Party-Sterben – Ein Kommentar
Gerade besuchte ich den Blog von “Magic M.”, der eine irre umfangreiche Gay-Party-Info-Seite betreibt.
Sein letzter Eintrag (Info dazu siehe am Ende meines Kommentars) informierte die Leserschar darüber, dass eine weitere Gay-Party im Ruhrgebiet (SWEET in Bochum) eingestellt wird.
Warum ist das eigentlich so? Warum werden Parties veranstaltet, langfristige Termine geplant und plötzlich ist das Ende schon wieder verkündet??? Was könnten die Gründe dafür sein?
Meine Lieblingsparty neben der BO-YS in Bochum, war über Jahre hinweg die Kölner KINGS & QUEENS, die mit einem guten Mix aus Chart- und House-Musik, aufgeteilt in zwei Locations, im Kölner BOOTSHAUS stattfand. Dann erlebte ich sie einmal im “Alter Wartesaal” in Köln und ich musste feststellen, dass eine Party nicht nur von der Musikkombi, sondern in erster Linie von der Stimmung in der Location lebt! Im “Wartesaal”, der völlig überfüllt war, konnte man nicht tanzen und ein Durchkommen, also ein Wechsel zwischen den Danzz-Locas war fast unmöglich. ”Nein, die KINGS & QUEENS gehört für mich ins BOOTSHAUS und nirgendwo anders hin!”, so mein Fazit. Als dann bekannt wurde, dass diese Party im BOOTSHAUS nicht mehr stattfinden würde, war’s das dann für mich
Schade! Schließlich war sie auch unsere CSD-Stammparty in Cologne
Aber nicht nur der Wechsel der Location kann die Gäste einer Party vergraulen. Die ZARAH & LEANDER-Party der Rosa Strippe in Bochum, die mit dieser Party immer den 5. Samstag eines Monats zu einem Zusatz-Angebot nutzt, hat sich in den letzten Jahren immens verändert. Zumindest aus schwuler (männlicher) Sicht! Früher hatte diese Party eine absolut unschlagbare Stimmung und es war immer eine ausgewogene Mischung zwischen Männern und Frauen. Doch seit einigen Jahren ist diese Party bereits zu einer 90%-Lesbian-Party geworden.
Nein, ich habe kein Prob mit Frauen, auch wenn sie zur Z&L-Party das Männerklo mitbenutzen
Durch den hohen weiblichen Besucher-Anteil, wird dort aber eine völlig andere Musik gespielt. Der damalige DJ sagte mir vor Jahren schon, als ich mir ein Stück wünschte, das wäre “keine geeignete Musik, schließlich wären ja soviele Frauen da, die das nicht hören möchten”!!! Aha!
Heute versucht die Rosa Strippe als Veranstalter mit 2:1 – Preisen für Männerpaare, wieder mehr Gays auf die Party zu bekommen. Die Reaktionen der Rundfrage vor dem Besuch der letzten Z&L-Party in meinem Bekanntenkreis, war durchweg eindeutig:
Zuviele Frauen, kaum Männer zum Guggen da, schlechte Musikauswahl, miesgelaunte, kampfbereite Lesben!
Nach meinem letzten Besuch dort kann ich, bis auf das letzte Argument, zustimmen. Ich bin aber nicht der Typ, der das einfach so hinnimmt, sondern der sein Missfallen öffentlich macht. An der Kasse stieß ich eher auf eine konsequente Abwehrhaltung gegenüber meiner Kritik, also setzte ich mich noch in der Nacht hin und schrieb über eine Stunde lang eine eMail an die Strippe, in der ich nicht nur meine Kritik, sondern auch Verbesserungs-Vorschläge formulierte!
Wenn man(n) etwas verändert haben will, sollte man den Schnabel aufmachen. Natürlich musste ich mir von dem ein oder anderen Menschen Kritik wegen meiner nächtlichen Zeit-Investition gefallen lassen, aber wenn der Veranstalter wissen soll, was den Besucher nervt, sollte das ausgesprochen werden.
Mir brachte diese eMail nicht nur einen Dank für die “erste, wirklich konstruktive eMail-Kritik mit Verbeseungsvorschlägen” von der Rosa Strippe, sondern auch eine Freikarte für die Dezember-BO-YS ein
Das nenne ich mal eine nette Aufmerksamkeit!
Und genau hier liegen doch die Probleme:
Wer macht sowas heute noch?
Wer setzt sich hin, nimmt sich die Zeit, Kritik hilfreich zu formulieren?
Wer macht gerne Verbesserungsvorschläge, macht sich Gedanken dazu?
Wer weiss dnen überhaupt diese Party-Angebote zu schätzen in einer eventüberladenen Welt?
Wer identifiziert sich denn heute noch mit Parties oder Events und geht dort hin, um schlicht und einfach Spaß zu haben?
Wer will denn wahr haben, dass diese Ruhr-Gay-Parties uns im Pott erst ermöglichen, für eine Party eben NICHT 85 km nach Köln düsen zu müssen?
Viele wollen alles haben, sind aber nicht bereit, im Gegenzug etwas dafür zu tun, weil es ja einfach da ist! Und wnen es weg ist, okay…das war’s…schade…wo und wann ist die nächste Loca und Party???
Natürlich sind nicht nur die Gäste gefragt zu handeln, auch die Veranstalter sollten Kritik ernst nehmen und entsprechend darauf reagieren. Die Gäste bleiben schneller als gedacht einer Party fern und wer meint, das sei ihm egal, der muss sich nicht wundern, wenn seine Party mangels tanzwilliger Besucher eingestellt wird.
Schaut Euch doch mal das STARGATE an. Da war ich seit dem Frühjahr nicht mehr, weil die beiden Parties, die ich besuchte, schlicht mangelhaft besucht waren. Und der Grund? Aus meiner Sicht hat sich der Laden überlebt. Vor einigen Jahren kamen sogar noch die Kölner ins Gate, da boomte der Gay-Club des Potts.
Wenn der Veranstalter sich allerdings nichts Neues einfallen lässt, die Loca heute noch so aussieht wie vor ein paar Jahren (ich will nicht übertreiben und schreiben “wie zur Eröffnung vor über einem Jahrzehnt!”) und die Parties thematisch auch immer eintöniger werden, so zumindest meine Gedanken zum Gate, dann muss sich niemand wundern, wenn die Eintrittsgelder lieber woanders ausgegeben werden möchten. Ein Zurücklehnen auf das bis dato Erreichte, kann recht entspannend sein, allerdings sollte irgendwann auch wieder der Motor für neue Ideen angeworfen werden, denn auch im TV ist aus STARGATE inzwischen STARGATE ATLANTIS geworden :mrgreen:
Gays sind ja nicht nur bequem, sie sind auch anspruchsvoll und überlegen sich ganz genau, wo sie ihr Geld ausgeben wollen. Wer als Veranstalter den Gästen den Eindruck vermittelt, man wolle sie über zu hohe Preise (Gay-Aufschlag!) ausnehmen, auch der muss sich nicht wundern, wenn es rasant schnell bergab geht, denn die Mundpropaganda ist schneller, als manches Print- und manches Web-Medium!
Fazit: Es ist also, aus meiner Sicht, schlicht mangelnde Kommunikation zwischen Veranstaltern und Gästen und mangelndes Gäste-Bindungsmanagement seitens der Veranstalter.
“Wir machen das jetzt einfach mal so”, mag vor Jahren noch geklappt haben, heute sind die Besucher von Events verwöhnt und das Geld ist auch bei den Gays knapp geworden. Da überlegt man sich zweimal, wo der Euro rollen soll. Für eine Garderobe beispielsweise die Preise von 1,00 € auf 1,50 € heraufzusetzen, finde ich persönlich, auch wenn es nur 50 ct sind, eine Frechheit! 10 ct pro Getränk mehr, würde nicht nur mehr Umsatz bringen, es wäre auch unmerklicher für die Gäste und sicher akzeptabler und leichter verständlich zu machen. Aber nein, da wird der Hammer bevorzugt! 50%-Erhöhung!
Tja, sicher gibt es noch weitere Gründe für das Party-Sterben. Meine Gedanken dazu haben ja keinen Allgemeinvertretungs-Anspruch :twisted: Und natürlich freue ich mich auch wieder auf Kommentare und Eure Meinungen
Her damit!
HINWEIS:
Leider kann ich den Artikel, den ich kommentiere, hier nicht verlinken, weil es mir derzeit unmöglich erscheint, alle Links und deren Unterlinks auf rechtlich problematische Inhalte in Bezug auf Jugendschutz/Erotik/Pornographie zu prüfen und das ist leider rechtliche Voraussetzung für die Setzung eines Links
Auch konnte ich auf der Website kein Impressum finden! Sorry an “M.” dafür…
Aber ich darf hier zumindest eine Adresse aufführen, die zu seinem Artikel führt, den ich soeben kommentiert habe:
www.magicm.wordpress.com/2009/11/21/sie-ist-dahingeschieden
.

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Jetzt auch schon n bissel älter, oder?
Ausserdem lief der schon so oft, dass es kein wirklich dolles Unterhaltungsprogramm mehr ist
Is’ es wahr?!
Mit dem Begriff Klassiker gehe ich sparsam um, aber er ist einer, und Klassiker sind immer wieder schön…
Wobei wir wieder beim Thema “Party” sind.
Bei Parties sieht das leider anders aus, da ist eher selten jemand dauerhaft auf Klassiker eingestellt
“Schaut Euch doch mal das STARGATE an.”
Abgesehen davon, dass das “das” fehl am Platz ist,…. Klasse Film!
*g*