten für Homosexuelle in der Gesellschaft gesorgt haben.
Den kompletten Pressetext des Schwulen Netzwerkes NRW zum Nachlesen gibt es HIER.







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